Einige Fragen...

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Shimo
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Shimo

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Hallo erstmal,
da ich nun vor dem Kauf eines neuen Teleskops stehe hab' ich mal einige Fragen:
a) Ist der Unterschied von 8"(f/6) auf 10" (f/5) so groß, dass sich 300 Euro Aufpreis rechnen würden?
b) Wenn man später den 8" Dobson gerne mal parallaktisch montieren will, sind da 1mm Tubus-Wandstärke (aus Alu) auch genug?
c) Unter welchen Umständen sollte man dem 8" Newton einen 6" Fraunhofer vorziehen?
d) Mag zwar lustig klingen, aber: Kann man einen Refraktor auch auf einer Dobson Montierung montieren, oder kennt sonst noch jemand preiswerte Alternativen zu HEQ-5 oder EQ-6?

Danke schonmal im Voraus ^^
 
Re: Einige Antworten...

Hallo Shimo.

Na, dann sollst Du einige AW's kriegen.. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Zu a) kann ich nicht viel sagen. Ein Unterschied wird sicher vorhanden sein - wie "drastisch" er aber ist, das kann ich Dir nicht sagen, da ich noch nie 8" mit 10" direkt verglichen habe.

b) ja, 1mm Wandstärke reicht. Weil der Tubus in Rohrschellen "eingefasst" wird (die sind stabil und liegen rund um den Tubus fest an) Prismenschine direkt an den Tubus schrauben, das wird bei 8" nicht zufriedenstellend stabil. Eine parallaktische Monti für 10" sollte dann 1-2 Nummern grösser sein... (=teurer & schwerer)

c) Du solltest den FH vorziehen, wenn Du
1. einfach "aus prinzip" eine Linse willst
2. mehr Geld übrig hast
3. nicht allergisch auf Farbfehler* bist und (ganz wichtig)
4. eine ULTRASTABILE Montierung** besitzst!!

*Der Farbfehler... Darüber streiten sich die Geister.. Ein f/5 FH ist schon bei 80mm Öffnung ein wahrer "Farbfernseher"; bei 150mm Öffnung wird's noch viel schlimmer... Bei F/10 wird's langsam besser, da hat der 6" aber bereits eine Brennweite von 1500mm.

** Ich persönlich habe einen f/15, (80/1200mm) der ist annähernd farbrein. Ein 6" f/15 hätte 2250mm Brennweite, dafür braucht's dann eine "Sternwartenmontierung"

Und noch zu d) Ein "FH-Dobson"... auch schon gesehen, das funzt bei kurz bauenden FH's. Aber, je länger der FH wird, desto länger muss die Rockerbox sein (Einblick beim FH ist ja "unten") und so eine "lange, hohle Säule" ist schwingungsanfällig.
Es gibt aber sowas, wie eine "Dobson"-Montierung für FH's, dass sind die Giro- oder AYO - Montierungen (alt/az, ohne Antrieb, nur "zum nachdobsen"..)
 
Hi Shimo,
der Unterschied zwischen 8 und 10" ist schon so deutlich, dass man bei der Erstanschaffung sicher darüber nachdenken kann. Hätte ich einen 8" würde ich jedoch nicht auf 10" umsteigen.
Den Dobs parallaktisch zu montieren ist kein Thema. Egel wie der Newton montiert ist, es ist sind die gleichen Geräte.
Newton vs. 6" FH, ich wüßte nicht warum ich den FH vorziehen sollte. Nach meiner Erfahrung zeigt der 8" Newton immer mehr und ist dazu noch handlicher - grade als Dobs.
Refraktoren kann man auch als Dobs verwenden, was ich aber aus den bereits genannten Gründen nicht empfehlen würde.
CS
 
Hallöchen!

a) Ist der Unterschied von 8"(f/6) auf 10" (f/5) so groß, dass sich 300 Euro Aufpreis rechnen würden?

Also meiner Meinung nach ist der Unterschied zwischen 8" und 10" nicht soo groß, aber er ist natürlich da, was man besonders bei kompakten Sternhaufen merkt.

Ich würde auch sagen, dass wenn es um eine Erstanschaffung solcher Geräte geht der Zehnzöller schon eine wirkliche Überlegung sein könnte, aber er sich nicht wirklich lohnt, wenn man schon einen Achtzöller hat.

b) Wenn man später den 8" Dobson gerne mal parallaktisch montieren will, sind da 1mm Tubus-Wandstärke (aus Alu) auch genug?

Wie schon hier im Thread gesagt, mit Rohrschellen ist das kein Problem, das ist recht stabil. Aber wenn ich mir die groben von dir gennanten Daten so ansehe, sprichst du dann nicht von den GSO/Galaxy Dobsons? Die haben doch alle einen Tubus aus Stahlblech, was natürlich noch einiges robuster ist.
Ein Alutubus mit 1mm Wandstärke wird wohl auch gut funktionieren, aber ein bischen anfällig könnte sowas vielleicht doch werden.

c) Unter welchen Umständen sollte man dem 8" Newton einen 6" Fraunhofer vorziehen?

Unter garkeinen Umständen! Es gibt nichts was der Fh kann, was der Newton nicht auch kann! Nur das der Newton so ziemlich alles besser kann.
Der FH ist nur was für Leute, die auf jeden Fall einen Refraktor haben wollen, sei es dem Einblickverhalten wegen, oder weil das Teil so aussieht wie sich eben die meisten Menschen ein Teleskop vorstellen.
Ich persönlich mag diese Geräte nicht wirklich, vor allem weil die Optiken dieser Chinakracher billigst produziert werden und sich hier nicht an die Vorgaben von Fraunhofer gehalten wird, was die Brechungsindizies der beiden Gläser angeht. So machen diese Geräte keinesfalls das was ein Fraunhofer eigentlich machen sollte, nämlich zwei unterschiedliche Wellenlängen in möglichst einem Brennpunkt zu fokusieren.
Aufgrunddessen sind diese Teile für die Planetenbeobachtung nicht wirklich zu gebrauchen. Man kann also sagen, dass die Stärke dieser Geräte in der Beobachtung mit geringen Vergrößerungen liegt, Aber das geht ja mit dem Newton genauso.


d) Mag zwar lustig klingen, aber: Kann man einen Refraktor auch auf einer Dobson Montierung montieren, oder kennt sonst noch jemand preiswerte Alternativen zu HEQ-5 oder EQ-6?

Naja, also es gab da schon die wildesten Eigenbauten, so habe ich schon etliche Refraktoren in einer Art Rockerbox gesehen, eben wie beim Dobson, auch besagten 6" f/8 Refraktor habe ich schon in einer solchen Konstruktion gesehen, aber das ganze war schon recht hoch, den erstens war die ganze Rockerbox schon recht hoch gebaut, was ja auch nötig ist um mit einem so langen Gerät bequem beobachten zu können, und zweitens stand diese Rockerbox dann noch auf einem hohen Stativ.
Was für dich noch eine Alternative sein könnte wäre wirklich eine azimutale Schwenkeinheit, wie z.B. die Giro Montierung ->
GR 2 Montierung

Preiswerte Alternativen an sich sind die EQ-6 und die HEQ-5 ja schon!
Weswegen man diese Montierungen im Urzustand auch vorallem dann nicht weiter empfehlen sollte, wenn Fotografie damit betrieben werden.
Die beiden Montierungen sind also im Prinzip und ganz hart ausgedrückt das billige vom billigen und mittlerweile kenne ich einige Leute, die eine solche Montierung haben oder hatten, und oft wird übel drüber geflucht - es sei den man investiert viel Zeit und Geld und den Verlust der Garantie und baut diese Montierungen komplett um, was jedenfalls bei der EQ-6 machbar ist. Ist aber nicht jeder Manns Sache.


clear skies,
André
 
So, nach den hier gewonnen Antworten und weiteren Nachforschungen hab' ich nun -überhaupt- keine Ahnung mehr was ich mir kaufen soll oO
Einerseits ist der Unterschied zwischen 8" und 10" nicht so groß, andererseits sollte man bei Erstanschaffung doch mal drüber nachdenken. Der 4" bzw. 6" Refraktor der mir so gut gefiel kommt nicht sonderlich gut an etc...
Irgendwie hab ich inzwischen den Überblick/die Orientierung verloren :/
 
Hey Shimo,

wenn das so ist, dann solltest du den Kauf wirklich nicht überstürzen, sondern dich erstmal weiter in die Materie einfinden und ggf. auch noch etwas sparen.

Versuche auch mit Sternfreunden aus deiner Umgebung mal in Kontakt zu treten, dort kannst du mit Sicherheit auch mal mit Beobachten und kannst so die Vorzüge bestimmter Instrumente kennenlernen und dich auch weiterbilden.

Wenn du dann schon etwas Beobachtungserfahrung gesammelt hast, dann solltest du dich erst entscheiden, was wirklich das beste für dich ist, den auch wenn du nun noch daran denkst, ich bin zwar selbst erstaunt, wieviel Dobson Benutzer es mittlerweile gibt, aber ein Dob ist dennoch nicht jedermanns Sache, ist eben so.

Also evt. noch etwas warten, auch wenns schwer fällt (ich kenn das nur zu gut!).

gruß,
André

 
Hallo Shimo,

vielleicht nochmal ganz langsam:

1. zu Linsenteleskopen

heutige häufige kurzbrennweitige sogenannte Fraunhofer-Refraktoren (FH) haben einen erklecklichen Farblängsfehler, der sie nicht sinnvoll im Hochvergrößerungsbereich abbilden läßt. Daher sind sie praktisch nur für den geringvergrößernden Richfieldbereich geeignet. Für einen Anfänger, der wohl eher ein universell einsetzbares Gerät möchte, also eher nicht.

Die Alternative wären echte FHs mit Öffnungsverhältnissen ab so f/15. Diese sind somit lange Röhren (wenn die Öffnung nicht gerade winzig ist) und bedürfen einer stabilen und kostspieligen Montierung, um sie sinnvoll einzusetzen. Ich würde sie für Anfänger, die nicht gerade sehr sehr wohlhabend sind, als eher exotisch ansehen.

Eine weitere Alternative wären APO-Refraktoren, diese sind i. d. R. nicht so langbauend wie die FHs, bedürfen also auch nicht solch stabiler und entsprechend relativ teurer Montierungen. Leider sind APOs preislich in einer Liga, in der Anfänger, die nicht "hochbetucht" sind, eher nicht spielen.

Fazit: wenn man Normalo-Anfänger ist und kein Exoten-Fan, sind Refraktoren heute nicht wirklich universelle, günstige Einsteigergeräte. Sie haben durchaus ihre Einsatzbereiche (z. B. Richfield, Reise, Planeten, Sonne...), aber heute würde ich dem Einsteiger eher ein Newton-Design empfehlen.

2. zu Newton-Designs:

Prinzipbedingt keinerlei (!!!) Farblängsfehler.
Einfach, günstig, große Öffnung (Auflösung, Licht) für vergleichsweise wenig Geld.

Dobsons haben den Vorteil für nicht allzu finanzkräftige Einsteiger, daß auch die Montierung kaum kostet im Vergleich zu parallaktischen Systemen - entsprechend mehr steckt in der Optik, bzw. läßt Spielraum für das Zubehör.

Wenn es um die Frage geht 8"-f/6 oder 10"-f/5, dann würde ich vor allem 2 Dinge bedenken:

- soll bald eine parallaktische Montierung nachangeschafft werden und fotographisch gearbeitet werden (erkleckliche Zusatzkosten; der 10"-f/5 ist noch mal schwerer als der 8")

- f/5-Geräte sind okularkritischer als f/6-Geräte: soll heißen, daß a) manche Okulare nicht so gut im Randbereich abbilden und man daher zu b) anderen, in der Regel kostspieligeren greift.

Nutze die Suchfunktion, das Thema 10"-f/5 oder 8"-f/6 hatten wir schon mehrmals.

Schließlich würde ich mal überlegen, was denn als Zusatzausstattung noch so nötig ist, alles für beide Alternativen zusammenrechnen und dann schauen, wieviel ich denn so (wann) ausgeben möchte.

Meiner persönlichen Meinung nach (falls Du weder bald parallaktisch montieren noch Fotos machen willst,) ist der 8"-f/6 der Universalist (habe ich und bin sehr zufrieden). Für den genannten Differenzbetrag von 300 Euro bekommt man schon eine feine, meines Erachtens praktisch vollständige okularseitige Zusatzausstattung hin.

Ich hoffe, ein wenig Klarheit gestiftet zu haben,

wünsche einen schönen Einstieg in die praktische Astronomie,

klare dunkle Nächte mit ruhender Luft höchster Durchsicht bis zum Horizont,

Matthias.
 
Ich wüsste allerdings schon warum ich einen FH mit f10 einem Newton vorziehen würde: Wennst direkt vor Deinem Balkon eine Strassenlaterne o.ä. hast, dann bist Du bei einem Newton gezwungen, das Okular mit geschlossenen Augen zu suchen oder Du schaust genau in die Lampe rein. Mit einem Refraktor kannst Du Dich viel besser vor Streulicht schützen.

Ich frage mich immer wie leute bei einem FH auf das Verhältnis von f15 bestehen können. Wie schon angemerkt wurde gibt es FHs bei denen die Linsen nicht aus geschmolzen Gurkengläsern bestehen und nicht erst ab f15 ordentlich abbilden...
 
Hallo Bronks,

für die Straßenlaternensituation finde ich Photographentücher als Streulichtschutz recht geeignet. Wenn man dann noch eine Art Peilvorrichtung geschickt vorn offenlassend anbringt bzw. den Sucher vorn freiläßt, hat man auch mit der Ausrichtung unter Streulichtschutz kein Problem. Allerdings finde ich persönlich tastenderweise den OAZ recht gut, sowohl an meinen Newtons wie auch an meinen Refraktoren.

Fraunhofer-Objektive nach Fraunhofer sind - soweit ich mich für informiert halte - 2-Linser mit nach Fraunhofer vorgeschriebenen Linsenmaterialien und einem Öffnungsverhältnis von ab f/15 <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> . Natürlich kann mans auch konstruktiv "schneller" machen, dann hat man ein fraunhoferähnliches Objektiv mit - bei gleichen Glassorten nach Fraunhofer - höherem Farblängsfehler als der richtige Fraunhofer.

Mit modernen Glassorten (Stichwort ED) sind ebenfalls Objektive realisierbar, die bei relativ schneller Blende noch akzeptabel geringe Farblängsfehler aufweisen, doch sind dies eben moderne Designs, keine Fraunhofer.

Wenn man einen heutigen kurzen Pseudo-Fraunhofer durch beherztes Abblenden in einen echten verwandelt, schwindet gleich massiv der Farblängsfehler (zum Preis von Licht und Auflösung).

(Nur daß ich nicht falsch verstanden werde: die eventuell "überklare" Ausdrucksweise soll lediglich die Definition klarstellen, mir persönlich gefallen "Aufweichversuche" daran nicht. Ich würde auch nicht meinen 13 Jahre alten Polo mit ausgeleierten Stoßdämpfern, fast defektem Auspuff mit 40 Sachen auf kurvigem Feldweg als Rally-Fahrzeug bezeichnen, obwohl es sich für mich so anfühlt.
Um noch allen potentiellen Missverständnissen vorzubeugen: Ich weiß, daß Du nicht mir geantwortet hast, fühle mich weder herausgefordert noch angegriffen, möchte weder herausfordern noch angreifen, allein die Sachklärung der Definition liegt mir am Herzen.)

Wünsche dauernden Stromausfall für Deine Straßenlaterne,

klare dunkle Nächte mit ruhender Luft höchster Durchsicht bis zum Horizont und für morgen auch tagsüber klaren Himmel bei feinster Durchsicht und bestem Seeing,

Matthias.
 
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