Rein technisch ist das kein Problem – die Teleskope haben Anschlussgewinde, und falls gewünscht, kann eine normale Clicklock-Okularklemme am Teleskop oder unserem
IMP (Instrument Multi Port) angebracht werden.
Aber: Einerseits ist das gar nicht so leicht, da viele Großtelekope nur wenige Zentimeter Verstellweg am Okularauszug haben, es müssen also gleich die nötigen Verlängerungshülsen angeschafft werden, um mit allen Instrumenten/Kameras ebenso wie mit Okularen überhaupt in den Fokus zu kommen.
Und viel wichtiger: Ein Produktivgerät wird für einen bestimmten Zweck angeschafft. Das heißt, es wird einmal eingerichtet, und danach vermeidet man es, die Geräte abzubauen oder ihre Lage zu verändern, damit die Ergebnisse über lange Zeit konstant bleiben. Wenn sie für ein Projekt wie Weltraumüberwachung eingesetzt werden, werden sie auch in jeder klaren Nacht zum Datensammeln genutzt – und ausschließlich für diesen Zweck. Wenn sie für Forschung oder Lehre genutzt werden und nicht fest in ein Projekt eingebunden sind, ist es üblich, gut begründete Anträge an die Verwalter zu schreiben, um Bebachtungszeit zu beantragen und mit etwas Glück bewilligt zu kriegen.
Man müsste also erstens einen Besitzer finden, der das Gerät auch anderen zugänglich macht und es nicht ggf. sogar vollständig remote im Dauereinsatz hat, und ihn andererseits auch davon überzeugen, dass der eigene Beobachtungswunsch wichtiger ist als die anderen Einsätze. Und dass er ggf. einen Techniker kommen lässt, der das Teleskop für visuell umbaut und in der Zeit davor und danach aufpasst, dass nicht passiert (und z.B. keiner von der Leiter fällt oder auch nur versehentlich etwas kaputt macht), und der einem glaubt, dass 80 Euro zu viel wären für den Aufwand, den Techniker zu bezahlen und den Beobachtungsantrag zu beurteilen.
So ein professioneller Aufbau (mit kleineren Teleskopen) sieht zum Beispiel so aus wie am IAC-ATLAS:
Baader Observatory Map
Die letzten beiden 1m-Teleskope haben wir z.B. bei der Bundeswehr installiert:
Baader Observatory Map – da würde es schon schwer, als Privatmensch überhaupt auf das Gelände zu kommen.
Um einen Eindruck in die Preise zu geben: In Chile betreibt Baader Observatory Solutions eine
Remote-Sternwarte mit einem 1m-Teleskop und vier vorinstallierten Kamerasystemen, die bislang ausgebucht war, und nun, da allmählich Beobachtungszeit frei wird, auch Amateuren angeboten werden kann. Bislang ist es durch Industrie und Forschung ausgebucht. Mehr Informationen auch zum Preis gibt es auf dieser Seite:
https://baader-os.com/#!/rent – aber die Preise sind
deutlich über den gewünschten 80 Euro; der Betrieb einer professionellen Sternwarte kostet Geld. Daher beträgt die Mindestmietdauer drei Nächte, und die Kunden sind auch nicht vor Ort, sondern erhalten Fernzugriff auf das Gerät und werten die Daten zuhause aus.