Mega-Spikes beim Hypergraph 150F2,8 - was tun?

Okke_Dillen

Mitglied
Moinmoin,

das Gerät ist toll keine Frage. Und ich mag Spikes, auch keine Frage. Aber, es gibt an hellen Sternen exorbitante Spikes, die sogar mir viiieeel zu ausladend sind. Als Beispiel sei folgendes Bild gezeigt (nicht sooo genau gucken, ich hab die "höhlenartigen" Nebel vergeigt, Korrektur erfolgt noch...) :

Pferd-Flamme-M78-20191204_V10_r_2k_fc.jpg

Die "Spike-Fortsätze" gehören zu Alnitak und Alnilam (der außerhalb des Frames ist). Krass oder? :oops:

Mein erster Ansatz wäre Veloursfolie um die Spinnenbeine kleben. Was meint ihr?

Danke und viele Grüße,
Okke
 

RaBaeh

Mitglied
Hallo Okke,
die Spikes sind ja Beugungserscheinung durch die FS-Spinne. Da bringt Velours nichts, ausser daß die Arme noch dicker werden, und damit noch stärkere Spikes hervorruft...
Alnitak ist ein fieser Kollege...der macht allen Teleskoptypen zu schaffen. Dünnere Spinnenarme, Curved Spider würden da Helfen, aber durch die starke Spinne hält auch der FS stabil...

Grüße Rainer
 

Okke_Dillen

Mitglied
Hallo Rainer,

ausser daß die Arme noch dicker werden, und damit noch stärkere Spikes hervorruft...
Oh, das heißt, je dicker die Arme, desto länger/stärker ausgeprägt die Spikes? :oops:
Wird die Kante denn durch die "Wuselstruktur" der Velours-Haare nicht wirkungslos (Wirkungs-reduziert)?

Eine Schmidtplatte statt einer Fangspiegelspinne wirkt Wunder
Hmmm... Schmidtplatte... Schmidtplatte... Achja richtig, das war ja das Ding, vor das sich RASA-Benutzer eine Spinne bauen, damit sie Spikes bekommen 🤣

;) Okke
 

VMC_Andre

Mitglied
Hallo Okke ,

tja, nun ist es wohl nach einiger Zeit der Tests oder Aufnahmen zu sehen welche Nachteile solch kleines kurzes System hat .
Ich finde das die Spiks so so dick aussehen auf deinen Bildern bei einem 150er Spiegel ,dass ich da nur mit dem Kopf schütteln kann . Warscheinlich bedingt , wie schon oben erwähnt , damit die FS schön stabil hängt bei dem sensiblen System . Ich habe bei meinem Spiegel die dicke Fangspiegelstreben gegen Edelstahldünbleche , hochstabil und biegefest , ausgetauscht . Halten tuts genauso wie vorher , nur die Sternabbildung und Spiks sehen besser aus .
Ich denke aber durch die kurze Bauweise des Tubus tritt vielleicht das Sternlicht nicht nur frontal auf dem Spiegen sondern auch noch seitlich /schräg auf den HS und wird noch , obwohl der Stern nicht auf den FS geworfen wird , eben mit den Spiks abgebildet . Das dazu wegen der Spiks die noch zu sehen sind obwohl der Stern nicht mit auf dem Foto ist .

Zu deiner Taukappe noch : ist wohl wenig Platz dort vorn am Rohr zum befestigen . Vielleicht solltest du auch ein wenig selber handwerklich werden und nicht alles kaufen was angeboten wird, weil es nicht eigendlich was passendes gibt . Die Streulichtbelende kannst du selber bauen aus zb. Isomatten zum Campen . Richtigen Durchmesser schneiden , innen mit Matt schwarz besprühen , mit Klettband ums Rohr festmachen oder ähnliches . Denn du wirst schnell merken das solch halber schirm nicht immer wirkt gegen Luftfeuchtigkeit und Kälte .


Ich würde aber gerne auch wissen warum die Fangspiegelstreben , die ja von innen schwarz sind , trotzdem einen hellen Spike ergeben . Vorstellen kann ich mir das die Himmelshelligkeit und das Sternlicht was vom HS kommt an die Streben zurückgeworfen wird und sie dann hell abgebildet werden.
Ich da gerne noch andere Meinungen sehen.
 

RaBaeh

Mitglied
Hallo Andre,
Ich würde aber gerne auch wissen warum die Fangspiegelstreben , die ja von innen schwarz sind , trotzdem einen hellen Spike ergeben
Du meinst die "normalen" Spikes ? Oder die, die von Sternen außerhalb des Bildfeldes herrühren?
Das Licht der Spikes kommen von dem jeweiligen Stern. Das heisst, dass ein Teil des Lichtes durch Beugung in die Spikes wandert. Je dicker die Spinnenarme, desto ausgeprägter ist der Effekt.
Die Sterne außerhalb des Bildfeldes (von dem Sensor) sind zwar nicht auf dem Bild, aber Randstrahlen des Sterns erreichen den HS und man sieht auf dem Foto (Bildfeldausschnitt) eben nur den Spike.
Sollte jemand eine bessere Erklärung haben, immer gerne...

Grüße Rainer
 

Michael_Haardt

Mitglied
So ist es: Es fällt sehr viel Licht in den Tubus, was den HS nicht erreicht, u.a. auch das von Sternen, die nicht mehr im Gesichtsfeld sind. Dieses Licht wird auch an den Streben gebeugt und wenn die Beugung dann im Gesichtsfeld liegt, wird sie auch abgebildet.

Dünnere Fangspiegelstreben verursachen dunklere Spikes.

Michael
 

Okke_Dillen

Mitglied
Moinsn,
erstmal danke für eure Erklärungen!
Die gezeigte Aufnahme ist ein crop. Alnilam ist innerhalb des frames! Macht aber nix, dir Aussage, dass spikes auch von Sternen außerhalb der Sensorfläche erzeugt werden, ist richtig!

Es geht mir allerdings NICHT um die Hauptspikes, die direkt und ohne "Absetzen" an den Sternen dran sind. Es geht mir un die abgesetzten. Die, die nach einer Dunkelphase plötzlich wieder aus der Dunkelheit auftauchen und zudem recht "breit" dastehen, in det gedachten Verlängerung der Standard Spikes.
Könnten diese durch Velourfolie auf den spinnenbeinen unterdrückt werden? Meinetwegen gerne unter Inkaufnahme von längeren Spikes "erster Ordnung".

Grüße und CS!!
Okke
 

Michael_Haardt

Mitglied
Die Beugung ist abhängig von der Wellenlänge. Wo sich alle sichtbaren Wellenlängen treffen, wird es weiss.

Dünne Streben mit scharfen Kanten ergeben dunklere Spikes in allen Regenbogenfarben. Die reichen genau so weit, aber man sieht es nicht, weil sie dunkler sind.

Dickere Streben ergeben hellere Spikes, und wenn die Streben nicht scharf und völlig gerade sind (z.B. sich verjüngende Streben), werden die Spikes auch noch dicker und die Farben mischen sich mehr. Die Spikes addieren sich alle. Die einzige Chance zur Verringerung bedeutet weniger Fläche.

Anschaulich: Du hast ein fettes Boot und willst weniger Wellen erzeugen. Zusätzlich mit einem dicken Algenbart wird das nichts, weil Du noch mehr verdrängst.

Michael
 

Optikus

Mitglied
Hallo Okke,

das geht, wegen der Beugungseffekte, nur mit einer sehr dünnen, aber festen Spinne z.B. aus Federblech oder Nirosta. Ich weiß nicht, in wie fern Ersatzspinnen aus passenden Materialien auf dem Markt sind, vielleicht lohnt sich da eine Recherche bei unseren amerikanischen Freunden.

CS
Jörg
 

Michael_Haardt

Mitglied
Ich kann die Konstruktion schon nachvollziehen. F/2.8 stellt extreme Anforderungen an die Kollimation. Die Fangspiegelspinne funktioniert ohne Spannung. Wenn es mal kollimiert ist, sollte das so bleiben.

Eine Spinne aus dünnem Stahl oder Messingblech braucht erstmal einen dicken Ring, um die nötige Spannung aufbauen zu können, und auch wenn die Beine singen, wird sie immer minimal arbeiten. Um das zu verringern, müssen die Beine mehr Tiefe haben. Man sieht das bei großen Dobsons mit Spanndrähten, wo große Dreiecke aufgespannt werden. Dafür ist hier aber kein Platz. Falls die Fangspiegelspinne aus Alu ist, wäre einzig eine Spinne gleicher Bauart aus Stahl möglich, die dann etwas dünner ausfällt, aber trotz deutlich höherer Kosten kommt man nicht in den Bereich von dünnem Blech und die Herstellung wird sehr aufwendig.

So gerne ich Dinge umbaue: Manchmal muss man ein in sich gutes Konzept einfach so akzeptieren.

Michael
 

Okke_Dillen

Mitglied
Moin,

evtl ist noch ein Detail interessant: die Kanten der dicken Spinnenbeine sind sowohl oben als auch unten sehr scharfkantig. Es fühlt sich sogar nach einem ganz leichten Grat an. Kann es sein, daß hier beide Kanten am Werk sind? Wäre es dann so, daß sich die Spikes anders ausgestalten, wenn man die Kanten rundet/bricht? Was würde das bewirken?

Dazu müßten sich ja eigentlich bereits ganze Generationen von Astronomen Gedanken gemacht und auch veröffentlicht haben, oder? :unsure:

Ein Umbau à la André wäre prinzipiell möglich, da der Außenring sehr kräftig ist.
Das aktuelle Design ist so, daß Außenring, Spinne und FS-Aufnahme ein Teil ist und aus einer Aluplatte aus dem Vollen gefräst wurde. Mein Ansatz wäre Redesign mit dünneren, aber tieferen Streben und wieder aus dem Vollen fräsen.

Achja, noch ein möglicherweise signifikantes Detail, ein unsichtbares: ich habe gedithert und das Winzorized Sigma Clipping hat beim Stäkken Teile der "äußeren" oder "verlängerten" Spikes rausgerechnet, die dann aufm Ergebnis nicht mehr zu sehen sind. Das bedeutet, daß dither-Lagen-abhängig mal Spikes in den Einzelnen Frames zu sehen sind, in anderen nicht!

Hier ein Bild dazu, das Rejection-Frame:

Starlink vielleicht schon fhd_autokorr_fc.jpg

Die breiten Spuren sinds, das andere sind Starlink, Flieger&Co (dieses Bild ist 180° gedreht im Vergleich zum obigen!)

Danke und Grüße,
Okke
 
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etalon

Mitglied
Hi Okke,

so ganz kann ich das oben Geschriebene nicht nachvollziehen. Normalerweise machen dünnere Streben hellere Spikes als dicke. Die Beugung findet immer orthogonal zur beugenden Kante statt. Ihre Intensität ist immer gleich, da sich Anzahl und Länge der beugenden Strukturen nicht ändern. Bei breiteren Spinnen wird das gebeugte Licht allerdings auf eine etwas größere Fläche verteilt, was zwar breitere, aber auch dunklere Spikes ergibt. Am besten ist es, die Fangspiegelstreben gebogen auszuführen, dann findet die Beugung zwar auch orthogonal zur beugenden Struktur statt, allerdings ändert sich deren Richtung kontinuierlich, so dass nur infinitisimal kleine Lichtmengen über die gesamte Öffnung homogen verteilt werden, welche dann idR unterhalb der Nachweisgrenze liegen. Somit sieht man keine Spikes. Daher versucht man im Lichtweg auch so wenig wie möglich gerade Kanten zu haben z. B. an Blenden, da diese dem gebeugten Licht eine Vorzugsrichtung geben, und somit über der NWG detektierbar werden...

Grüße Markus

P.S.: Dass die Spikes heller und dunkler werden ist ganz normal, das sind Interferenzerscheinungen von phasengleicher Beugung
 
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Okke_Dillen

Mitglied
Hi Markus,

danke für deine Einschätzung! Ja, ich tue mich da auch noch etwas schwer...
Vielleicht sollte ich nochmal hervorheben: ich mag Spikes!!! :love:
Ich will die also keineswegs ganz weg haben!! ;)

ABER, was mich stört, sind diese in weiter Verlängerung der sternangebundenen Spikes aus dem Nichts (wieder)auftauchenden Striche. Was mich daran stutzig macht, ist, daß die teilweise durch das Sigma Clipping beim Stäkken rausgerechnet werden, und zwar dort, wo sie im fertigen Bild NICHT zu sehen sind. Das bedeutet nämlich, das die rausgerechneten Spike-Anteile nicht auf allen Frames drauf sein können, sonst hätte das Sigma ja nix zum Clippen gehabt. GRUND für das sporadische Auf-/Abtauchen der verlängerten Spikes könnte zB das Seeing sein. ODER auch das Dithern natürlich. Womöglich hat das Dithern sogar den größeren Einfluß auf dieses "Verhaltensmuster".

Wenn das Wetter etwas kooperativer wäre, könnte man ja einfach auf die Wiese stürmen und ein paar Tests machen, aber.... :rolleyes:

Dass die Spikes heller und dunkler werden ist ganz normal, das sind Interferenzerscheinungen von phasengleicher Beugung
Ja das ist klar. Allerdings würde ich mehr Periodizität anstelle von Sporadizität erwarten. Kann aber auch sein, daß Periodizitäten von Interferrenzen durch das Dithern erfolgreich "verwischt" werden...

Gibt es denn keinen Artikel im Netz à la "Spider-Design bei Teleskopen"? Meine Suchen blieben leider wenig erfolgreich bisher. Aber Moment! ... fände sich evtl in deinem spannenden Bericht über deinen offenen Einarm-Newton möglicherweise ein Link zur rechnerischen Herangehensweise? (hab den vor einiger Zeit mit einiger Faszination ob dieser Bauweise gelesen :cool:)
Es gibt sowas für Bahtinov-Masken, aber das ist m.E. nur die halbe Wahrheit. Ich glaube im Fall des Hypergraphen liegen weitere Einflußgrößen vor als nur das Tastverhältnis und der Absolutabstand der Aussparungen in der Maske...

Viele Grüße und CS!!
Okke
 

etalon

Mitglied
Hi Okke,

bist du dir sicher, dass das auf deinem Differenzbild wirklich Spikes sind? Dann sollten diese nämlich orthogonal zueinander stehen, oder hat das Teleskop eine 3-Arm Spinne?

Auch passt die gleichbleibende Periodizität in Abstand und Intensität nicht zu Interferenzerscheinungen. Die sollten sich eigentlich gemäß einer Airyfunktion verhalten, sowohl was Intensität, als auch was die Abstände zwischen Maxima und Minima betrifft.

Sind das sicher keine Flugzeugspuren?

Was meinen Einarmdobson betrifft, so habe ich da seinerzeit keine Beugungsrechnung gemacht, da das visuell nur an hellen Planeten störenden Einfluss hat.
Ich muss mal schauen, vielleicht finde ich noch Literatur dazu. Ich meine, ich hatte da mal was...

Grüße Markus
 

Okke_Dillen

Mitglied
Die breiten Spuren sinds, das andere sind Starlink, Flieger&Co (dieses Bild ist 180° gedreht im Vergleich zum obigen!)
vllt sollte ich nochmal beide Bilder in gleicher Drehlage gemeinsam in einem Post einstellen, damit man es besser erkennen kann.
Also, die breiten kurzen sinds ;) Die dünnen Striche sind alles Flieger, Sats und UFOs, die üblichen Verdächtigen halt ;)

Viele Grüße,
Okke
 

etalon

Mitglied
...ah, sehe gerade, dass du das Bild gedreht hast. Dann sind das, was ich meinte tatsächlich Flugzeugspuren. Wer lesen kann ist halt klar im Vorteil...

Die Beugungsmuster der Spikes sehen dann schon nach einer Airyfunktion aus, das passt schon. Mit den Spikes ist es halt wie mit dem schwanger sein: ein bisschen gibt es nicht. Wenn du das jetzt so umbaust, dass du an extrem hellen Sternen keine Spikes mehr siehst, dann wirst du an den allermeisten anderen Sternen erst recht keine mehr sehen. Ich fürchte das hilft nix, einen Tod wirst du sterben müssen. Die Frage ist halt, wie oft hat man solch extrem helle Sterne im Bildfeld, dass sie so stören?

Tut mir leid, dass ich nicht weiterhelfen konnte...

Grüße Markus
 

GalaxieFinder

Mitglied
Hallo Okke!

Ich habe einen TAK Epsilon, der eine sehr massiv ausgeführte Fangspiegelhalterung inkl. massiver Streben hat. Das hat natürlich deutliche Spikes zur Folge, das ist nun nicht überraschend.
Der TAK ist, ähnlich wie dein Gerät, vor dem FS nicht mehr sehr langbauend, sodass eine Taukappe ohnehin Not tut.
Der TAK macht keine solche aus dem "nichts" auftauchenden Spikes, d.h. mit der Dicke der Streben alleine hat das nichts zu tun. Es könnte durchaus die Taukappe entscheidend sein.
Deine Spikes tauchen keinesfalls seeingbedingt mal auf und mal nicht. Dithern könnte insofern ein Grund für das auftauchen/verschwinden sein, als dass der verursachende Stern durch den Versatz des Feldes mal so steht, dass er eine Beugung verursacht, und mal nicht. Ob die Spikes in allen Einzelframes zu sehen sind, wäre ja leicht zu prüfen. Allerdings wird Sigma ja erst nach dem registrieren angewendet. Das heißt, wenn sie durch das Sigma verschwinden, dürften sie in der Mehrheit der Rohbilder nicht drauf sein. Sonst blieben sie erhalten.

LG, Markus
 

Okke_Dillen

Mitglied
Moin Markus,

danke für deinen Beitrag!
Der TAK macht keine solche aus dem "nichts" auftauchenden Spikes, d.h. mit der Dicke der Streben alleine hat das nichts zu tun
das wäre auch meine Vermutung.

Es könnte durchaus die Taukappe entscheidend sein.
Dem muß ich unbedingt mal nachgehen!

Ob die Spikes in allen Einzelframes zu sehen sind, wäre ja leicht zu prüfen.
"war" leicht zu prüfen: isso ;)

Dithern könnte insofern ein Grund für das auftauchen/verschwinden sein, als dass der verursachende Stern durch den Versatz des Feldes mal so steht, dass er eine Beugung verursacht, und mal nicht.
jepp, genau diesen Denkansatz meinte ich.

Frage: hat der Epsilon scharfkantige Spinnenbeine oder sind die Kanten gebrochen oder gar gerundet?
Wie geschrieben: bei meiner Spinne sind die Kanten nicht nur scharfkantig, sondern haben sogar einen winzigen Grat...
Wie verhalten sich feine Grate in Strahlengängen? Zumal 2 davon, in Laufrichtung hintereinder...

Danke und viele Grüße,
Okke
 

GalaxieFinder

Mitglied
Hallo Okke!

Wie scharfkantig sie sind, kann ich auf die Schnelle nicht feststellen, Teleskop residiert ein Stück weit weg von zu Hause. Vielleicht findet sich ein Epsilon-User, der das vor mir (also vor "in ein paar Monaten") prüfen kann. Grate haben die Spinnenbeine jedenfalls keine und könnte ich mir gut vorstellen, dass solche Grate Auswirkungen haben.

Wenn diese Spikes nun in jedem Frame drauf sind wundert mich schon, wie sie beim Sigma verschwinden können? Oder werden sie nur zum Teil - also Teile der Spikes in einigen der Bildern der Serie - weggerechnet?

LG, Markus
 

Okke_Dillen

Mitglied
Wenn diese Spikes nun in jedem Frame drauf sind wundert mich schon, wie sie beim Sigma verschwinden können? Oder werden sie nur zum Teil - also Teile der Spikes in einigen der Bildern der Serie - weggerechnet?
Neenee, andersrum, sie sind nicht in allen Bildern gleich! ;) Diejenigen Spiketeile, die nur in manchen Frames auftauchen, erfaßt das Sigma. Die sieht man im Rejection-frame.
Diejenigen jedoch, die in den meisten Frames zu sehen sind, tauchen auch im fertigen Stäkk auf.
Also alles soweit erwartungsgemäß. ;)

Aber ich versuche mal ein paar signifikante Beispiele zu finden und zu posten...

Gruß
Okke
 

etalon

Mitglied
Helau,

ich möchte ja ungern der Spielverderber sein, aber ich bin mir sicher, dass auch für TAK die Physik gilt.:unsure:

Dithern könnte insofern ein Grund für das auftauchen/verschwinden sein, als dass der verursachende Stern durch den Versatz des Feldes mal so steht, dass er eine Beugung verursacht, und mal nicht.
Das glaube ich nicht. Der Versatz von ein paar Pixeln macht vom Winkel her so gut wie nix aus.

Der TAK macht keine solche aus dem "nichts" auftauchenden Spikes, d.h. mit der Dicke der Streben alleine hat das nichts zu tun. Es könnte durchaus die Taukappe entscheidend sein.
Ich behaupte mal, auch der TAK macht diese aus dem Nichts auftauchenden Spikes. Das hat nichts mit einer Taukappe oder dem Teleskop zu tun. Hätte Okke einen größeren Sensor gehabt, dann wären die verursachenden Sterne mit auf dem Bild gewesen. Das ist also ein reines Sensorformatproblem. So liegen die hellen Dinger halt knapp außerhalb des Sensors, so dass nur ihre Beugungserscheinungen noch zu sehen sind. Der Sensor wird quasi zur Feldblende...

Frage: hat der Epsilon scharfkantige Spinnenbeine oder sind die Kanten gebrochen oder gar gerundet?
Wie geschrieben: bei meiner Spinne sind die Kanten nicht nur scharfkantig, sondern haben sogar einen winzigen Grat...
Das ist für die Beugung völlig egal. Was zählt ist der maximale zweidimensionale Querschnitt, welcher der Wellenfront im Weg steht. Selbst wenn du runde Stangen nimmst, ist immer die an der breitesten Stelle die beugungswirksame Kante. Es beugen ja nicht nur deine Streben, sondern auch die Tubusöffnung, der Hauptspiegeldurchmesser, der Fangspiegel, halt alles, was begrenzend in Ausbreitungsrichtung der Wellenfront steht. Nur sind diese Kanten in der Regel rund, so dass das oben geschriebene zum Tragen kommt. Daher hast du auch bei einem Teleskop ohne Streben Beugungsringe um die Sterne und keine Spikes. Die hast du zwar mit Streben auch, werden aber durch die vielfach helleren Spikes aus den beugenden Streben überlagert, da hier die Beugung in eine Vorzugsrichtung statt findet.

Grüße Markus
 
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Okke_Dillen

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Aaalso, ich hab nochmal genauer geguggt und ein einigermaßen repräsentatives Einzel-Bild (roh, kein crop) rausgesucht und gestretcht:

IMG_8497_RGB_VNG_ann.jpg

Nomenklatur:
Spikes, die weit außerhalb der stern-anliegenden (oder klassischen) Spikes liegen, aber in deren Verlängerung, möchte ich den Begriff "Exo-Spike" einführen. Die roten Kringel zeigen sie.

Man sieht nebst der tollen Kastenvignette der Eos6Da die "Exo-Spikes" ohne ein Sigma Clipping, also ungestört.
Man sieht auch, daß sie unstetig (unterbrochen) sind und etwa dort, wo sie auch im fertigen Bild auftauchen.
Zumeist sind sie schlank wie im o.g. Einzelbild.
In manchen Frames werden die Exo-Spikes fett. Dieses "Fettwerden" wird als Abweichung erkannt und ausgeschleust durch Sigma. Das ist, was wir im Rejection-Frame sehen. Deswegen erkennt man sie auch leicht an der Breite.

Was zB in "Blink" (PI Prozess) auffällt, ist, daß das Dithern etwa im Bereich einer Pferdekopfbreite geschieht, also alles andere als vernachlässigbar ist. In Abhängigkeit dieser Dithersprünge schwankt der "Body-Shape" der Exo-Spikes. Diese Variationen sehen wir im Rejection-Frame. Der Einfluß ist also vorhanden.
 

etalon

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Hi Okke,

danke für das Beispielbild. Das lässt einiges klarer werden. Vor allem verstehe ich jetzt, was du mit den großen Abständen zu den „Muttersternen“ meinst. Ich dachte tatsächlich, dass die alle von Sternen knapp außerhalb des Bildfeldes stammen. So kann man aneinander vorbeireden...

Was mir hier auffällt ist, dass die Exo-Spikes alle mehr oder weniger Richtung Bildfeldrand auftreten, und das aber auch nicht wirklich symmetrisch. Da würde ich eher den Korrektor als Schuldigen vermuten. Vielleicht sind es Reflexe in selbigem? Das würde auch für die Auffächerung der Spikes sprechen. Das ist so tatsächlich komisch...

Gruß Markus

P.S. Natürlich ändert sich die Intensitätsverteilung der Beugung durch Veränderung des Winkels beim Dithern, allerdings in einem Umfang, der sicher vernachlässigbar ist. In diesem Fall würde ich aber Beugungsphänomene ausschließen, jetzt wo ich auch mal kapiert habe, was du meinst...:p_jungeschlagen:
 
Zuletzt bearbeitet:

etalon

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@Markus (GalaxieFinder): Da hatte ich Okkes Problem wohl falsch verstanden. In dem Fall hast du sicher recht, dass das der TAK so nicht macht, was auch für die Korrektortheorie sprechen würde...

Sorry für das Missverständnis...

Gruß, auch Markus
 

GalaxieFinder

Mitglied
Hallo Markus!

Nur dass wir nicht auch noch aneinander vorbei schreiben.. :)
In meinen Bildern sind noch keine Spikes mitten im Bild aufgetaucht, auch mit hellen Sternen direkt außerhalb des Feldes nicht. Warum, weiß ich nicht. Einen ins Bild reichenden Spike von einem außerhalb stehenden Stern, den gibt es, ja klar. Hier stehen die Sterne aber im Bild, die Spikes sind unterbrochen und fangen dann irgendwo im Bild wieder an....Das ist spannend.
Meine Idee mit der Taukappe war nur, dass es dadurch "externen" Quellen schwerer gemacht wird, Beugungserscheinungen zu erzeugen. Die Idee trifft hier aber nicht zu, weil die verursachenden Sterne ja im Feld sind.

Hätte Okke einen größeren Sensor gehabt, dann wären die verursachenden Sterne mit auf dem Bild gewesen. Das ist also ein reines Sensorformatproblem.
Wenn ich mir das Bildfeld so ansehe, tippe ich bei Okke auf einen Sensor 24x36, also ziemlich groß. Vielleicht ist auch genau das das Problem?

LG, Markus
 

Okke_Dillen

Mitglied
Soweit, sogut. Den Korrektor mit einzubeziehen sähe ich im Augenblick zwar als Möglichkeit an, ok also auf die Liste damit, allerdings kenne ich keine Größe darin, die diesen Einfluß haben könnte.
Randbereiche... ok, schau ich mal.... dem sollte man nachgehen.

Hier schomma ein weiteres Bild mit Exo-Spikes mit Hypergraph aufgenommen:
M45 20191025_150f2,8_58m_rotp_fhdfcp.jpg


Hier muß man schon danach suchen, aber sie sind da. Ich schnapp mir mal nochn Einzelframe und strecke dieses, denn das obige ist wieder nur ein Crop! ;)
 

Okke_Dillen

Mitglied
Tja, auf einem Einzelframe konnte ich sie nicht wirklich rausarbeiten, also der Rohstäkk. Achtung häßlich! :sick:
Um die hier deutlich schwächeren Exos besser ausmachen zu können, habe ich weggeschnippelt, wo nix ist, um vergrößern zu können. Die linke obere Ecke ist die echte Bildecke, alle anderen demnach nicht:

m45_str_exospk_mk.jpg

Die Plejaden sind eigtl genau mittig. Ich hoffe man erkennt was...

GRüße
Okke
 
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