Hallo Johannes,
auch wenn Du ein "Polar Alignment" PA mit drei Sternen machst und das dort mit einer Fehlertoleranz von 1" einstellst, ist der Fehler meist viel größer.
Denn das PA wird mit PlateSolve gemacht. Du benutzt also die optische Achse des Teleskops für das Einnordungsverfahren. Und die optische Achse stimmt nie mit den Teleskopachsen überein. Die Abweichung von diesen Achsen sind auch als "Pointingfehler" bekannt.
Insbesondere bei "weichen" Teleskopen, wie eine Newton, bewegt sich auch noch der Spiegel während des GoTo. Es kann sogar sein, dass ein "Three Point Polar Alignment" ein schlechteres Ergebnis für den Pol liefert, als ein klassisches "Two Point Polar Alignment". Das liegt daran, dass die Pointingfehler (siehe oben) sich dann auf den Fehler der Einnordung auswirken und der Pol falsch berechnet wird, da die Poitingfehler zum PA Fehler zusammengerechnet werden. Den geringsten Pointingfehler macht man, wenn man (für das Polar Alignment) auf einer Deklination bleibt und nur in RA fährt. So macht das z.B. ZWO in ASIAir.
Selbst wenn man sich sehr viel mehr Mühe gibt mit dem PA und den Fehler auf 1" reduziert, ist er in Wirklichkeit viel größer. Wegen der Pointingfehler. Es ist eine Illusion zu glaube, mit den PA-Methoden, die sich auf PlateSolve stützen, könnte man sehr genau einnorden.
Wenn man eine präzise Einnordung machen will, muss man ein vollständiges Pointing-Model fahren. Das dauert aber sehr lang. Oder eine von den Alignmentfehlern der Achsen unabhängige Methode wählen, wie das Einscheinern. Aber das dauert auch noch relativ lange.
Aber bei kleineren Teleskopen mit großem Gesichtsfeld reichen auch die PlateSolve Methoden mit zwei Sternen für das PA. Bei drei kann es schon wieder schlecher werden.
Gruß,
Peter