Hi Zusammen,
OK, man sieht mal wieder: Ist immer eine Frage, wie es kolportiert wird. Die Gedanken von Karl sind nachvollziehbar.
Was allerdings Preisklasse und erwarten angeht, kann ich es nicht lassen, mal dieses Bild zu zeigen:
Link zur Grafik:
http://www.svenwienstein.de/RBMicro114b.jpg
Dabei handelt es sich im Vordergrund um den ollen Cat-Newton, den ich da habe und im Hintergrund um "Das Klorohr". Es entstand, indem man den ganzen Zinnober von Umbau eines R130Sf Optiksets entfernt hat und die wesentlichen Teile, nämlich Spinne und Zelle, in ein KG-Rohr für fünf Euro montiert hat. Der Okularauszug hätte vielleicht sogar bleiben dürfen, aber ich habe so einen "nachgeschmissen Standard-Crayford" dran machen lassen: Die Option für zwei Zoll Einsteckdurchmesser war entscheidend. Auch die Rohrschellen passen noch. Von einer Tubusschwärzung kann bislang keine Rede sein, da ist Sprühdosenlack im Innern. Veloursfolie wäre eh besser als jeder Lack. Der Deckel passt noch, etwas locker. Hinten ist das Ding offen. Dieses Gerät zeigt, was ein Fünfzöller zeigen soll. Der Fangspiegel ist original zu groß verblieben, der Tubus ist aber länger als original, so dass eine hervorragende Feldausleuchtung für die Verwendung als Widefield-Teleskop entsteht. Trotzdem braucht man keine Angst haben, so einen Goldie-Skywatcher ED-Apo 80/600 daneben zu setzen. Den lässt er sorglos hinter sich. Zwei Holzklötzchen sind übrigens hinten im aufgeweiteten Teil eingepasst, damit die Spiegelzelle in den größeren Durchmesser passt.
Wenn man einen Spiegelsatz auf Basis eines Parabolspiegels hat, ist so eine Konstruktion durchaus interessant. Erschreckend ist eigentlich, zu wissen, was ein solches Teleskop könnte, und was tausende Exemplare beim Kunden eben nicht tun.
Es ist ja eigentlich auch nicht komplizierter, als einen Refraktor zu bauen. Ehrlich gesagt ist ein Refraktor sogar komplizierter, weil man dafür ja mindestens ein achromatisches Objektiv mit vier optisch polierten Flächen zusammenbringen muss.
Gut, also ich greife mal auf, dass jemand zu einem Heritage schreibt, dass ein 130/650 im Zustand wie gesehen bix 65x gut ist. Das wäre für einen Parabolspiegel unglaublich schlecht. Klingt eher nach Kugelspiegel.
Allerdings, gehe ich zum Beispiel beim 90/900 Achromaten auch halbwegs von einer Bausubstanz aus, wie bei meinem alten Explorer 395 oder dem praktisch baugleichen Vixen 90M. Klar, dünneres Blech. Aber wenn ich hingegen 70/700 Lidlscope-Konstruktion auf 90/900 anwende, relativiert sich sowieso wieder alles mögliche. Plastik-Fassung, zu enge Taukappe, vignettierender Okularauszug...
Man sollte dahingehend beraten, unbedingt aus diesem Umfeld von Spielzeug auszubrechen.
Ein solider Newton wäre für diesen Ansatz eine Lösung, ist aber einfach von Industrie und Handel nicht erwünscht. Muss man also selber bauen, oder draufzahlen... Den Achromaten 90/900 kann man als Allrounder ansehen. Der wird aber auch durch Tuning kein Planetenteleskop. Wer einen hat, wird damit natürlich auch Jupiter ansehen, keine Frage. Es ist aber kein Teleskop speziell für die Zielsetzung. Die kleinen Maks sind zu teuer, um eine Antwort zu sein.
Clear Skies
Sven