Die Farben in den Spikes von einem Newton | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Die Farben in den Spikes von einem Newton

Dane_Vetter

Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe eine etwas spezielle Frage zum Thema Spikes bei einem Newton. Links seht ihr eine Aufnahme vom Takahashi Epsilon 130ED, rechts von einem TS ONTC 10". Beim Tak ist mir aufgefallen, das die Farben in den Spikes mehr auffallen. Beim 10 Zöller verläuft die Farbe dezenter, während beim Tak diese mehr Stufen hat, welche auch kontrastreicher sind. Weiss jemand was im Newton für diese Darstellung verantwortlich ist? Das müsste ja eigentlich auch von der Beugung der Spinne komme, wie der Spike selbst auch? Oder läuft das beim 10 Zöller einfach wegen der viermal längeren Brennweite anders aus? Und es schaut generell bei Newtons mit kürzeren Brennweiten so aus? Generell müssten die Farben ja aber irgendwie durch eine Farbzerlegung durch z.B. Glas zustanden kommen? Hat der KK hier vielleicht etwas damit zu tun?

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Nik Skysurfer

Mitglied
Hi Dane,
die Spikes haben wegen der Beugung durch die Abschattung der Fangspiegelstreben von Natur aus eine Farbabhängigkeit, die mit dem Komakorrektor nichts zu tun hat, vergleichbar einem Beugungsgitter, das ein Spektrum erzeugt. Je dicker die Spinnenarme, desto enger liegen die Minima, je dünner, desto stärker werden die Minima gespreizt, die Spikes werden länger und verlieren an Intensität. Farben ergeben sich, weil die Position der Minima von der Wellenlänge abhängt.

Diese Unterschiede in der Helligkeit der Spikes und Verteilung der Minima müssten in Aufnahmen gleicher Belichtung, Vergrößerung, spektraler Empfindlichkeit und Bildbearbeitung zu sehen sein. Weiß nicht, wie weit das für deine Aufnahmen zutrifft.

So weit so schön. Man muss sich also nicht wundern, dass die linke Aufnahme Farben zeigt. :y:

:unsure: Ich frag mich aber schon auch, ob in der rechten Aufnahme nicht doch ein wellenlängenunabhängiger Entstehungsmechanismen zu den Spikes beiträgt, der die Farben überlagert und verblassen lässt? Etwas, an das wir gar nicht denken, wie z.B. streifende Reflexion an lackierten Fangspiegelstreben? Dass die meisten "matten" schwarzen Lacke, mit denen Newtons innen versehen sind, bei streifendem Lichteinfall gewaltig glänzen, ist ja bekannt. Falls die Streben aus glattem, schwarzen Kunststoff bestehen, noch schlimmer.
Siehe dazu auch Okke_Dillen's Beitrag über Spikes https://forum.astronomie.de/threads/mega-spikes-beim-hypergraph-150f2-8-was-tun.281592/.
Streiflicht würde die unterschiedliche Intensität der Farben erklären. Falls das so ist, haben vielleicht viele Geräte mit flachen und glatten FS-Streben ganz schön viel, prinzipiell vermeidbares Streiflicht in ihren Spikes.

CS Nik
 
Zuletzt bearbeitet:

franks297

Mitglied
Hi Dane
Erklärend kann ich dazu nichts beitragen.
Aber es gibt hier einen Beitrag von tommy_h aus Österreich mit einem ASA 10".

NGC 3610, NGC 3613, NGC 3619 & NGC 3642​

Da sind nach meinem Geschmack auch die Spikes und Sterne sehr bunt.
Ich habe nämlich auch einen EPSI 130 bestellt. Da würde mich das schon stören. Allerdings habe ich bis Dato mit Refraktoren und C11 gearbeitet.
Deshalb sind Spikes für mich noch neu.
Ich habe aber auch schon Aufnahmen mit einem EPSI gesehen, wo die Spikes schön dezent sind.
Liegt wahrscheinlich an der Sensorgröße oder am Crop.

schönen Gruß Franz
 

Okke_Dillen

Mitglied
Moin,

Liegt wahrscheinlich an der Sensorgröße oder am Crop.
Nope! Liegt einzig an der Beschaffenheit der Streben! Die wesentlichen Merkmale hat Nik 2 Beitrage weiter oben bereits zusammengefasst und zurecht auf einen Beitrag verwiesen, in dem ich das schonmal untersucht hatte, weil es sehr auffällig war. ;) (hier nochmal der Link)
Streiflicht würde die unterschiedliche Intensität der Farben erklären. Falls das so ist, haben vielleicht viele Geräte mit flachen und glatten FS-Streben ganz schön viel, prinzipiell vermeidbares Streiflicht in ihren Spikes.
Ja! Und das Gruselmärchen von "je dicker die Streben, desto heftiger die Spikes", das viele Reflektoristi in Angst vor dem Bekleben der Streben mit Veloursfolie erstarren läßt und davon abhält, ist theoretisch zwar richtig, aber es wird völlig übersehen, daß der Effekt der Reflexion von Streiflicht um mehrerererere Größenordnungen stärker ist, als die Verstärkung der Beugung durch die mit dem Bekleben einhergehende Aufdickung der Streben! ;)

Schau dir die Fotos im verlinkten Beitrag mal an, am Beispiel Rigel wird das sehr deutlich!
Btw, der Epsi hat ähnlich dicke Streben wie der Hypergraph...

Gut Velours-kleb und CS!
Okke
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Siehe auch: Spider diffraction and apodization

Beim Tak ist mir aufgefallen, das die Farben in den Spikes mehr auffallen. Beim 10 Zöller verläuft die Farbe dezenter, während beim Tak diese mehr Stufen hat, welche auch kontrastreicher sind. Weiss jemand was im Newton für diese Darstellung verantwortlich ist?
Die Farbe und Farbsättigung der beiden Bilder sieht unterschiedlich aus, links rötlich, rechts bläulich, im Grunde sind die wohl nicht allzu verschieden.

lg
Niki
 
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