Die Hercules–Corona Borealis Great Wall (Great GRB Wall)

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kirk11

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Hi,

deren Existenz ist zwar noch nicht abgesichert, aber mit 10 Milliarden Lichtjahren wäre daa wahrlich eine verblüffende Größe / Länge - vor allem, wenn man bedenkt, dass sie schon sich ca. 3,7 Milliarden Jahren nach dem Urknall gebildet haben könnte.

Siehe auch

 
Hallo!
Aus Deinem Techno-Science Link:
"Die Große Mauer (aus Galaxien) ist etwa 10 Milliarden Lichtjahre lang, was fast 10 % der Größe des beobachtbaren Universums entspricht. (Entlang der großen Mauer sind die Galaxien wie an einer ewig langen Perlenschnur aneinander aufgereiht.) Diese Entdeckung stellt das kosmologische Prinzip infrage, wonach das Universum im großen Maßstab homogen und isotrop ist."

Meine Gedanken dazu:
Die große Mauer, also die 10 Mrd LJ lange Perlenschnuraufreihung, würde dann mit der homogenen und isotropen Verteilungshypothese übereinstimmen, wenn sie früher die zentrale Expansionsachse in diesem Bereich des frühen Universums war. Wenn also die Materie des Big Bangs nicht überall kugelförmig in alle Richtungen gleichmäßig explodiert wäre, sondern im Bereich der großen Mauer wie Schrotkugeln aus einem Gewehr herausgeschossen worden wäre. Aus den vergleichsweise dichten Gas- und Nebelfelder auf der zentralen Expansionsachse wären durch die Gravitation über die Milliarden von Jahren dann Galaxien geworden, die sich nun wie auf einer Perlenschnur aneinander reihen.
Gruß
 
Hallo,
gibt es auch zu diesem Thema schon neue Erkenntnisse?

Wenn das Universum nicht eine explodierte Kugel wäre, sondern ein explodierte "Gurke",
von der jetzt noch eine lange Perlenschnur von Galaxien übrig geblieben ist, die Hercules–Corona Borealis Great Wall.

Wäre das dann nicht einer größten Paradigmenwechsel in der Astrophysik? :unsure:
Gruß
 
Hallo,
gibt es auch zu diesem Thema schon neue Erkenntnisse?

Wenn das Universum nicht eine explodierte Kugel wäre, sondern ein explodierte "Gurke",
von der jetzt noch eine lange Perlenschnur von Galaxien übrig geblieben ist, die Hercules–Corona Borealis Great Wall.

Wäre das dann nicht einer größten Paradigmenwechsel in der Astrophysik? :unsure:
Gruß
Von einer "Perlenkette" kann man hier wirklich nicht reden, ich weiß nicht wo das herkommt. Es handelt sich um eine großräumige dreidimensionale Überdichte von GRBs, Ausdehnung grob etwa 0.8 Gpc entlang der Sichtline (radial), und 4-8 Gpc transvers (50-100 Grad in der Fläche), soweit ich das schnell aus den Rotverschiebungen und Winkelverteilungen geschätzt habe.
GRBs kann man bei diesen (breit verteilten) Rotverschiebungen (1.6-2.1) schön beobachten, und deren Rotverschiebung stimmt gut mit dem "peak of star formation" übereinstimmt: wo viele junge Sterne, da viele GRBs. GRBs finden in Galaxien statt, und Galaxien sammeln sich in einer netzartigen Struktur aus sheets, Filamenten, und (Super)haufen, welche durch DM dominiert wird. Die beschriebene Überdichte ist bisher nicht durch spektroskopische Beobachtungen von Galaxien bestätigt, das wird Euclid können, evtl DESI auch.
Ich finde die Methode gut, aber sie ist statistisch limitiert, da die Anzahl der bekannten GRBs begrenzt ist und die Methoden, räumliche Überdichten daraus zu berechnen, entsprechend empfindlich auf Auswahleffekte und biases reagieren. Außerdem ist anhand der geringen Anzahl an GRBs (ca 500) nicht klar, ob es sich um eine zusammenhängende Struktur handelt.

Ein paar Schlüsselzitate (aus dem abstract, discussion, conclusions) aus den 4 papern der Gruppe, die sich das ansieht.

Possible structure in the GRB sky distribution at redshift two (Horvath+ 2014):
All tests used indicate that there is a statistically significant clustering of the GRB sample at 1.6 < z < 2.1. Furthermore, this angular excess cannot be entirely attributed to known selection biases, making its existence due to chance unlikely. (3 sigma im paper)

New data support the existence of the Hercules-Corona Borealis Great Wall (Horvath+ 2015)
Although small number statistics limit our angular resolution and do not rule out the existence of adjacent and/or line-of-sight smaller structures, these structures must still clump together in order for us to see the large gamma-ray burst cluster detected here. [...]
As large as it appears to be, the Her-CrB GW does not necessarily have to violate the basic assumptions of the cosmological principle (the assumptions of a homogeneous and isotropic Universe). Theoretical large-scale structure models indicate that some structures will exceed the End of Greatness on purely statistical grounds (Nadathur 2013), and this may be one such structure (albeit a very large one). Along these lines, this may not be a single structure, but a clustering of smaller adjacent and/or line-of-sight structures.
(3 sigma im paper)

Scanning the Universe for Large-Scale Structures Using Gamma-Ray Bursts (Horvath+ 2025)
Evidence is provided that the Hercules–Corona Borealis Great Wall cluster is larger than previously thought, with members potentially spanning the redshift range of 0.33≤𝑧≤2.43. The extension of this cluster’s size does not appear to have been due to statistical variations or sampling biases.

Consequently, large-scale anomalies in the GRB spatial distribution can exist which are not necessarily seen in other cosmic objects. Further detailed observations are necessary to obtain a satisfactory solution to this problem.

In this manuscript, we applied the clustering detection method described in Section 2.2 to the GRB distribution in the northern galactic hemisphere. We found evidence supporting the existence of the HerCrbGW [41]. However, we also found evidence that the HerCrbGW is larger than previously identified and that it appears to encompass several smaller clusters. We do not hypothesize what this large structure might represent, other than commenting that it does not appear to be the result of either a statistical fluctuation or a known sampling bias. We do note, however, that applying this method to our sample with N = 262 points could introduce spurious Poisson noise. This additional source of noise is capable of subtly altering the interpretation of what constitutes a cluster.


Reanalysing large-scale structure using an updated gamma-ray burst spatial density approach (Horvath+ 2026)

We have shown that the large-scale density increase in the spatial distribution of gamma-ray bursts does not necessarily violate the cosmological principle.

This work underscores the necessity of acquiring continued, high-quality spectroscopic redshifts for GRBs. Such data are essential to probe these cosmic megastructures with greater fidelity and to refine our understanding of the Universe’s large-scale architecture. Although current observational data are broadly consistent with the large-scale homogeneity of the cold dark matter model, the detection of highly significant anomalies warrants rigorous investigation with next-generation surveys such as the Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI) (S. Bottaro et
al. 2024), Euclid (Euclid Collaboration 2025), and the Einstein Probe mission (S. Q. Wang et al. 2024). These results highlight the unique role of GRBs as luminous, high-redshift tracers, providing an essential complement to galaxy and quasar surveys in mapping the Universe’s largest structures.


Anbei ein paar Figuren aus dem 2026 paper, welche die Verteilung der ~500 GRBs am Himmel zeigen, von denen etwa 125 clustern (3 sigma im 2026 paper) , sowie ein grobes räumliches Modell. Das kosmologische Standardmodell ist durchaus in der Lage, sowas zu produzieren. Ich sehe das eher in Richtung von "interessante Struktur, wird toll das mit DESI und Euclid genauer zu kartieren und mit den GRBs zu korrelieren", aber mehr auch nicht.
 

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Von einer "Perlenkette" kann man hier wirklich nicht reden, ich weiß nicht wo das herkommt.

Das ist die Amateurastronomen-Volksmund-Beschreibung des bekannten (alten) Abschnitts, den die Hercules–Corona Borealis Great Wall (Great GRB Wall) dem naiven Betrachter liefert. :D Vgl. 'Largest structure in the universe' is even bigger than astronomers imagined and still a huge mystery

Nach neueren und neusten Erkenntnissen soll sich die Struktur aber sogar über die Sternbilder Hercules, Corona Borealis, Lyra, Boötes und Draco erstrecken. Dadurch verändert sich auch die Form. Vgl. Hercules-Corona Borealis Great Wall, biggest thing in the Universe | BBC Sky at Night Magazine

Es handelt sich um die größte bekannte Struktur im Universum. Gar nicht auszudenken, wie viele tausende, vielleicht Millionen Zivilisationen diese Struktur beherbergen könnte. :whistle: :whistle:
Gruß
 
Wäre es nicht ein seltsamer Zufall, wenn die größten Strukturen des Universums in der Längenausdehnung in einer ähnlichen Größenordnung liegen würden wie der Durchmesser des beobachtbaren Universums ( rund eine Zehnerpotenz weniger) ?

Das kosmologische Prinzipe steht meiner Ansicht nach auf sehr wackeligen Füßen.

Auf der anderen Seite wäre es ohne die Annahme des kosmologischen Prinzips kaum möglich, die Entwicklung des Kosmos zu modellieren.
 
Wäre es nicht ein seltsamer Zufall, wenn die größten Strukturen des Universums in der Längenausdehnung in einer ähnlichen Größenordnung liegen würden wie der Durchmesser des beobachtbaren Universums ( rund eine Zehnerpotenz weniger) ?

Das kosmologische Prinzipe steht meiner Ansicht nach auf sehr wackeligen Füßen.

Eine kurze Erläuterung dazu.

Der kosmologische Grundsatz besagt, dass das Universum auf sehr großen Skalen annähernd homogen und isotrop ist: Man nimmt an, das es überall und in jede Richtung gleich mit Masse besetzt ist. Diese Idee wird verwendet, um Standardmodelle eines expandierenden Universums zu konstruieren, einschließlich des Modells, das auf einen sehr heißen, sehr dichten Anfangszustand zurückführt, anstatt anzunehmen, dass das Universum einen tatsächlichen Rand oder ein Zentrum haben muss.


Auf der anderen Seite wäre es ohne die Annahme des kosmologischen Prinzips kaum möglich, die Entwicklung des Kosmos zu modellieren.

Ich bin kein Astrophysiker. Aber wenn mit der neuen großen Hercules–Corona Borealis Great Wall nun ungefähr 10% der beobachtbaren Masse des Universums nicht mehr kugelartig-gleichverteilt ist, (und das Universum ein einfacher euklidischer 3D-Raum wäre,) dann würde ich daraus folgern, dass man die Hubble Konstante als Expansionsparameter des Universums nicht mehr eindimensional (für Kugel) modellieren kann , sondern 3 dimensional aus den empirischen (Masse-)Beobachtungspunkten modellieren müsste, weil Stand heute mindestens 10% von der kugel-gleichverteilt Form abweichen (, was aufgrund der hohen Anzahl an Sternen/ Galaxien hochsignifikant ist).

Nun wird das Universum aber nicht als einfacher euklidischer 3D-Raum modelliert, sondern als relativistische Raumzeit. Deshalb bin ich sehr gespannt. was die Astrophysiker dazu sagen.
Gruß
 
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