Hallo Tommy, Tassilo
Wenn Dich die 0,013 Strehlpunkte zum Glück noch jucken, mach in Dir in 100mm. Polystrehl 0,997.
"was hilft es wenn dann 3 der 5 Farben in einem Teil des Spektrums liegen den das Auge nicht sehen kann?" - Ganz viel. Dann ist nämlich die Farbfehler-Kurve so flach, daß wir etwas haben, was zu meiner großen Verwunderung noch niemand beworben hat - obwohl es den Begriff seit dem Standardwerk "Synthese optischer Systeme" gibt - ein Polychromat.....
hier wäre mal praxisrelevant zu betrachten was denn überhaupt unter „vereint“ zu verstehen ist.
Ist es tatsächlich nur exakte die Vereinigung in einem Punkt was ja praktisch eine unendlich kleine Schnittweitendifferenz bedeutet oder gibt es da einen praxisrelevanten Toleranzbereich?
Ja natürlich gibt es den.
Zur Beurteilung des Farblängsfehlers ist es erforderlich das Verhältnis von Schnittweitendifferenz zur Wellenoptischen Schärfentiefe zu bilden.
So einem Verhältnis kann auch direkt ein vom Farblängsfehler also dem Defokus der jeweiligen Wellenlänge verursachter Wellenfrontfehler also auch ein Strehl zugeordnet werden.
Beträgt das Verhältnis 1 ist also die Schnittweitendifferenz genau so groß wie die Wellenoptische Schärfentiefe dann drückt dieser Defokus den Strehl auf die Beugungsgrenze.
Es sind Strehl 0,808 um genau zu sein.
Das ist schon noch ein praxisrelevanter Wert so das man hier sicherlich noch nicht von einer Vereinigung sprechen kann.
Aber was ist denn zb. bei
Schnittweitendifferenz / Wellenoptische Schärfentiefe = 0,1
Also einer 10 mal kleineren Schnittweitendifferenz?
Dann liegt der Wellenfrontfehler wegen Defokus bei RMS 1/138 Lambda :smiley60: was Strehl 0,998 entspricht.
Spätestens hier ist der Farblängsfehler also so extrem klein das man ihn als praktisch nicht existent betrachten kann.
Mit anderen Worten alle Wellenlängen für die gilt
Schnittweitendifferenz / Wellenoptische Schärfentiefe = oder < 0,1
können als praktisch vereinigt betrachtet werden.
Für mein eingangs gezeigtes Beispiel ist das für das Spektrum von 417nm bis 794nm der Fall :smiley60:
(Wellenoptische Schärfentiefe ist auf 546nm bezogen)
Für diesen doch wirklich sehr sehr weiten Spektralbereich können also bei oben vorgestelltem Doublet alle Wellenlängen als praktisch vereinigt betrachtet werden.
Mit anderen Worten dieses Doublet vereinig nicht 2 nicht 3 nicht 5 nein es vereinigt im genannten Spektralbereich praktisch eine unendliche Anzahl von Farben

um mal mit der Mentalität einer schlechten Verkaufs Sendung zu sprechen.
Diese zugegeben etwas überzogene Werbung verdeutlicht aber das ein zählen der vereinigten Farben zur Beurteilung der Farbkorrektur völlig ungeeignet ist wenn schon ein Doublet in einem definierten Spektralbereich unendlich viele Farben praktisch vereinigen kann.
Es wäre nach der von Coyote genannten Klassifizierung also ein super duper ultra hyper Polychromat denn unendlich ist ja bekanntlich ganz schwer zu toppen.
Grüße Gerd