Die Odysee eines gebrauchten TeleVue NP 101

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Walter41

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Hallo Leute,

möchte euch mal ein wenig teilhaben lassen von meiner Odyssee mit meinem neuen TeleVue NP101 Refraktor:
Nun, vor einigen Wochen wurde hier im Forum ein solches Gerät zum Verkauf angeboten. Ein relativ neues Gerät, mit modifiziertem OAZ: Anstelle des original-Auszuges war ein Starlight-Instruments Feathertouch verbaut.
Habe daraufhin mit dem Verkäufer (PitWi) Kontakt aufgenommen. Der Verkäufer ist ja in Wien stationiert und somit nicht weit weg von mir und habe dann mit dem Auto das Ding persönlich abgeholt.
Dann ging es an den Aufbau des Teleskops an meine Montierung. Dauerte etwas, weil diese ebenfalls noch nicht fertig war, also zuwarten. Und da das Wetter auch alles andere als astronomisch brauchbar war, hats einige Zeit gedauert, um das Teil am Stern zu testen. Nun, ja gegen Ende Feber wars dann soweit und ich konnte mit einem bekannten Kollegen vom Astronomenverein das Ding mal am Stern begutachten. Also das 2,5mm TS Planetary in den OAZ gesteckt und Capella im Fuhrmann anvisiert. Was ich dabei zu sehen bekam war allerdings alles andere als APO-Verdächtig: Der Stern im Fokus ausgefranst, von Beugungsringen keine Spur: Stattdessen zeigt sich grässliches Koma und eine unscharfe Abbildung, besonntes im linken, unteren Bereich des Sternes. Dasselbe Bild zeigte sich am Mars, der zur Zeit ebenfalls annähernd im Zenit stand: Scharfstellen mehr oder weniger vergeblich: Es zeigte sich am Planentenscheibchen eine reltativ scharfe rechte Hälfte, die linke Planetenseite kompett ausgefranst, scharfstellen unmöglich. Weiters die intrafokalen und extrafokalen Beugungsscheibchen: Diese wandern komplett seitlich (links) aus dem Stern heraus!!! Eigentlich sollte das Beugungsscheibchen ja zentrisch aus dem Stern hervorgehen….Zum Vergleich habe ich meinen Skywatcher ED 100/900 herangezogen: Diese Optik zeigte wesentlich mehr Details am Mars bzw. schöne runde Beugungsringe an Capella, zwar mit wesentlich mehr Farbe, aber immerhin relativ rund, genauso am Mars: Scharfes Planetenscheibchen und schöne Erkennbarkeit der Polkappen und sogar leichte Struktur am Planeten selbst war zu sehen. Eindeutig besser als der TeleVue NP101.
Also habe ich relativ frustriert das Teleskop wieder eingepackt und dann gings an die Fehlersuche. Eigentlich sollte dieser Refraktor ja eine tadellose Abbildung zustande bringen, wenn man sich die Ergebnisse im Internet anschaut: Diese Optik liefert ja im im Normalfall sehr gute Ergebnisse und hat insgesamt einen recht guten Ruf.
Also gings dann an die Fehlersuche, woher das grässliche Koma denn kommen könnte. Also habe ich einen alten Bekannten kontaktiert: Ein gewisser Alois Ortner ;-) Gut bekannt von letzten ITT in Greifenburg / Kärnten. Mit dem Alois habe ich dann mit einem stundenlangen Skype-Video-Telefonat die Situation besprochen und wir sind zur Entscheidung gekommen, dass ich den Feathertouch mal abschrauben sollte und das hintere Linsensystem mal genauer anschauen, ob das was verkippt ist oder ähnliches. Habe dann unter der Anweisung von Alois das hintere Linsensystem auseinandergenommen und dabei ist mir sofort aufgefallen, dass die Linsen entgegen der Schemazeichung in der Betriebsanleitung VERKEHRT in der Reihenfolge eingebaut waren, d.h. die Sammellinse ganz hinten, die Konvex-Konkave Linse zum Objektiv….. das machte mich mehr als stutzig. Also ging es weiter mit der Suche nach einem brauchbaren Optik-Schema im Internet für diesen Refraktor…aber da war nicht viel zu finden. TeleVue hütet das Design wohl wie einen Schatz. Also was tun… habe dann ganz einfach bei TeleVue New York angerufen und sogleich Mr. David Nagler persönlich am Ohr gehabt. Habe ihm die Situation geschildert… Er hat mir dann erzählt, dass ich mich an die TeleVue Europa-Vertretung in der Schweiz (Galileo) wenden solle. Nun, das habe ich dann auch gemacht und mich mit einem gewissen Bertrand von Galileo in Verbindung gesetzt. Dieser wollte dann natürlich eine genaue Beschreibung und Bilder von dem Gerät haben, sonst könne er gar nix machen.
Also habe ich dann das Teleskop im Detail fotografiert und die Bilder an Bertrand gemailt. Die Antwort die ich von dort bekam, war alles andere als aufmunternd: Lt. deren Aussage übernimmt TeleVue keinerlei Service für dieses Teleskop weil am Gerät herumgepfuscht worden ist: Der OAZ ist nicht original und ausserdem wurde die Objektivfassung bearbeitet. Drei zusätzliche Schrauben wurden dort angebracht… Na servas, das konnte ja was werden.
Der Alois hat dann gemeint, ich bräuchte unbedingt ein Optik-Schema um das hintere Linsensystem ordnungsgemäß einzubauen, was eine Menge Arbeit bei der Justage ersparen würde. Also weitere Kontaktaufnahme mit Galileo.. Mr. Bertrand hat mir dann ein Email von David Nangler weitergeleitet mit einer verbalen Beschreibung, wie die hinteren Linsen einzubauen sind. Da hatte ich jetzt also die Bestätigung: Die Linsen waren tatsächlich VERKEHRT eingebaut. Also das konnte doch nicht wahr sein. Habe sodann den Verkäufer mit diesen Fakten konfrontiert, der allerdings nur ein Achselzucken übrig hatte. Aber immerhin hat er mir einen interferometrischen Test der Optik zukommen lassen, das ein gewisser, auch nicht ganz unbekannter Gryzbowski ausgearbeitet hat: Die Auswertung dieses Interferogramms zeigte einen Strehl-Wert von 0.9 (für einen Apo auch nicht sonderlich berauschend).
Nun, dieses Interferogramm habe ich dann an den Alois weitergeleitet. Dieser hat sich das mal angeschaut und sogleich auf wesentliche Fehler hingewiesen: Es wurde für die Auswertung
- nicht der volle Objektivdurchmesser verwendet
- die Sphärische Aberration abgezogen (was nicht zulässig ist)
- ein computergeneriertes Interferogramm zur endgültigen Auswertung herangezogen (ebenfalls unzulässig)
Somit ergab sich bei der richtigen Auswertung durch den Alois dann folgendes Ergebnis:

-Astigmatismus 0,22
-Coma 0,52 (!!!)
-Spährische Abberation 0,58 (!!!)
- Strehl 0,52.

Also ein total vernichtendes Ergebnis!.
Im Original von Gryzbowski steht hingegen folgendes:
- Astigmatismus 0,2
- Coma 0,31
- Spärische Abberation REMOVED
- Strehl 0,9

Habe natürlich den Herrn Gryzbowski auf dieses geschönte Ergebnis angemalt.. aber ausser Schweigen im Walde bisher noch nichts gefunden…

Mittlerweile habe ich das hintere Linsensystem ordnungsgemäß wieder zusammengebaut und das ganze Teleskop zum Alois geschickt, der sich das Ding zur Zeit genauer anschaut und eine korrekte Justage vornehmen wird. Bin ja schon gespannt, was dabei herauskommen wird. Werde auf jeden Fall darüber berichten, wie gut oder schlecht das Teil nun wirklich ist.

Anbei ein paar Bilder und das Inteferogramm von Gryzbowski, damit Ihr euch ein Bild von dem Ding machen könnt.

Viele Grüsse,

Walter

Der Refraktor:
Link zur Grafik: http://gallery.me.com/hathor41#100076/IMG_3897&bgcolor=black

Der modifizierte OAZ:
Link zur Grafik: http://gallery.me.com/hathor41#100076/IMG_3903&bgcolor=black

Die bearbeitete Objektivfassung:

Link zur Grafik: http://gallery.me.com/hathor41#100076/IMG_3911&bgcolor=black

Und hier die geschönte Auswertung von Grzybowski:
Link zur Grafik: http://gallery.me.com/hathor41#100076/Auswertung&bgcolor=black

Edit: Habe keine Ahnung, warum hier die html-tags nicht funktionieren... also einfach die Adresse ohne die Klammer-Ausdrücke in die Adresszeile des Browsers kopieren.....


 
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lieber Walter,

ich habe deine unglaubliche Geschichte ja schon von einem Amateur aus Graz-Umgebung gehört. Ich kann gar nicht sagen wie enttäuschend es ist, wenn in unserem schönen Bereich sowas passiert. Da wird an einem Rohr herumgepfuscht bis es komplett verbockt ist, und dann wirds einfach verkauft (war das nicht sogar "Notverkauf" wegen Autoschadens?)

Ich kenne aber noch jemanden mit einem TeleVue 101 der so starkes Zentrierkoma aufweist, dass ich mich frage was mit den Dingern los ist.

Ich finde es gut, dass du es publik machst, und wünsche dir dass Alois Ortner dein Rohr wieder geradebiegen kann!

lg Tommy
 
hmm....also ich kann beide auswertungen nicht nachvollziehen. wenn ich mit openfringe das i-gramm nachzeichne komme ich ohne abzüge auf strehl 0,83

gibts nicht das bild vom original-igramm?

gruss
sascha

PS: kann es sein, dass der hohe spherical-fehler durch eine falsche eingabe der conic-constant zustande gekommen ist?
 
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Hallo Tommy,

du meinst sicher den Daniel ;-) Mit ihm habe ich ja den Sterntest durchgeführt, bzw. auch sein 2,5mm Okular dafür verwendet. Haben in Lassnitzhöhe das Ding am Stern begutachtet und für grottenschlecht befunden. Anbei eine Zeichnung wie das am Stern sich im Okular ungefähr zeigt:
Link zur Grafik: http://gallery.me.com/hathor41#100076/Sterntest_NP101&bgcolor=black

Ist zwar nur eine schiache Bleistiftzeichnung, zeigt aber recht gut, wie sich das Ding am Stern gemacht hat.

Besonders auffällig war hier insbesondere die Beobachtung von Sirius. Es zeigte sich an den fokalen Beugungsringen eine ausgeprägte "Delle". Wie die im Zusammenhang mit dem starken Koma steht, weiss ich noch nicht.
Genauso sieht man am Mars-Bildchen dass der linke Planentenrand komplett ausgefranst abgebildet wird, die Polkappen sind gerade eben so erkennbar, von Struktur am Planeten selber keine Spur.

Dass der PitWi dieses Teleskop nun wegen einen Motorschaden verkauft hat, wage ich ehrlich gesagt, stark zu bezweifeln. So wie er es mir mitgeteilt hat, ist das Ding bei ihm ein "Durchgangsposten" gewesen, sozusagen ein Austauschgerät für einen Newton... Vielmehr hat der Vorbesitzer, von dem der Peter das Teleskop bekommen hat, das Fernrohr mit dem Feathertouch OAZ bestückt bzw. drei zusätzliche Löcher in die Objektivfassung gebohrt.

Insgesamt habe ich folgende Punkte zusammen, die einen Einfluss auf die Abbildungsqualität des Fernrohrs Einfluss nehmen dürften:

- Durch die Bearbeitung vom OAZ wurden die hinteren Linsen ausgebaut und in der Reihenfolge falsch wieder eingesetzt
- Durch die notwendige Bearbeitung für die zusätzlichen Löcher in der Objektivfassung wurde diese ausgebaut, die Frontlinsen herausgenommen (wahrscheinlich) und dezentriert wieder zusammengesetzt.
- Die drei neuen Schrauben in der Objektivfassung sind etwas zu lang, d.h. sie reichen in den Strahlengang hinein, ist ungefähr so, wie bei meinem alten Bresser-Refratkor, da langen die Schrauben der Objektivfassung auch in den Strahlengang hinein.
Allerdings lassen sich die Schrauben ja problemlos kürzen, sodass dieses Problem recht schnell erledigt sein sollte.

@ Sascha
Bei der Auswertung des Interferogramms wurden lt. Alois Ornter folgende Fehler gemacht:
- Ausblendung der Randunschönheiten
- Vernachlässigung der Spährischen Abberation
- Berechnung der Messergebnisse mit Hilfe des synthetischen iDiagramms

Die Airydisk die du da zeigst, ist jedenfalls um einiges besser als das was mein Fernrohr am Stern zuwege brachte....



p.s. kann mir mal jemand sagen, wie das hier mit dem Einfügen der Grafiken funktioniert? Es erscheinen immer die html-tags in eckigen Klammern.. vom eigentlichen Bild keine Spur...





 
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Hallo Walter,

erstmal herzliches Beileid zu dieser unschönen Geschichte mit dem TV 101.

Zwei Dinge finde ich aber schon besonders bemerkenswert:

1. Wenn ich es richtig sehe, hat Dir der Verkäufer das Gerät ja wohl als völlig in Ordnung verkauft. Das ist ja aber offensichtlich eine Lüge gewesen. Ich denke man darf dem Verkäufer unterstellen, dass er genau wußte was für einen Schrotthaufen er da verkauft. Wäre es nicht möglich den Käufer auf dem Rechtsweg zu belangen?

2. Gryzebowski ist ja mit seinen Testberichten nicht zum ersten Mal in der Astroszene mit geschönten, verfälschten und sogar mit Interferogrammen aufgefallen die nicht zum beschriebenen Instrument gehörten.
In dieser Art und Weise einen Testbericht zu einem Gerät zu verfasen ist ja ebenfalls schon als kriminell zu bezeichnen.

Ich hoffe, dass Du mit den NP 101 noch zu einem guten Ende kommst, vieleicht kann der Alois die Optik ja noch retten.
Vielen Dank, dass Du die Geschichte hier vorstellst. Es ist eine weitere wichtige Warnung an alle Sternfreunde, welches Unwesen einige "Tester" hier in der Astroszene treiben.

Viele Grüße,
Jürgen
 
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hallo walter,

wer weiss schon, wann die igramme erstellt wurden. ich vermute mal, dass die VOR den umbaumaßnahmen erfolgten, bzw. diese der grund für die "tuning"-maßnahmen waren um die coma weg zu bekommen.
das teil ist gem. des igrammes zwar nicht toll, aber so schlecht wie du gezeichnet hast auch wieder nicht....zumindest spuckt openfringe 83% strehl aus, wobei das ohne die originalen igramme natürlich mehr mit stochern im nebel vergleichbar ist....

ich bin auf jeden fall gespannt, wie es weiter geht.

wegen der bilder. du verlinkst immer zu einer HP. wenn du mit der rechten maustaste auf das dortige bild klickst und "grafikadresse kopieren" nimmst, kannst du die bilder hier auch einfügen. entferne nur das anhängsel hinter dem ".grafikformat".

Link zur Grafik: http://gallery.me.com/hathor41/100076/Sterntest_NP101/web.png

gruss,
sascha
 
Hallo Walter

Ich möchte mich Jürgen anschließen.

Der Verkäufer hat bestimmt gewusst, was er da verkauft und ist dabei noch selber angegangen bei Herr Gryzebowski.

Das TV sich davon distanziert, ist dabei nicht mehr als verständlich, wenn du es dehnen genauso geschildert hast wie uns hier.

Herr Gryzebowski ist mittlerweile bekannt als Schöntester und betreibt wohl wie andere Pseudotester, lieber eine Art von Versöhnungsphilosophie als wirklich objektiv zu messen.

Man müsste prüfen, ob man den Verkäufer belangen kann, oder zur Rücknahme zwingen kann.
Ansonsten müsste Alois sehen was zu retten ist.

Gruß Uwe
 
Hallo Leute,


also ich habe vom Peter sogar die "Justage"-Rechnung vom Gryzbowski bekommen:
Meine Weppage

Der Gryzbowski nimmt ja eine schöne Summe für ein "geschöntes" Testergebnis.....Allerdings, wenn der Gryzbowski diese Optik justiert haben will, dann stimmt da was nicht. Ein Optik-Spezialist, wie der Gryzbowski muss sofort erkennen, dass hier im Optik-System was grundlegend falsch ist. Alleine die vertauschten Hinterlinsen müssten sofort auffallen....

Insofern glaube ich nicht, dass der Peter an dem Gerät herumgeschraubt hat. Vielmehr dürfte wohl ein ominöser "Manfred Fischer" die ganze Misere verbockt haben.
Ob der Peter über die Qualität der Optik bescheid gewusst hat, kann ich nicht sagen, zumindest hat er mit der Optik nichts gemacht, keine Bilder, keine Beobachtungen etc.. was natürlich auch wieder sehr verdächtig ist...

Grundsätzlich sind die Modifikationen, die am Gerät vorgenommen wurden, nicht von schlechter Qualität. Der Feathertouch OAZ läuft seidenweich und die zusätzlichen Schrauben in der Objektivfassung düften ja auch nicht unbedingt ein KO-Kriterium sein.
Wenn der Alois die Abbildungsleistung der Optik in die Nähe eines "original" NP101 bringen kann, dann behalte ich das Teil. Habe mit TeleVue vereinbart, dass ich das Testergebnis vom Alois an TeleVue weiterleite und diese dann mir bescheid sagen, ob das Ergebnis mit einem "richtigen" NP101 zusammenpasst oder nicht.

 
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Hallo Walter

Die Auswertung von Gryzbowski kannst du vergessen.

Bei einem 4" stellt man das Interferometer in der Regel auf ca. 8-10 Streifen und nicht auf 23.
Durch die vielen Interferenzstreifen erscheinen die Fehler natürlich weniger stark ausgeprägt als mit nur 8 Streifen.

Selbst bei diesen 23 Streifen erkennt man eine leichte S-Form.
Mit nur 8 Interferenzstreifen würde man sofort erkennen, dass mit dem Teleskop etwas nicht stimmen kann, weil dann die S-Form wesentlich stärker ausgeprägt währe.

Bei einem Refraktor ist es relativ leicht anhand der Streifen zu erkennen ob etwas nicht stimmt, weil diese ja Gerade und im leichten Abstand zueinander verlaufen müssen, bei einer perfekten Optik.

Eine S-Form deutet auf Koma hin, je nach Lage der Streifen, bei unterschiedlichen Abstand zueinander oder bei einer Fächerform deutet das auf Asti, bei W oder M Form auf Zonen oder Sphärische Abberation.
Natürlich können sich diese Fehler auch im Interferogramm überlagern.

Halte dich an den Alois, da bist du in besten Händen!

Gruß Uwe
 
Guten Morgen, Leute,

also ich möchte schon mal etwas ganz wichtiges festhalten:
Ich möchte hier nicht "wilde Spekualtionen" über den Verkäufer und Vorbesitzer oder wen auch immer lostreten, denn grundsätzlich gilt die Unschuldsvermutung. Genauso werde ich hier niemanden auf Grund irgendwelcher Vermutungen oder Mutmaßungen beschuldigen, das gehört sich nicht und ist auch nicht mein Stil.
Ich kann nicht sagen, was mit dem Gerät in der Zwischenzeit alles passiert ist, das sind im Prinzip nur Mutmaßungen und können auch den falschen treffen, was ich auf keinen Fall will.
Und wir sollten immer schön bei den Fakten bleiben, die es auszuwerten gilt.

Inzwischen habe ich vom Vor-Vorbesitzer ein paar Bilder bekommen, die mit dieser Optik gemacht wurden:

M101 und M45

Aus diesen Bildern ist ersichtlich, dass die Optik sehr wohl in der Lage ist, eine recht gute Sternabbildung zu erzielen.
Daher gehe ich mal davon aus, dass wenn der Alois die Optik justieren kann, es sich durchaus um ein Gerät handeln wird, das der Abbildung eines "richtigen" NP101 durchaus würdig ist.

Die Fakten schaun indes folgendermaßen aus:

- Die momentane Abbildungsleistung der Optik ist alles andere als gut. Daran besteht nicht der geringste Zweifel.
- Die Modifizierungen an der Optikfassung mit den zusätzlichen Schrauben sollen die Stabilität der Objektivfassung in Bezug auf Justage-Dauerhaftigkeit erhöhen. Ob das so gelingt müssen wir erst sehen. Zusätzliche Schrauben in der Objektivfassung bedeuten auch zusätzliche Spannungen in derselben und ob das einen positiven Einfuss auf die Abbildung hat, gilt es erst noch zu klären
- Die Auswertung von Gryzbowski ist nicht aussagekräftig, bzw. berücksichtigt wichtige Optik-Parameter nicht.
- Die Hinterlinsen waren definitiv verkehrt herum eigebaut. Wer das verbockt hat, kann ich nicht sagen.

In diesem Sinne,
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Also erstmal finde ich es äußerst enttäuschend, dass ich auf dieser Seite genannt und beschuldigt werde aber davon aus dritter Hand erfahren muss. Walter, ich kann ja verstehen, dass du deinem Frust ein wenig Luft machen möchtest, aber bitte nicht so! Du kannst mir sicher nicht vorwerfen, dass ich bezüglich dieses Problemfalls kontaktscheu oder nicht kompromissbereit wäre.

Und nun zur Geschichte aus meiner Sicht:
Der NP101 war für mich ein Tauschgerät, das ich eigentlich nicht wollte aber Bedingung für ein anderes Geschäft war. Und da ich den Vorbesitzer kannte und auch seine damit gemachten Fotos, hatte ich keine Bedenken. Ich hab dann auch selbst eine paar Testfotos gemacht und die waren in Ordnung. Und wer mich kennt weiss, dass ich seit Jahren kein Okular in der Hand hatte und daran auch nicht interessiert bin, sonst wäre mir der Mangel vielleicht auch aufgefallen. Und ich hab keinesfalls am NP101 selbst „rumgepfuscht“, ich bin kein Bastler, ich bin User. Ich bin sogar so sehr User, dass ich keine Newton mehr will, weil mir das Justieren zu blöd ist.
Das mit dem Notverkauf wegen Motorschaden am Auto stimmt übrigens auch, sonst hätte ich den NP101 wohl noch ein wenig behalten.
Und ich habe hier im Forum schon zahlreiches Equipment ge- und verkauft, bisher immer ohne Probleme oder gar Beanstandungen.

Mit Walter war übrigens schon vereinbart, dass ich die Kosten für Justage und Test durch Alois Ortner übernehme. Ich bin der Verkäufer und daher stehe ich auch dazu, dass die Ware in Ordnung sein muss, auch wenn ich für deren Zustand nicht unmittelbar etwas kann. Ob und wie ich den Vorbesitzer zur Verantwortung ziehe, bleibt dann meine Privatsache.

Ich hoffe also, dass die Geschichte ein gutes Ende findet, wenn auch der Ärger für Walter sicher beträchtlich war, was mir ausgesprochen Leid tut.
 
Hallo Peter,

es ehrt Dich, dass Du Dich hier meldest und den Verkauf des TV101 aus Deiner Sicht schilderst. Und vielleicht ist an Deiner Geschichte ja auch etwa dran und Du wustest tatsächlich nichts vom Zustand der Optik.

Das ändert aber den Vorgang aus meiner Sicht nicht wesentlich. Fakt ist, Du hast ein teures Teleskop mit der Beschreibung verkauft, dass es zu 100% in Ordnung ist.
Dafür hat Dir der Walter einen großen Haufen Geld bezahlt. Nun stellt sich heraus, dass Deine Beschreibung falsch war, der Refraktor ist nicht 100% in Ordnung, sondern er ist definitiv nicht in Ordnung.

Es gibt eine saubere Lösung für diesen Vorgang und für Dein Gewissen:
Du nimmst das Fernrohr von Walter zurück und gibst ihm sein Geld wieder.


Ob Du dann den Refraktor reparierst und selbst behälst, oder erneut zum Verkauf anbietest kannst Du dann ja immer noch entscheiden.

Viele Grüße,
Jürgen
 
Hallo Jürgen,
ich denke, das sollten wir mal Peter und Walter ganz allein unter sich entscheiden lassen...
 
Hallo Ralf,

klar kannst Du Dir von mir aus auch irgend etwas denken... ;)

Wenn ich aber in einem Internetforum einen Vorgang schildere, muß ich auch damit rechnen, dass sich andere auch etwas dazu denken.
Und ich denke mir, wenn mir jemand ein teures Teil verkauft mit dem Versprechen, dass es zu 100% in Ordnung ist dann sollte man auch dazu stehen.


Viele Grüße,
Jürgen



 
hallo alle,

so kristallisiert sich langsam das Bild eines Fernrohrs heraus, das schon länger auf Reise ist, und irgendwer in der Kette hat dran rumgepfuscht, und es vielleicht nicht mal bemerkt dass er die Petzval Linsen falschrum eingebaut hat, weil er kein Okular zur Hand nimmt (damit meine ich jetzt nicht dich, PitWi).

Ich freue mich wenn nun eine für alle akzeptable Lösung gefunden wurde.

Aber ganz sachlich frage ich, wie schlecht muss denn ein Gerät sein damit die Foto-Grafen es bemerken? Sieht man denn auf den Rohbildern in 100% Grösse dann nicht ungebührlich aufgeblasene und unsymmetrische Sterne?

lg Tommy
 
Hi zusammen,

lange mal wieder ein Thread der so richtig fesselt ist. Wenn das ganze natürlich auch bedenklich ist und nachdenklich macht.
Die ganze Wahrheit wird wohl hier nicht ans Tageslicht kommen.

Naja und so ein paar Weißhalten fallen auch ab.

- man sollte wenn es irgendwie geht selber mit dem Auge am Sternenhimmel prüfen.

- das visuell nicht gleich fotografisch ist. So kann man anscheined auch mit 0,5 Strehl noch brauchbare Bilder machen.

Gruß
Lots
 
Zitat von wurzelwaerk:
Hallo Jürgen,
ich denke, das sollten wir mal Peter und Walter ganz allein unter sich entscheiden lassen...

So sehe ich das auch. Solange wir uns einig sind, muss uns nicht zwangsläufig jemand dreinreden und mit netten Vorschlägen wie z.B. Lösungen per Gericht kommen.

Zitat von tommy_nawratil:
...
Aber ganz sachlich frage ich, wie schlecht muss denn ein Gerät sein damit die Foto-Grafen es bemerken? Sieht man denn auf den Rohbildern in 100% Grösse dann nicht ungebührlich aufgeblasene und unsymmetrische Sterne?

Nicht unbedingt. Der visuelle Test ist auf jeden Fall empfindlicher, erst recht wenn man auch intra- und extrafokal prüft. (Was ich künftig auch machen werde!) Schlechte Sterne am Bildrand fallen auch erst auf, wenn sie innerhalb des spezifizierten Bildfeldes sind bzw. fallen nicht auf, wenn die eigene CCD entsprechend klein ist. Auch Seeing, Filter und CCD spielen eine Rolle. Und wie ihr an den Bildbeispielen seht, sind die Fotos ja wirklich in Ordnung.
 
hallo Peter,

um die Sternabbildung beurteilen zu können, brauchts ein unbearbeitetes Rohbild mit 100% Auflösung. Bei einem neuen Fernrohr würde ich das auf jeden Fall machen (und natürlich den Sterntest und Ronchitest machen). Interessieren würde es mich, ein solches Rohbild zu sehen. Bei einem solchen Komafehler könnten auch die Sterne in der Bildmitte unsymmetrisch sein.

lg Tommy
 
Hallo,

wenn ich den Walter richtig verstanden habe, kommen die Bilder ja nicht vom Peter, sondern vom Vor-Vorbesitzer. Wenn die Bilder also in Ordnung sein sollten, was ich anhand dieser Bilder nicht beurteilen kann, heisst das nur, dass der Vor-Vorbesitzer offenbar noch ein funktionierendes TV101 hatte.

Ist es richtig, dass Peter das Interferogramm bei Gryzebowski in Auftrag gegeben hat?

@Peter:

Ich sehe nicht recht, wo Du mit dem Walter einig bist. Walter macht einen leicht unglücklichen Eindruck bei diesem Geschäft, oder?
Ein gutes Geschäft ist ja, wenn einer zufrieden mit der Ware ist und der andere zufrieden mit dem Geld ist. Walters Zufriedenheit kann ich bei diesem Geschäft noch nicht erkennen... ?)

Viele Grüße,
Jürgen
 
Zitat von Walter41:
Hallo Leute,


also ich habe vom Peter sogar die "Justage"-Rechnung vom Gryzbowski bekommen:
Meine Weppage

Der Gryzbowski nimmt ja eine schöne Summe für ein "geschöntes" Testergebnis.....Allerdings, wenn der Gryzbowski diese Optik justiert haben will, dann stimmt da was nicht. Ein Optik-Spezialist, wie der Gryzbowski muss sofort erkennen, dass hier im Optik-System was grundlegend falsch ist. Alleine die vertauschten Hinterlinsen müssten sofort auffallen....

Hallo Walter,
warum wir die Justage dann nicht einfach bei W. Grzybowski reklamiert? ?)
Sie ist nicht einwandfrei, also muss Nachgebessert werden.
 
Hallo Leute,

Bin zur Zeit auf Dienstreise und tu mir etwas schwer mit dem Handy hier online zu sein...
Also, rein prinzipiell habe ich nicht vor, das Teleskop an den Peter zurückzugeben. Der Preis war ja okay und wenn die Optik nach der Justage durch den geschätzten Alois Ortner funktioniert, sehe ich auch keine Grund dafür. Zumal sich der Peter ja bereit erklärt hat, die Kosten der Justage zu tragen. Sage an dieser Stelle meinen herzlichen Dank an den Peter!
Was den Gryzbowski anbelangt: habe den natürlich mit dem geschönten Interferogramm konfrontiert. Zuerst war seine Aussage, dass er diese Optik nicht in seinem Prüfprotokoll-Handbuch habe, wo er alle Tests verewigt. Erst als ich ihm das Testprotokoll und ein paar Bilder vom Testaufbau bzw. die Rechnung zukommen lies, hat er sich daran erinnert . Angesprochen auf das geschönte Testergebnis hat er sich nicht mehr bei mir gemeldet. Daher habe ich auch keine Lust, mich weiterhin mit dem Gryz... weiterhin in Verbindung zu setzten, zumal ich den Alois vom ITT sehr gut kenne und weiß, dass er sich in Sachen Optik wirklich hervorragend auskennt und bei optischen Tests Protokolle liefert, die die ungeschönten Tatsachen zeigen, ohne wenn und aber.
Und was die Modifikationen am Refraktor anbelangt:
es wurde anscheinend noch eine Auskleidung vom Tubus innen vorgenommen, da die originalbeschichtung eine Art Sandpapier sein soll, das im Laufe der Zeit Körner verliert. Wäre vielleicht interessant, wenn sich ein anderer Besitzer eines TV NP101 dazu äußern würde.
So wie es scheint, ist mein Teleskop schon durch sehr viele Hände gegangen, der Vor-Vorbesitzer hat's schon hier im Bieter-Forum erworben und wer weiß, was davor schon alles passiert ist. Eine Odysee im wahrsten Sinne des Wortes, hoffe dass sie nun durch die Hände vom Alois ein Ende findet und die Optik nicht nur auf verkleinerten Bidchen zeigen kann, was in ihr steckt. ....
 
> wenn ich den Walter richtig verstanden habe, kommen die Bilder ja nicht vom Peter,
> sondern vom Vor-Vorbesitzer. Wenn die Bilder also in Ordnung sein sollten, was ich
> anhand dieser Bilder nicht beurteilen kann, heisst das nur, dass der Vor-Vorbesitzer
> offenbar noch ein funktionierendes TV101 hatte.

Nein, der Schluss ist falsch, es heisst nur, dass die Optik für Foto ausreichend gut war. Siehe mein Testfoto unten.

> Ist es richtig, dass Peter das Interferogramm bei Gryzebowski in Auftrag gegeben hat?

Nein.


>@Peter:
>
>Ich sehe nicht recht, wo Du mit dem Walter einig bist.
>...

Sie oben Walters Kommentar.

Also hier mal das Testfoto das ich gemacht habe. Die Belichtungszeit war für eine wirklich gute Beurteilung wohl etwas knapp. Außerdem wurde es mit einer EOS 5D gemacht, für ein so großes Bildfeld ist der NP101 gar nicht spezifiziert, daher war die Sternabbildung in den Ecken für mich kein K.O. Kriterium und der Rest sieht ja sehr gut aus. (Übrigens ist die dunkle Linie im Bild eine Stromleitung. :blush:) Das Foto ist ein unbearbeitetes JPG direkt aus der Kamera.
Link: http://homepage.univie.ac.at/~pw/temp/NP101&5D.jpg
 
Hallo Walter

ich bezeichne mich hier einfach mal als Tele Vue Justierexperte , da ich seit dem damaligen Sky und Testbericht des NP 101 auf der Suche nach einem wirklich perfekten NP 101 bin, bisweilen nach über 20 Geräten leider immer noch ohne Erfolg. Im Schnitt haben die gerätre ne sphärische Aberration von ca. 1/4 Wellenfront , die besten die ich sah ca. 1/5 , keines war so gut wie ein normaler Skywatcher ED , aber der nP hat andere Vorzüge , schnelles Öffnungsverhältniss und Farbrein.

Der durchschnittliche NP 101 sieht so aus http://aberrator.astronomy.net/scopetest/html/refractor100_4.html , damit währst du wahrscheinlich auch zufrieden , oder ?

Nun ich kenne die Geheimnisse des NP 101 sehr gut und wenn Alois im Moment keine Zeit hat, biete ich dir an deinen NP 101 kostenlos in Ordnung zu bringen.
Deine Kosten sind der Versand zumir und 30 Euro für Wertrückversand.

Mir macht es spaß Optiken zu testen und in Ordnung zu bringen, habe gerade erst eine heftigen astigmatischen 2 Linser Fluorite wieder rund und gesund gemacht , kostet euch nicht, ihr müsst bei mir auch nichts als Dankeschön kaufen, für mich bereichert es meine Erfahrung und das ist es mir Wert

also überleg dir mein Angebot, dauert hier 1 Tag , dann geht er wieder in Bestzustand an dich zurück
 
Hallo Zusammen.

Das NP 101 ist bereits bei mir eingetroffen und ich werde es Schritt für Schritt
untersuchen um herauszufinden was die richtige Ursache ist.
Ich muss aber um etwas Geduld bitten, da ich zuerst noch ein anderes Objektiv fertig
machen muss dass schon lange darauf gewartet hat.
Aber ich denke dass es am Wochenende soweit sein wird.
Ich möchte schon wissen warum Grzybowski die sphärishe Aberration
abgezogen hat.
Es ist bekannt dass bei Teleskopen mit Feldabbildung etwas sphärische Aberration
in Kauf genommen wird zu Gunsten der besseren Randschärfe.
Es ist daher auch klar dass hier nicht Strehl 0,99 stehen kann.
Aber deshalb muss man sie doch nicht abziehen.
Sie ist kein Prüfstandfehler und gehört zum Teleskop.

Hallo Peter Wienerroither.
Dein Testfoto hat am hellen Stern in der Mitte Spikes und zwar noch solche die von
sehr dicken Fangspiegelstreben kommen, weil die Beugungsintervalle so eng sind.
Es könnte ein Newton von Vixen sein.

http://homepage.univie.ac.at/~pw/temp/NP101&5D.jpg

Jetzt ist es echt schwierig zu wissen wem man da noch Vertrauen kann.

Viele Grüße
Alois
 
Hallo Dietmar.

rein neugierhalber: Wie unterscheidest Du Newton-Spikes von künstlichen Spikes?

Ehrlich gesagt, unterscheiden könnte ich es auch nicht, weil man kann heute
alles hinein kopieren.
Es sind keine Pixel Überlagerungen sichtbar und das Spektralmuster stimmt auch.
Also dürfte es echt sein.
Aber wofür soll es dienlich sein Newton-Spikes hinein zu machen, wo keine sein sollen.
Das ist der Glaubwürdigkeit nicht dienlich.
Zu dem hat der noch helle Stern links unter dem Ende des unteren Spikes
auch noch einen leichten Ansatz davon.
Für mich wäre das absurd sich so viel Mühe zu machen, nur um seine
Glaubwürdigkeit herab zu setzen.

Viele Grüße
Alois

 
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