Dobson 12" mit GoTo: Orion vs. Skywatcher

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Addie

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Hallo zusammen,

nach über 10 Jahren Pause beschäftige ich mich gerade - da der Himmel in den letzten Tagen hier in der Eifel grandios war :-) - wieder einmal mit dem Thema Astronomie. Ich habe ganz früher mal einen 114er-Refraktor mit Montierung gehabt, wollte aber immer schon einen Dobson mit viel Öffnung haben. Und ich geb zu, ich bin zu faul zum Suchen bzw. WENN ich denn mal zum Beobachten komme, dann möchte ich die Zeit möglichst optimal nutzen können. Ich MUSS ja nicht GoTo machen, aber die Möglichkeit hätte ich gerne.

Ich hab da zwei Dinge im Auge:


- Das Orion SkyQuest für rund 1.200 €, biespielsweise hier

- Das Skywatcher Skyliner für rund 1.750 €, beispielsweise hier

Das Orion ist schon was älter, gab's glaube ich vor 10 Jahren auch schon. Was ich so gehört habe, waren die Leute ganz zufrieden mit dem Preis-Leistungsverhältnis.

Das Skywatcher kenne ich noch gar nicht.

Was meint ihr, lohnt sich der Preisunterschied?

Vergleich: das Skywatcher ist etwas transportabler. Ich habe einen Kombi und bei 1,92 m recht kräftig, daher ist mir das nicht ganz so wichtig. Skywatcher hat 42.000 Objekte an Bord, aber ich denke, die 12.000 des Orion werde ich in meinem Leben auch nicht mehr abarbeiten können. :-) Sind die Funktionsweisen der GoTo's vielleicht deutlich unterschiedlich? Persönlich habe ich da noch keine Erfahrung mit, bei beiden liest sich das recht einfach.

Spiegelqualität/-glas: beim Orion steht "Hauptspiegel parabolisch - Low Expansion Pyrex", beim Skywatcher nur "beugungsbegrenzte Optik", ich gehe mal davon aus, dass das "nur" BK7 ist. Das spricht für den Orion, oder?

Was die feine Nachführung angeht, kann ich keine Hinweise finden, der für einen der beiden spricht. Vielleicht hat da jemand Erfahrung.

Meine Tendenz ist daher: den Orion mit LE-Pyrex für weniger Geld nehmen, weniger Objekte und mehr Gewicht in Kauf nehmen, dafür mehr Geld in bessere Okulare oder Zubehör stecken.

Was meint ihr?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
...hab jetzt erst gerafft, dass das Orion keine Motoren hat, das Skywatcher aber schon... sorry, hab nicht weit genug nach unten gescrollt...

Aber wie gesagt, das Orion hat Pyrex, das Skywatcher nicht, richtig? Das fände ich bei 12" natürlich schon ganz gut.
 
Hallo Addie,

sagen wir mal so, wenn Du ohnehin gerne Dosbson schubsen willst, dann reicht doch die Orion-Lösung mit den digitalen Teilkreisen, die Dir sagt, wohin Du schubsen sollst völlig aus. Ob Pyrex oder BK7, tja nun, darüber habe ich mir noch nie viele Gedanken gemacht, ich hatte bisher immer mehr Wert darauf gelegt, die Spiegel temperaturmäßig so zu lagern, wie sie in etwa zum Einsatz kommen sollen, also im kühlen Keller.
 
Ich habe den betreffenden Skywatcher und kann ihn empfehlen. Das Goto ist eine große Hilfe, sowohl beim Aufsuchen als auch beim Beobachten. Der Orion ist in dieser Hinsicht nichts halbes und nichts ganzes, der Preisunterschied hat schon seinen gerechtfertigten Grund. Über das Spiegelmaterial brauchst du dir keine Sorgen machen, mein Spiegel zumindest ist excellent, verblüfft mich immer wieder.
 
Danke schon mal für die ersten Antworten.

@Tom: ähm, das heißt dann, dass das IntelliScope und der Skywatcher vom selben Hersteller sind??

@Coltrane: Prima, dass der Spiegel gut zu sein scheint, aber weiß man denn trotzdem, was der Skywatcher Skyliner für ein Spiegelmaterial hat?? Würde mich dennoch interessieren.
Wie kommst du mit dem GoTo klar und wie lange halten die Akkus bei Dir? Gerade bei kalten Nächten befürchte ich, dass deren Leistung in die Knie gehen. Aber vielleicht ist das Quark.


Mal genrell ne evtl. dumme Frage: bei den geschlossenen Dobsons ist ja ein Lüfter unter dem Hauptspiegel sozusagen Pflicht, um das Tubusseeing besser in den Griff zu bekommen. Selbst mit Pyrex ist das wohl weeesentlich besser. Fällt das Problem bei den Gitterrohr-Dobsons weg und damit die Lüfter auch?

Ich schiele auch ein wenig auf die Galaxy Dobsons von ICS, die gibt es mit BK7 und Pyrex und sind von vornherein mit Lüfter ausgestatett (weiß nicht, ob sich die 500 € Aufpreis für den Pyrex lohnen, aber das ist ein anderes Thema, da würde ich das Geld lieber ins Tuning stecken).
 
Ach so, lagern könnte ich das Teil übrigens in der Garage, da ist man näher an der Umgebungstemperatur dran...
 
Nochmal @Coltrane: wie stelle ich mir das GoTo mit Nachführung vor - ist es so, dass du das Objekt im Okular hast und es dann durch die Nachführung tatsächlich immer genau auf dem Punkt bleibt und du völlig entspannt ohne Nachschubsen beobachten kannst? Auch bei höchster Vergrößerung?
 
Erstmal, einen Akku habe ich garnicht. Ich stecke das Teleskop einfach an die Steckdose und wenn ich unterwegs bin an den Zigarettenanzünder im Auto. Die entsprechenden Kabel/Verlängerungen habe ich mir selbst zusammengekauft. Das Gerät braucht nur sehr wenig Strom, also keine Angst deswegen.

Nach dem Einschalten muß man ein paar Daten wie Längen- und Breitengrad des Standortes, Datum, Uhrzeit usw. eingeben, ersteres wird sogar dauerhaft gespeichert. Danach folgt das Alignment. Man fährt nacheinander 2 Sterne an, stellt sie mittig im Okular und drückt auf OK. Dann weiß das Teleskop (sollte möglichst waagerecht stehen) wo es gerade hinzielt und du kannst dir jedes verfügbare Objekt aussuchen und es wird automatisch angefahren. Die Genauigkeit ist nicht 100%ig, so mit plusminus einem halben Grad muß man rechnen. Danach einfach mit den Pfeiltasten mittig stellen, dann bleibt das Objekt nahezu bewegungslos stehen und kann lange beobachtet werden ohne dass man was machen muß.

Größere Schwenks sollte man grob per Hand durchführen, da das Goto dafür sonst zu lange braucht. Das gute ist dass das Alignment dadurch nicht verloren geht. Ich ziehe das Teleskop immer ungefähr in die Nähe des nächsten Objekts, dann tippe ich dessen Nummer ein und das Goto macht den Rest. Währendessen kann man schon mal das Okular wechseln oder sonst was. Ist wirlich super das ganze, was ich damit schon für Objekte gesehen habe die normal kein Mensch suchen würde. Manchmal tippe ich einfach irgendeine Nummer ein und sehe was dabei rauskommt. Sogar Helligkeit und Größe kann man sich anzeigen lassen.

Der Orion zeigt dir so wie ich das sehe nur den Weg an wo du hinschubsen mußt und das wars. Es gibt da kein automatisches Goto und auch keine Nachführung. Im Grunde ist das nur ein normaler Dobson mit eingebauter Karte wenn man so will.
 
Hallo,

bei Orion gibt's beim Intelliscope keine Motoren - aber bei dem xx12g schon! Google mal... sollen übrigens keine Synta sein, wie oft behauptet...

CS, Maiko
 
Okay, das klingt wirklich nach einem recht entspannten Finden und Beobachten. Sowas später mal nachrüsten - überlege halt zum Einstieg mit einem normalen Dobson erstmal einzusteigen, weil es günstiger ist - ist vermutlich nicht ganz einfach und billig.

Digitale Teilkreise hab ich mal angelesen, okay, kostet ja auch schon, aber mit automatischer Nachführung...?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

also ich finde die einfache Version mit den digitalen Teilkreisen nun nicht so schlecht, wie es hier im Thread hin und wieder dargestellt wird. Es ist halt eine andere Art Aufsuchhilfe, das Dobsonfeeling bleibt voll und ganz erhalten und wenn man gar nicht mehr weiter kommt, zeigt einem ein Gerät, wo man hin schubsen muss.
Aber, das ist Geschmackssache, da ist weder das eine noch das andere richtig oder falsch.

Zu meinem Leidwesen muss ich zugeben, dass ich diese Encoder nebst Modul nun schon zwei Jahre im Keller liegen habe und mich die Faulheit einfach noch nicht losgelassen hat, die Dinger anzubauen:
http://www.hilmar-heininger.de/bdsc/
Funktioniert auch mit einem Tablet, auf dem Trockendock habe ich es schon zusammen mit Sky Safari getestet.


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ja, die Dinger hab ich entdeckt, sieht eigentlich ganz gut machbar aus.

Nachführung kann man soweit ich weiß auch später noch nachrüsten, ich kann mich erinnern, dass es vor Jahren diesen DobDrive II oder so ähnlich gab, aber ich habe mich damit nicht mehr beschäftigt, vielleicht gibt es auch mittlerweile etwas besseres. Nur die Schrittmotoren sind glaube ich teuer, da ist Skywatcher mit inkl. allem an Bord natürlich verhältnismäßig günstig, wenn ich mich nicht vertu.

 
...bzw. bei Dieter Martini gerade mal für 267 €, also das ist wirklich nachrüstbar! Das wäre mir wichtiger als das GoTo. Mehr Zeit für das Objekt im Okular, das ist mir eigentlich das wichtigste.

Hm....ich würde für den Anfang glaube ich lieber nochmal den Himmel besser kennenlernen (Sternkarte und Atlas habe ich) und denke, das geht mit dem klassichen Dobson und Schubsen am besten.

Hach, geht euch das auch so, das man mehrfach hin- und herspringt in seinen Überlegungen? Jetzt tendiere ich wieder etwas mehr zum einfachen Dob (ICS Galaxy D12 für 959 €) und dafür mehr Geld in Zubehör und gute Okulare. ...
 
du könntest dir auch noch Gedanken machen, ob du nicht gleich in einen Reisedobson investierst. Wiegt wenig, wenn gut gebaut auch stabil, handlich, kann auch in den Urlaub mit. ne eq plattform geht auch drunter.

CS, Maiko
 
Hallöchen,

ich möchte das Thema noch einmal kurz wiederbeleben und mal kurz auf das Thema Pyrex eingehen:

Pyrex wird nicht mehr hergestellt. Wenn noch Pyrex vertrieben wird, dann sind das Restbestände. Mittlerweile gibt es aber aber gute Alternativen (z.B. Schott-Glas).

Aber ob man nun Pyrex oder BK7 nimmt, ist eigentlich relativ egal. Den Unterschied merkt man nur in der Auskühlungszeit. Pyrex verzieht sich etwas weniger als BK7, somit sinkt die Auskühlzeit etwas. Wo man sonst halt das Teleskop eine Stunde vorher rausstellen sollte, braucht man bei Pyrex halt nur etwa eine halbe Stunde.
ABER: Es geht ja nicht nur darum, dass der Spiegel selbst "bereit" ist, auch die Luft über dem Spiegel sollte Umgebungstemperatur haben. Und da hilft Pyrex auch nichts. Da helfen eigentlich nur Lüfter, deren Luftstrom die warme Luft vor dem Spiegel wegbläst. Das machen Lüfter hinter dem Spiegel aber meiner Meinung nach auch nicht.

Auf jeden Fall ist bei Pyrex die Spiegeloberfläche nicht glatter oder genauer als bei BK7, wenn der Spiegel erst einmal die richtige Temperatur hat. Es kommt hier eher auf die Beschichtung an, sprich was als reflektierendes Material genommen wird und welche Schutzschicht aufgedampft wurde. Aber da wird es bei Pyrex nicht anders aussehen als bei BK7. - Bei den ICS Deluxe Galaxy Dobsons bekommt man allerdings noch das Messprotokoll mit dazu. Man kann hier also davon ausgehen, dass die Abbildung (zumindest beim Messen) etwas besser sein könnte, als die normalen BK7-Galaxy-Dobsons. Ob man das nun aber visuell sieht, ist wieder eine andere Schiene.

Aber ich muss gestehen, ich bin mit meinem 10" Galaxy Dobson zufrieden. Man sollte nur darauf achten, dass man nicht die Standard-Version der Rocker-Box behält, sondern sich die Extra-Teflon-Gleitlager inkl. dem Ebony-Star für die Azimut-Achse mitbestellt. Dann flutscht das alles noch etwas besser.
 
Hallo Addie,

mir ging es damals genauso. Mittlerweile fotografiere ich zwar eigentlich noch aber ich kann mich noch gut an meine damaligen Überlegungen erinnern. Das wichtigst was hier eigentlich immer genannt wird ist einmal praktische Erfahrung Sammlung.

Gibt es bei dir Vereine oder weitere begeisterte die bereits einen Dobson besitzen. Dann trefft euch doch einfach mal und guck durch und lass dir vor Ort die Vor- und Nachteile erklären.

Jedes Scope hat irgendwie immer seine Daseinsberechtigung.

Wenn du das Geld hast finde ich nen 10 Zöller und gar wie von dir angestrebt nen 12er sehr empfehlenswert. Darunter würde ich visuell nicht mehr einsteigen wollen.

Aber ein wichtiger Punkt wurde von dir selbst bereits angesprochen. Vergiss nicht die Zusatzkosten. Gute Okulare und ich würde visuell immer lieber zu den besseren = teureren tendieren kosten auch ne "Stange" Geld.

Das sollte unbedingt in deine Überlegung mit einfließen. Ich persönlich bin freund von Gitterrohr Dobson. Die Größe ist dann bei nem 12'' Dobson nämlich schon beachtlich.

Ich wünsch dir jedenfalls viel Freude. Wenn du interesse hat lässt dich das Hobby auch nicht mehr los.

Viel Spass


 
Hallo David,
Zitat von Hellstorm:
Hallöchen,
...ich möchte das Thema noch einmal kurz wiederbeleben...
... auch die Luft über dem Spiegel sollte Umgebungstemperatur haben. Da helfen eigentlich nur Lüfter, deren Luftstrom die warme Luft vor dem Spiegel wegbläst. Das machen Lüfter hinter dem Spiegel aber meiner Meinung nach auch nicht.
das ist so nicht richtig. Lüfter, welche saugend ( natürlich rundherum abgedichtet) hinter der Spiegelzelle befestigt sind erledigen das sehr gut.
Natürlich ist auf ausreichenden Abstand zwischen Spiegelrückseite und Lüfter sowie Spiegelrand und Tubus zu achten, damit sich die Sogwirkung auch gleichmäßig entfalten kann.
Habe bei meinem 10" Volltubus einen 92 mm Lüfter, drehzahlgeregelt, so eingebaut:
 

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Hallo Werner,

das ist natürlich wieder was anderes. Ich kenne auch Spechtler, die seitlich auf Höhe des HS ein Loch ausgeschnitten haben und dort einen Lüfter anbrachten. DA sieht es DANN natürlich anders aus. Aber die Standardausführung wie z.B. bei den Galaxy Dobsons dient halt leider nur der Auskühlung des HS.
 
Hallo Addie,

ich kann zu dem Vergleich an sich nichts sagen, nur eine kurze Rückmeldung zu dem Skywatcher 12" Goto geben:

Habe das Gerät nun seit 11/2013 und bin nach wie vor begeistert. Ich beobachte hauptsächlich in meinem Garten und der Aufbau (inkl. allem Krimskrams sowie "Streulichtschutzwänden" geht in unter 15 Minuten).

Ich habe gut 2 Jahre mit einem 114er Newton ohne Goto etc. beobachtet und würde nun weder das GoTo noch im Besonderen die Nachführung wieder hergeben wollen. Starhopping ist anfangs nett und meiner Meinung nach sehr sinnvoll, man lernt enorm schnell und viel über den Himmel, aber ich persönlich bin ein Beobachter und kein Sucher. :-). Und die Nachführung ist einfach unschlagbar, da man gemütlich auf einem Stuhl sitzend wirklich lange und ausgiebig beobachten kann, ohne den Dobson immer wieder nachschubsen zu müssen. Alles in Allem unterstreiche ich Coltranes Post.

Bezüglich Zubehör: Viele haben beim "Start" nicht alles bzw. in optimaler bzw. maximaler Qualität zur Hand. Erst einmal mit vorhandenem Equipment beobachten, dann merkt man was einem fehlt und wohin die Reise gehen soll. Am Besten ist jedoch: Falls du ein konkretes Okular im Sinn hast:

Probier es an deinem eigenen Gerät erst aus, bevor du zuschlägst! Aufgrund einer nahezu unendlichen Anzahl an Kombinationen Okular/Teleskop ist dies meiner Meinung nach die beste Möglichkeit, das zu bekommen was man will.

Gruß

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