Hallo Max,
bei mir ist mechanisch alles sehr speziell abgestimmt, weil man ein Mittelformat-Objektiv nicht so einfach an das große FLI 7-fach Filterad adaptieren kann. Das passt erstmal gar nicht zusammen. Gottseidank hat mir mein begnadeter Astrofreund Kurt ein feinwerktechnisches Meisterwerk auf der hauseigenen Drehbank hergestellt.
Das passt wunderbar und ohne Verkippung, weil die Teile perfekt gearbeitet sind. Sowas kann man nicht kaufen. Meine anderen Teleskope müssen da ja auch noch dran adaptiert werden.
Kleiner Knackpunkt beim Fotoobjektiv ist der etwas labberige Bajonett-Mechanismus, der einfach etwas Verkippung zulässt. Da ich aber das Objektiv vorne nochmal mit einer Art Rohschelle abstütze, ist das auch kein Problem.
Bei OIII und SII werden die Sterne sowieso aus den Rohbildern rausgeschmissen, sodass die Bildecken - falls diese verkippt wären - nicht ins Gewicht fallen würden.
Die Sternabbildung ist bei f/4 in den Ecken nur noch so naja...mach aber nix.
Bei Ha kann ich mir f/4 nicht leisten, da muss alles passen.
Aufpassen muss man natürlich bei den RGB-Sternen. Da muss jeder Farbframe extrem exakt fokussiert werden. Es ist zwar ein Apo-Objektiv, aber in der Realität muss man deutlich nachfokussieren. Da bin ich dann sogar noch eine Blende runtergegangen. Sind ja nur 300 sec und Sterne sind dann trotzdem genügend drauf.
Bei den Sternen beachte ich bezüglich der Belichtungszeiten auch den Empfindlichkeitsverlauf des Chips. Grün kann ich dann 25% kürzer belichte, als rot und blau. In Summe passen die Sterne dann im RGB super zusammen, ohne dass es Farbhöfe gibt.
Guiding brauche ich bei 200mm mit der 10micron GM2000 keines, vorausgesetzt, alles ist perfekt eingenordet.
Wichtig ist mir auch die exakte Kalibrierung mit passenden Darks (nicht zu alte Darks nehmen), Flats und Dark-Flats.
Viele Grüße
Rolf