Ein Leben ohne Bildstabilisator mag möglich sein, ist aber sinnlos

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portaball

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Ganz sicher ein etwas provozierender Titel, aber dennoch etwas, was ich seit dem Kauf meines Canon 15x50IS im Jahre 1998 weiss.
Damals habe ich mir gesagt, nie mehr ein Fernglas ohne Bildstabilisierung.

Allerdings war ich mir da auch sicher, dass dies erst der Anfang der Technologie ist und es nun Schlag auf Schlag gehen würde.
Das Seherlebnis und die Freiheit ohne Wackeln und ohne Stativ war für mich solch ein Zugewinn an Beobachtungsfreude - nicht nur bei Nacht - dass ich mir sicher war, alle Hersteller würden nun auf den Zug aufspringen und versuchen sich gegenseitig zu überbieten.

Weit gefehlt, denn heute, über 20 Jahre später ist das Angebot nur unwesentlich gewachsen, ganz speziell für den Astrobereich, da die Stabi Gläser eher für den Sport und Freizeitbereich konzipiert werden, und da will man wenig Gewicht und braucht wenig Öffnung.

Kurze Zeit nach dem 15x50 hatte ich mir auch noch das 10x42 gekauft, aber recht schnell wieder abgegeben.
Größe und Gewicht waren fast gleich, aber die Beobachtungen mit 15x sind doch wesentlich beeindruckender als mit 10x.

Mit der Zeit habe ich es aber immer mehr vermisst und es mir nun erneut gekauft, zusammen mit dem Zeiss 20x60 besitze ich nun also die 3 meiner Meinung nach interessantesten Stabil Gläser.

Wie es dazu kam, warum ich diesen Weg ging und wo die Unterschiede, Vorteile und Nachteile liegen und warum sich die 3 Gläser so gut ergänzen, erzähle ich euch gleich.
Zuerst mal Bilder und Fakten :-)

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Die Daten wie Austrittspupille, wahres Gesichtsfeld Eigengesichtsfeld Gewicht (selbst gewogen)
Canon 10x42 IS 4,2mm 6,5° 60° 1120g
Canon 15x50 IS 3,3mm 4,5° 60° 1200g
Zeiss 20x60 S 3,0mm 3,0° 60° 1650g

Wie viele wissen, habe ich ja lange Jahre auf mein ultimatives Beobachtungsinstrument in Form des APM 150 SD hingearbeitet.
Es ist nach wie vor mein Traumgerät und lässt keine Wünsche offen.
Der Plan war auch, dieses Instrument auch mobil einzusetzen, was generell auch möglich ist, aber der Aufwand ist so hoch, dass ich ihn scheue.
Deshalb habe ich gerade kürzlich entschieden es (fast) nur noch im heimischen Garten zu benutzen und habe dafür extra einen entsprechenden Beobachtungsplatz gebaut.

IMG_4418.jpeg


Der Landhimmel in meinem kleinen Dorf ist sehr gut, die Milchstrasse ist regelmäßig mit bloßem Auge sichtbar und da ich an einem Südhang wohne habe ich frei Sicht bis fast zum Horizont von Norwest bis Nordost.
Das ist sicherlich bei weitem nicht perfekt, speziell im Vergleich zu dem, was in den Alpen möglich ist, aber die Schmerzgrenze für etwas bessere Bedingungen das ganze Geraffels zu transportieren ist inzwischen sehr hoch.

Was also tun.
Der Erste Gedanke war natürlich ein kleineres 90° SD Bino mit 120 oder 100mm
Das bedeutet aber auch ein weiteres Stativ, einen weiteren Fluidhead, einen weiteren Satz Okulare (meine sind ja alle Parfokal und Gewichtsgleich auf 2" für das 150er umgebaut) und vor allem wären meine absoluten Lieblingsokulare, das 17mm Ethos und das 32mm Kasai nicht nutzbar.
Für viel Geld und immer noch viel Geschleppe hätte ich auch Angst bei jeder Beobachtung zu denken "wie toll wäre das jetzt mit dem 150er"

Es gibt tolle geradesichtige Gläser, das APM 25x100ED oder auch das Nikon 18x70 - ich hatte sie beide und kenne deshalb auch ihre Nachteile.

Ich bin ein sehr bequemer Mensch, ich bastle zwar viel und gerne an meiner Ausrüstung herum, aber primär um sie zu optimieren um mich dann beim Beobachten nicht mit unzulänglichen Dingen herumschlagen zu müssen.

Sehr viel Spass hat mir immer das Canon 15x50IS gemacht, das ich schon über 20 Jahre besitze, so lang wie kein anderes Instrument.
Natürlich ist men begrenzt, weil man nur eine begrenzte Öffnung hat und auch keine Okulare wechseln kann.
Dafür ist der ease of use im verstellbaren Liegestuhl unerreicht, und darum geht es mir halt auch.

Beim APM wechsle ich Okulare, um die Vergrößerung zu ändern, warum das nicht für Handferngläser weiter denken und zum Wechsel der Vergrößerung die Ferngläser wechseln?
Diese Gedanke ging mir im Kopf herum, als mir ein Sternfreund, der auch die Canon 10x42 und 15x50 besitzt von seinem Zeiss 20x60S vorgeschwärmt hat, das mir über die Jahre auch immer mal wieder die Sinne vernebelt hat, ich mich aber nie zum Kauf durchringen konnte.
Da es gerade ein günstiges Angebot gab habe ich zugeschlagen und bin von dem Glas auch völlig hin und weg.
Von da war es dann nur noch ein kleiner Schritt zum dritten Glas und den Vergrößerungen 10x 15x und 20x

Was sind nun die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der 3 Gläser.
Das Eigengesichtsfeld it mit 60° bei allen zum Glück gleich, und für mich als 100° Junkie akzeptabel :)
Auch der Stabilisator ist absolut vergleichbar, manchmal habe ich das Gefühl das Zeiss packt besser zu, manchmal denke ich die Canon sind stabiler.
Auf jeden Fall sind die Unterschiede nicht der Rede wert.
Die Beiden Canons sind fast gleich schwer und gleich groß
Das Zeiss ist länger, dafür schlanker und wiegt 500g mehr.
Es sieht schwerer aus als es ist und es fühlt sich auch leichter an als es ist.
Ich merke die 500g Gewichtsunterschied kaum auch weil es für mich bequemer zu halten ist als kurzen und dicken Canons.
Da ich diese Gläser fast immer mit aufgestützen Ellbogen nutze geben sie sich in der Handhabung nicht sehr viel.

Mit 10x und 6,5° lässt sich hervorragend in der Milchstrasse spazierengehen, das Bild ist durch die 4.2mm AP hell und knackig.
Der Mond ist aber etwas klein und die hellen Deppskyobjekte sind zwar zu sehen, bleiben aber (für mich) uninteressante smudges.

Das 15x50 packt da schon anders zu, der Himmel wird durch AP 3.3mm dunkler, das Feld durch 4.5° enger, aber der Mond macht nun deutlich mehr her.
Auch ein M13 und M31 deutliche Unterschiede, man erkennt wesentlich mehr.

Der Sprung mit dem Zeiss 20x50 ist nochmal genau so heftig, die Details bei den Mondkratern, speziell am Terminator sind jetzt schon richtig gut.
Durch AP3 wird es spürbar dunkler und mit 3° sucht es sich schon schwieriger.
Aber Deepsky Objekte zeigen jetzt richtig was sie drauf haben, man spürt auch deutlich, dass man nochmal 10mm mehr Öffnung hat.

Meine Erfahrungen und Vergleiche sind noch sehr jung, ich freue mich aber schon damit aus dunklen Ecken heraus zu beobachten.

Ich fühle mich endlich richtig angekommen und habe meinen Seelenfrieden gefunden.
Viele Erfahrungen muss man selbst machen, oft hilft ein Denkanstoß von einem anderen Sternfreund und man muss auch mal die eingetretenen Pfade verlassen und etwas unkonventionelles probieren.

Grüße Jochen
 
Uiiiii,... Dein Beobachtungsplatz hat irgendwas mystisches aus dem alten Griechenland oder Ägypten... o_O
Sieht klasse und ehwürdig aus; der richtige Platz, um solch ein Teleskop in Szene zu setzen!

Grüße, viel Spaß und Danke für Deinen Bericht!
Hartmut
 
Hallo Jochen, noch einmal ein toller und hilfreicher Beitrag zu meiner gestrigen Frage zu Canon Gläser..:y: danke vielmals, beste Grüße Olaf
 
Hi Jochen,

toll geschrieben und das was Du jetzt schreibst ist gut vorstell- und nachvollziehbar für mich.

Auch Dein Bild im anderen Thread als Du auf dem Liegestuhl liegst und beobachtest
- so kann ich mir erst jetzt so richtig vorstellen wie Du beobachtest.
Und mit teils aufgestützten Glas hat ein Stabilglas aus meiner Erfahrung heraus 10x42 und 18x50is Canon (habe ich ja) leichtes Spiel,
vorausgesetzt volle Akkus/Batterien (für mich kein Problem).

Von Deinem Ensemble besitze ich ja selber das 10x42 Canon und kann aus meiner Sicht nur sagen,
handgehalten in der Klasse 10 Fach gibt es für mich nichts besseres.

Ausprobiert hatte ich schon in obiger Klasse diverse Leica bis zum Noctovid und diverse Swarovski und Zeiss SF (bin selber Leica Fan).
Wenn auf Stativ montiert ist z B ein Swaro NL Pure für meine Augen noch einmal besser als das Canon 10x42is.
Man beachte aber auch die unterschiedlichen Kauf-Preise.

Aber meine Sehkraft hat in den letzten Monaten rapide nachgelassen, weshalb ein Engagement Astro sich nur noch auf etwas hier im Forum
gelegentlich schreiben und in der Literatur z B Astro-Bilder schauen für mich beschränkt, naja und schon mal durch ein Canon schauen.
Im Grenzbereich der Wahrnehmung aber mache ich keine Exkursionen mehr am Himmel, dass lohnt nicht mehr für mich.

VG. Michael
 
Toller Beitrag Jochen - Danke.

Diese Lösung kann ich sehr gut nachvollziehen – ich habe ja eben erst von meinen positiven Erfahrungen mit dem 10x42 berichtet. Diese Staffelung muss super viel Spaß machen; auch das Variieren von Gerät zu Gerät.

Das schöne an diesem Hobby ist, dass es kein Ankommen gibt und es auch gut so ist. Irgendwie habe ich das Gefühl , dass auch das nur ein vorrübergehender Seelenfrieden sein wird (im positiven Sinne ;-)

Jochen, es wäre wirklich ein großer Verlust für die „Gemeinde“ wenn du plötzlich aufhören würdest die Grenzen zu verschieben!

Viele Grüße
Alexis

PS: Und während ich das hier tippe, gibt’s Du mir Michael noch den letzten Stoß für meinen „Confirmation-Bias“, nicht länger zuzuwarten bei der Idee gerätetechnisch den nächsten Schritt zu machen. Die Sehkraft ist endlich..
 
Gut nachvollziehbar Jochen. Gewiss auch entspannend für jede Gelegenheit das passende Instrument griffbereit zu haben. Würde selber auch nicht mehr auf Stabilisierung verzichten wollen. Für leichtes Gepäck zu Fuß mit maximaler Detailwahrnehmung unschlagbar. Auch die absolute Bewegungsfreiheit ist anders nicht zu haben. Klare Pluspunkte.
Sobald ich aber sowieso die große Tragetasche für unterwegs bestücke oder daheim das Stativ mit Halterung aufbaue, gibt es immer noch Argumente für Neiger/Parallelogramm: man kann die Optik auf ein Ziel ausrichten und z.B. Mitbeobachtern etwas bestimmtes zeigen, oder auch beide Hände an einer warmen Tasse aufwärmen, während das Glas vor den Augen "schwebt" :)
 
Vielen Dank für euer positives feedback, inzwischen muss man ja schon aufpassen, wenn man zu begeistert von seiner Ausrüstung schwärmt ;-)

Bisher nutzte ich das 15x50 auch gerne zum Sonnenfleckengucken (aktuell gibt es gerade einige Schöne)
Nach der Erfahrung am Mond dachte ich mir schon, dass das Zeiss da noch besser ist, da es eine größere Sonnenscheibe zeigt.

Heute kamen meine Filter an, wurden gleich auf der Drehbank aufs passende Mass gebracht und passen nun saugend über die Objektivstutzen.
Das Ergebnis ist wie erwartet, ich habe ein neues Lieblingssonnenfleckenglas :)

IMG_4591.jpeg


Ich persönlich mag die TO Glasfilter sehr.
Zum einen Mag ich die orangene Sonne und zum anderen habe ich panische Angst vor Löchern oder Rissen in Sonnenfolie.

PS. Fürs APM habe ich mir noch keine Filter besorgt, das muss ich auch unbedingt mal angehen.
ich hatte welche fürs 125er Borg und das war grandios

Grüße Jochen
 
Moin,

wenn man sich die Daten der Stabigläser mal so anschaut scheint auch die mäßige Brillenträgertauglichkeit bei den meisten Modellen ein Problem zu sein.
Bei den Canonen geht da nur das 10x42 (16mm. bei Weitsichtigkeit kann das auch schon eng werden) die anderen Gläser liegen alle zwischen 13-15mm. nicht wirklich komfortabel.
Bei den Fujis sind es das 12/16x28 die gehen könnten, hier aber die Miniaustrittspupillen, bei einem bewölktem Tag könnte es hier recht schnell flau bis finster werden, außerdem dürfte das Einblickverhalten bei so kleiner AP. mehr als dürftig sein.

Dazu kommt halt noch die Größe, das Gewicht, die Stromversorgung (nur teilweise wasserdicht) und letztlich nur 2 Jahre Garantie auf die Elektronik, dass hält halt viele potentielle Kunden ab.

Das sind m.E. alles kleine Bausteine die einem wirklichen Durchbruch von Stabigläsern im Wege stehen.

In einigen Jahren wenn mein Tatterich zugenommen hat und sich der Stabimarkt vielleicht etwas breiter aufgestellt hat wäre so ein Glas vielleicht denkbar, momentan bleibe ich aber bei der puristischen Variante.

Trotzdem, viel Spaß euch Stabiisten,

Andreas
 
Moin Andreas,

aus der Praxis kann ich zum Canon 10x42 und 18x50 folgendes sagen.

Ich schaue ausschließlich mit Brille. Der Einblick bzw um das gesamte Gesichtsfeld zu überblicken muss ich das 10x42 nur schwach an die Brille
anlegen.
Beim 18x50 muss ich das Glas schon deutlich aber keineswegs maximal an die Brille anlegen um das gesamte Gesichtsfeld zu überblicken.
Wenn ich das Glas nicht etwas andrücke an die Brille sehe ich auch scharf nur eben nicht den scharf umgrenzten Rand des Gesichtsfeldes.
Also schon deutlich anlegen, Brille verschmiert etwas.

Ich weiß es nicht aber ich würde schätzen, dass das 15x50 Canon von Jochen einen ebensolchen Augenabstand ausweist wie das 18x50 Canon.

Was das 20x60 Zeiss anbelangt könnte Jochen zum Augenabstand vielleicht etwas sagen im Vergleich zum 15x50, wie sich das darstellt.

Ganz allgemein, es ist schon ein Unterschied ob ein Blick/Sichtfeld ruhig steht (im stabilisierten) und man in Ruhe die Details abzählen und ihre Einzelheiten
beobachten kann, oder ein Bild steht einfach nicht still und ist immer in Bewegung, dann kannst Du die Details niemals so erfassen wie bei einem
Glas das einen ruhigen Blick gewährt. Es geht nicht ! Auch wenn die andere Optik besser ist !

Ich persönlich kenne kein perfektes Fernglas in allen Belangen. Sie haben alle unterschiedliche Stärken und Schwächen.

Deshalb kann ich auch jeden verstehen, sich für sein Glas zu entscheiden und gegen ein anderes Glas auszusprechen.
Es kommt auf die persönlichen Prioritäten an, immer. Und außerdem befindet sich ein jeder auf seinen persönlichen Weg, was die Astro Optiken
die er im Leben kennen lernt anbelangt.
Da ist ein stabilisiertes Fernglas sicher eine bereichernde Erfahrung, aber man muss sie nicht machen, wenn man
es nur als Hobby hat.

Und ja die Canon sind keine Ergonomiewunder und brauchen am besten Akkus die voll sind, für mich kein Problem, für
andere ein no go, muss jeder für sich entscheiden => Prioritäten.

VG. Michael

N.S. Ich wechsle die Batterien alle paar Monate sicherheitshalber, Akkus sind besser und billiger auf die Jahre gesehen.
Beobachte aber auch nicht täglich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dazu kommt halt noch die Größe, das Gewicht, die Stromversorgung (nur teilweise wasserdicht) und letztlich nur 2 Jahre Garantie auf die Elektronik, dass hält halt viele potentielle Kunden ab.
Zumal ein defektes Canon IS auch ein wirtschaftlicher Totalschaden ist? In Zeiten von Chipmangel und Ressourcenknappheit nicht so toll, aber wenigstens traut SIG der Elektronik im ZULU6 zu 5 Jahre zu halten. Fraser Optics hat zwei IS Ferngläser im Programm und eine umfassendere Garantie. Wobei ich selber auch nicht der Typ Astronom bin der bei stärkstem Wellengang das Fernglas als Enterhaken missbraucht.
 
Hi ,

ich weiss jetzt nicht ob Totalschaden oder ob nur der Stabi nicht mehr funktioniert wenn er defekt ist und die andren Funktionen erhalten bleiben, d. h. man durch sehen kann ganz normal nur eben ohne Stabi-Funktion. Das wäre ja kein Totalschaden.

Ich meine ich hätte das so mal gelesen, dass nur der Stabi dann nicht mehr funktioniert, 100% weiss ich es aber nicht.
Kann ja auch ohne Stabi Funktion durch das Canon schauen, zittert dann halt nur.

VG. Michael

N.S. Bitte nicht denken ich möchte jedes Argument totschlagen, ganz gewiss nicht. Ich möchte nur nach besten Wissen und Gewissen aus meinen Erfahrungen
berichten. Wenn einer sagt es gibt bessere Optiken als das 18x50 muss ich sagen ja natürlich gibt es.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zum 10x42L ist ja schon viel geschrieben worden (auch von mir), und dass es eine sehr gute Abbildungs hat (zumindest für Taggläser) steht außer frage. WIe schon erwähnt hat mein Exemplar von 2009 nicht die piekfeine Sternabbildung wie das 42er Leica BN, und auch nicht ganz dessrn Kontrast bei schwachen Nebelchen. Natürlich versägt es freihand das Leica, weil meine Handunruhe zu groß ist. Ich nutze es ja (intensiv) für den Ornikram, und da will ich auch kein anderes Glas (außer einem Nachfolger).
Zu den Downsides zählen neben der nicht-pieken Sternabbildung, u.a. die AP, welche bei den neueren Modellen immerhin 4,05mm beträgt - alte hatten sogar nur 38mm. Das merkt man am Tag natürlich überhaupt nicht, und auch bei den bevorzugten Objekten am Himmel ist das eher akademisch, ob es 4.05 oder 4,2mm sind. Ein Batteriefresser wird es in der Kälte (unter 5°), da hab ich immer statt der eneloops die Lithium von Energizer, die anderen ausprobierten (günstigeren) Li von Philips oder Varta konnte man bei Frost vergessen. Ebenso hat meins (mit den Jahren?) wohl eher Hunger nach 1,5V statt1,2V, muss da mal Höhervoltakkus versuchen. Es ist robust ohne Ende, solange man den Stabi aus hat, und die Gummierung ist im Gegensatz zu Berichten von klebrigen Canonen der 15x und 18x-Klasse top - zwar zerschrammt, aber noch alles gut anfassbar. Ich schau mit Kontaktlinsen, aber auch mit Brille ist es gut möglich (Kurzsichtigkeit); mit den nicht sonderlich ergonomischen, aber sehr weichen Okulargummis geht das sehr angenehm, egal ob bei Hitze oder Kälte (Schweiß am Gummi können sie gut ab, da sieht man auch nach 13 Jahren nichts auffälliges Verfärbtes.
Für den, der durch den Himmel freihand segeln möchte, m.E. alternativlos , mit Stativ würde ich eher die Spezialisten wählen. Für Kombibeobachtungen gibt es ja auch noch den 1,25"-Anschluss an der Canone.

cs Manfred
 
Moin Andreas,

Ich schaue ausschließlich mit Brille. Der Einblick bzw um das gesamte Gesichtsfeld zu überblicken muss ich das 10x42 nur schwach an die Brille
anlegen.
Beim 18x50 muss ich das Glas schon deutlich aber keineswegs maximal an die Brille anlegen um das gesamte Gesichtsfeld zu überblicken.
Wenn ich das Glas nicht etwas andrücke an die Brille sehe ich auch scharf nur eben nicht den scharf umgrenzten Rand des Gesichtsfeldes.
Also schon deutlich anlegen, Brille verschmiert etwas.

Ich weiß es nicht aber ich würde schätzen, dass das 15x50 Canon von Jochen einen ebensolchen Augenabstand ausweist wie das 18x50 Canon.

Was das 20x60 Zeiss anbelangt könnte Jochen zum Augenabstand vielleicht etwas sagen im Vergleich zum 15x50, wie sich das darstellt.
Hallo Michael,

Brillenträger ist nicht gleich Brillenträger...;)

Was häufig nicht beachtet wird, Weitsichtige benötigen in der Regel einen längeren AP.-Abstand.
Ich komme unter 16mm. nicht hin und je nach Okularform kann das noch zu wenig sein, dass Brillenglas bei Weitsicht ist mittig konkav nach vorne gebogen, bei Kurzsicht konkav nach Innen, dass lässt natürlich meistens einen etwas kürzeren AP.-Abstand zu.
Natürlich spielen die Gesichtsform, die Brillendicke etc. auch noch eine Rolle.

Was natürlich unbestritten ist, mit einem Stabiglas sieht man immer mehr Details als freihand mit einem herkömmlichen Fernglas, für mich ist aber ein komfortabler Augenabstand sehr wichtig, habe mich da lange genug mit Kompromissen rumgeschlagen, richtig gut wird es bei 17-18mm.

Das Zeiss 20x60 hat lediglich 10mm. AP.-Abstand, für mich indiskutabel.
Das Canon 15x50 hat ebenso 15mm. wie das 18x50.

Andreas
 
Hi Manfred,

finde gut das Du auch die negativen Seiten zu absoluten Spitzengläser nennst im Vergleich zu dem Canon.

Auch das Verhalten der Batterien unter 5 Grad. Halt da mal ein Unstabilisiertes da kommt dann ordentlich Tremor dazu.

Man muss es mal selber ausprobieren. Theoretisieren geht nur bis zu einem bestimmten Punkt.
===============
Ich benutze Energizer Batterien die haben voll 1,82 Volt. Damit steht der Stabi schon sehr stabil und man sieht den Unterschied
zu gebrauchten und schwach gewordenen Batterien. Besser und preiswerter sind bestimmt Akkus die man immer wieder aufladen kann.


VG. Michael
 
Nun, zur Brillenträgertauglichkeit kann ich leider gar nichts beitragen, ich kann mich als nicht Brillenträger mit so ziemlich allen Ferngläsern und Okularen arrangieren.
Beim Zeiss passt der Abstand für mich perfekt, man kann die Gummimuscheln aber auch umstülpen.
Ein befreundeter Zeiss Beobachter nutzt das Glas ohne Probleme mit Brille.
Ich würde den Augenabstand beim Zeiss so einschätzen wie beim 15x50

Ich kann leider selbst 8x nicht stabil halten und habe daran keine Freude, der ester Blick durch ein IS Glas war deshalb für mich eine Offenbarung.
Dennoch habe ich danach immer mal wieder durch High End Gläser von Zeiss, Leitz und Swaro geschaut, aber für mich ist das keine Option.

Mein 15x50 IS habe ich vor über 20 Jahren gekauft und niemals sorgsam behandelt.
Es sieht nie Kappen auf Okularen oder Objektiven und "fliegt" so wie es ist in den Rucksack.
Es funktioniert immer noch wie am ersten Tag und auch die Gummierung ist wie neu.
Ich habe also wirklich keinen Grund Qualität und Stabilität der Elektronik anzuzweifeln.

Dennoch ist mir die mechanische Stabilisierung lieber, alleine schon weil ich nicht auf Batterien achten muss.
Irgendwo habe ich von jemanden gelesen, der sein Zeiss seit Jahren so behandelt wie ich mein Canon, um den Hals gehängt und auch schon mal an einen Baumstamm schlagend.
Die Dinger wurden gebaut um benutzt zu werden!

Noch eine Sache, die ich vergessen hatte zu erwähnen.
Beim Canon 15x50 kämpfe ich immer wieder mit kidney beaning.
Nicht dramatisch, aber doch recht nervig.
Der Einblick beim Zeiss hingegen ist extrem entspannt

Grüße Jochen
 
Nun, zur Brillenträgertauglichkeit kann ich leider gar nichts beitragen, ich kann mich als nicht Brillenträger mit so ziemlich allen Ferngläsern und Okularen arrangieren.
Beim Zeiss passt der Abstand für mich perfekt, man kann die Gummimuscheln aber auch umstülpen.
Ein befreundeter Zeiss Beobachter nutzt das Glas ohne Probleme mit Brille.
Ich würde den Augenabstand beim Zeiss so einschätzen wie beim 15x50

Ich kann leider selbst 8x nicht stabil halten und habe daran keine Freude, der ester Blick durch ein IS Glas war deshalb für mich eine Offenbarung.
Dennoch habe ich danach immer mal wieder durch High End Gläser von Zeiss, Leitz und Swaro geschaut, aber für mich ist das keine Option.
Hallo Jochen,

ich glaub irgendwo auf ein Datenblatt von Zeiss steht dass das 20x60 eine AP-Lage von 14mm. hat, Roger Vine hat nur 10-11mm. gemessen, der ist aber auch extrem kritisch.;)

Boah, 14mm. mit Brille Respekt, da muss wohl wirklich alles passen das man hier das ganze GF. noch überblicken kann?!
Das Canon hat laut Datenblatt 15mm. AP. was für viele "Kurzsichtige" vielleicht gerade noch geht, aber was auf Datenblättern steht und dann wirklich vorhanden ist sollte man im besten Fall selber probieren..

Im Stand kann wohl niemand ein 8x Fernglas wirklich stillhalten, wer das behauptet...naja...zumindest der Herzschlag macht sich immer in Vibrationen bemerkbar und ein leichtes Handzittern ist auch unvermeidbar.
Zumindest wenn man viel im stehen und beim gehen beobachtet machen Stabigläser für mich absolut Sinn, dass versuche ich aber möglichst zu vermeiden weil auf Dauer so oder so unbequem und auch anstrengend.
Wenn irgend geht im sitzen oder liegend, (Astro) stehend nur zur Not.
Bin aber auch nur der "Genusspechtler", da kann man schon mal das ein oder andere "Ereigniss" ungestraft verpassen.

Andreas
 
Also das Messen ist etwas schwierig, weil ich ungern die Okularlinsen mit dem Messschieber touchieren möchte, es ist also eine Kombination aus messung und Schätzung :)

Ich nutze beide Gläser so, dass die Augenmuscheln ganz leicht ohne Druck anliegen und dadurch stimmt der Abstand für mich bei beiden Gläsern perfekt.
Ich muss dazu auch sagen, dass die Augenmuschel des Canon 15x50 nicht original sind, da die Originalen furchtbar sind habe ich sie durch Aftermarket Teile aus China ersetzt.

Die Augenmuscheln des Zeiss lassen sich für Brillenträger auch umklappen.
Angeblich kann man sie auch abnehmen und austauschen, das habe ich aber noch nicht probiert.

Für mich hat das Canon 12mm, das Zeiss 10mm

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IMG_4595.jpeg


Grüße Jochen
 
Für mich hat das Canon 12mm, das Zeiss 10mm.
Hallo Jochen,,

vielen Dank für's messen! ;)

So denn Deine Messungen korrekt sind dürften beide Ferngläser für Brillenträger ein No Way sein, außer man verzichtet auf GF.
Kurzsichtige kommen mitunter schon mit 15mm., wenn alles passt vielleicht auch mit 14mm. klar, weniger halte ich schon für recht exotisch.
Über Weitsichtige braucht man in diesem Zusammenhang dann gar nicht mehr reden.

Das Heer der Brillenträger wird halt zunehmend größer, vielleicht müssen die Stabifernglashersteller mittelfristig darauf reagieren und Gläser mit längeren AP-Lagen zur Verfügung stellen, momentan ist in der Hinsicht noch viel Luft nach oben.

Andreas
 
Dann bin ich wohl ein Ausnahmefall.
Wie ich weiter oben schrieb, trage ich auch eine Brille und bin gem Optiker kombiniert Kurz- und Weitsichtig.

Kann das Gesichtsfeld des 10x42 is als auch das Gesichtsfeld bis zum Rand des 18x50 is Canon überblicken mit Brille auf der Nase.

Nur allgemein hat jetzt nicht mit der aufgeworfenen Frage zutun.
Die Komponente eigene Sehfähigkeit wird m. E. viel zu wenig Bedeutung beigemessen.
Meineehemalige Sehfähigkeit lag bei knapp 100% jetzt bei ca 70% .
Auch wenn hier im Forum Seherlebnisse geschildert werden mit unterschiedlichen Optiken kann man die Ergebnisse nur bedingt
mit anderen Beobachtern vergleichen. Der der 100% Sehleistung hat wird viel weniger auflösen als der mit 150 oder
z B 200% Sehleistung.

Und was den Augenabstand mit Brille beobachtend durch ein Canon stabilisierend anbelangt , zeigt mein Fall wie ich meine,
immer erst mal im Fernglasladen ausprobieren ob es wirklich nicht geht oder eben doch.
Theorie ist gut und schön aber in der Praxis können sich auch andere Ergebnisse einstellen, sonst dürfte ich ja beim 18x60 Canon den
Rand des Gesichtsfeldes nicht sehen können sh hier mein Posting #9 es geht aber doch.

VG Michael
 
Dann bin ich wohl ein Ausnahmefall.
Wie ich weiter oben schrieb, trage ich auch eine Brille und bin gem Optiker kombiniert Kurz- und Weitsichtig.

Kann das Gesichtsfeld des 10x42 is als auch das Gesichtsfeld bis zum Rand des 18x50 is Canon überblicken mit Brille auf der Nase.

Und was den Augenabstand mit Brille beobachtend durch ein Canon stabilisierend anbelangt , zeigt mein Fall wie ich meine,
immer erst mal im Fernglasladen ausprobieren ob es wirklich nicht geht oder eben doch.
Theorie ist gut und schön aber in der Praxis können sich auch andere Ergebnisse einstellen, sonst dürfte ich ja beim 18x60 Canon den
Rand des Gesichtsfeldes nicht sehen können sh hier mein Posting #9 es geht aber doch.

VG Michael
Nur wenn das Canon 18x50 wirklich nur 12mm. AP-Lage hat, wenn es nach Datenlage aber 15mm. hat kann das ja auch passen!

In meinem Fall habe ich schon X Ferngläser ausprobiert die unter 16mm. lagen, da hat keines gepasst, selbst Gläser mit 16mm. passen nicht alle, hängt halt auch ein bisschen von der Okularkonstruktion ab.

Wie sind Deine Gläser denn mittig gebogen, konkav nach vor, eher plan, oder zum Auge hin?

..und klar, wenn einem ein Fernglas interessiert sollte man es immer selber ausprobieren, vielleicht ist es ja auch so gut das man gerne auf etwas GF. verzichtet.

Andreas
 
Hi Andreas,

meine Brillengläser sind an den Außenbereichen nach innen zum Gesicht hin gebogen, ich denke also konkav geschliffen.

Ich meine ich hätte auch mal gelesen , dass das 18x50 Canon 15 mm AP hat.

VG Michael
 
ich bastle zwar viel und gerne an meiner Ausrüstung herum, aber primär um sie zu optimieren
Kenne ich. Das ist eine sehr zeitraubende Leidenschaft wie beim Autotunen. Aus meiner 30j-jährigen Erfahrung komme ich zu dem Schluss: In der Hobbyastronomie schätze ich mal die Relation von Bastelei, Optimieren, Kauf, Verkauf etc. zu Beobachten auf 50 zu eins. Und in manchen Astrovereinen, die nicht rigorös geführt werden, ist es genauso, da wird jeder Vorwand genutzt, um nicht raus zu gehen.
 
Hi Andreas,

meine Brillengläser sind an den Außenbereichen nach innen zum Gesicht hin gebogen, ich denke also konkav geschliffen.
Ja stimmt, bei Weitsichtigen heißt es auch konvex, also nach Außen, nicht konkav, nach Innen.
Dann bist Du ja noch einer der "begnadeten" Brillenträger der auch etwas kürzere AP.-Lagen nutzen kann, Weitsicht und Ferngläser ist manchmal echt ne' :poop:Kombination.

Andreas
 
Hallo,

Zu dem Thema Brille und AP möchte ich noch anmerken, dass es auch darauf ankommt wie weit das Auge von den Brillengläseren entfernt ist. Sprich wie tief die Augenhöhle ist, wie breit die Nase ist und man dadurch die Brille zum Auge hin Schieben kann und natürlich wie die Brille selber geformt/Designt ist.
Mit meiner neuen Brille (leicht gebogen um das Gesicht) komme ich sogar mit den 13mm AP von meinem Hawke Endurance ed 8x25 zurecht, ohne dass das Gesichtsfeld abgeschattet ist.

Gruß Thomas
 
gibt es die Diskussion bei bildstabilisierten Objektiven aus der Digitalfotografie eigentlich auch?
Dort ein Segen, hier ein Hauch von Fluch :) ?
 
Bei der Fotografie ist es einfacher.
Man belichtet länger und die Bilder sind trotzdem scharf, das lässt sich einfach belegen und überprüfen.

Beim Bino sagt der eine, die Schärfeebene schwimmt, beim nächsten macht der Stabi Artefakte und der Dritte sagt, der Stabi funktioniert nur beim Blick Richtung Horizont, aber nicht im Zenith :)

Das reicht schon um potentielle Interessenten abzuschrecken.
Anstatt sich selbst durch Ausprobieren ein Bild zu machen werden die unüberprüften Aussagen einfach übernommen.

Ich finde es eher vergleichbar mit der Aussage "Zoomobjektive taugen nix" was inzwischen so nicht mehr gültig ist, sich aber als urban legend dennoch hartnäckig hält.
So fotografiere ich z.B. ausschliesslich mit Festbrennweiten :)

Grüße Jochen
 
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