Re: Vorlaeufiges Ergebnis
Hallo Holger und allerseits,
bei der maximal möglichen Darstellung der Referenzstrecke auf meinem Monitor von 12 cm habe ich aus dieser Distanz, wie auch von anderen hier schon berichtet, Probleme beim Akkomodieren. Gewöhnlich benutze ich keine Brille. Wenn ich trotzdem das Muster mit der subjektiv geringsten Verzeichnung auswählen soll, so fällt meine Wahl auf "A", bei allen andern sehe ich eine zunehmend starke kissenförmige Verzeichnung. Allerdings fällt die Wahrnehmung des Verzeichnungsgrades aus der kurzen Entfernung erheblich abgemildert aus.
Ich habe aber ein grundsätzliches Verständnisproblem mit der von Dir angegebenen "Abbildungsgleichung":
tan (k a) = m tan (k A)
wobei entsprechd Deiner Definition
A = wahrer Winkel am Himmel
a = scheinbarer Winkel im Okular
m = Vergrößerungsfaktor
sind und "k" die Verzeichnung klassifizieren soll entsprechend folgender Liste:
k = 1 (Tangentenbedingung)
.
.
k = 0 (Winkelbedingung)
Den Fall "k = 1" (Tangentenbedingung) kann ich nachvollziehen. Das entspricht dem bekannten orthoskopischen Abbildungsgesetz:
tan a = m tan A
Aber was soll "k = 0" bedeuten? Deine Abbildungsgleichung reduziert sich dann zu "0 = 0", was zwar nicht falsch ist, aber auch keinen besonderen Nährwert darstellt.
Die korrekte Formulierung der winkeltreuen Abbildung lautet aber
a = m A
Wenn Du willst, kannst Du formal auf beiden Seiten der Gleichung noch den Tangens bilden, was dann folgendes ergibt:
tan a = tan (m A)
Wenn das Argument "m A" der Tangensfunktion hinreichen klein ist, kann man näherungsweise
tan (m A) ~ m A
setzen, wobei man den Winkel "m A" im Bogenmaß (also in Radian) angeben muss. Dann vereinfacht sich das ganze zu
tan a = tan (m A) ~ m A ~ m tan A
Das ergibt (mit k = 1) also wieder die Tangensbedingung für die orthonormale Abbildung. Das ist auch nicht weiter überraschend, denn im Grenzfall kleiner Winkel gehen orthosopische und winkeltreue Abbildungen ineinander über.
Was mich an Deiner Abbildungsgleichung jedoch stört, ist der simple Umstand, dass sie die wohlbekannte Formel für die winkeltreue Abbildung (a = m A) nicht reproduziert, jedenfalls nicht für den allgemeinen Fall großer Winkel.
Also irgendwas stimmt mit Deiner Abbildungsgleichung nicht ...
Mit freundlichen Grüßen,
Peter