Die Sternbedeckung vom Stern HD 6277 durch den Mond.

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Gerd K

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Die Sternbedeckung vom Stern HD 6277 durch den Mond.


Hallo,

Am Abend vom 13. Februar 2024 wurde der 6m9 helle Stern HD 6277 (SAO 109642) vom Mond bedeckt.


Himmel und Bedingungen:
Wolkiger Himmel. Durchziehende dünne Wolken. Vom Westen ziehen Wolken auf.

Mein Teleskop für diese Beobachtung war eine 110/770mm ED-Refraktor auf einer Vixen AP-Z Montierung.

Den Mond beobachtete ich mit Vergrößerungen von 32, 115 und 220x.
Der Mond steht sehr ruhig im Okular und wird scharf abgebildet. Bei niedriger Vergrößerung ist das Erdlicht gut zu sehen.




Gegen 20:15 Uhr MEZ stand der Stern HD 6277 in der Nähe vom Mondrand.
Der Stern wurde wenig später vom Mond bedeckt. Durch das Erdlicht konnte ich den Mondrand gut sehen, während sich der Stern dem Rand annäherte. Der Stern wurde nahe an der Sichelspitze bzw. dem Terminator vom Mond bedeckt.
Mein Bild habe ich um 20:29 Uhr MEZ aufgenommen. Das Bild entstand am 110/770mm Refraktor mit einer 2,25x Barlowlinse.


2024-02-13-Sternbedeckung.jpg


Anschließend beobachtete ich den Jupiter mit einer Vergrößerung von 220x.
Jupiter steht sehr still im Okular und wird scharf abgebildet.
Den Großen Roten Fleck kann ich sehr deutlich sehen. Seine Farbe ist blass-orange. Südlich am Großen Roten Fleck steht ein schmales dunkles Band das bis in die Mitte von Jupiter reicht (21 Uhr MEZ). In den Bändern kann ich viele Strukturen sehen.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Gerd,

Wenn Du den Zeitpunkt der Bedeckung genau gemessen hättest, könntest Du die Sternbedeckungsbeobachtung sogar an ein internationales Datenzentrum melden. Und manch Doppelstern wurde bereits auf diese Weise entdeckt (stufenweises Verlöschen). Abgesehen davon ist es einfach cool, wenn ein Stern schlagartig am dunklen Mondrand verschwindet...

CS, Niko
 
Hallo,

Wenn Du den Zeitpunkt der Bedeckung genau gemessen hättest, könntest Du die Sternbedeckungsbeobachtung sogar an ein internationales Datenzentrum melden.

Daran liegt es mir eigentlich nicht.
In diesem Hobby möchte ich persönlich nicht so exakt arbeiten. Mir genügt es völlig, einfach nur so in den Himmel zu sehen, mehr möchte ich am Nachthimmel nicht.
Solche Beobachtungen sind sehr schön, wenn ein Stern von einem Moment auf den anderen durch den Mond bedeckt wird. Noch schöner sind streifende Bedeckungen zu beobachten, wenn ein Stern am Mondrand immer wieder zu sehen ist, wie bei dieser Beobachtung:


Viele Grüße
Gerd
 
Hallo,

Für die Frage zu meinem Bild:




...füge ich hier noch zwei Bilder ein. Auf meine Antwort kann ich leider keine Bilder einfügen.
Ein einzelnes Bild aus dieser Aufnahmeserie:


Mond-Einzelbild.jpg


Das Bild entstand durch eine dünne Wolkenschicht. Das ist auch an den hellen Bereich an der Mondsichel zu sehen. Das Licht wird dort durch die Wolken gestreut und von der Kamera aufgenommen. Das Seeing und auch die atmosphärische Dispersion verschmiert zudem ein einzelnes Bild.
Visuell sah das Seeing erst mal gar nicht so schlimm aus, der Mond stand nahezu still im Okular und wurde scharf abgebildet. Unsere Sehpsychologie kommt auch mit nicht optimalen Seeing gut zurecht.
Anders die Kamera: Die zeigt ohne Abstriche und rücksichtslos wie schlecht das Seeing wirklich ist.
Mit vielen Bilden hintereinander kann das Seeing heraus gemittelt werden. Werden dann nur z.B. die besten 25% der Bilder genommen, kann dennoch noch ein scharfes Bild entstehen.
Mit Planetenkameras geht das noch besser als wie mit meiner gewöhnlichen MTF-Kamera.


2024-02-13-Mond.jpg


Der Mond vom 13. Februar 2023.

  • 110/770mm Refraktor.
  • Panasonic LUMIX G70.
  • 25% von 1279 Bildern.
  • 1/1.600 Sekunde belichtet.
  • ISO: 8.000.
  • Gesamte Aufnahmedauer: zwei Minuten.

Viele Grüße
Gerd
 
Aus dem schlagartigen Verschwinden eines Sterns bei einer Sternbedeckung durch den Mond kann man ja darauf schließen, dass der Mond keine merkliche Atmosphäre hat!

Man hat die Lichtkurven solcher Sternbedeckungen auch akribisch untersucht, konnte so aber immer nur obere Grenzwerte für eine mögliche Mondatmosphäre fixieren, die weit oberhalb der theoretischen Erwartungswerte lagen. Ich erinnere mich daran, weil ich im Seminar an der Uni mal über eine alte Arbeit des französischen Astronomen Audouin Dollfus referieren durfte, der dafür aber nicht die Bedeckung von Sternen, sondern die Polarisation von Streulicht untersucht hatte. (*)

Auch Dollfus konnte aus seinen Messungen nur eine Obergrenze von 0,6 x 10^-9 atm angeben. Inzwischen weiß man, dass der Luftdruck am Mondboden sogar noch erheblich niedriger ist und sich die Dichte der Mondatmosphäre kaum von der des besten technisch erreichbaren Ultrahochvakuums im Labor unterscheidet. Wikipedia gibt für den Luftdruck Werte zwischen 1 pbar (tags) und 1 fbar (nachts) an.

Gruß, Peter


(*) Audouin Dollfus: RECHERCHE D'UNE ATMOSPHÈRE AUTOUR DE LA LUNE
 
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