Ein Experiment zum Mitmachen!

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holger_merlitz

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Hallo Gemeinde,

Zur Untersuchung des Globuseffekts bei Fernglaesern und Fernrohren moechte ich ein kleines Experiment durchfuehren. Dazu brauche ich Testpersonen mit Erfahrung hinter dem Okular, insbesondere in Bezug auf indirektes Sehen!

Die Anleitung befindet sich hier:

http://www.holgermerlitz.de/globe/helmholtz.html

Wer mitmachen will: Vielen Dank im Voraus!

Ich werde die Antworten, die ich per Email erhalte, statistisch auswerten und die Ergebnisse spaeter mitteilen!

Viele Gruesse,
Holger
 
Hallo Holger,
gib mal einen zeitlichen Rahmen vor, da ich z.Zt. eben keine solche habe.
Das Ergebnis und die Auswertung interessieren mich sehr!
 
Hallo Kay,

ich werde mal bis Anfang naechster Woche Daten sammeln, und dann entscheiden, ob ich noch weiter warte oder schon auswerte.

Viel Spass beim Experiment!
Holger
 
Hallo Holger,

ich komme mit dem Abstand nicht klar; die Linie ist bei mir nur 11 cm lang in der großen Version, da kann ich nicht mehr Akkomodieren. Ist das so richtig?

Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

dann ist Dein Monitor ziemlich klein? Oder hat Dein Monitor eine Super-Aufloesung (das grosse Bild hat 1575x1575 Pixel)? Auf meinem normal grossen Monitor ist der Balken mehr als 15cm lang, also kein Problem. Eine Alternative waere: Auf 2 Din A4 Blaettern ausdrucken und zusammenkleben, das gibt einen bequemen Beobachtungsabstand.

Fuer den Versuch muss das Bild uebrigens in der Mitte nicht unbedingt scharf gesehen werden. Es geht ja um die Beobachtung der Konturen im Randbereich beim indirekten Sehen.

Viel Spass!
Holger

 
Ich habe mitgemacht. Der Streifen war bei meinem Monitor so um die 30 cm lang, das Bild war oben und unten etwas beschnitten (was nichts ausmacht). Es ist für die Einschätzung dieser Verzeichnung nicht wichtig, alles völlig scharf zu sehen - in den für die Einschätzung wichtigen Randbereichen geht dies sowieso nicht.
 
Hallo Holger,

gern habe ich an dem Test zur Geometrie des Sehraumes teilgenommen. Ich sage allerdings nicht auf welches der Gitter meine Wahl fiel, damit mir nicht meine Ferngläser weggenommen werden *zwinker*

Grüße und sternklare Nächte, Micha
 
Vorlaeufiges Ergebnis

Hallo Gemeinde,

24 Leute haben bisher bei dem Experiment mitgemacht, herzlichen Dank fuer den Aufwand! Es ist Zeit fuer ein vorlaeufiges Ergebnis, das ich auf derselben Seite diskutiere:

http://www.holgermerlitz.de/globe/helmholtz.html

Wer also Schachbrett C gewaehlt hat, der lag "richtig", d.h. es handelt sich um Helmholtz's Vorschlag. Es scheint aber, dass die Mehrheit der Probanden ein Schachbrett mit etwas geringerer Verzeichnung als regelmaessig empfinden. Das bedeutet nicht, dass diese Leute falsch beobachtet haben. Stattdessen hatte Helmholtz sein Schachbrett aus rein geometrisch-optischen Gesichtspunkten heraus konstruiert, und dabei wohl einige Besonderheiten des Wahrnehmungssystems ausser Acht gelassen. Dieser Test liefert daher sehr nuetzliche empirische Werte ueber die subjektive Wahrnehmung von Bildern hinter dem Okular. Das Resultat koennte auch dazu dienen, die Rechnung der Okulare derart zu optimieren, dass ein durchschnittlicher Beobachter eine moeglichst geringe Verzeichnung in Kauf zu nehmen hat.

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Vorlaeufiges Ergebnis

Hallo Holger und allerseits,

bei der maximal möglichen Darstellung der Referenzstrecke auf meinem Monitor von 12 cm habe ich aus dieser Distanz, wie auch von anderen hier schon berichtet, Probleme beim Akkomodieren. Gewöhnlich benutze ich keine Brille. Wenn ich trotzdem das Muster mit der subjektiv geringsten Verzeichnung auswählen soll, so fällt meine Wahl auf "A", bei allen andern sehe ich eine zunehmend starke kissenförmige Verzeichnung. Allerdings fällt die Wahrnehmung des Verzeichnungsgrades aus der kurzen Entfernung erheblich abgemildert aus.

Ich habe aber ein grundsätzliches Verständnisproblem mit der von Dir angegebenen "Abbildungsgleichung":

tan (k a) = m tan (k A)

wobei entsprechd Deiner Definition

A = wahrer Winkel am Himmel
a = scheinbarer Winkel im Okular
m = Vergrößerungsfaktor

sind und "k" die Verzeichnung klassifizieren soll entsprechend folgender Liste:

k = 1 (Tangentenbedingung)
.
.
k = 0 (Winkelbedingung)

Den Fall "k = 1" (Tangentenbedingung) kann ich nachvollziehen. Das entspricht dem bekannten orthoskopischen Abbildungsgesetz:

tan a = m tan A

Aber was soll "k = 0" bedeuten? Deine Abbildungsgleichung reduziert sich dann zu "0 = 0", was zwar nicht falsch ist, aber auch keinen besonderen Nährwert darstellt.

Die korrekte Formulierung der winkeltreuen Abbildung lautet aber

a = m A

Wenn Du willst, kannst Du formal auf beiden Seiten der Gleichung noch den Tangens bilden, was dann folgendes ergibt:

tan a = tan (m A)

Wenn das Argument "m A" der Tangensfunktion hinreichen klein ist, kann man näherungsweise

tan (m A) ~ m A

setzen, wobei man den Winkel "m A" im Bogenmaß (also in Radian) angeben muss. Dann vereinfacht sich das ganze zu

tan a = tan (m A) ~ m A ~ m tan A

Das ergibt (mit k = 1) also wieder die Tangensbedingung für die orthonormale Abbildung. Das ist auch nicht weiter überraschend, denn im Grenzfall kleiner Winkel gehen orthosopische und winkeltreue Abbildungen ineinander über.

Was mich an Deiner Abbildungsgleichung jedoch stört, ist der simple Umstand, dass sie die wohlbekannte Formel für die winkeltreue Abbildung (a = m A) nicht reproduziert, jedenfalls nicht für den allgemeinen Fall großer Winkel.

Also irgendwas stimmt mit Deiner Abbildungsgleichung nicht ...

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Re: Vorlaeufiges Ergebnis

Hallo Peter,

fuer k->0 wird die Abbildungsgleichung, nachdem man den Tangens in erster Naeherung durch sein Argument ersetzt, zu

k*a = m*k*A

und man kuerzt das 'k' einfach weg :-)

Eine 12cm Referenzstrecke ist wohl zu kurz fuer den Test - jenseits von 15 cm wird es einfacher. Vielleicht hast Du mal Gelegenheit, den Test mit einem groesseren Monitor zu wiederholen.

Es stimmt: Wenn man nah an das Schachbrett herankommt, dann wird die kissenfoermige Verzeichnung geringer. Aus demselben Grund entdecken die meisten Beobachter bei dem unverzeichneten Brett eine tonnenfoermige Verzeichnung, wenn sie nah genug herankommen. Aber nicht jeder scheint diese tatsaechlich wahrzunehmen, da gibt es offenbar individuelle Unterschiede.

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Vorlaeufiges Ergebnis

Hallo Holger,

ich hätte, wie viele Andere auch, Brett 1 gewählt und wusste, dass 2 oder 3 richtiger gewesen wäre.
Mein Problem war zweitrangig der zu kleine Monitor und die fehlende Möglichkeit größer zu drucken.
Erstrangiges Problem war der Anblick beim Öffnen des Tests, also die dort deutlich sichtbaren Verzeichnungen. Ich konnte mich nicht dazu bringen, diese Information zu unterdrücken und die Bilder dann bei einäugiger Betrachtung objektiv zu sehen.
Für aussagekräftige Ergebniss scheint mir unabdingbar, dass die Versuchspersonen blind und ohne Vorkenntnis in die einäugige Betrachtung der Bilder einsteigen, also keine "(Vor)Erfahrung" in die Bewertung einbringen können.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Re: Vorlaeufiges Ergebnis

Hallo Guenther,

ja ich verstehe das Problem - das liesse sich hoechstens unter Laborbedingungen loesen. Und selbst hier taucht das Problem auf, dass der Proband sich auf die Mitte des Brettes konzentrieren muss - wenn er zur Seite schielt, dann tauchen die Kruemmungen der kissenfoermigen Verzeichnung wieder auf. Unter diesen Schwierigkeiten hatte auch das Experiment in Delft zu leiden, denn man konnte nicht verhindern, dass Probanden beim Test (unwillkuerlich) zur Seite schauten. Der Test liefert aber nur dann zuverlaessige Ergebnisse, wenn der Proband Erfahrung mit dem indirekten Sehen hat und diese auch konsequent umsetzt.

Man sollte den Test auch nicht zu ernst nehmen - es ist nur ein Versuch, und man muss halt mit der Auswertung sehr vorsichtig sein, um nicht die falschen Rueckschluesse zu ziehen. Im Zweifel wuerde ich eher meinem eigenen Auge trauen als dem Mittelwert aus zahllosen Versuchen, bei denen die Beobachtungserfahrungen einzelner Probanden zweifelhaft sind.

Viele Gruesse,
Holger
 
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