Hi Matze,
yeap, in den vorhergehenden Antworten ist schon viel gesagt.
Sicherlich weißt du als Einsteiger nicht ganz genau, was mal dein Favorit werden wird. Das können Objekte aus unserem Sonnensystem sein, aber auch offene Sternenhaufen oder Galaxien. Mehr weiß ich derzeit nicht über deine Erfahrungen, daher ist dieses eine Annahme.
Sehe deine jetzige Investition daher möglicherweise als richtungsweisenden Einstieg.
Wenn es bei 200€ bleiben soll, dann ist ein solider 114/900 Reflektor oder ein 90mm Refraktor drin.
Mit einer Öffnung von 114mm hast du mehr Lichtsammelvermögen, als mit 90mm - bei gleichem Preis. Vielleicht ist es das, was du mit deiner Formulierung meinst, dass ein Spiegel mehr Licht sammelt, als ein Refraktor. Beim Reflektor musst du durch den Fangspiegel noch etwas von der Öffnungsfläche abziehen.
Die Einstiegsokulare dienen meistens der Orientierung, mit den langbrennweitigen (z.B. 20mm oder 25mm) konnte ich anfangs ganz gut arbeiten. Bei den kurzbrennweitigen Dreingaben wird häufig über das Ziel hinausgeschossen. Das hängt aber vom einzelnen Angebot ab.
Z.B. bei einem 114/900mm Reflektor ist ein 4mm-Okular zu 97% nicht anzuwenden, sei es aus Gründen des Seeings, sei es, weil die angepeilten Objekte bei dieser Vergrößerung zu dunkel sind. Manchmal macht auch die Montierung einen Strich durch die Rechnung, da es beim Scharfstellen stark wackelt. Der Okularauszug darf dann auch nicht zu schwergängig sein ...
Hier sind "seriöse" Okularbrennweiten (z.B. 20mm und 10mm) anfangs zu bevorzugen. Ausbauen kannst du später immer noch.
Die Montierung ist meistens der 'Knackpunkt' bei diesen Teleskopen, denn die kostet m.u. am meisten. Hier sehe ich meistens EQ2 und die ist so ausreichend. Bei hohen Vergrößerungen ist es aber wackelig beim Scharfstellen.
Bei 200€ wirst du diesen Punkt bei einem Neugerät aber hinnehmen müssen.
Nach einer Diskussion mit meinem Teleskop-Dealer werden diese Geräte (114er Newton) meisten nur über den Preis gekauft. Es wird davon ausgegangen, dass eine weitere Anschaffung folgen wird. Daher sind sehr viele Geräte in dieser Preisklasse nicht besonders hochwertig verarbeitet aber zur Orientierung besser ausgestattet. Darüber kann man natürlich trefflich steiten.
Meine Erfahrungen: Als Besitzer eines mittlerweile recht angekratzten, aber erweiterten 114/900-Reflektor der unter 200€-Klasse habe ich den Weg zu einem größeren Gerät noch nicht gefunden. Schließlich will das Gerät mit Montierung und zubehör jedesmal zum Beobachtungsplatz getragen werden und braucht auch einen adäquaten Abstellplatz im Haus.
Also blieb ich bisher dabei, da ich viel sehen kann, was im Karkoschka (Sternenatlas) abgebildet ist. Das Suchen und Finden ist bereits das Erlebnis.
Der Ausbau der Okulare, Sucher und Filter etc hat aber nochmals mehr als das doppelte des Anschaffungspreises gekostet. Aber meine Präferenzen liegen auf dem Finden von Objekten, welche dem Gerät angemessen sind. Offene Sternenhaufen werden genauer untersucht, bei Kugelsternhaufen und planetarischen Nebeln wird noch mit der Vergrößerung experimentiert oder Filter (Nebel) eingesetzt. Selten gehe ich über 100fache Vergrößerung. Bis dahin ist mein Gerät "handzahm". Bei 150fach ist das Scharfstellen wackelig (Montierung) und der Okularsuzug zu wenig feinfühlig (schwergängig) - auch nach längerer Erfahrung. Hier zeigt sich für mich die Preisklasse, in welcher das Gerät liegt.
Bisher habe ich es aber nicht bereut, die Erlebnisse mit diesem Gerät wiegen es auf. Das ist aber meine ganz persönliche Erfahrung und Meinung.
P.S.: Einen Newton musst du öfters justieren, das kann beim Vergessen zu mittelmäßigen Ergebnissen führen, Ich habe das Justieren anfangs gehasst (mach' ich jetzt was kaputt ...).
Doppelstern