Einfach ist das nicht, diese Okulare

Theoina

Aktives Mitglied
Moin, alle zusammen. Bin seit Wochen hier im Forum, lese und staune über die Vielzahl der Beiträge und möchte mich bedanken für die Aufnahme.
Wohnen in der Prignitz, also keine Lichtverschmutzung, abgesehen von einer Laterne weit unten am Dorfanfang. Und die Stille nachts. Ich habe nur mein Atem gehört.
Habe mir im Frühjahr ein Bresser203/800 Goto zugelegt und habe mich, so denk ich mal, gut in das Gerät eingefuchst.
Nach langer Zeit war ( ausgenommen paar Tage wo der Mond und die Sonne beobachtbar waren) das letzte Wochenende von Samstag auf Sonntag eine Beobachtung von Saturn, Jupiter und Venus möglich. Um 2 aufgestanden und um 5 ins Bett. Einfach toll, die Planeten so zu sehen. Beeindruckend, wie die Jupitermonde da so rumhängen.
Nun zu meinem Problem : Vorab möchte ich sagen, dass zu viele Fachausdrücke mein altes Hirn überfordern, also seid so lieb und, wenn ihr mir helfen könnt, versucht, darauf einzugehen. Ich möchte ja nur durchs Okular gucken und später dann mit meiner alten Canon Bilder machen. Die Sonne hab ich damit auch schon fotografiert, aber mehr ist noch Zukunftsmusik.
Zu meinem Problem : ich schau mit 3x Barlow und 26er Plössl - prima! Dann andere Okulare rein - auch prima.
Jetzt hab ich mir ein 2x Barlow von Omegon zugelegt und ein Svbony 3- 8 Zoom. Will ja bißchen näher ran an die Allkugeln.
Nichts zu sehen - alles verschwommen. Ich kann einschieben, was ich will, fokussieren damit ist nicht möglich. Soll ja verschiedene Hülsen zur Verlängerung geben...
Viele von euch werden mir da mit Tipps helfen können, vielleicht ist jemand darunter, der auch hier in der Nähe wohnt, der mir in der Praxis helfen könnte.
Ich danke euch
Theo
 
Hi!

Richtwerte und Formeln:
  • Vergrößerung = Teleskopbrennweite / Okularbrennweite
  • Maximal sinnvolle Vergrößerung: Doppelte Öffnung in Millimeter, also bei dir ca. 400x – unter idealen Bedingungen, also mit einer idealen Optik – perfekt kollimiert, ohne Obstruktion. Weniger ist realistischer.
  • Typische Höchstvergrößerung in Mitteleuropa: Ca. 300x, mehr ist selten nutzbar, da muss alles passen – Objekthöhe über Horizont, Luftunruhe, Kollimation vom Teleskop.
Eine effektive Okularbrennweite unter ~2,5mm macht wenig Sinn, da bist du bei ~320x. Das SVBony ohne Barlow ist also schon ziemlich am typischen Maximum, was die Vergrößerung angeht. Mehr ist nicht unmöglich, aber nur selten nutzbar, und die Planeten müssen hoch am Himmel stehen.

Das mal teleskopunabhängig.

Dazu kommt, dass du einen extrem schnellen/lichtstarken Foto-Newton hast, der einiges an Koma zeigen dürfte (zu kleinen Kaulquappen verzerrte Sterne am Bildrand) und sich sehr über einen Komakorretor (Baader MPPC, TeleVue Paracorr, whatever – da haben andere mehr Erfahrungswerte und können bessere Empfehlungen geben) freuen würde, oder eventuell über die neuen Houdini-Okulare.

Clear Skies,
Alex
 
Danke für die schnelle Antwort. Das habe ich ja alles verstanden, mein Problem ist das einsetzen des Okulars; wenn ich nur das svbony zoom einschiebe, ohne Barlow, seh ich auch den Mond nur verschwommen oder ich erahnen ihn. Ich hab den Eindruck, beim fokussieren fehlt ein Stück beim Drehen... Und das selbe ist mit Barlow Linse... Und beide zusammen.
 
Hi,
was ist mit 2x Barlow und dem Plössl, geht das? Vermutlich ja.
Das Zoom hat ja bereits eine Barlow eingebaut, könnte mir vorstellen das Barlow plus Barlow nicht so gut harmoniert. Der Fokus wandert idR nach außen. Probier doch mal das Zoom Okular einfach mit der Hand weiter heraus zu ziehen aus dem Okularauszug, ob der Fokus weiter außen liegt und es scharf wird. Dann könnten dir Abstandsringe helfen.
 
Das kann sogar sein... die Fokuslage von Okularen ist nicht genormt, bei den meisten sitzt die Feldblende etwa am Übergang der 1,25"-Hülse zum breiteren Okularkörper. So ein Okular ist ja im Prinzip eine bessere Lupe, und das Bild, das man betrachtet, muss da sein, wo die Feldblende vom Okular ist. Wenn du das Teleskop auf den Vollmond richtest und ein Blatt Papier hinter den Okularauszug hältst, siehst du ihn in der Schärfeebene auch schön scharf auf dem Blatt.

Eine Barlowlinse verlagert den Fokus nach außen, sitzt selbst aber näher am Objektiv/Spiegel. Je nach Bauform werden dabei die Linsen in einem längeren, schmalen Gehäuse verbaut, sodass man am Fokussierer kaum was ändern muss (die Linsen sind tief im Okularauszug, aber die Mechanik sorgt dafür, dass man kaum was verstellen muss), oder man hat ein kompaktes Gehäuse, muss aber ggf. den Okularauszug weiter reindrehen.

Auch das SVBony hat wohl eine ziemlich ungewöhnliche Fokuslage:
In dem Thread kommen auch nicht alle an allen Optiken mit dem Okular in den Fokus. Wenn man weiter raus muss, ist das kein Problem (verlängern geht immer); sieht aber nach weiter rein aus. Ein paar Millimeter kann man oft über die Justierschrauben vom Hauptspiegel rausholen, sonst muss ein anderer, flacherer Okularauszug her.

Beste Grüße,
Alex
 
Dankeschön euch beiden, das! hat mir sehr viel geholfen. Dann werde ich mich mal nach einem Stück Papier umsehen :LOL:
 
Wie schon geschrieben hat das SVbony eine Recht extreme Fokallage. An einem meiner Refraktoren komme ich auch nur mithilfe einer kurzbauenden 2" auf 1,25" Reduzierung in den Fokus.

Diese hier:


Gruß Horst
 
Ja Horst, das denke ich, ist es! Kommt man ordentlich rein. Ich werde mal so ein Ding bestellen. Ich melde mich dann und verkünde hoffentlich, wie furchtbar groß der Mond ist...
 
Ciao,

Man sollte auch mal sagen, dass man am Anfang SOOO VIEL nun auch wieder nicht sehen kann an Planeten. Die Details von hochgezüchteten Fotos kann man i.a. vergessen visuell. Die Luftunruhe limitiert den Detailgrad (ruhige Luft, grosse Höhen im Gebirge wären Optimierungen), ebenso das Teleskop selbst (aus unüberwindlichen, physikalischen Gründen, Beugungslimit).

Wenn Du also an Jupiter die 4+ Monde und einige Atmosphärenbänder siehst, dann bist Du schon so ziemlich am Ziel. Viele Leute verkünsteln sich mit immer mehr (und manchmal falschem) Equipment - Vorsicht ! Dagegen: Beobachtungspraxis (also Wahrnehmungsübung) verbessert das, was man sieht, übrigens erheblich - mit der Zeit ! (DANN gehen auch ein paar feinere Details noch...)

Saturn: Atmosphärenbänder, Ring, Cassini Teilung, einige Monde

Venus: Phasen

Weitere Objekte wären mal anzusteuern: offene Sternhaufen (M11...) , Kugelsternhaufen (M15...) , helle Planetarische Nebel (M27...)...und dann weiter... Dafür besorgt man sich dann auch etwas anders optimierte Okulare mit grossem Gesichtsfeld (bei Deinem f/4 Teleskop wären ohnehin etwas bessere Okulare anzuraten, die Kosten dann auch ein bisschen was...).

LG,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke Peter
Da geht's wieder los, Okulare mit größeren Gesichtsfeld - was bewirken diese?
Am Saturn habe ich nur den Ring gesehen, ohne Teilung, dafür sehr scharf und keine Monde. Ist wohl noch zu weit weg mit meiner Ausrüstung. Muß ja nicht gleich alles passen. Jupiter war mit seinen Monden, den Schatten und dem roten Fleck fein zu erkennen.
Venus viel zu hell - da werde ich mir wohl mal nen Filter zulegen. Aber langsam ; die Frau runzelt schon die Stirn.
Aber mir ging es erstmal um die Möglichkeiten der Vergrößerungen - wenn ich den Mond betrachte und alles schön scharf ist - dann möchte ich auch mehr sehen.
Aber es wird - Danke für eure Hilfe
Und eine klare Nacht allen
Theo
 
Was beim Einsatz von Barlows von Anfängern häufig missverstanden wird, ist der essentielle Umstand, dass diese nicht hinter, sondern vor dem originalen Teleskopfokus platziert werden müssen. Und wenn die Lage von diesem Fokus zu knapp über dem Okularauszug liegt - insbesondere bei Newtons hat man häufig unzureichenden "Backfokus" - dann reicht der Fokushub vom Okularauszug nach innen möglicherweise nicht aus, um die Barlow in die erforderliche Position zu bringen.

Gruß, Peter

Barlow.jpg

Eigene Grafik
 
Hi!

Bei den Planeten ist auch viel Übungssache – da muss man beobachten lernen und sich Zeit nehmen, um Details zu erkennen. So flach wie wir grad auf Saturn schauen (was die Ringstellung angeht) und so niedrig wie er steht, ist die Cassini-Teilung eh sportlich. Ich muss aber zugeben, es schon eine Zeit nicht mehr probiert zu haben. Venus zeigt halt Phasen und sonst nicht viel – aber ein Graufilter (oder eine helle Umgebungsbeleuchtung) helfen auch beim Mond gegen Blendung.

Bevor du Adapter kaufst, probier vielleicht mal aus, ob du das SVBony ohne 2"/1,25"-Reduzierstück überhaupt so tief in den Okularauzug stecken kannst, dass du ein scharfes Bild siehst, und schau dann mal, ob die Steckhülse überhaupt noch rausschaut. Geht ja auch bei Tag an Horizontobjekten. Falls ja, sollte das Pushfix funktionieren, das Horst verlinkt hat.

Viel Erfolg,
Alex
 
Hallo,

Da geht's wieder los, Okulare mit größeren Gesichtsfeld - was bewirken diese?

Mit solchen Okulare ist ein größerer Ausschnitt am Himmel zu sehen. Ebenfalls entsteht nicht der Eindruck durch eine Röhre in den Himmel zu gucken.
Man kann das simulieren, bekannt ist der Test mit einer Pappröhre:
Nimmst du eine lange Pappröhre und schaust durch diese hindurch, dann ist nur ein kleiner Ausschnitt der Umgebung zu sehen. Kürzt du diese Röhre immer weiter, kannst du mehr von der Umgebung sehen. Okulare mit größeren Feld bewirken das am Himmel, sie zeigen einen größeren Ausschnitt davon.
Diese Okulare sind meist kostspieliger als Okulare mit geringeren Gesichtsfeld.

Am Saturn habe ich nur den Ring gesehen, ohne Teilung, dafür sehr scharf und keine Monde. Ist wohl noch zu weit weg mit meiner Ausrüstung.

Ich habe selbst lange mit einem 200/800mm Newton beobachtet.
Mit diesem Teleskop kann man einiges Beobachten und auch Sehen. Die Monde vom Saturn musst du zuordnen können. Mit deinem Teleskop sind durchaus vier oder fünf Monde vom Saturn zu sehen. Zum identifizieren der Monde helfen Planetariumsprogramme wie Stellarium oder Cartes du Ciel.

Jupiter war mit seinen Monden, den Schatten und dem roten Fleck fein zu erkennen.

Mit ein bisschen Erfahrung, Ruhe und Gelassenheit am Teleskop schälen sich gerade bei Jupiter feine Details in den Wolkenbändern heraus.

Venus viel zu hell - da werde ich mir wohl mal nen Filter zulegen.

Die Venus ist eher etwas für dem Taghimmel. Am Taghimmel kann man die unterschiedliche Größe und Form der Venussichel gut verfolgen. Die Venus ist am Taghimmel gut zu sehen, ohne von ihr geblendet zu werden. Das Aufsuchen kann aber eine Herausforderung sein.

Viele Grüße
Gerd
 
Hi!

Nochwas: Kannst du mal ein Foto von deinem Okularauszug machen? Eventuell sind da irgendwelche Adapter für visuell dran, die man noch kürzen könnte. Wenn der für eine DSLR ausgelegt ist, ist da gerne eine Verlängerung für Okulare mit üblicher Fokuslage dabei, die vielleicht einfach entfernt werden kann.

Clear Skies,
Alex
 
Moin. Danke Gerd für die Tipps. Das ist seltsam, das mit den Saturn Monden. Da war ringsum nichts. Muß mir wohl mehr Mühe geben.
Sternenhimmel heute' hab ich als App bei der Beobachtung dabei. Tolle Simulationen mit Echtzeit - man weiß dann genau, welcher Mond seinen Schatten auf den Jupiter wirft und, und...
Stell ich heute das Rohr auf die Wiese, soll ja klar sein, der Himmel...
Ich mach gleich paar Fotos vom Okular Auszug.
Bis dann und schönen Tag noch
Theo
 
Ich noch mal : der Okular Auszug mit und ohne original Reduzierstück und " mein" südlicher Himmel
 

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Hallo Theo,

Das ist seltsam, das mit den Saturn Monden. Da war ringsum nichts. Muß mir wohl mehr Mühe geben.

Die Grafik habe ich für den Samstag, 30. August 2025 für 22:30 Uhr erstellt:


Saturnmonde.jpg


Titan und Rhea hättest du sehen können, Dione wäre ebenfalls möglich gewesen. Die anderen Monde standen zu nahe am Saturn, so das sie überstrahlt werden. Weiter draußen stand noch Iapetus. Auch der ist machbar, aber je nach Ansicht ist dieser Mond mal hell und mal dunkler. Die in Laufrichtung vordere Seite von Iapetus ist deutlich dunkler als die hintere Seite, die heller ist.
Die Grafik habe ich mit "Cartes du Ciel" erstellt.


Viele Grüße
Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja gut Gerd; ringsum Saturn war alles dunkel - aber war ja auch das erste Mal, dass ich ihn durchs Rohr sah. Die Begeisterung war sicher größer als die Wahrnehmung. Das nächste Mal werde ich mir mehr Mühe geben. Deine Grafik ist schon beeindruckend. Muß mich einfach mehr belesen.
Heute keine Zeit, aber morgen, wenn es nicht regnet, werde ich mal versuchen, den Fokus zu ermitteln. Ich sage dann gern Bescheid
Ich danke euch beiden. Schön Tag noch
Theo
 
Moin. Also: Hab in 3km Entfernung einen Hochspannungsmast ins Vesier genommen ; mit der 2x Omegon und dem Svbony hab ich diesen nur scharf bekommen mit einer 25mm - Verlängerungshülse, die ich ans Svbony angeschraubt hab.
Ohne Barlow krieg ich den Mast nur mit Verlängerung scharf.
Ich muss abends den Mond abwarten. Mal sehen, was das Svbony mit und ohne 2x Barlow mir sagt. Aber erstmal, das 3x Barlow muß tiefer in die Reduzierung nach Prüfung, aber brauch ich das?
Ich melde mich
Schön Abend. Theo
 
Moin alle zusammen ; hab, so wie die Waschküche hoch am Himmel es zuließ, mal so ordentlich rumgekurbelt und Okulare probiert. War ja nicht viel zu sehen, also hab ich mich auf den Mond und die Sonne mit dem Spiegel beschränken müssen. Wollte ja nur das Zusammenspiel einzelner Okulare mit/ohne Barlow Linse und deren Einschub in die Reduzierung proben. Dazu hab ich eine Frage: Was bringt mir die Anschaffung einer 32er oder gar 40er Linse, was bewirkt so ein Gerät?
Das mitgelieferte Plössl 26mm ist schon gut, aber ohne Barlow kann ich doch gleich mein 10x50- Fernglas nehmen...
Danke für die Infos
Und einen schönen Sonntag noch
Theo
 
Dir bringt ein 32mm-Okular tatsächlich nichts, weil du einen 200/800 f/4 verwendest – da bist du bei 8mm Austrittspupille und verschenkst Licht, weil deine Iris sich nicht soweit öffnet. Sogar das 26er mit 6,5mm kann nicht jeder nutzen und verlangt nach einem dunklen Standort. Etwa 7mm sind das Maximum, das sich die Iris vom Auge in jungen Jahren öffnen kann, im Alter wird es eher weniger. Wenn du eine übergroße Austrittspupille verwendest, siehst du tatsächlich weniger Sterne als mit ~6mm - einerseits verschenkst du Licht, das nur dein Augenäußeres beleuchtet, andererseits ist der Himmelshintergrund auch heller als bei höherer Vergrößerung.

An eine eher visuell ausgelegten Teleskop mit langsamerem Öffnungsverhältnis – so f/6 oder f/10) bringt die ein 32-40mm-Okular ein helleres Bild, weil du nur so eine größere Austrittspupille passend zu deinem Auge erreichst. Außerdem bringt sie dir ein größeres Bildfeld. Ein 32er Plössl mit 1,25" Steckhülse und 50° Eigengesichtsfeld zeigt das maximale Bildfeld (2° am Himmel), das in eine 1,25" Steckhülse passt. Ein 40er 1,25" Plössl mit ~40° zeigt den selben Bildausschnitt, aber weniger vergrößert und damit heller (schwache Nebel sind deutlicher zu sehen), aber auch nicht mehr so immersiv – das ist der "Tunnelblick", weil der schwarze Bildrand dominiert. Ein 25mm Plössl zeigt an deinem Gerät nur noch 1,6° vom Himmel, mit ~6,5mm AP aber schon ein realistisches Maximum an Bildhelligkeit unter gutem Himmel.

Das heißt: Wenn du mehr Bildfeld willst (also Objekte leichter finden willst), kannst du keine längere Brennweite verwenden, sondern musst die Okularbauart ändern. Das viel empfohlene TeleVue 24mm Panoptic mit 68° zeigt dir ebenfalls 2°, aber mit 6mm AP (passt schon besser zu einem guten statt sehr guten Himmel) und größerem Eigengeschtsfeld.

2"-Okulare bringen dir bei langen Brennweiten, wenn die 1,25"-Steckhülse das Bildfeld begrenzt, ebenfalls mehr Bildfeld bei gleicher Austrittspupille. Das lohnt sich aber nur bei langen Brennweiten ca. 30mm (je nach Bauart).

Zum Durchrechnen nehme ich immer gerne
und zum visualisieren vom Bildfeld (nicht der Bildhelligkeit)
Gib da auch spaßeshalber einen kleinen Refraktor (80/600 f/7,5), ein C8 (200/2000 f/10) oder meinen Schiefspiegler (125/3500 f/28) ein ;)

Beste Grüße,
Ale
 
Danke Alex für die sehr detaillierte Antwort. Da werde ich doch mein altes Hirn fordern...
Wenn ein perfekter Himmel (was ja nun selten stattfindet) uns des Nachts umgibt und ich das Rohr hinterm Haus auf die Wiese aufgestellt habe und mich auf ringsum fast freie Sicht (wenn das Haus nicht wäre) freue, schiebe ich die Okulare (so viele habe ich nicht) rein, bis ich mit dem, was ich sehe, glücklich bin.
Die damalige Nacht, als Jupiter, Venus und Saturn in die Optik wanderten, hat mir den meinen richtigen Weg bestätigt. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen...
Schön Sonntag allen
Theo
 
Moin alle zusammen
Einfache Frage : ein Zoom Okular von sagen wir mal 4 - 10mm; schluckt das mehr Licht als ein "normales" 10mm Okular, oder ist da kein Unterschied zu erkennen?
Danke
 
Moin. Ein hochpreisiges, sagen wir mal 15mm, ist das merklich optisch besser als ein 15mm Okular in etwas gehobener Preisklasse? Ich hoffe, ich habe mich richtig ausgedrückt Planeten ohne Kaulquappenschwanz usw
Danke für die Antworten
Theo
 
Kaulquappenschwänze sind eher ein Zeichen für eine dejustierte Teleskop-Optik, oder typisch für einen lichtstarken Newton (oder beides...).

Es geht weiterhin um den Bresser 203/800 Newton? Der ist einerseits mit f/4 sehr empfindlich gegen Dejustage, und Koma insbesondere am Bildrand ist da normal – dafür gibt es Komakorrektoren, zum Beispiel 2" MPCC V-1 Mark III Newton Komakorrektor - SET: Visuelle und Fotografische Version. Der wird zwischen Okular und Teleskop in den Okularauszug gesteckt, aber Vorsicht: Die Teile funktionieren nicht einfach so, sondern man muss den richtigen Abstand zwischen Okular und Komakorrektor einstellen, da nciht alle Okulare die selbe Fokuslage haben. Also ggf. mit dem Abstand spielen, indem man die drehbare Okularklemme dreht oder das Okular noch etwas rauszieht. (Eine Kamera ist einfacher, da ist die Lage vom Sensor bekannt.)

Mit den Houdini-Okularen gibt es mittlerweile auch Weitwinkelokulare mit integriertem Komakorrektor, die ganz gute Kritiken haben. Da sind wir wieder bei Post #2 :)

Einfache Einführung zur Koma z.B. hier:

Was die Qualität angeht: In der Bildmitte – also auf der optischen Achse – sehe ich (am passenden Teleskop, bei mir mit f/6,5-f/7,5) wenig Unterschied zwischen einem guten Weitwinkelokular und einem qualitativ ähnlichen Ortho für ein Viertel vom Preis. Letzteres zeigt aber ein wesentlich kleineres Feld und kommt mit so einem schnellen Öffnungsverhältnis wie f/4 noch schlechter zurecht. Das liegt aber nicht an der Qualität vom Okular, sondern daran, ob sie für so ein Öffnungsverhältnis gedacht sind. Die meisten Okulare sind eher für f/6-f/8 ausgelegt und funktionieren auch an langsameren Optiken (f/10), während sie mit f/4 Probleme nicht mehr so gut zu recht kommen. Deshalb dann der Komakorrektor.

Clear Skies,
Alex
 
Dankeschön euch! Ja, Alex, ist noch das 203/800. Heute morgen hab ich den Jupiter beobachtet - wenn ich meinen Augen alles abverlange, gucke ich ums Koma rum. Es ist nicht sooo schlimm. Einfach toll, dieser Planet.
Aber jetzt hab ich den Saturn ins Visier geholt - ich musste ständig um den "Schwanz" hermgucken. Dann mit der Absicht, einen Korektor dank eurer Hilfe mir zuzulegen.
Dann werde ich mal suchen...
Schön Abend allen
Theo
 
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