Ein Planet präzise mithilfe vom Guidescope finden

Dane Vetter

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich stelle mich da immer saudämlich an, um einen Planeten bei meinem C11 mit 2X Barlow und Planetencam ins Bild zu bekommen. Ja ich kann die Barlow zum zielen ja rausbauen und nach der Ausrichtung wieder einsetzen. Dazu noch Tricks anwenden wie Belichtungszeit und Empfindlichkeit hochschrauben, um schon den grellen Halo des Planeten zu erhaschen. Mit einem Leuchtpunktsucher habe ich damals auch mal gearbeitet, wobei das auch nicht immer präzise geklappt hat, und nun bei der Erhöhung bei meiner Säule nicht mehr klappen wird. Das Plate Solving geht bei dem extrem schmalen Bildfeld nicht mehr.

Aber da ich ja manchmal experimentierfreudig und erfinderisch bin, dachte ich mir, ich könnte doch mein Guidescope als Hilfsmittel nutzen. Die Idee ist bestimmt nichts neues, dachte ich mir, wollte es aber dennoch mal ausprobieren. Ich arbeite eigentlich nur noch mit OAGs, hatte aber noch schon lange ein 50er Guidescope mit Zentrierschrauben zur Justierung von früher im Schrank liegen.

Also das Guidescope auf die obere Prismenschine von meinem C11 gepackt, und am Tag das C11 und das Guidescope mal präzise auf einen entfernten Punkt so genau wie möglich aufeinander abgestimmt.

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*Beispielfoto, ohne Planetencam.

Dann bei Nacht mal den ersten Test bei Dämmerung mit der absinkenden Venus ausprobiert. Hierzu habe ich vorher in meiner ASIAIR einfach die Hauptkamera, mit der Kamera für das Guiding ausgetauscht, so das diese als Hauptkamera eingestellt war.

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Ein Platesolve durchgeführt, und dann die Venus angefahren. Dann wieder kurz die Kameras geswitcht, und ja, die Venus war im Bild! Wenn auch nicht perfekt mittig - immerhin schon mal im Bild. Ich habe dann noch mal mit zentrierter Venus beide Optiken aufeinander eingestellt.

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Die ersten Versuche danach haben recht gut funktioniert, wenn auch immer ein gewisses Spiel mit drinnen ist. Bei einem zweiten Test in einer anderen Nacht, war aber die Venus schon nicht mehr sauber im Bild. Und ich frage mich nun, ob hier vielleicht das Guidscope sich vielleicht leicht verstellt hat. Die Justageschrauben haben Kunststoffspitzen, und ich weiss nicht, ob sich hier vielleicht über die Zeit sich vielleicht nicht so etwas verstellen kann. Die kleinste Abweichung kann hier vielleicht schon für Probleme sorgen. Nach einer erneuten Feinstellung hat das bei einem zweiten Versuch wieder hingehauen.

Hat das jemand von euch so schon mal ausprobiert, und eigene Erfahrungen gesammelt? Handhabt das vielleicht sogar jemand standardmäßig so?

Ich überlege, ob ich das Guidescope vielleicht nicht durch eines ersetzen soll, welches stabiler in der Justage ist. Vielleicht kann da jemand was gutes empfehlen, was nicht grösser als 50mm ist?
 
Moin Dane,

Die kleinste Abweichung kann hier vielleicht schon für Probleme sorgen.
So ist es, das Ding muss sich nur minimal verstellen und, dann wars das bei der hohen Brennweite des Hauptteleskops.
Hat das jemand von euch so schon mal ausprobiert, und eigene Erfahrungen gesammelt? Handhabt das vielleicht sogar jemand standardmäßig so?
Ich habe ein Guidescope von Galaxy (ICS)
Habe es auf meinem 127er Mak.
Ich konnte da noch nicht wirklich ein Problem feststellen.
Aber ich habe auch nur 1500mm Brennweite.

Ich überlege, ob ich das Guidescope vielleicht nicht durch eines ersetzen soll, welches stabiler in der Justage ist. Vielleicht kann da jemand was gutes empfehlen, was nicht grösser als 50mm ist?
Das 50er von APM hat ein Bekannter von mir und ist damit zufrieden.
Allerdings hat er es "fest" in Schellen Montiert und benutzt es nur zum Guiding.
Auf den Bildern kann man leider nicht erkennen ob die Schraiben Kunststoffspitzen haben oder nicht.

Ich habe bis jetzt noch nie einen Sucher gesehen der keine Kunststoffspitzen an den Schrauben hat.
Sogar die teuren zum Nachrüsten haben welche.
Ich denke mal, dass das Gründe hat.
(Neben dem Zerkratzen des Tubus)

Grüße
Brian
 
Hi Brian,

danke für deinen Input. Bei deiner Variante ist vermutlich der vordere Teil vom Guidescope mit einem Gummiring oder ähnlichem gelagert, und es wird nur über den hinteren Teil ausgerichtet. Vielleicht ist das zuverlässiger, wie meine Variante, welche auf zwei Seiten mit Zentrierschrauben gehalten wird.

Ich gehe auch davon aus, dass beim Prinzip mit diesen Ringen und Zentrierschrauben, auch so gut wie immer Kunststoffspitzen eingesetzt werden. Aber vielleicht gibt es noch andere Guidescopes mit anderen Halterungen oder Techniken zur Justage, welche stabiler ist. Vielleicht so etwas wie ein üblicher Polsucher über drei Madenschrauben. Aber vielleicht werden bei den Polsuchern ja auch Kunststoffspitzen eingesetzt. :)
 
Gummiring oder ähnlichem gelagert, und es wird nur über den hinteren Teil ausgerichtet.
So ist es.

Mir ist grad noch das Ding eingefallen:

Da könnte man ein "festes" Guidescope drauf ausrichten.
Habe es selber aber noch nie in der Hand gehabt.
Ich kann mir aber vorstellen, dass es stabiler ist.
 
Gibts auch von Vixen:
 
Danke für die Vorschläge, welche ich in Ruhe mal genauer anschauen muss.

Ich muss das auch etwas unter der Berücksichtigung von Gewicht noch bedenken. Ich muss meinen Kram ja oftmals noch hin und her schleppen, und aus der Sicht wäre natürlich eine kleine und leicht Lösung ganz praktisch. Am liebsten so ein kleines 30er Guidescope, mit z.B. deiner vorgeschlagenen Halterung einstellen. Nur das wird von der Brennweite wohl wieder nachteilig werden.

Die andere Möglichkeit wäre vielleicht so ein Niveliersockel aus der normalen Fotografie. -> https://www.amazon.de/Nivelliersock...leinstellung-Panoramafotografie/dp/B0BS5TQ5YW

Da darauf dann ein fixes Guidescope anbringen, darunter eine Klemme, dass könnte vielleicht auch was sein.
 
Die Idee mit dem Sockel ist doch gar nicht so schlecht.

Würde ich ausprobieren.
 
Ich habe genau so einen Sockel und muss aus Erfahrung sagen, dass es nicht funktioniert. Diese Sockel haben nur eine Schraube um das Teleskop damit zu verbinden und egal wie man es anstellt, es verdreht sich ständig leicht.

Daher würde ich von dieser Lösung abraten,
Mario
 
Hi,

Es gibt doch auch die Leitrohrschellen von Baader, die haben anscheinend mit Gummi überzogene Kugellager an den Spitzen der Zentrierschrauben.
Losmandy hat Leitrohrschellen für Guidescopes, zwei fürs Scope und noch eine zusätzliche kleinere passend für eine Cam. Gut wird sicher was mehr arbeit geben um das feinfühlig richtig gut zu machen. Sollte aber vom Konzept gut halten.
Bis jetzt komm ich noch gut zurecht auf meiner Doppelschiene mit nem kleinem 2200mm Mak und Planetencam. Platesolve mache ich mit einem 60mm oder 80mm Leitrohr auch gelegentlich mit der Asiair.
Bei TS gibt es auch ein Accessoire wo man einfach zwei Cams auf einer Schiene an der Steckhülse verschieben kann. Nur weiss ich nicht ob die eine Einrastkugel haben in dem System von denen, denke eher nicht. Hatte das gesehen bei Sonnenbeobachtern die Cams wechseln auf die schnelle so.
Es gab auch hier im Forum jemanden der das so gemacht hatte.

Was ich zumindest bei meinem Teleskop eher als Problematisch sehe ist das der HS etwas sich verlagern kann, speziell von einem Tag auf den anderen muss ich das immer wieder neu kollimieren dass das dann sitzt. Bin schon dran gewohnt und geht recht flix.

Mit einem Gruß,
- Martin
 
Hi Martin,

ich weiß generell nicht, ob die Lösung mit diesen Schellen und Zentrierschrauben hier die richtige wäre, besonders bei Gummi hätte ich hier bedenken, ob das präzise hält.

Generell finde ich aber die Idee, die Leitrohrschellen direkt mit Klemmen auf die Schiene zu setzen, ganz gut.
 
Hallo, nachts habe ich es mit einem 50er Leitrohr mit NINA ein paar mal versucht und sogar "getroffen", aber In der Dämmerung oder am Tage funktioniert das nicht. Ansonsten: Mit einen Klappspiegel im Stahlengang kann man das Licht übergangsweise mit einem Okular betrachten. Das funktioniert Tag wie Nacht, aber der Aufbau muss im Vorraus gut fokussiert sein.

Tom.
 
Hi Tom,

das mit dem Klappspiegel hatte ich auch im Hinterkopf. Ich arbeite damit an meinem Lunt in Kombination mit einem Okular. Eine geniale Sache, da ich zum einen visuell beobachten kann, und mit Umschalten auch gleich aufnehmen kann. Ebenfalls hilfreich um die Sonne per Okular zu positionieren, oder gar den Fokus einzustellen, oder eben auch die Pressure-Tuner am Teleskop einzustellen. Absolut genial, und möchte ich nicht mehr missen.

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In meinem Fall haut das aber am C11 leider nicht hin, da ich hier unter anderem mit einem Steeltrack OAZ arbeite, mit dem schon rund 85mm draufgehen.

Aber ja, das wäre natürlich eine andere Idee.
 
Hallo, ist das C11 fokusmässig so begrenzt oder ist es ein Edge, wo man gewisse Distanzen einhalten "muss" und, falls Edge: Ist das Einhalten dieser Distanzen wegen des Bildbildkorrektors bei Planetenfotografie wirklich notwendig?

Tom.
 
Hallo,

Bei ADM gibt es auch noch Möglichkeiten bei verschiedenen Grössen: Link

Bei Lochabständen mit deren Schienen/Klemmen arbeiten die in Maßen wie man sie bei Losmandy findet.

Mit einem Gruß,
- Martin
 
Danke euch für die Vorschläge. So einen Tangialneiger behalte ich mal im Hinterkopf. Ich bin da noch etwas misstrauisch ob diese auch wirklich präzise halten, so wie die Konstruktion aussieht. Aber vielleicht täuscht das nur durch die verschiedenen Gelenke.

Was den Arbeitsabstand des C11 EHD angeht, und in Bezug auf einen sehr kleinen Sensor, so ist das eine gute Frage. Der Korrektor vom C11 EHD bietet eigentlich einen recht flexiblen Freiraum an, vielleicht könnte das in Kombination mit einem kleineren Sensor in der Tat noch etwas ausgeweitet werden, und den Einsatz von einem Klappspiegel ermöglichen. Hier kommen halt noch weitere Fragen hinzu, ob dann das oben aufgesetzte Okular und die Kamera dahinter dann auch bei dieser langen Brennweite 5,6 Meter sich sauber treffen. Ich müsste hierzu erst noch ein passendes Fadenkreuz Okular anschaffen, welches so viel Weitwinkel bietet um den Planet schnell zu finden, aber auch wieder so wenig Weitwinkel, um diesen dann auch bei so einer Brennweite sauber ins schmale Bildfeld der Kamera zu bringen. Ich weiss nicht ob sich da ein guter Kompromiss finden lässt.
 
Hi,

ich benutze den Stronghold mit dem Vario Finder von Baader an meinem C9.25 zum Plate Solving und guiden. Planeten suche ich genau so auf, wie du es beschrieben hast. Einmal eingestellt ist der Stronghold super stabil. Es gibt ihn auch öfter mal günstig gebraucht.

Gruß Frank
 
Danke für deine Erfahrung Frank!

Mit dem Vario Finder bist du zufrieden? Wollte mir den mal als Sucher für ein Dobson zulegen, was aber bisher noch nicht dazu gekommen ist.
 
Danke Jürgen, für die Alternative. Ja 900g ist schon eine Ansage. Eigentlich wollte ich etwas leichtes haben, was das geschleppe nicht weiter erschwert. Die 680g von der Baader Variante ist jetzt auch nicht extrem leichter.

Was mir bei der Lösung auch gerade noch klar wird, ist die Tatsache, das diese beide wohl keine Klemmen für Sucher Prismenschinen haben.
 
Achso. Ja die normale Sucher Primenschine ist ja ziemlich klein. Die Klemmen welche die drauf sind, sind aber bei Baader "EQ-Klemme (Vixen Standard)" und bei der TS Alternative "Vixen/EQ5-Level", also gleich. Das müsste man eben noch adaptieren oder die Klemme gehen einen normalen Sucherschuh tauschen. Das hatte ich zuvor nicht berücksichtigt, weshalb ich es erwähnt habe. War auch mehr nur ein Gedanke für mich falls es dazu kommt.
 
Hallo Dane,

bitte beachte aber das Gewicht.
Das Teil von Jürgen wiegt 900g.

Grüße
Brian
 
Ich bin sehr zufrieden mit dem Vario.
Großes Feld, wertige Verarbeitung und in Verbindung mit dem Stronghold die stabilste Kombi die ich bis jetzt hatte.

Das Fadenkreuz Okular mit dem Prisma nutze ich auch sehr häufig.

Ein Nachteil ist, dass es nich gerade die leichteste Kombi ist.

Ich habe vor geraumer Zeit mal eine nur Nachgeführte, paar Sekunden,
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Aufnahme mit meiner Guide Kamera (zwo asi 178mc) durch den Vario geschossen und spiele seitdem mit dem Gedanken ihn mal zum Spaß als Hauptrohr zu benutzen.?

Gruß Frank
 
Schaut gut aus, für eine Aufnahme, welche mit einem eigentlichen Sucherteleskop entstanden ist. :y:

Ja das mit dem Gewicht ist in der Tat ein kleines Problem bei mir. Das C11 hebelt bei mir schon ordentlich, und wenn auf dem eh schon hohen Ross noch mal was schweres drauf kommt...

Aktuell wäre wohl das stabilste Lösung wie es scheint. Am besten mit dem Vario Sucher, welcher wohl auch gleich die passende Prismenschiene hätte, wenn ich das richtig sehe.

Vielleicht muss ich aber erst noch mit meiner vorhandenen Kombi noch mal versuche machen, und versuchen, die Zentrierschrauben etwas fest abzuknallen. Vielleicht bleibt das dann doch besser erhalten.
 
Ich benutze die beiden auch als Balancegewicht auf der oberen Schiene des C9.25. Einfach auf der Schiene verschieben bis es passt. Klappt Prima.
 
Hallo zusammen,

ich habe bei dem Thema bezüglich eines besseren Guidescopes nicht mehr weiter gearbeitet, sondern habe einfach weiterhin mit dem einfachen 50er Guidescope in der Ringklemmung gearbeitet. Mittlerweile habe ich die Ringklemmung vermutlich so fest angezogen, dass sich nicht mehr so einfach was verschieben kann. Zudem habe ich mittlerweile eine Planetenkamera mit einem etwas größeren Sensor, was die Toleranz beim Auffinden auch wieder etwas erhöht.

Für mich funktioniert das so weiterhin sehr gut, und ich konnte heute Nacht die Planeten ohne Probleme direkt anfahren. Ich habe für mich aber durch dieses Konzept in der Kombination mit der ASIAIR noch einen weiteren Vorteil gesehen. Und zwar kann ich nach dem Umschalten zwischen der Hauptkamera dann das Guidescope wirklich zum Guiden benutzen. Wenn man den Gain für die Guidecam sowie die Belichtungszeit herunterschraubt, kann man damit noch auf Planeten guiden, wenn man diesen über einen längeren Zeitraum verfolgen will. Damit bleibt er dauerhaft genau in Position. Ich überlege da noch, ob ich mir nicht einen zuklappbaren ND-Filter Aufsatz für das Guidescope bastel, um die Planeten so weit abzudunkeln, dass ich die Belichtungszeit auf mehrere Sekunden erhöhen kann. Oder einfach eine zuklapbare Blende mit kleinerer Öffnung.

Screenshot_20240823-231713.png


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