Im Prinzip geht es um diesen Effekt:
Beispiel:
O1 D=100mm, fl=1000mm
Kein O2 (einfacher)
O3/O3' fl=100mm
Dann hat das parallele Strahlenbuendel zwichen O3 und O3' eine Durchmesser von d=10mm, man braucht also ein 10mm Etalon, unabhaengig von der Oeffnung. Es ist also 10x kleiner als D (Verhaeltnis der beiden Brennweiten, Strahlensatz)
ABER: das Bild der Sonne hat im Fokus einen Durchmesser von 9.5mm, da der Winkeldurchmesser der Sonne 0.5 Grad ist (der Rand ist bei + - 0.25 Grad). Da aber O3 nur 100mm BW hat, ist der Winkel dieser Sonnenrandstrahlen von O3 aus gehen jetzt 2.5 Grad, als 10x so hoch ...
D.h. wen man das Etalon X-mal kleiner macht als die Oefnnung von O1, dann wird der Winkel X-mal groesser.
Nun verschiebt sich die Filtertransmission je nach Winkel, und bei 0.5 Grad Winkel ist Verschiebung ca. 0.4A bei Luftspalt Etalons. Daher der Faktor 2x den ich genannt habe. Das ist natuerlich keine absolute Grenze, fuer breite Etalons kann man mehr Kippung tolerieren, fuer die schmalsten (besten, z.b. 0.3A FWHM) ist das schon zuviel. Und naruerlich kann man das Gesichtsfeld bergrenzen um die Winkel zu verringern, dann aber keine Gesammtsonne mehr (PST umbauten) oder Protuberanzen (ausser man kippt den Filter in die Randrichtung, in der man beobachten will).
Dieses und noch viel mehr Details finden sich hier sehr schoen erkleart (Verschiebungsgraph in section E))
Daher konkret:
> Ich sehe den Vorteil in dieser Art der Relaisoptik, dass die gesamte Einheit unabhängig von der Öffnungszahl der Teleskope eingesetzt werden kann. Bei der PST-Hilfsoptikmachart bräuchte man theoretisch für jede Öffnungszahl einen spezifischen Linsensatz.
Das ist leider hier auch so - es gibt (leider!) keinen Weg ein kleines Etalon ohne Einbussen fuer grosse Oeffnungen zu benutzen.
> Für die Verwendung am Newton entstünde der Vorteil, den Fokus in den Tubus legen zu können, will sagen, eine kleine Obstruktion durch kleinen Fangspiegel wäre machbar. Das wäre dann ein spezifischer H-Alpha-Newton. Wobei, bis 150mm kosten die ja kaum was. Da dürfte man sich ein zusätzliches Spezialinstrument gönnen dürfen.
Das stimmt - man kann den Fokus erreichen. Ein Sonnennewton hat aber natuerlich auch noch andere Probleme.
>Ja. Wobei ich mangels Erfahrung im Sinne einer Wahrnehmungswirkung das noch nicht einschätzen kann. Am PST habe jedenfalls den Sweetspot noch nicht gefunden :-(
Weil der per Design kleiner als der Sonnendurchmesser gehalten wurde. Haengt aber auch vom Gerate ab - ich kann am Rand meines PST Gesichtsfeldes keine Protuberanzen mehr sehen.
> Was ist der Ursprung dieser Empfehlung?
Siehe oben - lass mich wissen falls Du noch Fragen hast.
> Innerhalb dieser Relaisoptik sind die Strahlenbündel parallel, allerdings ist der Feldwinkel ausgeprägter, es kommt zu Vignette im Feld. Die beiden Optiken O3 und O3‘ sollten der Vignette wegen so dicht wie möglich ans Etalon. Und der Strahlengang daher größer gerechnet sein, als der freie Durchmesser des Etalon, um Reserven zu haben.
Wichtiger Punkt: Je nach Lage der Bild der Eintrittspupille (also dort, wo die Lyotblende waere) relativ zum Etalon gibt es zwei Effekte: Den (Feld-)Vignetierungseffekt
(je weiter das Etalon von Pupille entfernt ist, desto mehr), aber auch eine Abblendung der Oeffnung selbst. Ist das Etalon and der Stelle des Pupillenbildes, blendet es nur die Oeffnung ab - genau wie die Lyotblende.
So, langer Text - ich hoffe es war nicht zu verwirrend ...
Ich will auch niemend entmutigen, aber es gibt tatsaechlich einige Details zu beachten, wenn man so etwas bauen will.
Wenn Du wirklich so einen Protuberanzenasatz bauen willst, dann wurede ich erst einmal ein Design ohne Etalon vorschlagen, da das wesentlich einfacher ist. Oder, als Alternative, einen gebrauchten Lille-Ansatz finden, es sei denn Du bastelst gerne .... denn fuer mich ist z.B. gerade das Kegeldrehen immer das Gegenteil von Lieblingsbeschaeftigung.
Klaus