Einsteigerteleskop bis 500x

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Der_liebe_Uwi

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Hallo,

ich bin neu hier im Forum und möchte mich kurz vorstellen:

Mein Name ist Uwe Langhans, ich lebe in Mülheim an der Ruhr(NRW) und habe mir ein wenig Wissen über Astronomie, Teleskope und Fotografie angelesen. Ich habe auch ein kleines Fernrohr(76/700Ref), aber nur mal so zum ausprobieren.

Nun möchte ich in das Thema mit einer ganz bestimmten Zielrichtung weiter einsteigen. Dazu eine ganz einfache Frage nach einem Einsteigerteleskop:

Das Teleskop sollte lediglich folgende zwei Voraussetzungen erfüllen:

1. Es sollten brauchbare Fotografien der Mondoberfläche mit 500x möglich sein
(Vorhandene Kamera: Canon Powershot A60)

2. Es soll möglichst wenig kosten


Nach meiner Ansicht gäbe es doch nur eine Möglichkeit: Ein 250er oder 300er GSO Dobson. Ist das realistisch?


Viele Grüsse aus dem schönen Mülheim
Uwe Langhans
 
Hallo,

wenn ich davon ausgehe das Du Fotos machen möchtest kannst Du den Dobson wohl vergessen! Ein Dobson ist optisch zwar sehr leistungsfähig, da hier nur sehr wenig Geld in die Montierung geht, aber zum fotographieren ist jedoch eine paralaktische Montierung mit Nachführung unerläßlich!
Ein 114/900 mit paralaktischer Montierung wäre hier wohl das angebrachteste Teleskop. Du kannst hiermit fotographieren, und erhälst bei einem guten Gerät schon ganz ansprechende optische Leistungen.

Wenn Du nur den Mond fotographieren möchtest, dann ist das mit einem Dobson nicht unmöglich, aber problematisch. Und sobald es etwas mehr sein soll kaum noch möglich! Weil Du während der Belichtung den Dobson von Hand nachführen müßtest!

Man kann sich natürlich auch erst einen Dobson zulegen um möglichst viel optische Leistung für sein Geld zu bekommen. Später könnte man dann den Tubus, beim Dobson immer ein Newton, auf eine paralaktische Montierung setzen. Der Dobson sollte dann aber möglichst nicht größer wie 8" sein, weil der Tubus sonst sehr schwer und eine entsprechende Montierung damit sehr teuer würde.

Die Vergrößerung spielt bei der Teleskopqualität übrigens keine große Rolle! Wichtig ist vor allem die Öffnug! Bei einem 114/900 (900mm Brennweite) sind Vergrößerungen von ca. 200-fach mit ordentlicher optischer Qualität drin. Und das reicht sogar für den Mars!

Ich hoffe das hilft Dir etwas weiter. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

MfG Nepomuk
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Das Teleskop sollte lediglich folgende zwei Voraussetzungen erfüllen:

1. Es sollten brauchbare Fotografien der Mondoberfläche mit 500x möglich sein
(Vorhandene Kamera: Canon Powershot A60)

2. Es soll möglichst wenig kosten


Nach meiner Ansicht gäbe es doch nur eine Möglichkeit: Ein 250er oder 300er GSO Dobson. Ist das realistisch?

Hallo Uwi,
also um die von Dir angepeilte Optik "lediglich" für eine Vergrößerung von 500x zu verwenden, müsstest du zum einen eine sehr gute Optik erwischt haben und zum anderen das Rack des Teleskopes ebenso sehr ordentlich verarbeitet bekommen haben. Also das wird nichts, zumindest nicht in dieser Kombination. Zumal die Optik auch noch wenig kosten soll <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Wenn du tatsächlich fotografieren möchtest, und dabei sehr hoch vergrößern willst, musst du mindestens auf einer nachgeführten Monti zugreifen, die dann aber sehr gut eingenordet ist und auch wirklich in der Lage ist, bei so hoher Vergrößerung vernünftig nachzuführen...das wird auch nichts. Zumal bei Mond mit 500x auch sehr sehr wenig Licht zum Belichten zur Verfügung steht. Am besten du schraubst deine Erwartungen etwas zurück und versuchst für dein Vorhaben eine relativ stabile Monti mit einer guten, bezahlbaren Optik zu besorgen. Ich weiss leider nicht wieviel du investieren möchtest, aber ich denke daß man da mind. 1600-2000 € (gute Optik mit guter Monti kombiniert gebraucht/neu) bezahlen muss.
Ich hoffe dich nicht enttäuscht zu haben, aber leider ist es zumindest so (zumindest ähnlich) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
Trotzdem herzlich willkommen zur Astronomie und viel Spaß und viel Erfolg beim Zusammenstellen deines Equipments <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Max
 
Hallo,

sorry, nicht wirklich ;-)

Der Vorschlag mit dem 114/900 geht ja schon mal nicht, da man damit nicht auf eine Vergrösserung von ca 500x kommt.

Nach dem, was ich bisher gehört(gelesen) habe, kann man mit einem Dobson sehr wohl die Mondoberfläche fotografieren, da man ja auf Grund der Helligkeit mit relativ kurzen Verschlusszeiten(1/100 oder so) arbeiten kann. Bleibt höchstens noch die Frage, wie schnell der Mond bei einer 500fachen Vergrösserung aus dem "Blickfeld" wandert und wie lang(kurz) die Verschlusszeit mindestens sein muss.

Die Frage war: Ist es realistisch, mit einem 250er oder 300er GSO Dobson brauchbare Fotos der Mondoberfläche in 500facher Vergrösserung zu machen und ob dies die preiswerteste Lösung ist?

Trotzdem Danke für die Infos :-)

Grüssse aus dem schönen Mülheim
Uwe Langhans
 
Hi Zusammen,

völlig korrekt, was Nepomuk schreibt.
Allerdings, "Fotos bei 500x" das kann man so nicht sagen. Die Vergrößerung ergibt sich ja beim Foto eigentlich erst dann, wenn man es betrachtet und ist selbst dann noch von Bildgrößer und Augenabstand des Bildes/Monitors/etc abhängig.
Also spricht man von Effektivbrennweite. Beim Kleinbildformat hatte eigentlich auch jeder Fotograf so einigermassen im Kopf, welche Effektivbrennweite welche Abbildungsmaßstäbe bedeutete. Also z.B. 2m= Sonne und Mond füllen kleine Achse des KB-Formates mit ein wenig Rand.
Kann man aber für die Digiknipsen alles in die Tonne hauen, denn erstmal sind die Chips unterschiedlich groß, dann haben die Pixel unterschiedliche Größen...
Und zum Schluß kommt der wichtigste Effekt, daß die Kamera-Optik fest Montiert ist und deshalb ihre eigene Rolle bei der dann notwendigen afokalen Fotografie spielt.

Weiter im Text. Als Beispiel mal ein chemisches Bild vom Mond: Mare Nectaris, ca 100K
Das Bild habe ich vor gut 4-5 Jahren an einem 12" F/5 Newton gemacht, chemisch in Okularprojektion. Das hätte noch etwas schärfer sein können (mit Brille + Kamerasucher Dioptrienausgleich fokussiert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> ). Aber, das war ein Abend mit Ausnahmeseeing. Viel mehr geht chemisch nicht. Digital hat man zwar kürzere Belichtungszeiten, aber wenn man afokal arbeitet, also zwischen Teleskop und CCD-Chip noch Okular und Kamera-Objektiv hat, dann kann das negative Einflüsse auf Kontrast und schließlich die Schärfe/Auflösung haben.
Hinzu kommt, daß so große Dobsons meist zwischen f/4 und f/5 liegen und das solche Optiken in "Planetenqualität" recht teuer sind. Mehr ärger gibt es mit der Fokussiererei, die Dobsons sind nicht für Fotografie gedacht und deshalb bieten sie oft nicht genügend Spielraum, um die Kamera in den Fokus zu bekommen. Wobei das auch sehr vom verwendeten Okular abhängt.
Zum Schluß kommt noch die Frage, wie sich denn die Kamera am Okular befestigen lässt. Es gibt nur für ein paar Digiknipsen "artgerechte" Teleskophalterungen. Da müsstest Du mal die Suchfunktion der entsprechenden Boards (am besten Kameratyp als Suchwort) durchackern.

Zum Schluß dann die herumdobserei. Bei der von Dir angestrebten Vergrößerung wird es arg schwierig, einen bestimmten Ausschnitt ins Bild zu holen. Der Mond wandert verflixt schnell.
Wenn Du in dieser Größenklasse eine Lösung willst, dann würde ich eine EQ-6 druntersetzen, die ist für Planetenfotografie wirklich gut.

Alles in allem eine Menge Probleme. Keine unlösbaren, aber der Schritt vom 76/700 zum 10" nur mit dem Ziel "Mondfotografie" erscheint mir doch sehr gewagt. Da kann man leicht eine Stange Geld in den Sand setzen.

Ich denke, wenn es um Planetenfotografie geht, dann wäre für wenig Geld und dennoch mit dem Anspruch "hohe Auflösung" ein 8" F/6 Newton auf einer motorisierten, parallaktischen Montierung (ich denke EQ-6, HEQ-5 halte ich für überfordert) ein gangbarer Weg.
Man sollte sich aber vor dem Kauf vergewissern, ob man bei afokaler Fotografie mit der Digiknipse in den Fokus kommt.

Zum Schluß trotzdem nochmal die Warnung: Sollte man wirklich nur für dieses eine Ziel Mondfotografie ein Teleskop kaufen? Will man damit nicht noch andere Dinge beobachten und fotografieren? Wenn nein wäre das ein teurer Spaß der womöglich schnell langweilig wird, weil die Fotografie immer einen verflixten Kampf mit Material und Wetter bedeutet.
Ein gutes Astrofoto, ob Mond oder Jupiter oder Hantelnebel oder... bedeutet immer Routine!
Und zwar Routine, damit man in der einen Nacht mit guter Durchsicht, gutem Seeing und einer freien Nacht im Terminkalender die Aufnahme ohne Fehler in den Kasten bekommt.
Bis man die Routine hat wird man viel mit dem Equipment herumprobieren, sich über die Kamera ärgern, und und und...

Es gibt da so eine Anekdote:
In finsterster Nacht mit besten Bedingungen kommt ein Nachtwanderer an zwei großen Kuppeln vorbei. In der ersten Kuppel hört er schwärmende Stimmen visueller Beobachter "Kontrast ohne Ende, ui die Filamente, hast Du das gesehen...?" Wie er weiter geht, kommt er zur nächsten Kuppel und hört Fluchen "[zensiert] Schneckenfehler, Mist, ich finde den Fokus nicht, ohje die Batterie vom Fadenkreuz ist alle..." denn die Fotografen hadern mit der Technik. Und hinter der 2. Kuppel steht ein Dobsonaut und alle 20 Sekunden hört man ein zischendes "Mist, wieder raus!".

Also, überlegt Dir gut, was Du da tust. Ich würde das so ad hoc nicht wagen. Such Dir besser eine Truppe Hobbyastronomen in Deiner Nähe (Volkssternwarte, etc., gibt's auf jeden Fall, das Ruhrgebiet ist voll davon) und beginne mit denen einen Erfahrungsaustausch. Das bringt viel mehr, als wir hier auf dem Board an Beratung in die Tastatur hacken können. Astrofotografie ist ein kompliziertes Ding.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Uwi,

willkommen im Kreise der Hobby-Astronomen! Kurze Fragen...kurze Antworten.

1. 500`fach ist mit fast jedem Teleskop visuell möglich...kommt auf`s Okular und die Ansprüche des Beobachters an!

2. Dobson auf Rockerbox für Mondfotografie...der Illusion war ich auch erlegen! Ne leichte Webcam steckt ne Rockerbox und die Feinmotorik des Menschen noch weg...mehr nicht! Ich behaupte eine Canon Powershot mit der angegebenen Belichtungszeit an einem Dobson auf Rockerbox wird nicht ganz einfach!

3. Warum 500`fache Vergrösserung? Da wandert der Mond schneller aus Deinem Blickfeld als Du gucken kannst. Da fahren die Krater wie Wolken an Deiner Kamera vorbei.

4. Es wird fotografisch nicht beim Mond bleiben. Viele schießen sich auf einen Bereich ein und stellen dann fest, dass es da noch mehr gibt.

5. Mein Tip: Kaufe eine vernünftige parallaktische Montierung (gebrauchte EQ-4 oder 5) mit Nachführung auf beiden Achsen und einen vernünftigen Newton (Refraktoren scheinen ja aus der Mode gekommen zu sein obwohl ich behaupte, dass mein 6" Refraktor den Mars immer noch besser rüberbringt als der 10"Dobson, der übrigens visuell auf der EQ-6 ein gutes Bild abgibt). Newton vielleicht einen 150`er. Die EQ-5 steckt ohne Wind auch einen 200`er weg.

Das sind meine Erfahrungen und ich habe mit allen hier genannten Montierungen und Optiken schon gearbeitet.

Aber stell Dir dat ganze nicht so einfach vor. Ich kämpfe gerade mit einem 6" Refraktor, einer EQ-6 und ner ToU-Cam für gute Marsfotos und bezahle als 3 jähriger visueller Beobachter und Einsteiger in die Fotografie immer noch jede Nacht viel Lehrgeld. Selbst der Mond ist mit der Ausstattung nicht immer ganz einfach.

Des Weiteren lass Dich nicht abschrecken von unserer Kritik und mache Deine eigenen Erfahrungen. So, jetzt schließe ich mit meinem "nervigen" Beitrag.

Gruß
Dirk

 
Hi Sven,

das ist richtig und ich entschuldige mich auch dafür auch bei Uwi. Aber wir wissen beide, dass 500`fach - fast egal welches Gerät - nur sehr sehr selten sinnvoll ist. Und ich denke, dass ist durch den Rest meiner Ausführungen - wenn auch nicht explizit - deutlich geworden.

Als ich M13 zum ersten Mal sah, war das durch einen 80 mm Refraktor. Das war für mich zum damaligen Zeitpunkt sehr beeindruckend. Heute schaue ich mir M13 mit 6" oder 10" an. Sicher ist das besser und ich lache über meine damalige Begeisterung am 80 mm Refraktor. Uwi hatte seine Kriterien zum Kauf ausdrücklich eingegrenzt (500´fach, Mond, Canon Powershot und die Preisklasse eines 10" oder 12" Dobson)! Es ist eine Frage des "Anspruchs" an die Qualität der visuellen Abbildung.

Aber mal davon ab finde ich es gut, dass Du (mich) kritisierst und den Einsteigern mit qualifiziertem Rat zur Seite stehst (Ich habe auch schon oft aus Deinen kritischen Beiträgen gelernt). Und vielleicht haben wir gerade mit dieser Diskussion Uwi geholfen! Oft scheitert ja ein Teleskopkauf nicht am technischen Verständnis sondern an der Vorstellung und den Erwartungen des Einsteigers - in diesem Falle von einer größeren Optik mit fotografischer Funktion!

Gruß
Dirk
 
Hallo Uwi,

ich wollte nur noch mal kurz zur A60 Stellung nehmen. Ich selber besitze die baugleiche A70 (hat nur ne höhere Auflösung). Also das ist schon eine der wenigen normalen Digi-Kameras mit denen man durchaus schon was reißen kann.
Sie ermöglicht Belichtungszeiten von bis zu 15sec. und erstellt Filmseq. in passabler Qualität welche sich hinterher in Einzelbilder zerlegen lassen. Es gibt auch allen notwendigen Adaptierungen zur Astrofotgraphie.

Wenn Du da mehr wissen möchtest, kann ich da noch mal aktiv werden und sie Dir genau auflisten. Kann es jetzt nur nicht so exakt, da ich nicht zu Hause bin.

Sonst empfehle ich Dir wirklich erst mal einen 114/900 mit ordentlicher Montierung und Nachführung!
Ist das optisch Deiner Ansicht nach zu wenig, fang mit einem Dobson an. Da kannste am Mond erstmal übem mit der Kamera. Mehr geht aber wirlich nicht! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Dann später ne vernünftige Montierung drunter, und ab geht die Post! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Aber bitte nicht größer als 8", denn sonst wird die Monti echt teuer.

MfG Nepomuk
 
Hallo Uwe,

Mondfotografie kann schon spannend sein, aber sie hat auch ihre Tücken. Deiner Vorgabe nach (500 x) gehe ich davon aus, dass du Details bei hoher Vergrößerung aufnehmen willst. Sicher kann man eine visuelle Vergrößerung (Quotient aus Objektiv- und Okularbrennweite) nicht ohne weiteres in eine fotografische Vergrößerung, bei der ja auch noch der Betrachtungsabstand zum Bild dazukommt, umrechnen. Ich würde aber einmal schätzen, dass ein Foto, das einer 500-fachen visuellen Vergrößerung in der Detailwidergabe entspricht, etwa 20 Meter (!)Objektivbrennweite voraussetzt. Das kann man machen, wenn man ein zwischenvergrößerndes Okular verwendet (sog. Okularprojektion). Damit entstehen aber eine Reihe von Folgeproblemen:

Ein Objektiv mit 10 cm Öfnung hätte dann eine "Blende" von 200 ; selbst ein 8-Zöller mit etwa 20 cm Öffnung käme noch auf Blende 100.

Die Lichtausbeute ist dabei nur noch sehr gering. Du wirst dann entweder - auf Kosten der Auflösung - grobkörnigere Filme verwenden respektive mehr Pixel zusammenfassen müssen, oder aber länger belichten - und damit Bewegungsunschärfe erzeugen.

Vergrößerung vergrößert auch jeden Abbildungsfehler, und zwar aus der Optik UND aus der Atmosphäre. Rechne dir einmal aus, wie lange die Belichtung bei Blende 100 sein müsste, wenn du auch nur einen Film mit 100 ASA oder eine vergleichbare Pixelauflösung wählst! Da muss die Luft schon sehr still sitzen, wenn das gelingen soll. Von den Anforderungen an die Stabilität einer nachführenden Montierung ganz zu schweigen.

Mein Rat: Für die Mondfotografie taugt auch schon einer der handelsüblichen Maksutovs (ETX, TS) mit Kameraanschluss ganz gut, vorausgesetzt sie sind ausreichend stabil montiert. Mit Barlowlinse sind da schon über 2,5 m Brennweite drin. Ich vermute aber auch, dass du auf längere Sicht auch andere Interessen entwickeln wirst, für die dann die schon vorgeschlagenen Newtons mit 114/900 eigentlich die beste Wahl sind, weil sie einfach viele Optionen freihalten.

Klare Nächte,

astroklaus

 
Hallo!
Wie hier schon erwähnt wurde kann ein Dobson die Anforderung nur sehr bedingt erfüllen. Mondfotographie mit einem Dobson geht zwar prinzipiell schon (habe ich mit meinem 8" Dobson schon gemacht, sogar chemisch), es treten aber etliche Probleme auf: Aufgrund der Bewegung des Mondes sind bei längerer Brennweite immer leichte Unschärfen vorhanden und 500x dürfte kaum realisierbar sein (die befriedigendsten Ergebnisse gab es bei mir noch bei ca.5m Brennweite). In meinem Fall kann man nicht im Primärfokus knipsen und der Fangspiegel ist für eine volle Bildausleuchtung zu klein. Mit angeschraubter Kamera und Projektionsadapter ist es sehr schwierig und nervig den Tubus noch in Balance zu bekommen. Auch wenn digital einige dieser Probleme nur abgeschwächt auftreten (höhere Empfindlichkeit!) so würde ich einen Dobson doch nie als wirklich gute Fotomaschine ansehen. Deshalb hier ein unkonventioneller Vorschlag, wenn es nur um die Mondbilder geht: Nimm doch mal Kontakt mit einer großen öffentlich zugänglichen Sternwarte auf (z.B. Trebur mit 1,20m Spiegel im Rhein-Main Gebiet oder Kirchheim mit 60cm? in Thüringen oder Wertheim oder Sonneberg (in NRW kenn ich die Einrichtungen nicht so gut). Wenn man nett anfragt und eine Terminabsprache macht kann man bestimmt mal seine Digiknipse an die großen Röhren dranhängen. Stimmt dann noch das Wetter, so kann man so sicher an bestaufgelöste Mondbilder kommen (vielleicht sogar mit 500x) und für den Preis eines Neugerätes sind auch sicher die Sprit- und Übernachtungskosten noch locker mit drin. Für die visuelle Beobachtung gibt es freilich nichts besseres als einen großen Dobson.
Gruß Florian
 
Hallo Uwe,

theoretisch kannst Du mit jedem Teleskop eine Vergrößerung von 500 fach erzielen. Wenn ich den altbekannten Anhaltspunkt benutzen darf, so muss die Öffnung der Optik aber ca. 250mm betragen, um 500 fach (in der Theorie) sinnvol einzusetzen. Als "Faustformel" wird in diesem Kontext häufig die Öffnung der Optik in Millimeter mit 2 multipliziert, um die max. sinnvolle Vergrößerung zu errechen. Ist aber, wie skizziert, nur ein erster Anhaltspunkt und driftet partiell sehr weit von der Praxis ab.

Praxis ist ein wichtiges Stichwort! Bedingt durch das Seeing (ist Dir dieser Begriff geläufig?) ist eine Vergrößerung von 500 fach so gut wie nie sinnvoll einzusetzen. Auch wenn im Rahmen der digitalen Fotografie die Belichtungszeiten kurz sind und gemittelt werden können. Das als Ergänzung zur Vergrößerung.

Liebe Grüße, Christoph Lohuis.

 
Der Vorschlag mit dem 114/900 geht ja schon mal nicht, da man damit nicht auf eine Vergrösserung von ca 500x kommt.

Das geht theoretisch auch, ist aber nicht praxisgerecht! Das ist es aber auch bei größeren Geräten nicht!

900mm/4mm Oku*3-fach Barlow=675 fache Vergrößerung
bei einer 2-fach Barlow= 450x

Ist aber nicht zu empfehlen, da bei dieser Vergrößerung der kontrast zu stark abfällt, und die Belichtungszeiten zu lang werden. 500-fache Vergrößerung für daher auch bei größeren Teleskopen zu starken Verlusten!
Schau doch mal mit einer vernünftigen Optik und einem Okular mit weitem Sichtfeld bei 200 oder 250-facher Vergrößerung auf den Mond! Dann beantworte Dir selber noch mal die Frage ob es 500-fach sein muß! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Die Frage war: Ist es realistisch, mit einem 250er oder 300er GSO Dobson brauchbare Fotos der Mondoberfläche in 500facher Vergrösserung zu machen und ob dies die preiswerteste Lösung ist?

Nein! Abgesehen von den optischen Problemen bei 500 und Foto kannst Du das unmöglich per Hand nachführen. Sorry <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

MfG Nepomuk
 
Hallo,
erst mal möchte ich mich für die vielen, ausführlichen Antworten bedanken, leider kann ich nicht auf jeden einzeln eingehen - das würden den Thread ja auch nur unnötig verlängern. Jedenfalls herzlichen Dank für die Mühe :-)

Also mit 500x scheint es ja wirklich nicht so einfach zu sein, obwohl ich mir das noch nicht ganz erklären kann.
Es heisst doch, dass sich die Vergrösserung Brennweite/Okularbrennweite berechnet. Wenn man von einem Dobson mit 1200er Brennweite augeht, kommt man mit einem 6er Okular auf eine Vergrösserung von 200. Mit einer 2x-Barlowlinse dann auf 400 - und das ist doch fast schon nahe dran, an meiner Zielvorgabe. Und zuviel Vergrösserung dürfte esdoch eigentlich auch nicht sein, da es ja immer heisst: Höchste sinnvolle Vergrösserung = Öffnung * 2. Bei einem 250er also die gewünschte 500er Vergrösserung. Klingt jetzt vielleicht etwas naiv, aber das ist erstmal das, was ich gelesen habe.

Nepomuk:
Wenn Du da mehr wissen möchtest, kann ich da noch mal aktiv werden und sie Dir genau auflisten. Kann es jetzt nur nicht so exakt, da ich nicht zu Hause bin.
Ja, die A60/70 ist imho wirklich geeignet, darum habe ich sie mir ja auch gekauft. Man braucht den Adapter LA-DC52C(besorge ihn mir gerade) von Canon und zwei weitere Adapter (B2458040 und B2458043 von T-S oder Baader) um auf T2 zu kommen. Die Adapter gibts bei T-S. Hatte die diesbezüglich auch mal angefaxt, bekam aber keine Antwort. Aber wie komme ich dann auf 1,25" und kann ich Filter einsetzen und durch Okulare fotografieren und überhaupt - Fragen über Fragen :-)
Aber ich denke, das geht in diesem Forum schon am Thema vorbei. Wenn Du Erfahrung mit der A70 in der Astrofotografie hast, kann man sich ja auch mal über Email testmail@kul.de austauschen, ansonsten kann ich ja auch mal eine Frage ins richtige Forum schreiben.

Nochmals vielen Dank für die vielen Antworten

mit freundlichen Grüssen
Uwe Langhans
 
Hallo Herr Langhans,
ich habe mal Ihr letztes Posting gelesen. Ich glaube, da hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Wir jedenfalls
empfehlen als sinnvolle Vergrößerung immer nur den Objektivdurchmesser in mm. (Also bei einem Teleskop mit 150mm Objektivdurchmesser 150x). Objektivdurchmesser in mm x 2 sehen wir immer als Maximalvergrößerung und das ist nur selten zu erreichen und natürlich orts- und wetterabhängig.
Mit freundlichen Grüßen
Vehrenberg KG
Hans Vehrenberg
 
Hallo Uwe,
das mit der Faustformel (Öffnung x 2) ist nur bedingt richtig.
Berücksichtigen muss man bei Teleskopen grösserer Öffnung auch immer die Seeinganfälligkeit.
Ich habe hier Teleskope von 3" bis 11", je nach Luftunruhe kann ich den 10er und 11er gar nicht oberhalb 200x einsetzen, wohinhgegen ich mit 3" stabil bis 250x komme, mit 5" bis 320x mit dem 6" allerdings auch nicht höher (bei gutem Seeing allerdings auch mit 6" auf knapp 800x). Unter idealen Bedingungen und an hartkontrastigen Objekten (wie eben am Mond) kann man visuell (mit einer guten Optik) auch mit 6" auf 500x (und mehr!) kommen.
6" kann man auch in der Regel unkritischer einsetzen als z.B. 10" oder 12".
Mehr Öffnung zeigt Dir natürlich bei gleicher Vergrösserung ein helleres und detailreicheres Bild, leidet jedoch intensiver unter das Atmosphärenseeing, braucht auch länger zum Auskühlen, ist sperriger etc., etc. .

Ich kann von meiner Dachterasse aus (Stadtrand von Köln) mit 14" nur sinnvoll an 3-5 Tagen im Jahr arbeiten, mit 10" bereits an gut 20 Tagen (eigentlich Nächten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />) und mit 6" fast immer, wenn der Himmel klar ist. 3" kann ich hingegen auch bei miesestem Seeing zu 98% sinnvoll "ausfahren", allerdings sind 3" Öffnung halt nicht die Welt.
Zusätzlich kommen bei Deinen Anforderungen auch noch Überlegungen bezüglich der Nachführgenauigkeit hinzu - hier ist die klassische Rockerbox der GSO/Synta-Modelle ohne intensivere (und teuere) Umbauten schlicht ungeeignet.
Ideal wäre ein 150er Newton, vielleicht in f/8 (gibt es auch beim Wolfi), dazu ein passendes Okular zur Okularprojektion und eine Webcam.
Das Ganze auf einer (motorisierten) EQ5/GP oder besser GP-DX. Dazu eine passende Steuerung zur lunaren Nachführung (MTS3 o.Ä.).
Kommt leider recht teuer, wäre allerdings für den gedachten Zweck recht gut geeignet.
In diesem Sinne
Nikita
 
Hallo Uwi,

wie Du schon geschrieben hast benötigst Du
a) Filteradapter LA-DC52C von Canon - dieser Adapter adaptiert auf M-52
b) Adaption auf T-2 ...
c) Superview 40 ... Projektionsokular von Teleskop Service (99,-Euro)

Ich nehme immer per EMail Kontakt mit Teleskop-Service auf! Das klappt hervorragend. So bekommst Du auch noch kompetente Beratung wenn gewünscht.

Noch mal zur Vergrößerung. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Theoretisch ist 500x kein problem, aber gerade zur Fotographie bist Du auf ein ruhiges (möglichst kein Seeing-Einfluß), kontraststarkes Bild angewiesen. Zum einen steigt jedoch der Seeing-Einfluß mit der Höhe der Vergrößerung, und zum anderen verliert das Bild deutlich an Kontrast! Die benötigten Belichtungszeiten steigen stark an, was das erzielen guter Bilder zusätzlich erschwert.
Der Seeing-Einfluß steigt im übrigen auch mit der größe der Öffnung! Ein 114´er hat hier keine Probleme, ein 150´er kaum. Ab 200mm ist der Seeing-Einfluß recht deutlich.

MfG Nepomuk
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
OK, Jungs - Ihr habt überzeugt ;-)

Also doch ein 6" Dob zum gucken und probieren, Erfahrung mit der Fotografie sammeln und dann bei Bedarf auf eine vernünftige Montierung setzen mit Nachführung. Ich taste mich dann mal so langsam ran. Vielleicht, wenn Gott(?) will, komme ich ja irgendwann doch noch zu meinen Mondstudien mit 500x.

Nochmal Dank an Nepomuk, Nikita und alle anderen, die sich die Mühe gemacht haben, mir bekannte Probleme(Seeing) und mir gänzlich unbekannte Zusammenhänge zu erklären.

mit freundlichen Grüssen
Uwe Langhans
 
Hey Uwi,

der 6" Dob ist in jedem Fall hervorragen für den Mond geeignet. Und wer weiß! Mit etwas Übung, Geduld und einer ruhigen Hand gelingen Dir ja vielleicht auch ein paar gute Mondfotos bei höherer Auflösung. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
bin gespannt, ob wir da noch mal was höhren!

MfG Nepomuk
 
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