Einlinser

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Hi zusammen,

da ist der Himmel doch tatsächlich mal Wolkenlos damit ich testen konnte. Und ich bin voll zufrieden, so habe ich mir das Ganze Vorgestellt :) :) Mit 75mm Brennweite am Okular ist das Bild durchaus sehr annehmbar. Klar kein Vergleich zu einem modernen Teleskop aber darum ging es ja auch nicht.

Zum Okular selbst. Das Gesichtsfeld ist ziemlich klein, um die 30° würde ich schätzen. Auch hat es einen ziemlich Tunnelblick. Man darf echt nicht weit von der Mittelachse weg gehen sonst wird es sofort dunkel. Der Augenabstand ist recht ok, zwei Finger am Okular als Führung passen super um Abstand und Mitte gut zu treffen. Scharf stellen über den simplen Schiebeauzug geht auch sehr angenehm.

Der Farbfehler ist erfreulich gering. Ohne abzublenden lassen sich die Galileischen Monde sehr gut erkennen. Jupiter selbst hat schon einen erkennbaren Farbsaum, allerdings liegt das sicher zum Teil auch daran das er schon recht tief hing. Wenn man auf ca. 25mm abblendet (volle Öffnung sind 45mm) sind die Monde ziemlich Dunkel, dafür ist Jupiterscheibe klar abgegrenzt und recht homogen hell. Sturmbänder sind mehr zu erahnen als zu erkennen.

Sehr helle Sterne zeigen einen erkennbaren Farbsaum, hier hatte ich aber nur mit Offenblende probiert. Dunklere Sterne sind sauber erkennbar. Erstaunlich gut kann man den Orion Nebel erkennen.

Mars hing mir etwas zu hoch, dafür hätte ich mich dann auf den Boden legen müssen um noch ins Teleskop schauen zu können.

Nach dem das nun endlich so klappt wie ich es mir erhofft hatte geht's ans finale bauen. Das Okular braucht jetzt eine Fassung aus Messing, hier muss ich mal schauen wie ich die am besten baue.

Anschließend soll die Linse vorne auch noch eine andere Fassung bekommen. Da schwanke ich noch zwischen Messing und wie bei der ersten Linse Holz.

Anschließend fehlt dann noch eine Montierung mit laaaangen Beinen :)


Und dann mal schauen was als nächsten Kommt. 3m Brennweite? o_O Oder ich finde noch irgendwie einen Achromaten mit 2...3m Brennweite. Mal schauen was mir da so über den Weg läuft.


VG und CS
Olli
 
Hallo Olli,

erst ein mal muss ich dir zu deiner Bauerei gratulieren. Ich vergleiche das immer mit meinen rudimentären handwerklichen Fähigkeiten.

Deine Beobachtungsschilderungen ließen in mir gleich wieder die Erinnerung an Beobachtungen mit dem Kosmos Linsensatz vor 60 Jahren aufkommen. Da war die Frontlinse (bikonvex) mit 1 Meter Brennweite auf 25mm abgeblendet. Am Jupiter konnte man sich bei 40facher Vergrößerung die Äquatorialbänder in die Weste lügen, wenn alles stimmte. Natürlich konnte man prima Mond gucken, Saturn zeigte den Ring und auch der Orionnebel war zu sehen.

Ich hatte vor einiger Zeit hier schon ein mal Reklame für die Schrift "was der Kosmos Linsensatz am Himmel zeigt" gemacht. Wenn gewünscht, kann ich die hier gerne noch ein mal einstellen.

Viele Grüße und weiter frohes Basteln Gerhard
 
Hi zusammen,

@Gerhard: Über die Schrift würde ich mich sehr freuen. Gerne auch per PN :)

Inzwischen bin ich bei meinem Ramsden Okular endlich weiter gekommen. Ist am Ende ein schön schweres Okular aus Messing geworden :)

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Der Grundkörper besteht aus einem 34mm Messing-Rohr mit 3mm Wandstärke.

Die beiden Enden bzw. Linsenträger sind aus dem vollen gedreht. Zum Objektiv hin mit möglichst vollem Durchmesser, Augenseitig mit 10mm Öffnung und ca. 15mm Abstand. Passend zum Grundköper mit jeweils M30x0.7 Gewinden versehen. Die Linsen haben in den Trägern umlaufend ca. 0.2mm Spiel, um zu vermeiden das bei Kälte das Messing Druck aufs Gals ausübt.

Das Distanzstück ist aus Mattschwarzem Kunststoff gedruckt. Passt zwar nicht zum Semi-Historischen Konzept, bildet aber einen 'weichen' Puffer zwischen den beiden Linsen um auch hier zu vermeiden, dass bei Kälte das schrumpfende Messing zu stark auf das Glas drückt.



Mit der reduzierten Augenöffnung ist das Handling gleich viel Angenehmer da man besser die Mitte anpeilen kann.

Nun warte ich wieder auf besserer Wetter um das gute Stück zu testen :)


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Vg und CS
Olli
 
Hallo Olli,

als Mensch ohne Drehbank und mit bescheidener Holzwerkstatt kann ich immer nur staunen, was du da so treibst.

Ich versuche mal die Schrift über den Linsensatz anzuhängen. Als wir die im Rahmen unseres Vereins zu Weihnachten publiziert haben, wurde vorher mit dem Kosmos Verlag abgeklärt, dass keine Urheberrechte mehr bestehen.

Ich finde diese kleine Schrift nach wie vor so schön und wünsche dir und allen anderen viel Freude damit.

CS Gerhard
 

Anhänge

Hallo,

Das erinnert mich an das Fernrohr aus dem Kosmos Buch "Praktische Astronomie für Sternfreunde".
Es gibt diese Vorsatzlinsen auch als Achromat, aber vielleicht nicht in so kleinen Werten (0,5 dioptr).

Für das Okular ein einfaches Huygens/Mittenzwey gefällig?
Man benötigt zwei Plankonvex Linsen, mit den Planseiten in Richtung Auge:

Brennweiten:
Feldlinse = Wunschbrennweite x 1,5 und
Augenlinse = Wunschbrennweite x 0,75.

Beim Huygens funktioniert die Feldlinse wie ein Fokalreducer, und sie liegt etwa "Wunschrennweite / 2" vor der Feldblende. Im "neuen" Brennpunkt liegt dann die Feldblende, also der Kreis den man sieht. Die Augenlinse so weit von der Blende weg montieren, bis die die Blende scharf erscheint. Der Abstand der beiden Linsen ist dann etwas mehr als die Wunschbrennweite des Okulars.

Der Durchmesser der Feldlinse ist von dem Okular"auszug" abhängig und die Blende ist wiederum von dem Durchmesser der Feldlinse abhängig. Man kann bei der Blende mit Pappscheiben experimentieren. Bei so extrem langen Brennweiten des Objektivs kann man durchaus 40 bis gut 50 Grad Gesichtsfeld erreichen - siehe die alten Kuhaugen Okulare von Wachter/Lichtenknecker. Allerdings braucht man einen entsprechend grossen Okularauszug und entsprechend grosse Linsen.

Für ein f=60mm Okular ist die Feldlinse dann mehr als 50mm im Durchmesser, wenn man mindestens 50 Grad scheinbares Gesichtsfeld erreichen will. Bei 2 Mter Objektivbrennweite erreicht man damit etwas mehr als 30 fach.

Da bei dieser Konstruktion die Brennweite des Objektivs etwas reduziert wird, wird der Okularauszug etwas weiter zum Objektiv geschoben, als bei der Verwendung von "normalen" Okularen, wie Orthos usw.

Tom.
 
Hallo Tom, ich würde ggf. mal ein Mittenzwey bauen wollen. Hatte aber den Eindruck, diese hätten konvex/konkave Linsen als Feld- und Augenlinse und ggf. annähernd zentrisch zueinander passende Radien und eine F/Abstandsbedingung der beiden Linsen.
Mag mich täuschen.
Weisst Du was darüber?
CS Ulrich
 
wenn man Linsen über hat kann man ja einfach mal so probieren welche wie gut miteinander harmonieren, villeicht ergeben sich aus Zufall gute Kombinationen welche jetzt nicht zu den "offiziellen" gehören.
Das erste Teleskop hatte ja auch nur irgendwie eine Einzellinse als Okular.

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Hallo Florian, richtig.
Darüber hinaus mache ich mir Gedanken wie man die optimale Performance hinsichtlich der Abbildung hinbekommt. Das wäre mir auch wichtig, das zu verstehen.

Bei primäroptik (also das erste Teil im Aufbau, da kenne ich mich schon etwas aus. Okulare sind bisher nicht so mein Ding.

VG Ulrich
 
wenn man Linsen über hat kann man ja einfach mal so probieren welche wie gut miteinander harmonieren, villeicht ergeben sich aus Zufall gute Kombinationen welche jetzt nicht zu den "offiziellen" gehören.
Das erste Teleskop hatte ja auch nur irgendwie eine Einzellinse als Okular.

ja, genau. Man kann sich ja ungefähr an die Werte halten, die ich nannte und so ungefähr zusammensetzen.
Wenn man einen Achromaten dazwischen hat, geht das in einfachen Anwendungen sicher auch. Die Öffnungszahlen liegen ja bei 20 oder mehr.

Tom.
 
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