Hi!
Galaxien sind immer knifflig - entweder Du hast was riesengroßes wie die Andromedagalaxie, die mit über sechsfachem Vollmonddurchmesser am besten im Fernglas wirkt, oder Du siehst selbst im 8- oder 14-Zöller nur einen verwaschenen Nebelfleck, bei dem eventuell Spiralarme zu erahnen sind. Mit zunehmender Erfahrung kann man ein paar Strukturen mehr erahnen, aber eindrucksvoll sind die Dinger erst, wenn man weiß, was man da eigentlich sieht. Der Anblick im Teleskop ist immer mager.
Bei Nebeln kommt's drauf an, was für welche. Der Orionnebel geht schon im Fernglas, Nordamerika hab ich bislang *nur* im Fernglas gesehen; beim Orionnebel schadet zusätzliche Vergrößerung aber keineswegs. Vielmehr einsteigergeeignete Gas- (Emissions-) Nebel gibt's eh kaum. (Als das definier ich einfach mal alles, was ich einem Anfänger im Teleskop zeigen würde und mehr als ein enttäuschtes Aaaa-ha erwarten kann).
Planetarische Nebel sind bis auf den Hantel- und ich glaube den Rosettennebel (?) sehr klein und benötigen hohe Vergrößerung - ich würde sagen, so ab 100x wird's langsam deutlich flächig. Ringnebel bei kleiner Vergrößerung ist ein Sternchen, kein Nebel.
Für die helleren Nebel geht also auch ein Spektiv mit kleiner Öffnung ganz gut (grad in den Bergen, wenn der Himmelshintergrund schön dunkel ist), bei Galaxien lohnen sich nur wenige. Wobei es genug Leute gibt, die der Meinung sind, dass Deep-Sky eh erst ab 8" geht
Sichelgestalt der Venus, Saturnringe und anderes geht im Spektiv auch schon recht gut, auch wenn sie relativ klein bleiben. Mond lohnt in jedem Teleskop, mit 60x ist er zwar nicht so der BRüller, aber bei den 100x oder so deiner beiden oben genannten Teleskope geht auch nicht soo viel mehr.
Produktvorschläge kann ich keine machen - ich hab zwar den 80/600ED von Celestron, der bei
Celestron auch als Spektiv läuft, aber oberhalb deines Preislimits liegt. Kleine Warnung zu den Spektiven: Wenn kein ED dabei steht, sind's glaub auch nur Achromaten, zeigen also bei hoher Vergrößerung Farbe. Da die Vergrößerung auf ca. 60x beschränkt ist, dürfte sie dann aber nicht zu sehr auffallen. Um auch bei hohen Vergrößerungen scharfe, farbreine Bilder zu kriegen, braucht man entweder eine deutlich längere Brennweite (f/8, f/10, f/15 oder mehr), deutlich teurere Linsen (ED oder andere Apos) oder ein Spiegelteleskop - daher macht die relativ geringe Vergrößerung bei Spektiven durchaus Sinn. Und tagsüber kann man sie auch gebrauchen. Beim Kauf aber nicht vergessen, dass ein solides Fotostativ mit Videoneiger o.ä. noch dazu kommt.
Ich hab die entsprechenden Geräte aber noch nicht in der Hand gehabt, daher kann ich dazu nichts konkretes zu bestimmten Modellen sagen. Ich weiß nur, dass mich das letztjährige Modell vom Lidl keineswegs überzeugt hat - starker Tunnelblick/kleines Gesichtsfeld.
Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter.
Gruß,
Alex