Eine Lanze für den 150/1200 Chinarefraktor

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Unigraph

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Hallo

Nachdem ich den letzten Beitrag von Markus (Lotz) - Theophilus ...- gelesen hatte und darin die Möglichkeiten des 6 Zöllers aus China (der gelegentlich verächtlich als Farbeimer bezeichnet wird) angesprochen wurde, habe ich mein Archiv durchstöbert, um einen Theophilus zu finden der mit den besser korrigierten Apos einigermaßen mithalten kann.
Wie die meisten im Forum wissen dürften ist der Unigraph eigentlich ein Sonnenteleskop. Trotzdem setze ich ihn gelegentlich auch in der Nacht ein. Bedingt durch das optische System wird die 150mm freie Öffnung auf 138mm abgeblendet. Das wirkt sich schärfemäßig auch positiv auf die Bilder aus, denn nicht der chromatische Fehler der kurzbrennweitigen Refraktoren ist das größte Problem sondern die Sphäre, welche bei der überwiegenden Mehrzahl der Linsen nicht stimmt! Da hilft ein wenig abblenden.

OK, mich kann man ohne Bedenken kritisieren und wünsche mir, dass die Teleskopbesitzer mit rund 130mm Öffnung (egal ob Spiegel oder Linse) ihre Ergebnisse als Vergleich mit reinstellen. Meine Hoffnung ist, dass die FH`s wieder etwas mehr Ansehen unter den Amateuren gewinnen! - Vielleicht auch nicht, wenn mir jemand ein Bild (mit 130mm Öffnung)zeigt bei dem ich in Ehrfurcht versinke.

Ich will mich allerdings auch nicht über Kleinigkeiten (ausgebrannte Lichter oder etwas mehr Schärfe) streiten. Dies kann man ja leicht ausmerzen indem man eine dunklere Ebene in PS drüberkopiert bzw. den ersten Layer in Reg. leicht nach rechts schiebt.

Link zur Grafik: http://www.unigraph.de/images/Digitalaufnahmen/m20061015zus2_3.jpg

Die Mondaufnahme wurde am 10.12.2006 bei etwa 5,5m, Belichtung 1/32sek, fps 30, stack 200 frames mit einer DMK am Uni gewonnen. Bearbeitung in RegiStax 3 und PS

cs Harald
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cs Harald
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Hallo Northpunk

Danke fürs Statement - Richtig und gut beobachtet!
Würde ich auch sagen, dass der Krater zu scharf aussieht!
Grund: in PS mit "Abwedler - Lichter" zu stark aufgehellt.
Interessanterweise liegt diese Unstimmigkeit nicht in der Schärfung!
Die Helligkeit habe ich im Bild partiell angepasst. Die Schärfung mit kleinsten Layer ging allerdings einheitlich über das gesamte Bild.

Fehlerbehebung: Das originalgeschärfte und helligkeitsmäßig nicht angepasste Bild in PS darunterlegen, eine Ebenenmaske aufrufen und mit Pinsel die zu hellen scharfen Kanten wegpinseln. Es kommen dann die Strukturen des unteren Bildes hervor. Diese dann wieder entsprechend dem allgemeinen Empfinden anpassen.

Hier das korrigierende Hintergrundbild.
Link zur Grafik: http://www.unigraph.de/images/Digitalaufnahmen/korr1.jpg
Diese Fehler empfinde ich nur als Kosmetik und wenn ich mich damit intensiver auseinandersetzen würde, würden wahrscheinlich solche Fehler nicht mehr passieren. Für mich wesentlich interessanter wäre der Detailvergleich in den kleinsten Skalen - m.a.W was sieht man auf einem anderen Bild wirklich mehr oder nicht?

cs Harald
 
Also wenn es um die details geht dann kann ich nur sagen... HUT AB! auf dem bild sind wirklich viele kleinste details zu erkennen. und wenn ich das so sagen kann sieht das Bild für mich sehr plastisch aus.
UNd besonders gefällt mir der schatten am Theophilus! der halbe krater im schatten und dann noch das zentralgebirge sieht einfach toll aus!
der Theophilus is ja mein lieblingskrater weil ein freund und ich letztes jahr die Höhe von Kraterwänden anhand der schattenlänge berechnet haben und damit bei einem Preisausschreiben unter den besten 3 sind... Nächste woche ist die Präsentation der Arbeit......

Tja.. Aber aufgrund der Details muss ich sagen: tolles Bild!

Cs
Florian
 
Hallo Harald,

ein sehr gutes Bild, was die mögliche Auflösung eines gut korrigierten Linsenteleskopes anschaulich zeigt.
Das so etwas ein FH kann verwundert mich nicht, den Auflösung wird durch Öffnung erreicht und die möglichen Fehler Deines FH Objektives hast Du ja durch Abblenden schon reduziert.
Interessant wäre noch, ob es sich beim Ausgangsmaterial um RGB 24 oder Y 800 handelt und ob Du Filter benutzt hast, bzw. mit Grünkanal gearbeitet hast.
Mehr Detailauflösung am Mond ist meines Erachtens auch mit einem Vollapo gleicher Öffnung kaum zu erreichen.
Weiterhin viel Spass mit Deinem "Sonnenteleskop" wünscht Leo

Link zur Grafik: http://home.arcor.de/l.bluhm/astrobilder/assets/images/LogoForum.jpg
Web Seite
 
Hallo Harald,

ich bin sehr beeindruckt von Deinem Theophilus, ebenso wie von dem
von Leo, welcher im Parallel-Fred gezeigt wurde. Große Klasse,
diese Bilder! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Von den Lunar Orbiter - ähnlichen Bildern von Oliver, Rolf und
einigen anderen Leuten hier im Forum will ich gar nicht weiter
reden, die sind geradezu phänomenal! Nur zu steigern durch Dobson
auf der Raumstation. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Das macht mir Hoffnung, daß ich aus meinem derzeitigen Hauptteleskop,
einem 70/350mm FH, ebenfalls noch viel mehr rausholen kann; sphärisch
ist er ganz ok. Mal sehen, was die Mintron mir bringt.

Also ran an die Farbgurken... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />


Gruß Coyote
 
Hallo zusammen,

Florian:
Interessant dass du dich mit Mondberghöhenmessungen beschäftigt hast. 1997 war dies einer meiner astronomischen Hauptbeschäftigungen. Ich habe dafür extra ein Computerprogramm in VBA Excel geschrieben bei dem ich nur das Datum, die sel. Längen, Breiten und den Trommelmesswert meines Okularschraubenmikrometers eingeben musste. Alles andere machte das Programm. Es war für mich sehr kompliziert, die vielen trigonometrischen Formeln für die Positionsberechnung des Mondes in ein Programm umzuwandeln. Dafür habe ich über ein halbes Jahr gebraucht, bis alle Werte stimmten!
Die Messwerte ergaben bei mir am Theo – Zentralberg rund 2000m, östl. Wall nach innen 3800m.

Markus:
Das Bild ist noch mit RGB aufgenommen worden. Da wusste ich noch nicht, dass mit Y800 man das Gleiche erreichen kann. Es wurde nachträglich in PS gelb eingefärbt und die Sättigung rein subjektiv runtergefahren bis ich der Meinung war, dass die Farbe mit denen der Apolloaufnahmen irgendwie übereinstimmt. Rein s/w gefällt es mir nicht so. – Geschmacksache. Mit dem Uni hatte ich bisher ungeheuren Spaß, dass kann ich dir versichern. Siehe meinen letzten Spikulen-Beitrag (Animation) auf a.treff

Coyote:
Na dann mal los.
Deine genannten Referenzbeobachter (mit größerer Öffnung) holen das letzte aus den Bildern raus. Weiterhin nennen möchte ich da allerdings noch W.Higgens, M. Wirth, P.Lazzarotti, A. Friedmann, Dodi, Bosmann, usw. Die Mitbewerberzahl um die besten Bilder ist da sehr hoch. Da ist es auf meinem Protuberanzen - Spezialgebiet noch etwas anders.


Cs Harald
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Hallo Leo,

Sorry, hatte dich namentlich mit Lotz (Markus) verwechselt. So ist das, wenn man sich nur vom Forum her kennt und irgendwie alles anonym ist, es sei denn eine HP bringt uns etwas näher.

Übrigens, die Aufnahme wurde nur mit einem IF Sperrfilter von Baader aufgenommen. Ein enger Grünfilter ist sicher auch nicht verkehrt. Leider lässt dies meine Kamera auf Grund zu kurzer Belichtungszeit nicht zu.

cs Harald, - der jetzt zur Sonne geht!
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Hallo,

So ein paar AVis von einer intensiven Protube mit 8,5m (weil sie doch rel. klein war) sind im Kasten.

Florian:
4MB sind für einen noch 56KModen User ne Menge Holz. Vielleicht kannst du mir nur das Wesentliche mailen oder ich klicke mich nach Weihnachten rein, wenn wir DSL bekommen haben.
Wie hoch waren denn bei euch die Kraterhänge von Theo?

cs Harald
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Die Kraterwand hatte ca. 4,4 km und das zentralgebirge 1,95 km.. wenn ich mich recht erinnere....

bei den 4 MB sind nur die exceldatei und das word dokument dabei. die arbeit hat nunmal 20 seiten und die sind auch noch gut bebildert. aber ich kann es dir schon gerne per email schicken.

CS
 
Hallo zusammen,

Ich dachte es mir fast, dass keiner Lust hat ein Bild vom Theo mit Apo hier reinzustellen. Die Apo-Gemeinde sollen angeblich nur visuelle Leute sein.

Dafür stelle ich mal noch ein Mosaik mit Inlet rein, welches die Grenze der Auflösung des 5 Zöllers zeigen soll. Beachten muss man da natürlich noch die Luft, welche aber zumindest für den gestackten Teil recht gut war. Das Inlet zeigt die berühmte Mondformation im Mare Crisum, bei welchem man früher dachte, dass die Mondbewohner eine Brücke gebaut hätten. OK, heute wissen wir es besser.
Das Mosaik ist auf 80% , das Inlet auf 90% verkleinert worden . Die grauen Rechtecke mitten im Mosaik sind Überlappungsfehlstellen. Die Zeitangabe bei den Bildern (ich habe beide auf die gleiche Zeit genommen - sind nur unwesentliche Unterschiede) stimmt nicht, statt MESZ muss UT hin.

Link zur Grafik: http://www.unigraph.de/images/Digitalaufnahmen/m20061010_010848fertig.jpg


Florian,
Am besten wir warten bis Weihnachten, da habe ich aufjedenfall DSL nach Aussagen der Firma.

cs Harald
 
Hallo Harald,

große Klasse, das Bild von der Mondbrücke des O'Neill! Noch
etwas mehr Öffnung und man müßte so langsam die Autobusse
darauf erkennen.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />


Gruß Coyote
 
Hallo Harald,

wenn ich mal, wenn auch spät, meinen Senf dazu geben darf: Dein Theophilus ist (wie auch Leo's) sehr schön detailreich, und ich kenne bisher im 5- bis 6-Zoll-Bereich aus hiesigen Lagen als "Konkurrenz" nur Cai-Usos sehr ansehnlichen 6"-Digiknipsen-Theophilus.
Bist Du Dir eigentlich mit der Brennweite sicher? Mein China-Billig-8"-Theophilus aus 2004 hatte 6m Brennweite gegenüber den von Dir angegebenen 5,5m, ist aber doch ein bißchen größer.
Bei nächster Gelegenheit werde ich Deiner Aufforderung aber gerne nachkommen und Theophilus mal mit Newton 130/650, 150/750 und 150/1200 und vielleicht auch "FH"120/1000 auf die Festplatte zu bannen versuchen.


Du schreibst auch: "Ich will mich allerdings auch nicht über Kleinigkeiten (ausgebrannte Lichter oder etwas mehr Schärfe) streiten. Dies kann man ja leicht ausmerzen indem man eine dunklere Ebene in PS drüberkopiert bzw. den ersten Layer in Reg. leicht nach rechts schiebt."
Ich finde eher, Dein Bild könnte gut ein Stück weniger geschärft sein, und die ausgebrannten Lichter stören, finde ich, weniger als die wie mit einer schwarzen Sprühdose angebrachten "schwarzen Seen" im Bild - zu dunkle Bildteile kann man halt nur begrenzt aufhellen.



Zur Topographie in Theophilus füge ich noch einen Ausschnitt aus der LAC78 mit Skalierung ein:

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Spaziergucker2/Theophilus_LAC78_150dpi_crop_scale.jpg

Beste Grüße+cs,
Dietmar
 
Hallo Dietmar,

Schön dass nun doch noch jemand sich kritisch äußert!

Zu deinen Bemerkungen:

1. Sicher sehr lehrreich, interessant und informativ, wenn du die verschiedenen 5 bis 6Zoll Optiken mal vergleichst. Ich würde sagen, dass es bessere (höher aufgelöstere) Bilder mit entsprechender Optik gibt. Ich kann mich mal an eine Alpenquertalrille mit 150/1200 Chinarefraktor erinnern (SuT) die hatte es insich, obwohl diese ein wenig gequält aussah.
Dein Theo würde ich in der Helligkeit etwas anheben damit er nicht so duster wirkt. Von der Auflösung her dürfte er die Grenze meiner Optik darstellen - bei diesem Bild liegen bei dir noch Reserven in den Aufnahmeartefakten, Striche.


2. Mit der Brennweite bin ich mir bis auf einen halben Meter sehr sicher, weil ich diese am Teleskop direkt ausmesse. Zu beachten ist, dass die Bilder nicht Originalgröße haben. (5,5m) ist die kleinste Brennweite die ich bei mir hinbekomme.

3. Ausgebrannte Lichter empfinde ich nicht mal so sehr schlimm, weil diese wie Spitzlichter wirken und das Bild brillianter erscheinen lassen. Unter Mondfotografen (z.B. im Ausland) ist es z.T. üblich die Kontraste runterzuknüppeln, so dass die Lichter schon recht kalkig wirken. Nach meinen Geschmack verliert da ein Bild einwenig an Wirkung selbst wenn man noch den schwachen Schatten im Licht erkennt. Ein Mondbild habe ich visuell immer als Kontrastreich und hell in Erinnerung. So sollte dann nach meiner Meinung auch das Bild irgendwie dran erinnern.

4. Ist dir das Bild zu hart und geschärft lege einen Gaußschen Weichzeichner drüber. In Prinzip sind die Bilder welche ich hier Poste angebote an die Zuschauer und leicht zu manipulieren. So lange meine Urheberrechte nicht beeinträchtigt werden, kann jeder dran rumfummeln wie er will - da bin ich sehr liberal.
Auf meiner Spezialstrecke passe ich allerdings sehr auf, dass die wolkigen Protuben auch wolkig bleiben. Am Mond kann man schon auf Grund der Morphologie die Schärfe digital recht hochtreiben - ist eben sehr Geschmacksache.
Das nächste Problem bei der Geschichte Schärfung und Helligkeit ist der Monitor. Wenn ich mir meine Protuben am Arbeitsplatz mit dem dortigen Monitor anschaue, denke ich jedesmal, dass der Mann der dieses Bild fabriziert hat keine Ahnung hat von Bildbearbeitung. Bei meinem 19Zoll Monitor sehen die Endprodukte nach meinem Gefühl harmonisch aus (schwarze Seein fallen mir hier nicht auf) - soll heißen, du kannst auf jedenfall Recht haben.



Für den Thread hier allerdings wichtiger wäre der Vergleich kleinster Strukturen die noch erkennbar sind - als Test für die Auflösung des Bildes. Ich bin da auf deine Vergleichsergebnisse gespannt!

3.
Interessante Karte!
Die Karte ist von Rückl? Ich habe auch eine hier, allerdings die kleinere rotbraune Version ohne die Höhenschichtangaben - auf was beziehen die sich, mittleres Niveau oder Umgebungsunterschiede?.

Cs Harald
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Hallo Harald,

das ist keine Karte von Rükl sondern von der US Air Force, aus
der LAC Serie.

Beschreibung ist hier zu finden.


Gruß Coyote
 
Hallo Coyote,

Danke für den Hinweis. Der Atlas ist für mich wegen der Höhenangaben sehr interessant. Vielleicht steige ich doch wieder in die Mondberghöhenmessung, jetzt aber mit Hilfe hochaufgelöster CCD Fotos wieder ein.

cs Harald
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Hallo Harald,

gern geschehen. Du hast recht, Bildbearbeitung ist immer auch eine Frage des Geschmacks.

Von Verkleinerung hattest Du allerdings nichts zu Deinem Theophilus geschrieben, dann verstehe ich den Größenunterschied zu meinem alten Bild. Verkleinerungen bieten ja auch immer über vorherige Weichzeichnung und anschließende Schärfung die Möglichkeit eines höheren Schärfeeindrucks.
Und bei neuen Bildern von Theophilus hoffe ich natürlich von meinen bescheidenen Fortschritten seit 2004 profitieren zu können. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

"Ist dir das Bild zu hart und geschärft lege einen Gaußschen Weichzeichner darüber ...", mmmh, ähem, die unschön überdeutlichen Überschärfungsränder gehen davon aber auch nicht weg, fürchte ich ...

Die LAC ist ja verlinkt, hat Gerd ja auch schon erklärt, und die Erläuterungen sind jeweils auf der Karte links.

Theophilus ist für Auflösungstests nur bedingt geeignet, finde ich auch, mir dienen bei passendem Lichteinfall wie beschrieben die beiden eher undeutlichen Kraterchen nordwestlich von Theophilus B als einziger wirklich brauchbarer Anhaltspunkt. Clavius ist da weit besser geeignet, da hatte ich ja auch vor einiger Zeit schon etwas längeres zu gepostet - das muß ich mal aktualisieren.

Besten Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo Dietmar,

Also bei mir funktioniert der Gaußsche Weichzeichner in PS einwandrei. Markiere einen zu harten Rand und lege dann den G.Weichzeichner mit Radius 0,3 drüber. Schon ist der Kanteneffekt gemildert oder ganz und gar weg.


Ich denke dass alle wissen, welche Freiheitsgrade digitale Aufnahmen haben. Wenn man keine Kalibrierung wie die Profis braucht, sondern nur pretty pictures aufnimmt um diese zu zeigen, dürften alle Manipulationen erlaubt sein auch wenn diese dann sich vom AVI unterscheiden. Man kann ja eben wie oben erwähnt das Meiste leicht rückgängig machen. Vor zwei Jahren war ich noch eingefleischter TP Analoganhänger! Die wahnsinnigen Möglichkeiten kleinstes Detail mit Hilfe von CCD deutlicher darstellen zu können, hat mich jedoch zum Digitalsonnenastronomen werden lassen.

cs Harald
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Hallo Harald,

natürlich erinnere ich mich an Deinen überzeugten Chemieeinsatz! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Und Du wirst sicher nicht verblüfft sein, daß ich immer noch SLR-Diaausrüstung UND Digiknipse mit in den Urlaub schleppe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />, wenn auch zunehmend unwilliger ...

Hinsichtlich des von Dir vorgeschlagenen Weichzeichnereinsatzes scheinen wir uns mißzuverstehen: Schau mal den wunderschön in das grelle Licht der auf dem Mond untergehenden Sonne getauchten westlichen Krater-Oberrand von Mädler, der sich wie ein leuchtender Strich aus dem umgebenden Dunkel auf Deinem detailreichen Mosaik hebt - auf beiden Seiten hat die Bearbeitung eine deutliche helle parallele Konturlinie hinterlassen, wo in "Wirklichkeit" kein solches "Detail" ist. Ebenso z.B. in Polybius A am unteren Bildrand - aber als kompletter Ring im Kraterschatten. Und das ist bei zahlreichen hochkontrastigen Details im Bild so.

Sicher ist Bildbearbeitung immer auch Geschmackssache, aber daß bei "pretty pictures" alle Manipulationen erlaubt sein sollen, kannst Du ausweislich Deines tollen Bilderschaffens nicht so weitgesteckt meinen, wie es für mich klingt. Es ist ja auch hier schon einige Male diskutiert worden, aber mit Retuschen und/oder "schönen" Bearbeitungen, die starke offensichtliche Artefakte hervorbringen, kann ich mich halt nicht so anfreunden - entschuldige bitte, aber Du hattest ja nach Kritik gefragt.

Besten Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo Dietmar,

brauchst dich nicht entschuldigen – hier geht es um ein Hobby und nicht um den Lebensunterhalt- aber ich habe dich schon richtig verstanden.

Noch kurz meine abschließenden Bemerkungen dazu:
(Startreck: „heißt es nicht, das es die Zeit ist, in der wir verbrennen“) – soll heißen meine ist knapp.
Ich möchte eigentlich noch mal an den Sinn meines ersten Beitrages erinnern – da ging es um die kleinsten Details die ein 130mm Teleskop auflösen kann, nicht um Bildbearbeitungsartefakte die für mich, wenn sie im Bild sichtbar werden, eigentlich nur ein Zeichen dafür sind, dass man in ein Bild keine weitere Zeit investieren möchte, um diese zu retuschieren bzw. weitere Bildbearbeitungsvarianten zu erarbeiten. Bei meinem Theo ist es genau so.

Klar sind überall auf dem Foto Kanteneffekte drauf die man (ich) bei einer anderen Variante locker ebv-mäßig vermeiden kann Jetzt müsste man sich hinstellen und diese Strukturen bearbeiten bzw. diese nicht entstehen lassen – kein Problem- da gibt es ne Menge Möglichkeiten (welche ich auch bei meinen Protubenbildern weitgehend ausschöpfe - Ich möchte an dieser Stelle da betonen, dass bei den wolkigen Protuberanzbildern von mir u.U. mehrere Tage EBV-Arbeit dahinterstecken damit ein Bild möglichst unbearbeitet ausschaut.) Ich denke wir sind zwar alle Amateure aber können mit den EBV Instrumenten gut umgehen, wenn’s drauf ankommt.

Nicht vergessen sollte man jedoch auch, dass mit Einsatz der USM viele Strukturen deutlicher hervorkommen. Da nicht alle Details gleich auf die Bearbeitung reagieren bleiben in den meisten Fällen nur partielle Eingriffe übrig – welche ich auch als erlaubt ansehe – und damit sind wir wieder beim Hobby, Geschmacksache, Zielorientierung eines Bildes usw. Ich habe mir da eine hohe Toleranz angewöhnt. – Es gibt vom DOT ein Spikulenbild einer aktiven Randregion mit Y-Konfiguration. Das Bild ist ein Speckleprodukt und zeigt enormes Detail – auch Bildbearbeitungsartefakte, Kanteneffekte sehr deutlich. Wenn dies die Profis veröffentlichen haben wir als Amateure hier im Forum noch ne Menge Luft. Aber ich vermute mal, man wollte bei diesem Bild nur die begrenzten Schärfe-Möglichkeiten des 40cm Spiegels zeigen und Platz schaffen für die 1m Liga.

Also zusammenfassend:
ich bin demütig – weiß, dass ich viele Fehler im Bild hinterlassen habe, man möge mir verzeihen und verweise noch mal auf den Sinn meines Beitrages – Vergleichsbilder mit Teleskopen von 130mm Öffnung, die sich auch viele Beobachter leisten können, zu posten um die billigen FH`s vor allem aufzuwerten.

Cs Harald
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