Ein Herz und eine Seele und ein Doppelter

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Hallo Ralf,

Du hast ja für die OIII und die SII Aufnahmen eine Blende von f/4 gewählt – ist dann bei so einem großen Chip das Verkippen des Sensors gegenüber der Optik nicht ein riesen Problem?

Bezüglich den zeitlichen Anteil der Aufnahme und der Bearbeitung: Bei mir so zwischen 15h und 40h Aufnahmezeit und anschließend ca. 3h EBV Zeit – sieht man meinen Bilder leider auch an.

Herzliche Grüße aus den Alpen
Max
 
Hallo Max,

bei mir ist mechanisch alles sehr speziell abgestimmt, weil man ein Mittelformat-Objektiv nicht so einfach an das große FLI 7-fach Filterad adaptieren kann. Das passt erstmal gar nicht zusammen. Gottseidank hat mir mein begnadeter Astrofreund Kurt ein feinwerktechnisches Meisterwerk auf der hauseigenen Drehbank hergestellt.
Das passt wunderbar und ohne Verkippung, weil die Teile perfekt gearbeitet sind. Sowas kann man nicht kaufen. Meine anderen Teleskope müssen da ja auch noch dran adaptiert werden.

Kleiner Knackpunkt beim Fotoobjektiv ist der etwas labberige Bajonett-Mechanismus, der einfach etwas Verkippung zulässt. Da ich aber das Objektiv vorne nochmal mit einer Art Rohschelle abstütze, ist das auch kein Problem.

Bei OIII und SII werden die Sterne sowieso aus den Rohbildern rausgeschmissen, sodass die Bildecken - falls diese verkippt wären - nicht ins Gewicht fallen würden.
Die Sternabbildung ist bei f/4 in den Ecken nur noch so naja...mach aber nix.
Bei Ha kann ich mir f/4 nicht leisten, da muss alles passen.

Aufpassen muss man natürlich bei den RGB-Sternen. Da muss jeder Farbframe extrem exakt fokussiert werden. Es ist zwar ein Apo-Objektiv, aber in der Realität muss man deutlich nachfokussieren. Da bin ich dann sogar noch eine Blende runtergegangen. Sind ja nur 300 sec und Sterne sind dann trotzdem genügend drauf.
Bei den Sternen beachte ich bezüglich der Belichtungszeiten auch den Empfindlichkeitsverlauf des Chips. Grün kann ich dann 25% kürzer belichte, als rot und blau. In Summe passen die Sterne dann im RGB super zusammen, ohne dass es Farbhöfe gibt.

Guiding brauche ich bei 200mm mit der 10micron GM2000 keines, vorausgesetzt, alles ist perfekt eingenordet.

Wichtig ist mir auch die exakte Kalibrierung mit passenden Darks (nicht zu alte Darks nehmen), Flats und Dark-Flats.

Viele Grüße
Rolf
 
Hallo Ralf,

vielen Dank für die Erklärungen. Für mich immer wieder interessant zu sehen wie viel Feinarbeit in die HW und vor allem in die anschließende Bildverarbeitung gesteckt wird.

Ich habe die letzten Jahre vor allem damit verbracht meine GSO RCs fototauglich zu machen. Nachdem die Tools zum Einstellen der RCs mittlerweile teuer waren als die RCs selbst, habe ich die RCs ausgemustert und auf andere Optiken umgestellt. Zum Schluss haben die Dinger eh recht gut funktioniert, aber ich wollte halt mehr. Wichtig: Ich möchte die GSO RCs auf keinen Fall schlechtreden. Die Leistung ist für diesen Preis ausgesprochen beachtlich. Auf jeden Fall habe ich sehr viel Erfahrungen sammeln können.

Herzliche Grüße aus Bergl
Max
 
Hallo Rolf,

WOW, das haut rein !
Hab ja schon länger nichts mehr von dir gesehen, aber verlernt hast du auf jeden Fall nichts !
Das Bild ist der Hammer, ein Tolles Motiv und so schön leuchtende Farben, ich bin echt begeistert !

LG
Rocky
 
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