Einsteiger unter sich.

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Dietmarius

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Obwohl ich weiß, dass ich mich hiermit auf die Grundsatzdiskussion Refraktor / Reflektor einlasse, stelle ich "wohlgleich" hier meine Mail an eine Neueinsteigerin zur Diskussion. Bin auch wohl eher nur ein "Halbwissender".

Also, haut drauf!

"Quote":

Hallo _______,

na, dann mal Glückwunsch zu den besseren Bedingungen!

Was den Refraktor angeht, da teilen sich natürlich die Meinungen.

Ich habe sehr genau gewusst, auf was ich mich beim Kauf einlasse.

Wer "High Definition" und "Sourround-Sound" erwartet, der wäre mit einem solchen System nicht gut bedient. Das gilt aber auch für den Spiegel, mit seiner farbfehlerfreien Abbildung aber der systembedingten Obstruktion.

Klar zeigen sich Blausäume beim Achromatischen Refraktor. Da ich aber von meiner Berufsausbildung her als Fotograf mich auch sonst früher mit optischen Geräten beschäftigt habe, habe ich auch gelernt, mich mit die Unzulänglichkeiten der optischen Physik anzufreunden. Einen leichten Farbfehler erwarte ich schon; fast würde mir etwas fehlen...

Heute hat man gerne, das alles gestochen scharf und fabrein abgebildet werden muss. Das geht aber nicht ohne erheblichen finanziellen Aufwand.

Die erwartete Schärfe bringt auch mein Refraktor "nadelspitz". Mit 1.200 mm Brennweite ist daher Farbfehler bei dieser Öffnung (152mm)für mich vernachlässigbar. Mit geringerer Brennweite und gleicher Öffnung nimmt dieser Fehler aber zu. Mit geringerer Öffnung aber dann wieder ab. Hier haben ja auch die kleinen Refraktoren ihr Spielfeld.

Entscheidend war, eine möglicht große Öffnung zu haben um entsprechend mehr Licht einfangen zu können.

Ich habe in meiner Kindheit fast direkt unter einer stählernen Eisenbahnbrücke gewohnt und (gut) geschlafen; die Züge aber eben nicht mehr gehört. So ist es auch mit den Farbfehlern. Lerne sie zu akzeptieren und Du wirst mit einem Refraktor - auch wenn er nicht APOchromatisch korrigiert ist - viel Freude haben.

Stell´ Dir mal vor, die frühen Astronomen hätten so ein Gerät gehabt. Wo wären wir heute? Das gilt natürlich auch für Spiegelteleskope.

Liebe Grüße nach ________

Dietmarius

"Unquote"
 
Hallo,

das ist doch gar kein Grund zum Diskutieren ;)

Du hast es selbst geschrieben:

ch habe in meiner Kindheit fast direkt unter einer stählernen Eisenbahnbrücke gewohnt und (gut) geschlafen; die Züge aber eben nicht mehr gehört.

Wenn du das kannst ist doch super, traue ich mir nicht zu bzw. würde ich mir nicht zumuten so lange es noch Alternativen gibt, man kann auch ohne ganz andere Dinge leben ist immer nur die Frage ob man das muss und will.

CS Benny
 
Hallo Dietmarius,

Antwort als auch Fotograf:
Fotografie und Astronomie sind zwei total unterschiedliche Dinge, die man miteinander nicht vergleichen darf. Ich rede hier von der abbildenden Fotografie.

Hier wirst Du bei "APO" Objektiven der Fotografie begeistert sein. Ich selbst setze Nikkor-Optiken u.a. 2,8/400mm und Pentax 4/800mm Apo (6x7) ein.
In der Astronomie würden die gegen ein Takahashi glatt versagen (Sternabbildung).

Der Spiegel bildet farbrein ab, die Obstruktion spielt nur eine untergeregelte Rolle. Öffnung des Spiegelteleskops minus Obstruktion ergibt in etwa das gleiche Bild.

Aber ich möchte hier keine Siskussion darüber eröffnen, wir wissen das aus vielen Thereads.

Warum ich hier überhaupt antworte ist, daß Du auch Fotograf bist und von der Materie Ahnung haben solltest.Und da lassen sich APO Optiken der fotografischen Anwendung und der der astronomischen Anwendung nicht miteinander vergleichen.

Ich habe Apos. Fraunhofer und Spiegel und liebe sie alle. Punkt.

CS
Winfried
 
Hallo Dietmarius,

tja, im Prinzip reine Geschmackssache, oder auch von der Beobachtungsdisziplin und oder der Erwartungshaltung abhängig.

Doch letztendlich stellt sich am Ende eine Frage: Hat man wirklich einen Vergleich? Kennt man wirklich die Leistungsfähigkeit von Alternativen?

Die Aussage, dass ein Ref__ktor ein Teleskop ist, mit dem man schön beobachten kann, ist definitiv richtig, aber auch nicht besonders Erkenntnisbringend...

Clear Skies
Sven
 
Danke für die Antworten Winfrie und Sven.

Zunächst an Winfried:

Im Grundsatz bin ich völlig bei Dir.

Meine Zeit als Fotograf ist übrigens seit gut 40 Jahren vorbei. Bin was das Thema angeht "oldfashioned" und nicht mehr Profi.

Gerne lerne ich auch im Vergleich zwischen der abbildenden Fotografie und der Astrooptik dazu.

Meine Erfahrungen mit der Fotografie waren die, dass Achromaten in der Fotografie früher lange eine bestimmende Rolle gespielt haben.

Will sagen, dass ich es normal fand, nicht mit APOs zu arbeiten.

Meine Haltung ist eben die, dass ich sage: "Keine Angst vor "Nicht APOchromaten".

Das Bessere ist des Guten Feind. Wer sich ein (sogar lichtstarkes) APO für die Astronomie leisten kann, dann ohne "Wenn und Aber".

Du schreibst:
"Ich habe Apos. Fraunhofer und Spiegel und liebe sie alle. Punkt."

Ich denke, das ist es! Doppelpunkt.

An Sven:

Die Erwartungshaltung ist wohl der entscheidende Punkt. Gerade deswegen werde ich einem Einsteiger nicht grundsätzlich nur APOs empfehlen. Die Alternativen muss man selbst erfahren. Ein Einstieg mit verschiedenen optischen Systemen ist wohl nur wenigen möglich und wohl auch nicht empfehlenswert.

Ich bitte daran zu denken, dass es sich bei meiner Nachricht um einen Auszug einer Anfängerkommunikation handelt, den ich Euch nicht vorenthalten wollte und der durchaus zum Schmunzeln gedacht ist.

Anregungen zum Weiterdenken sind daher gerne willkommen.

Nochmals Dank für Eure Beiträge. Ich hoffe, das waren nicht die letzten....

Beste Grüße

Dietmarius



 
Hallo Dietmarius,

ich nutze einen Dobson.
Der/mein Dobson ist ein 8" F/6 Newton mit aufgesattelter 4" F/5 Richfieldlinse (m.E. für die Bezeichnung Fraunhofer viel zu kurz).
Für mich, unter Betrachtung meines Budgets eine bezahlbare Lösung für meine Beobachtungsziele.
Weitfeldbeobachtung astronomisch interessanter Objekte in ihrem Umfeld, dann mit höherer Vergrößerung die Objekte heranholen und letztlich in die Strukturen eintauchen.

Spiegel/Linse ist für mich, auch bei deutlich höherem Budget, keine Frage der Ansichten sondern eine Frage der Aussichten.

Mit Blick in die Zukunft werde ich gerne auf eine kleine aber feinere Linse umsteigen. Schon ein "nur" ein 10-zölliges Lionsenteleskop für meine weiteren Ambitionen und Ansprüche ist allerdings weter transportabel noch finanzierbar. Schon allein aus diesen beiden Gründen heraus wird es wohl ein mit der Linse kombinierter 14-16" Newton/Dobson werden.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Dietmarius,

mal von Fotograf zu Fotograf:
APO´s setze ich bei KB oder digital ein. Fachoptiken kauft man im Leben nur einmal und da ist, abgesehen von den APO-Ronaren kein einziges Apo dabei. Eben all das, was man "schon immer" einsetzt: Super Angulone, Symmar, Sironar u.a.
Dabei wird es auch bleiben, allzu lange habe ich ja auch nicht mehr....
und die Fachkamera heißt bei mir zwischenzeitlich deshalb Fachkamera, weil sie im Fach liegt und selten herausgeholt wird. Sch... Digiknipsen!

CS
Winfried
 
Hallo an alle,

letztendlich ist es eine Frage des Budgets und der Beobachtungsziele sowie der Transportabilität. Ich habe schon mit Refraktoren und Reflektoren verschiedenen Typs gearbeitet und kann nicht sagen, welches das "beste" System ist. Alle Systeme haben ihre Vor- und Nachteile.

Ein visueller Deep-Sky-Beobachter würde beispielsweise mit einem 4'' f/10 oder f/12-Refraktor auf die Dauer bestimmt nicht glücklich werden, für Mondbeobachtungen sind Refraktoren und Maksutovs dieser Leistung wiederum hervorragend geeignet.

Wenn mnich ein Einsteiger fragen würde, welches optische System er kaufen soll, würde ich gegenfragen, WAS und WO er beobachten möchte und vor allem wie viel er ausgeben will und kann. Das sind meines Erachtens nach die Haupt-Entscheidungskriterien. (Welcher Fernrohrtyp für welche Objekte besser ist, möchte ich hier nicht näher diskutieren.)

Aus diesem Grund bin ich z.B., mal abgesehen vom Preis, im Laufe meiner Tätigkeit als Hobbyastronom ein Maksutov-Anhänger geworden: Die Optiken haben eine Bildqschärfe fast auf APO-Refraktor-Niveau und sind selbst als Achtzöller sehr gut transportabel. So muss jeder sein persönliches Wunschteleskop finden.

VG Christian
 
Hallo Sternenfreunde.

Danke für die hilfreichen Beiträge.

An Günther:
"Linse kontra Spiegel ist ätzend und langweilig, Linse plus Spiegel ist einfach nur genial." Dem schließe ich mich voll an.

An Winfried (werter Herr Kollege):
Denkst Du, Du wirst Deine Fachkamera nicht wieder benutzen? Ich finde die Bemühungen von Jim Rakete mit Seine Fachlamera sehr bemerkenswert; ja beneidenswert. Mir "nicht mehr Profi" verbleibt aber für diese KUNST keine Zeit.

Ich selbst habe voll auf Digital umgestellt. Mein Analog-Labor habe ich vor 3 Wochen an einen interessierten Freund verschenkt. Keine Chemie mehr, kein Wallner Turm, kein Farbmischkopf, kein Zonenmesssystem nach Anselm A., keine Temperaturprobleme, keine Silberrückgewinnung aus dem Fixierbad,kein "männlich herber" Duft nach Unterbrecherbad und nie wieder den Heißmangelduft einer Baryt - Hochglanzpresse.

Tausende von Negativen warten aufs Einscannen (vor dem Zerfall). Negativ-Scanner von EPSON bis 9 x 12 cm ist vorhanden. DIN A3+ Drucker bringt (fast) immer gute Ergebnisse und hat (oft) Laborqualität. Die Ikonen der letzten Jahrzehnte, MF, KB und Meßsucher, liegen in Vitrinen und werden mehr oder weniger regelmäßig geputzt. Dabei denke ich an alte Zeiten. *seufz* Willkommen Neuzeit! Willkommen Nikon D300! Ich gebe nie eine Kamera ab.

An Christian:
die Frage, die Du Neueinsteeigern stellst, trifft den Punkt. Nur kann Die der Neueinsteiger diese Frage wohl kaum vernünftig beantworten. Die Erfahrung muss man - denke ich - wohl erst sammeln.

An den thread:
Irgendwann sammeln sich dann die Geräte an. Irgendwann fragt "die beste Ehefrau von allen: "Sag´mal (und hält den Kopf dabei schief), kann es sein, dass Du deine Teleskope lieber hast als mich"? Ich höre mich schon schwören: "Nein, nein, auf keinen Fall! Quatsch! Lächerlich!!! Sieh´mal "Schatz" Ich habe dich doch viel lieber, als meine Achomaten. Ach, bitte fahre übrigens nicht immer über die Frontlinsen, mit dem Dampfreiniger, das wäre nett".

(Ehrlichkeit zahlt sich nicht immer aus)

Au´ Backe!

In diesem Sinne.....

Dietmarius


 
Hallo Dietmarius,

deinem Einwand, dass man erstmal Erfahrungmachen muss, kann ich mit einer Einschränkung zustimmen:

Das WO weiss man in aller Regel vorher: Balkon, Garten oder Feldbeobachtung mit dem Auto. So sollte sich die Frage der Transportabilität und des Maximalgewichts und -abmessungen der Neuerwerbung in der Regel relativ einfach vorher beantworten lassen, was die Wahl des Teleskops oft schon stark einschränkt, bevor sich die anderen Fragen stellen.

VG Christian
 
Hallo Dietmarius,

meinen Wunsch-Computerraum darf ich von meiner Frau aus nicht beziehen, da stehen immernoch die Durst Laborato-e 1200 und 184 sowie die guten alten VG-13/18 con Teufel. Alles noch original. Verwendet? - Zuletzt 2002...
Nebenan im "Colorlabor" stehen dann meine 4 Mac`s, 8 Bildschirme, der Heidelberger Topaz-II Robotronic, der Heidelberger Tango-II Trommelscanner, 2 Großformatdrucker und Proofgeräte statt der Metoform und eine CLC-5000 von Canon. Meine Archivschränke sind voll (200.000 Großbildaufnahmen 13/18cm) und das "neue Archiv" nennt sich heute "Server". Man glaubt kaum, wieviele Aufnahmen da hineinpassen auf 8 Terrabyte, und die sind noch gespiegelt, also 16 TB.
Trotzdem heule ich meinen Fachkameras nach. Eine ist aufgebaut, die wird auch heute noch eingesetzt. Aber nur noch im Atelier für Automobilaufnahmen und Interieuraufnahmen/Möbel). Das schafft nämlich noch keine Digitalkamera der Welt, was die Auflösung einer 18/24cm Linhof Master GTL mit entsprechendem Film schafft.

Ansonsten wird hier alles eingescannt, was vom Kunden aus dem Archiv bestellt wird. Nach und nach, denn umstellen ist aufgrund der Menge unmöglich.

Ich kenne noch den Chemiegeruch, wir haben selbst die Entwickler noch eigenhändig gemischt und angesetzt. Und das schöne Agfa Portriga haben wir noch in PE und Baryt. Werden wir es jemals wieder verwenden? - Ich glaube nein.

Aber das müsste man alles mal persönlich bereden, ich glaube, das gehört nicht hierher! - Bist gerne mal eingeladen, auch in unsere Sternwarte. Vielleicht sitzen wir da in 6 Jahren auch nur noch im warmem Zimmer und starren auf einen Monitor, wenn draussen in der Kälte sich das Teleskpop automatisch die Objekte sucht. - Haben wir ja auch schon!

Grüße
Winfried
 
Hallo christian,

mit der Deiner Definition von Fragen an den Anfänger bin ich jetzt sehr einverstanden.

Danke für die Erklärung.

Da sind wir mal wieder ein Stück weiter.

Was würdest Du mir z. B. außerdem empfehlen?

----------------

Stadtlage Düsseldorf
Dachterrasse mit 360 Grad Rundumblick
Umzug kommt nicht in Frage...

Kannst Du auch die Wolken beiseite schieben?
Habe jetzt seit 5 Wochen "Erbsensuppe" über mir.

Beste Grüße

Dietmarius





 
Hallo Dietmarius,

Deine Frage deute ich so, dass du von mir eine gute Empfehlung für den Einsteiger suchst.

Auch auf das Risiko hin, auf viel Widerstand zu stoßen, halte ich aus meiner persönlichen Erfahrung Maksutovs der 90-125mm-Klasse für das ideale Einsteiger(?)-Teleskop. Das Fragezeichen eklärt sich weiter unten. Es hat zwar mit etwa 1000-1300mm eine für Großfeldbeobachtungen fast schon zu lange Brennweite, dennoch sind es meines Ertachtens nach ideale Allzweck-Geräte für den Einsteiger und auch später:

Für Mond und Planeten sowie Doppelsterne haben sie extrem scharfe Abbildungen fast auf APO-Niveau. Farbsättigung und Kontrast sind meiner Erfahrung nach ausserdem fast mit Refraktoren vergleichbar, und sie haben keine Farbfehler.

Im Deep Sky-Bereich kann man mit dieser Öffnung bereitts eine Vielzahl von Objekten eindrucksvoll beobachten. Alle Messiers sowie einige NGC-Objekte liegen in der Reichweite dieser Teleskope.

Oben erwähnte Maksutovs sind okularunkritisch, alle mir bekannten Konstruktionen liefern ausgezeichnete Bilder.

Alles in allem sind es also gute Allrounder, deren Potential erst nach einigen Jahren ausgereizt ist. Ausserdem sind sie relativ unanfällig gegen Dejustage, was dem Einsteiger sehr entgegenkommt.

Ein Mak der 90-125mm-Klasse ist zudem ein perfektes Reise- und Zweitteleskop, das auch dann noch viel Freude bereitet, wenn man sich später ein großes Gerät anschafft. Aus diesem Grund habe ich oben ein "?" hinter "Einsteiger" gesetzt, da sich diese Geräte je nach Anwendung auch für fortgeschrittene Benutzer sehr gut eignen.

Hinzu würde ich für den Einsteiger drei Okulare Empfehlen: Ein kurzbrennweitiges für Übersichtsbeobachtungen, also maximal 40-fache Vergrösserung (abhängig von der Teleskopbrennweite), eins für mittlere Vergrößerungen sowie ein Okular für die maximal sinnvolle Vergrößerung (1,5 bis 2-facher Optikdurchmesser in Millimeter).

Weitere Vorteile eines kleinen Teleskops, die auch für fortgeschrittene Benutzer interessant sind, sind:

Eine geringere Auskühlzeit: Nach dem Aufau geht der Spaß schneller los. ;-)

Diese Öffnungen sind weniger seeing-anfällig: Bei mittlerem Seeing zeigen sie auf Mond und Planeten mehr Details als ein "Lichteimer".

Ich gehöre zu denjenigen, die auch Einsteigern raten, lieber etwas länger zu sparen und dafür eine etwas teurere, aber dafür solidere Ausrüstung zu kaufen: Ein sehr guter Vierzöller bereitet mit Sicherheit mehr Freude als ein Sechs- bis Achtzöller mit mäßiger mechanischer Qualität. Gerade bei Einsteigern ist eine hervorragende mechanische Verarbeitung Grundvoraussetzung, wenn man nicht wieder die Freude an der Beobachtung verlieren möchte.

Zusätzlich sind ein Objektivsonnenfilter sowie eine stabile Montierung, die sich einfach aufbauen, einrichten und bedienen lässt, für den Anfänger Pflicht. Fotostative halte ich zur visuellen Beobachtung eher für einen faulen Kompromiss, da die Nachführung etwas aufwändiger ist.

VG Christian
 
Hallo Christian,

vielen Dank, für die Arbeit, die Du Dir dankenswerterweise mit meiner Fragestellung gemacht hast.

Ich denke, wir können das Thema hiermit auch beenden.

Mein Fazit ist, dass man irgendwo anfangen muss und im Laufe der Zeit seine persönliche Präferenzen setzen wird; eben, wie im immer im Leben.

´CS´

Dietmarius





 
Einsteiger kennt nur Autobahn

Beim meiner 1000. will ich mal ein bisschen Prosa schreiben.

Beim Kauf einer Teleskop/Montierungs-Kombination erwirbt man oft einen Fiat Panda (Monti) mit 150PS Motor (Optik ist meist ordentlich).
Unter besten Bedingungen - Autobahn, glatter Belag, kein Wind, kein Verkehr - kann man damit auch ausnahmsweise mal 200 km/h fahren.

Der Anfänger am Himmel kennt nur Autobahn (Mond, Planeten, 2-3 Standard-Objekte).
Und da kann und will er Gas geben, jedoch die Monti macht ihm einen Strich durch die Rechnung.

Der Erfahrene kauft sich ein Lidl-Teleskop und nutzt es für die Feldwege (geringe Vergrößerung, großes Gesichtsfeld).

So sollte eine Empfehlung für Anfänger eine planetentaugliche Kombination sein,
z.B. wie bereits erwähnt ein Maksutov und das auf stabiler Montierung.

Auf das "Fahrwerk" wird zu wenig geachtet.


 
Re: Einsteiger kennt nur Autobahn

Hallo Namensvetter,

na, das ist ja mal eine gute Umschreibung der Situation! Du bringst es wohl "auf den Punkt"!

Eigentlich bin ich schon ganz "stolz" auf meine EQ5 - Montierung.... Sieht doch alles sehr stabil aus....

Ein bißchen habe ich aber schon Zweifel gehegt, dass dieses "Riesenrohr", welches ich jetzt mein Eigen nenne, wirklich passt. Der Verkäufer erklärte mir aber begreifbar, dass die Kombi zusammenpasst. Allein die ca. 11 kg Kontergewichte mache die Sache schon stabil. Auch die Nachführung sei speziell auf die Kombi zugeschnitten; mag ja sein.

Jedenfalls sehe ich immer gerne (um nicht zu sagen "verliebt") auf die imposante Zusammenstellung, wenn ich mein Arbeitszimmer betrete. Fast möchte ich sagen, der Spass war das Geld schon wert.

Aber mal ernsthaft:
Was wäre denn aus Deiner Sicht die geeignete Montierung, visuell und / oder fotografisch beidermassen gut geeignet?

Möglicherweise könnte ich mir auch eine fest installierte Säule auf die Dachterrasse stellen. Bin aber sicher, dass die Monti nicht draußen bleiben kann. Also doch wieder "schleppen". Jedenfalls dann "eingenordet", und relativ schnell aufgebaut.

Clear Skies

Dietmarius
 
Re: Einsteiger kennt nur Autobahn

Hallo Dietmar (der Fragende...)

Solltest Du alleine Zugang zur Dachterasse haben, so bietet sich eine Säule natürlich an. Die Montierung, einmal ausgerichtet, kannst Du ruhig stehen lassen. Ich habe schon tolle Konstruktionen gesehen, die das zulassen.
So z.B. einen abgedichteten Kolzkasten, der um die Säule gespannt wird und die Monti abdeckt. Eine Schraube gelöst und Du nimmst den "Starenkasten" ab und schiebst dein Gerät darauf.

Das lästigste für mich ist nach dem Aufbau das richtige Einnorden, daher stehen bei mir 2 Säulen zusätzlich im Garten.

Zur Montierung visuell UND fotografisch: Dazu müsste schon die Entscheidung über das Teleskop gefallen sein. Wie "Dietmar der andere" ja schon schrieb, auf das Fahrgestell achtet man am wenigsten.
Wohl beim Auto deshalb, weil es keiner sieht. Mag beim Teleskop auch gelten. - Dickes Rohr und nichts darunter -

Eine kleine Montierung mag für ein kleines Gerät ja reichen, aber ich liebe immer etwas Luft darunter, bevorzuge das Massive. Und da gibt es schon einige gute und noch halbwegs bezahlbare Montierungen. Verabschieden würde ich mich allerdings ganz schnell von dem Gedanken, das wäre unter € 1200.- zu haben. Überschlagen rechne ich mit 1500 Euro z.B. für eine EQ-6 Skyscan oder eine Vixen GP-DX bzw. deren Nachfolger.

CS
Winfried
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Einsteiger unter sich - wo ist die Erfahrung?

Hi Zusammen,

jetzt spöttele ich aber doch mal über diese Anfrage. Einsteiger unter sich, da frage ich mich, auf welchen Erfahrungsschatz denn da zurückgegriffen werden soll!?

Ein Einsteiger soll nur Planeten gucken? Da sprechen wir uns schon in ein paar Monaten, spätestens aber im nächsten Winter wieder, da guckt ein Einsteiger nämlich gar nichts - außer Verlegenheits-Mondkrater.

Nein, ich halte wirklich dagegen. Gerade weil ein Einsteiger seine Ausprägung finden soll, muss das Einsteiger-Teleskop ihm die Chance dazu geben. Das heißt man sollte sich tunlichst aus der Welt der Spielzeug-Teleskope entfernen (was nicht allein eine Preisfrage ist), und ein Teleskop anschaffen, welches einem alle grundlegenden Bereiche zugänglich macht. Das ist die Beobachtung von Mond- und Planeten, aber auch die Beobachtung von Nebeln und Galaxien, sicherlich aber auch der Blick auf Doppelsterne und Veränderliche.
Ein zu einseitig spezielles Teleskop wäre da schädlicher, als ein optisch schlechtes. Ein kleiner Mak mit f/13 oder noch langsamer macht zwar bei der Planetenbeobachtung spaß, aber Objekte suchen (und vor allem finden) ist doch ungleich schwerer, weil der erzielbare Himmelsausschnitt so arg begrenzt ist. Gerade auch die beliebten offenen Sternhaufen, für Einsteiger wirklich angenehme und schöne Objekte, die eigentlich niemals ihren Reiz verlieren (auch nach Jahren nicht), verlieren ihren Charakter, weil sie aus dem Bildfeld platzen.

Muss man denn einen Einsteiger immer in einen Kleinwagen setzen und erzählen, dass alles andere zu schwierig zu fahren ist? Um bei diesem eigentlich blöden Beispiel zu bleiben: Ein Kleinwagen kommt leichter ins Schleudern und der Insassenschutz ist auch nicht der beste.

Ein "gutmütiges Teleskop", das trotzdem nicht einschränkt, sollte eigentlich gefordert werden. Für mich wäre der 6" f/6 Newton das ideale Einsteigergerät, wenn es das denn zu einem Preis gäbe, der den üblichen Einsteigerpaketen (150/1400, 150/750, usw) nahe käme.

Clear Skies
Sven
 
Re: Einsteiger unter sich - wo ist die Erfahrung?

Hallo Winfried und Sven.

Die Dachterrasse gehört nur mir alleine.

Die Idee mit einer wetterfesten Abdeckung ist gut.

Ich habe keine konkrete Vorstellung hinsichtlich einer Preisobergrenze für eine wahrlich gute Montierung.

Wenn endlich mal diese sch(..önen) Wolken weg sind, werde ich die ersten wirklich substantiellen Erfahrungen mit der EQ5 sammeln, besonders mit ´ner recht schweren Kamera dran. Werde berichten.

Teleskop ist je bereits gekauft: 152 mm / 1.200 mm Refraktor.

Beste Grüße

Dietmarius
 
Re: Einsteiger unter sich - wo ist die Erfahrung?

Hallo Sven,

das mit dem Kleinwagen-Vetrgleich ist ja auch eine Preisfrage: Ein Einsteigerteleskop soll gut sein, aber auch nicht zu viel Geld versenken, falls man doch wieder das Interesse verliert. Und ein Weiterverkauf ist ja nur mit mehr oder weniger viel Verlust möglich.

Dass ich als Einsteigerteleskop kleine MAKs propagiere, liegt neben der hohen optischen Leistung auch kleinerer Varianten auch an ihrer Vielseitigkeit:

Es sind von den Abmessungen und vom Gewicht her perfekte (Flug-)Reiseteleskope, so dass hierfür später nichts neues mehr gekauft werden muss.

Ausserdem kann man aufgrund der kurzen Aufbau- und Auskühlzeit bei einer azimutalen Montierung auch kleinere Beobachtungs- und Zeitfenster besser nutzen als mit einem Großgerät von 20 cm Öffnung. Ich selbst besitze ein 8'' SC und ein 90mm MAK und nutze beide Geräte aus eben genannten Gründen jeweils etwa gleich oft.

Ein Einsteigerteleskop sollte meiner Meinung nach auch dann Freude bereiten und als sinnvolle Ergänzung dienen, wenn man auch später ein wirklich großes und teures Gerät besitzt.

VG Christian
 
Re: Einsteiger unter sich - wo ist die Erfahrung?

Zitat von copernicus:
...Ein Einsteigerteleskop sollte meiner Meinung nach auch dann Freude bereiten und als sinnvolle Ergänzung dienen, wenn man auch später ein wirklich großes und teures Gerät besitzt...

Ein sehr interessanter Gedanke. Auch mein Zweitgerät (90mm Mak) erwies sich als wesentlich vielseitiger, als gedacht (wurde als Reisegerät fürs Fotostativ angeschafft).
Man könnte höchstens bemängeln, dass er nicht so viel Licht sammelt wie ein dicker Newton, aber die einfach zu findenden Objekte sind auch damit in Reichweite und der befürchtete viel zu kleine Himmelsausschnitt reicht ebenfalls aus.
Sollte er "richtig" montiert werden wirds auch nicht teuer, eine EQ2 dürfte ausreichen. Okularkritisch ist er ebenfalls nicht und selbst als Kameraobjektiv ist er verwendbar, wenn auch mit Abschattungen ab APS-C.
Eigentlich nutze ich mein "Zweitgerät" viel zu oft, selbst wenn ich nicht unterwegs bin.

CS
Jürgen
 
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