Einsteigerteleskop für Frankfurter Balkon... und Ostwestfälisches Hinterland :-)

Beaverlicious

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

mein Name ist Robin und ich interessiere mich schon seit Jahren sehr für das Universum und vor allem auch für Astrophysik.
Bisher beschränkt sich das allerdings auf das Schauen von Dokumentationen und das Lesen von Artikeln... nun möchte ich mir mein erstes Teleskop zulegen und bin, wie wahrscheinlich die meisten am Anfang, etwas überfordert bzw. überfragt.

Vielleicht erst einmal zu den Rahmenbedingungen:

Ich lebe in Frankfurt City und habe einen großen Balkon, der Richtung Südosten zeigt. Dort habe ich eine tolle Sicht auf den Mond... mit Sternen ist es allerdings etwas mau. Generell interessiere ich mich in bester Amateur-Manier erst einmal für den Mond und die Planeten, aber auch Deep Sky finde ich super spannend.

Zusätzlich zu Frankfurt besuchen meine kleine Familie und ich ziemlich regelmäßig meine Eltern, die in einem kleinen 200-Seelen-Dorf im Hinterland von Ostwestfalen wohnen. Dort kann man tatsächlich schon die Milchstraße erahnen und ich würde das Teleskop entsprechend sehr gerne auch dort einsetzen. Es sollte also portabel sein und gut in unser kleines Familienauto passen ... auch, um damit mal ins Frankfurter Umland rauszufahren.

Nach einiger Recherche und mit etwas Unterstützung durch KI wurde mir in meinem gesteckten Rahmen von 500 € für dieses Vorhaben ein Dobson, genauer gesagt das Sky-Watcher Heritage 150P, vorgeschlagen.
Die Idee eines Dobsons finde ich für mich sehr passend, sofern ich das als Anfänger überhaupt richtig einschätzen kann. Ich lasse mich aber natürlich gerne von den echten Kennern hier eines Besseren belehren. :-)

Mir ist auf jeden Fall wichtig, kein automatisiertes Gerät zu kaufen. Ich möchte die Dinge selbst entdecken und das Handwerk lernen ...natürlich ohne am Anfang komplett zu verzweifeln. ;-)

Also ja: Ist das Teleskop für mein Vorhaben geeignet?
Und was benötigt man wirklich an Zubehör, um ambitioniert anzufangen?

Ich bin für jeden Tipp und jede Empfehlung dankbar!

Gruß
Rob

PS: Da ich in FFM wohne, sehe ich quasi im Minutentakt die unterschiedlichsten Flugzeuge in verschiedenen Flughöhen ... tagsüber wie nachts. Auch hier fände ich es sehr interessant, mal genauer hinzuschauen. Wie realistisch das mit einem Teleskop ist, weiß ich allerdings nicht. Aber irgendwie fand ich den Gedanken naheliegend. :-)
 
Hallo Robin,

willkommen im Forum und viel Spaß hier.

Da scheinst Du bei der KI gut gepromptet zu haben ;).

Allein vom Budget her ist ein Dobson die beste Lösung, IMHO.
Praktisch, quadratisch gut die Teile. ;)
Intuitiv zu bedienen.
Rauf/runter = Höhe = Altitude
Rechts/links = Horizontal = Azimuth.
Stehen stabil und haben ein gutes Preis/Leistungsverhältnis. Vernünftige Öffnung für moderates Geld.

Meines Erachtens zerbröseln alle anderen Alternativen Dein Budget.

Bei einem Dobson brauchst Du Karten/Atlanten um Deine Objekte zu finden. Weil alles von Hand geht.
Da wäre der Deep Sky Reiseatlas zu nennen und dazu den Deep Sky Reiseführer.
Weiterhin noch eine drehbare Sternenkarte.
Da bist dann voll analog unterwegs.
Eine vernünftige Rotlichtlampe ist auch noch angesagt.

Vom Heritage kenne ich fast nur positive Erfahrungen. Das Teil ist allerdings ein Tischdobson.
Heißt, da muss was stabiles drunter, wenn Du nicht auf dem Boden liegend beobachten willst.

Sinnvoller, um zusätzlichen Transport zu minimieren, der "Standard-Dobson", 200/1200. Da müsste man jetzt aber wissen wie groß Dein Auto ist. Der meine hat damals auf der Rückbank liegend platz gefunden. Das rauf/runter/links/rechts, die Rocker-Box, dann im Kofferraum verstaut.
So ein Dobson sollte, wenn Du sagst Du hast einen großen Balkon, auch dort funktionieren. Eventuell musst Du Dir was basteln um den Dobson auf zu bocken, damit Du über die Brüstung kommst. Sonst bist Du bei den meisten Balkonen von der Höhe eingeschränkt. Nach hinten raus sollte auch ausreichend Platz sein, sonst schrubbst Du an Wand oder Fenster entlang. Nicht wirklich sinnvoll. Der Balkon sollte eine Tiefe von ca. 180cm bis 200cm haben. Du schaust bei einem Dobson (Newton) vorne in das Okular. Also musst Du hier weg von der Brüstung, sonst wirds abenteuerlich und gefährlich.
In der Größenordnung, 200/1200, geht auch gut was zu beobachten.

Wenn Du etwas Geduld aufbringst, die ist überhaupt wichtig für die beobachtende Astronomie, bekommst Du solch einen Dobson, 200/1200, für einen guten Preis auch gebraucht.

Sinnvolle zeitnahe Anschaffungen sind Okulare und ein Telrad-Sucher um den mitgelieferten geradesichtigen zu tauschen. Das Telrad ist auch praktisch für den Einsatz mit dem Deep Sky Reiseatlas. Da sind in den Karten die 'Orientierungskreise' abgebildet
Die mitgelieferten Okulare, meist ein, oder zwei, reichen für den Start meist erst mal. Aber mit der Zeit wird der Wunsch nach besser Qualität aufkommen.
Bitte Okulare nicht als Zubehör sehen. Die gehören zwingend zum optischen System. Ohne geht nix.

So mal erste Gedanken dazu

Gruß Mathias :coffee: :alien:
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey Mathias,

1000 Dank für das nette Willkommen und die umfangreiche Rückmeldung. :-)

Ja... wenn man den Kollegen KI ein bisschen lenkt und hier und da kontrollierend querliest kommt man meist auf ganz gute Ergebnisse. Das 200er habe ich mir tatsächlich auch schon angesehen bzw. als erstes im Auge gehabt. Die prozentual größere Lichtausbeute lässt mich als foto-affinen Grafikheini natürlich direkt mit den Ohrläppchen schlackern, allerdings ist das Teil ja echt schon ein Brecher.

Ich hab mir Fotos angeschaut, wie das verladen in nem Kombi aussieht und auf den ersten Blick gedacht der lädt da nen Röntengerät ein... :-D
Denke meiner Frau zuliebe muss ich da zumindest mal eine Nummer kleiner anfangen. Ich hoffe die Qualitätseinbußen sind nicht so gigantisch und es ist für einen Anfänger wie mich immer noch begeisternd.

Ansonsten sollte das aufstellen eines Tisch-Dobsons bei mir kein Problem darstellen. Wir haben einen stabilen Balkon-Tisch und auch reichlich Luft in der Tiefe.

Also brauche ich als absolutes Greenhorn folgendes?

- Dobson Teleskop
- Rotlicht-Lampe
- Deep Sky Reiseatlas (Deep Sky Reiseatlas: Sternhaufen, Nebel und Galaxien schnell und sicher finden : Michael Feiler, Philip Noack: Amazon.de: Bücher)
- Deep Sky Reiseführer (Deep Sky Reiseführer: Sternhaufen, Nebel und Galaxien selbst beobachten : Stoyan, Ronald: Amazon.de: Bücher)
- Drehbare Sternenkarte (Was genau ist das?)

Wie sieht es mit einer Tasche oder Koffer oder so für das Teleskop aus?
Wie schwierig ist der Aufbau bzw. das Einrichten?
Kann man als Anfänger einfach die gesagten Bücher zur Hand nehmen und los-experimentieren?

So viele Fragen...
Ich bin heiss wie Frittenfett!

Cheers,
Rob
 
Hallo Rob.

als Alternative würde ich dir ein kleines Linsenfernrohr empfehlen.

Meine Favoriten für schnell mal eben sind ein 70/500 Sky-Watcher und ein 102/500.

Das Sky-Watcher ruht auf einem Linhof Stativ mit Kinokopf. Meines hat erfreulich wenig Farbfehler und verträgt am Mond locker 80fache Vergrößerung.

Das 102/500 wird für Mond, Sonne und Planeten auf 50mm abgeblendet und verträgt über 100fach. Mit voller Öffnung sind Sternhaufen und Nebel eine Freude. Dieses Rohr betreibe ich auf einer AZ3 Montierung (hoch-runter, rechts-links) mit Feinbewegung.

So was wie Flugzeuge gucken mach mit solchen kompakten Geräten auch Freude.

Beide Röhren und Unterbauten habe ich für günstiges Geld gebraucht erworben, wie meinen meisten Geräte.

CS Gerhard
 
Hallo Robin,

1000 Dank für das nette Willkommen und die umfangreiche Rückmeldung. :-)
dafür ist das Forum da.

hmmm... grundsätzlich kann man auch mit einem Dobson, ist ja nichts anderes als ein Newton in der Holzkiste, fotografieren.
Da fehlt dann aber noch das ein oder andere käuflich zu erwerbende Equipment.
Du benötigst da eine EQ-Plattform. Ein Dobson wird ja über die Rockerbox händisch nachgeführt. Das mag bei Deep Sky noch mit viel Übung funktionieren aber bei Planeten wird das nichts. Die wandern Dir viel zu schnell aus der Kamera heraus. Da brauchts eine motorisierte Nachführung. Von Planeten werden übrigens Videos mit einer so genannten Planetenkamera gemacht.
Hier im Forum gibt es User die so fotografieren. Die sind aber auch schon ein paar Jährchen dabei. Mit dem fotografieren allein ist es auch nicht getan. Die meiste Zeit sitzt man anschließend an der Nachbearbeitung (EBV) am Computer.
Das Fotografieren, egal wie, würde ich erstmal hinten anstellen.
Visuelle Beobachtung und fotografische sind zwei verschiedene Herangehensweisen.

allerdings ist das Teil ja echt schon ein Brecher
ja, das ist richtig. Ist schön etwas größer als ein Heritage ;).
Den Heritage gibt es auch als 150/750-er. Nicht ganz so der Brecher. Mit 150-er Öffnung geht da auch was.
Dobson Teleskop N 150/750 Heritage FlexTube DOB Durch den Flex-Tube kannst den auch klein machen.
Ich betreibe EAA mit einem 150/750 Newton in der fotografisch optimierten Variante.
Denke das wird für den Start ein gutes Teleskop sein. Es wird eh nicht bei dem einen Teleskop bleiben ;).

Ich hoffe die Qualitätseinbußen sind nicht so gigantisch und es ist für einen Anfänger wie mich immer noch begeisternd.
wird es !

Drehbare Sternenkarte (Was genau ist das?)
Drehbare Kosmos-Sternkarte
Die Dinger gibt es in verschiedenen Größen. Würde eine nicht so kleine anschaffen. Die Dinger zeigen den aktuell sichtbaren Himmelsausschnitt. Wie genau die jetzt zu bedienen sind weiß ich nicht mehr.
Habe die früher auch mit dem oben genannten Kartenmaterial zusammen genutzt. Na ja, irgendwann kommt halt GoTo :D.

Kann man als Anfänger einfach die gesagten Bücher zur Hand nehmen und los-experimentieren?
bissi einlesen musst Du Dich schon, wie die zu benutzen sind. Mit einem Telrad zusammen sind die richtig gut. Erleichtert das Aufsuchen und vor allem das Finden.
Weiß jetzt aber nicht wie man ein Telrad an den Flex-Tube vom Heritage adaptiert :unsure:. Ich hatte halt so einen Brecher, 200/1200, Volltubus.

einfach hier Fragen. Hier wird Dich gern geholfen.
Mit Eigeninitiative und Lernwillen wird das schon.

P.S.
warte auch noch andere Beiträge ab. Nur eine Seite hören ist etwas fad.
Und da ist schon einer :y:

Gruß - Mathias :coffee: :alien:
 
Mir ist auf jeden Fall wichtig, kein automatisiertes Gerät zu kaufen. Ich möchte die Dinge selbst entdecken und das Handwerk lernen ...natürlich ohne am Anfang komplett zu verzweifeln. ;-)
Hallo Rob,

manuelle Aufsuche zur Konditionierung der Orientierung ist erst einmal mit jedem Gerät möglich, welches eine Unterlassung der Automatik zulässt.
Ein Dobson ist da natürlich gemäß deiner Gesinnung Purismus pur.

Aber auch in der Nachführung, die Erdrotation darfst du dann auch selbstständig erledigen. Auch bei höheren Vergrößerungen, ggf. in Okularen mit kleinen Sehfeldern, am Mond-Planeten.... und immer und überall. Da würde ich an deiner Stelle erst einmal der örtlichen Möglichkeit nach einen Astrotreff besuchen und so ein Gerät testen - sofern vorhanden. Ob dir das dann am Ende wirklich zusagt?
 
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