Sven_Wienstein
Aktives Mitglied
Hallo Brigitte,
nun gibt es ja nicht so viele Händler, so dass "Bonner Händler" schon fast eine Namensnennung ist. Ich habe jetzt keine Lust, nachzuschauen, ob es wirklich der ist, von dem ich es denke.
Ich empfinde die Empfehlung als Verfehlung. Zunächst einmal ist es beim heutigen Stand der Technik und angesichts der Marktsituation unangebracht, einen Fraunhofer zu empfehlen, selbst wenn ein 80mm f/11 ein historisch schönes Teleskop ist. Der 80/910 büßt schon wegen der fehlenden 2" Adaption einiges an Vielseitigkeit ein und kann gegen einen modernen 80/560 ED einfach nicht mehr antreten, ohne einen wesentlichen Preisvorteil zu bieten. Die GP-E ist als Montierung zwar grundsolide, aber hier nun als einziges Argument den Foto-Einstieg und dann auch noch in der Planetenfotografie (und unmotorisiert?) zu bringen, ist doch reichlich dürftig. Da kann ich einen beliebigen bereits motorisierten China-Clone entgegensetzen, denn für die heutige Planetenfotografie sind die Motoren ein entscheidender Vorteil. Ich finde damit ist die Empfehlung schon abgefertigt.
Zu Deinem Dobson-Gedanken: Wenn ich mir die Umstände mit einem unmotorisierten Teleskop auf einer GP so betrachte und sie gegen die Handhabung eines Dobsons aufwiege, so sehe ich keinen entscheidenden Vorteil. Die GP muss für jeden Schwenk geklemmt werden. Bei der Suche gilt es, ein Objekt mit geöffneter Klemmung zu finden und dann mit dem Auge am Gerät (und das Gerät in Position haltend) mit der freien Hand erst die eine, dann die andere Klemme zu ertasten. Danach kann man mit den Handrädern (biegsame Wellen sind zu haben aber nicht per se vorhanden) eine Feineinstellung vornehmen und muss je nach Vergrößerung halt mehr oder weniger häufig nachkurbeln - genauso wie man den Dobson nachdobst. Ich persönlich ziehe den Dobson der unmotorisierten Montierung vor, es sei denn die Montierung hätte Rutschkupplungen (wie die Losmandys). Das herumtasten mit den Klemmen ist sicher genauso Übungssache, wird aber nervig, wenn je nach Position das Teleskop nur für eine Blickrichtung austariert werden kann - wenn das Teleskop also "abhauen" will.
Mit Goto wird man davon freilich nicht mehr viel mitbekommen, aber ein Goto-Paket steht ja offensichtlich nicht zur Diskussion und ich halte es auch nach wie vor nicht für die beste Einsteigerlösung.
Was nun das Teleskop angeht, da möchte ich einen trockenen Spruch mit extremen Wahrheitsgehalt rezitieren: Ein guter Newton kostet genausoviel wie ein Apo, hat aber mehr Öffnung. Das kann man sich je nach Geschmack sehr vielfältig ausmalen, ohne dass man den Apo oder ED oder auch den Newton wirklich aus dem Rennen kicken kann. Es kommt eben auf die eigenen Wünsche an. Ein Newton ist ein Teleskop, dass eine gewisse Zuwendung braucht. Der will justiert werden, da muss man eben nachdenken, wie sich ein (üblicherweise) so großes Teleskop denn beim Auskühlen verhält. Beim vielen Apos kommt man hingegen gar nicht erst auf den Gedanken, am Gerät herumzubasteln und man erhofft sich (mit gewissem Recht) die Justage als einmalige Sache, die einem schon vor dem Kauf abgenommen wird. Im Gegenzug wirst Du auf einiges an Öffnung verzichten müssen. Und das definiert eben die Maximalleistung eines Teleskops, da beisst weder Maus noch Legende einen Faden ab.
Die Frage ist also: Willst Du Dich mit dem Teleskop auseinandersetzen und ein großes Leistungspotenzial haben? Dann schaue Dich beim Dobson um.
Willst Du ein Teleskop haben was ohne viel Aufwand immer nahe an seinem Optimum funktioniert, dann akzeptiere ruhigen Gewissens das was der Apo als Leistungspotenzial bietet.
Clear Skies
Sven
nun gibt es ja nicht so viele Händler, so dass "Bonner Händler" schon fast eine Namensnennung ist. Ich habe jetzt keine Lust, nachzuschauen, ob es wirklich der ist, von dem ich es denke.
Ich empfinde die Empfehlung als Verfehlung. Zunächst einmal ist es beim heutigen Stand der Technik und angesichts der Marktsituation unangebracht, einen Fraunhofer zu empfehlen, selbst wenn ein 80mm f/11 ein historisch schönes Teleskop ist. Der 80/910 büßt schon wegen der fehlenden 2" Adaption einiges an Vielseitigkeit ein und kann gegen einen modernen 80/560 ED einfach nicht mehr antreten, ohne einen wesentlichen Preisvorteil zu bieten. Die GP-E ist als Montierung zwar grundsolide, aber hier nun als einziges Argument den Foto-Einstieg und dann auch noch in der Planetenfotografie (und unmotorisiert?) zu bringen, ist doch reichlich dürftig. Da kann ich einen beliebigen bereits motorisierten China-Clone entgegensetzen, denn für die heutige Planetenfotografie sind die Motoren ein entscheidender Vorteil. Ich finde damit ist die Empfehlung schon abgefertigt.
Zu Deinem Dobson-Gedanken: Wenn ich mir die Umstände mit einem unmotorisierten Teleskop auf einer GP so betrachte und sie gegen die Handhabung eines Dobsons aufwiege, so sehe ich keinen entscheidenden Vorteil. Die GP muss für jeden Schwenk geklemmt werden. Bei der Suche gilt es, ein Objekt mit geöffneter Klemmung zu finden und dann mit dem Auge am Gerät (und das Gerät in Position haltend) mit der freien Hand erst die eine, dann die andere Klemme zu ertasten. Danach kann man mit den Handrädern (biegsame Wellen sind zu haben aber nicht per se vorhanden) eine Feineinstellung vornehmen und muss je nach Vergrößerung halt mehr oder weniger häufig nachkurbeln - genauso wie man den Dobson nachdobst. Ich persönlich ziehe den Dobson der unmotorisierten Montierung vor, es sei denn die Montierung hätte Rutschkupplungen (wie die Losmandys). Das herumtasten mit den Klemmen ist sicher genauso Übungssache, wird aber nervig, wenn je nach Position das Teleskop nur für eine Blickrichtung austariert werden kann - wenn das Teleskop also "abhauen" will.
Mit Goto wird man davon freilich nicht mehr viel mitbekommen, aber ein Goto-Paket steht ja offensichtlich nicht zur Diskussion und ich halte es auch nach wie vor nicht für die beste Einsteigerlösung.
Was nun das Teleskop angeht, da möchte ich einen trockenen Spruch mit extremen Wahrheitsgehalt rezitieren: Ein guter Newton kostet genausoviel wie ein Apo, hat aber mehr Öffnung. Das kann man sich je nach Geschmack sehr vielfältig ausmalen, ohne dass man den Apo oder ED oder auch den Newton wirklich aus dem Rennen kicken kann. Es kommt eben auf die eigenen Wünsche an. Ein Newton ist ein Teleskop, dass eine gewisse Zuwendung braucht. Der will justiert werden, da muss man eben nachdenken, wie sich ein (üblicherweise) so großes Teleskop denn beim Auskühlen verhält. Beim vielen Apos kommt man hingegen gar nicht erst auf den Gedanken, am Gerät herumzubasteln und man erhofft sich (mit gewissem Recht) die Justage als einmalige Sache, die einem schon vor dem Kauf abgenommen wird. Im Gegenzug wirst Du auf einiges an Öffnung verzichten müssen. Und das definiert eben die Maximalleistung eines Teleskops, da beisst weder Maus noch Legende einen Faden ab.
Die Frage ist also: Willst Du Dich mit dem Teleskop auseinandersetzen und ein großes Leistungspotenzial haben? Dann schaue Dich beim Dobson um.
Willst Du ein Teleskop haben was ohne viel Aufwand immer nahe an seinem Optimum funktioniert, dann akzeptiere ruhigen Gewissens das was der Apo als Leistungspotenzial bietet.
Clear Skies
Sven