Einstieg in die Astrofotografie

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Chris_Rock

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Hallo,

ich bin neu in diesem Forum. Ich möchte hier ein paar Fragen los werden, die ich in meiner Internet Suche nicht richtig lösen konnte. Vielleicht kann mir diese ja jemand beantworten :)

Wie bereits im Thema beschrieben, möchte ich in die Astrofotografie einsteigen. Hauptsächlich geht es mir um DeepSky Objekte. Allerdings wäre es auch schön, wenn Planeten Fotografiert werden können. Die Anschaffung plane ich im Laufe nächsten Jahres. Ich will nur wissen, wo die Reise, auch Finanziell, hin geht.

Mein Budget läge bei ca. 600-700 EUR.

Im Internet finde ich hier leider nicht so viele Themen, die mir wirklich weiter helfen. Für einen Neueinsteiger ist alles recht viel.

Konkret habe ich folgende Fragen:

1. Kamera: Analog oder Digital?
Ich lese immer wieder, dass oft eine analoge Kamera einer Digitalen vorzuziehen ist. Vor allem aufgrund des IR-Filters in Digitalen Geräten. Ich verfüge über eine Canon EOS 750D (ohne Streifen und nicht die a-Version) sowie über eine CANON A-1 (Analog) Kamera. Was wäre hier sinnvoller oder sollte ich allgemein ein anderes System wählen.

2. Welches Teleskop
Ich hatte mir z.B. folgendes Teleskop heraus gesucht:
http://www.astroshop.de/omegon-teleskop-advanced-n-152-750-eq-300/p,43622#tab_bar_3

Wäre dies Sinnvoll oder sollte ich generell auf etwas anderes ausweichen?

3. Wie nachführen?
Gerade aus Langzeitbelichtungen kenne ich bereits aus der "normalen" Fotografie, dass Sterne schnell ziehen. Ich habe gelesen, dass ich hierfür eine Nachführung benötige. Ich finde keine direkte Motoren oder ist hiermit das sog. Go-To System gemeint?

4. Welches Zubehör wird noch benötigt
Also welche Teile benötige ich, um z.B. das o.g. Teleskop an eine 750D Kamera bzw. die A-1 anzuschließen. Ich finde dort viele Teile, welche ich nicht im Zusammenhang bringen kann.


5. Gibt es lokale Gruppen?
Ich bin ein Mensch, der nicht gerne alleine zum beobachten/Fotografieren hinaus zieht. Gesellschaft wäre da für mich eine echt schöne Sache :). Wenn ich im Internet suche finde ich meistens nur Gruppen für "normale" Fotografie.

Ich bedanke mich schon einmal vielmals für eure Hilfe.

VG

Christian
 
Zu 1) Echt jetzt?????
 
Zitat von Terrorernie:

Im Internet stehen viele Sachen. Darunter finde ich auch, dass Digitalkameras aufgrund des Rauschverhaltens (gerade bei Langzeitbelichtungen) und des IR-Filters problematisch sind. Ich finde meine Frage daher berechtigt :/ Dies auch mit aktuelleren Datum.

Ist dem nicht so ist doch gut ;)


*Edit: Dabei geht es immer um die teilweise recht langen Belichtungszeiten und der Eigenart der Astronomie.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Christian

Falls du generell mit der Astronomie beginnst, würde ich den Fokus zuerst auf das "normale" Equipment legen resp. dich mit dem Handling der Gerätschaften vertraut machen. So kann man sich step by step in die Materie einarbeiten.

Prinzipiell braucht es mal eine stabile Montierung, die den Tubus & all die anderen Sachen verkraftet . D.h. sie sollte mit ca. 70% der normalen Traglast beladen werden. Doch mit deinem Budget kommst du bereits jetzt in ein Dilemma , denn das weitere Zubehör wie Kameraumbau, Reducer, Autoguider, etc. stehen auch noch an.

Grüsse, David
 
Hallo David,

danke für deine Antwort. Ich habe es nicht dabei geschrieben. Ich habe bereits jetzt eine Grundausstattung zum beobachten. Allerdings ist es halt ein Anfängerset.

Aus dem Grund ist mir ehrlich gesagt Frage 5 auch recht wichtig :)

Für das Foto-Eq. liegt mein Fotos auf dem nächsten Jahr, weil ich erst einmal rein kommen will :). Ich bin allerdings ein Mensch der gerne alles fotografisch fest hält. Darum weiß ich bereits jetzt, dass es auf ein solches Equipment hinaus laufen wird.

Was glaubst du welches Budget sollte ich hier für einen vernünftigen/empfehlenswerten Einstieg einplanen?

Dann müsste ich meine Planung nur nach hinten anpassen :)

VG Christian
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Dann muss ich für den Einstieg einen etwas späteren Einstieg einplanen.

Klar nach oben geht immer viel ;)
 
Hallo Christian
Man muss ja nicht gleich den Ferrari kaufen wie Marco schreibt :-) Aber mit den "Bascis" (Optik, Montierung, Reducer/Korrektor, Guider, DSLR Astroumbau, Adapter) würde ich schon mind. 1500 Euro rechnen, da du ein Einsteigerset hast und vermutlich nichts für die Fotografie brauchbar ist. Möglichst viel Occasion kaufen (ausser die Montierung) finde ich einen guten Ansatz um zu sparen (hab dies so gemacht).

Der Aspekt mit anderen Hobby-Astronomen zuerst "analog" in Kontakt zu treten und sich Tipps geben zu lassen, ist eine sehr gute Idee.

Grüsse, David
 
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Hallo Chris,

kommt immer auf den Anspruch an wie teuer das wird. Hier gab es doch letztens den Kollegen Sparstrumpf der mit einem ab geblendeten 114/450er ganz gute Resultate erzielt hat.

Eigentlich kenne ich mich mit Fotojedönds aber kaum aus und wollte nur diesen Link zu den Sternfreunden Münster absondern. Da gibt es auch einen Ansprechpartner Astrofotografie.

http://www.sternfreunde-muenster.de/mobile/ansprech.php

CU
Klaus
 
Das Einsteigerset ist nicht dafür brauchbar und müsste auch irgendwann verbessert werden. Darum war mein Gedanke sich in dem Fall ein Teleskop zu holen, welches für die Fotografie geeignet ist.

Danke :)

Edit:

Klaus: Vielen Dank für den Link :)
 
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Hallo Christian,

bei dem "kleinen" Budget könnte man über eine Skywatcher Star Adventurer nachdenken. Es lassen sich damit schon tolle Übersichtsaufnahmen erstellen. Eine DSLR und Objektive scheint ja vorhanden zu sein.

Damit dann erst einmal Erfahrung sammeln, Geld zur Seite legen und dann was gescheites kaufen.

 
Hallo Christian

Erstmal Glückwunsch zu deinem neuen Hobby.
Ich würde dir raten dich in einer Sternwarte umzuschauen, weil die dir bestimmt mehr helfen können als wir.
Wenn du mit einem kleinen Budget anfangen möchtest musst du mit Frustrationen rechnen, weil alles nicht stabil oder perfekt läuft.
Ich würde mir eine solide Montierung holen (heq5 oder sogar eine CGEM) was dann aber schon etwas teuerer wird. Darauf dann erstmal deine dslr mit einem Teleobjektiv schnallen.
Wenn du aber zukunftsorientiert denken möchtest würde ich mein Budget etwas höher ansetzten.
Kleiner Tipp: Wenn du alle 1 bis 2 Tage das Biete-Forum durchsuchts, kannst du eine Gute Ausrüstung bis zu 40% billiger bekommen.

Cs
David

Ps. Ich würde mir Hochwertigere Ausrüstung zulegen, damit du dir nicht dauernd bessere Nachkaufen musst.

 
Hallo Christian,


dann erstmal wilkommen hier. :)

Wie bereits im Thema beschrieben, möchte ich in die Astrofotografie einsteigen. Hauptsächlich geht es mir um DeepSky Objekte. Allerdings wäre es auch schön, wenn Planeten Fotografiert werden können.

Unter Deepsky-Objekte verstehen wir Amateure Sternhaufen, Galaxien, Nebel... Die sind in der Regel sehr lichtschwach und brauchen vor allem viel Belichtungszeit. Also im Minutenbereich pro Einzelbild.

Sonne, Mond und Planeten dagegen sind recht hell. Die brauchen dann völlig andere Belichtungszeiten. Im Millisekundenbereich.

Daher nimmt man üblicherweise für diese beiden Objektklassen unterschiedliche Kameras.

Je nach Geldbeutel bei Deepsky-Objekten Digitalkameras oder gekühlte CCD-Kameras. Und bei den Planeten dann "astrotaugliche Webcams".

Mit 2 Baustellen auf einmasl zu beginnen kann frustrierend sein. Und geht ins Geld, weil man etliches Zubehör quasie auf einen Schlag kaufen sollte, um schöne Bilder hinzubekommen.

Die Anschaffung plane ich im Laufe nächsten Jahres. Ich will nur wissen, wo die Reise, auch Finanziell, hin geht.

Mein Budget läge bei ca. 600-700 EUR.

Daß Du Dir vorher Gedanken machst, ist prima. Was jetzt noch fehlt, sind Angaben zu Deiner Planung bezüglich Fotostandort.

Wenn Du in einer hell erleuchteten Stadt lebst, mußt zum Fotografieren von Deepsky-Objekten unter dunklen Himmel. ALso die komplette Ausrüßtung so planen, daß Du sie gut ins Auto kriegst, alleine aufbauen kannst und nach ner Fotonacht auch noch die Kraft hast, alles abzubauen, ins Auto zu packen und wieder heim zu fahren...

Falls Du dagegen irgendwo unter dunklem Himmel lebst (die Milchstraße mit blosem Auge sehen tust, sobald Du vom Haus in den eigenen Garten gehst und nach oben guckst), fällt die zeitaufwändige Fahrt ins Dunkle flach und Du könntest z. B. im Garten eine Säule betonieren...

1. Kamera: Analog oder Digital?
Ich lese immer wieder, dass oft eine analoge Kamera einer Digitalen vorzuziehen ist. Vor allem aufgrund des IR-Filters in Digitalen Geräten. Ich verfüge über eine Canon EOS 750D (ohne Streifen und nicht die a-Version) sowie über eine CANON A-1 (Analog) Kamera. Was wäre hier sinnvoller oder sollte ich allgemein ein anderes System wählen.

ganz klar digital! Die "guten" Filme für analog werden nicht mehr hergestellt, das Hypern mit Wasserstoffgas (um die Filme noch empfindlicher zu machen) und auch die Chemiepanscherei beim Selber entwickeln der Filme ist gefährlich und wirklich nicht mehr "Stand der Technik" ;)

Bei den Digitalkameras hat es in den letzten 20 Jahren gute Fortschritte gegeben. Ich persönlich möchte keinesfalls wieder zurück zur chemischen Fotografie...

2. Welches Teleskop
Ich hatte mir z.B. folgendes Teleskop heraus gesucht:
http://www.astroshop.de/omegon-teleskop-advanced-n-152-750-eq-300/p,43622#tab_bar_3

Wäre dies Sinnvoll oder sollte ich generell auf etwas anderes ausweichen?

Für Planetenfotografie mit einer 3-fach Barlowlinse im Okularauszug vor einer Planetenkamera ist es brauchbar. :) Aber nur, wenn die Montierung noch motorisierst. Und dann natürlich auch noch einen Akku zur Stromversorgung der Nachführung einkaufst. Die elektrische Nachführung ist sowol für Deepsky- als auch für Planetenfotografie notwendig.

Für Deepsky-Fotografie durch das Teleskop ist die Montierung zu schwach. Ich habe eine solche EQ-3-2, sie ist mit dem dazugehörigen Goto Kit motorisiert. Die Stromversorgung kommt aus einem 12V/7 Ah Bleigelakku und reicht gut für ne Beobachtungsnacht.

Du kannst aber mit dieser Montierung trotzdem Deepsky-Objekte fotografieren. Nimm Teleobjektive statt eines Teleskops und laß Deine DSLR astromodifizieren, damit sie für das rote Leuchten der Wasserstoffs empfindlich genug wird. Dann sind solche Bilder machbar:

ungeguidete Bilder (astromodifizierte Kameras sitzt samt Teleobjektiv alleine auf einer Prismenschine auf der Montierung): http://sternwarte-zollern-alb.de/mitarbeiterseiten/kowollik/nebulae/primotar/index.htm

Aufbau für geguidete Bilder (Planetenkamera in einem 8x50 Sucher parallel zur Kamera auf einer Prismenschine): http://www.sternwarte-zollern-alb.de/mitarbeiterseiten/kowollik/deepskyfotografie/index.htm

geguidete Bilder (mit Clipfilter und Astroumbau): http://sternwarte-zollern-alb.de/mitarbeiterseiten/kowollik/nebulae/orestegor/index.htm

3. Wie nachführen?
Gerade aus Langzeitbelichtungen kenne ich bereits aus der "normalen" Fotografie, dass Sterne schnell ziehen. Ich habe gelesen, dass ich hierfür eine Nachführung benötige. Ich finde keine direkte Motoren oder ist hiermit das sog. Go-To System gemeint?

ja, da meine ich so ein "Goto-Kit". Da Du mit Sicherheit recht schnell erkennst, daß der Schneckenfehler der Montierung keine langen Belichtungszeiten zuläßt, brauchst ein Kit mit ST-4 Eingang. Damit kannst im 2. Ausbauschritt dann zusammen mit einer Planetencam ins "Autoguiding" einsteigen. :)

4. Welches Zubehör wird noch benötigt
Also welche Teile benötige ich, um z.B. das o.g. Teleskop an eine 750D Kamera bzw. die A-1 anzuschließen. Ich finde dort viele Teile, welche ich nicht im Zusammenhang bringen kann.

Du bräuchtest
a) einen Komakorrektor für f=5
b) einen Adapter vom Komakorrektor auf T2
c) einen Adapter T2 zum Kamerabajonet Deiner Kameras

aber wie gesagt, die Montierung ist für den 6" Newton fotografisch (Deepsky-Objekte) zu schwach. Laß das. Das Teleskop würde rumzittern, beim leisesten Windhauch auch noch schwingen. Fotografisch trägt die Montierung maximal einen 130 Newton.

Aber ich würde erstmal mit den vorhandenen Fotooptiken arbeiten - das kostet kein Geld und Du kannst gleich loslegen...

Und mit den so gewonnenen Bildern erstmal die Bildbearbeitung üben. :)
 
Zitat von alffrommars:
Na so 2000 bis 2500€ und nach oben ... naja :D

Gruss
Marco

Na, das ist ja für Deep Sky richtig billig, wo gibt's das? ;)

Spaß beiseite, ich schätze mal für nachhaltigen Einstieg in Astrofotografie:

Montierung : 750,- bis 1.600,-

Autoguider oder Notebook mit Freeware: 650,- bis 1.000,-

Teleskop: 600,- - 1.500,-

Kamera: 750,- bis 1.500,-

Filter: 300,- bis 600,-

Kleinkram: 250,-

Nach oben geht natürlich noch viel mehr!

Mein Fazit: Astrofotografie ist richtig teuer, genauso wie Radrennfahren, Modellhubschrauber, Studio-Fotografie, Tauchen...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Christian,

der abgeblendete 114er war wohl ich. D.h. ich bin dann der "Kollege Sparstrumpf" :-) Dann mal ein paar Tips vom Sparstrumpf.
Ich würde gerne dem Ruf gerecht werden, aber leider kann ich Dir keine Hoffnung machen, dass Du billig weg kommst. Wenn ich Du wäre, würde ich mir für den Löwenteil Deines Budgets eine stabile Montierung kaufen. Etwa eine NEQ-5 mit Nachführmotoren. Es gibt dafür eine Steuerbox mit ST4-Guideranschluss - später wirst Du zu schätzen wissen wozu das gut ist. Dann hast Du kaum noch 250.-Euro übrig.
Versuche dafür ein älteres gebrauchtes CANON-Gehäuse und ein oder zwei Teleobjektive billig z.B. bei Ihh-Bäj zu ersteigern. Mit einer Fotoschiene und der NEQ-5 kannst Du nachgeführt damit schon ganz erstaunliche Bilder machen. Und vor allem kannst Du damit Astrofotografie lernen.
Dann kannst Du sparen und Schritt für Schritt vorgehen. Für ein Leitrohr und eine CMOS-Kamera, für ein "richtiges" Teleskop, für Filter, Barlow-Linsen, Reducer, Komakorrektor ...
Du siehst, es wird nicht billig. Aber noch mal mein Tip für den Anfang: Eine günstige Kamera mit kleiner Optik auf einer stabilen Montierung geht am Anfang gut. Aber ein zu grosses Teleskop auf einer unterdimensionierten Montierung ist zum Fotografieren einfach nur Mist. Da kommt nichts bei raus und Du verlierst schnell die Lust. Dann war alles rausgeschmissenes Geld.

Viele Grüsse vom "Sparstrumpf"

*entfernt*
 
Hallo Christian,

es sollte durchaus möglich sein, mit kleinem Budget zu netten Fotos zu gelangen:

Beispiel1
Beispiel2

Die motorisierte NEQ3 wurde im hiesigen Markt deutlich unter 250€ erworben, über Kamera und Objektive verfügst Du bereits. Dass damit keine Abell-Haufen, Quasare und Langzeitbelichtungen jenseits der 5 Minuten möglich sind, ist zu erwähnen. Für erste Schritte mit Spassfaktor jedoch eine Option. Neben den geringen Kosten und dem Lerneffekt entfallen Schlepperei und Fehlerquellen, die den Spass schnell abwürgen können.

Selbstverständlich handelt es sich hierbei um meine subjektive Meinung, es handelt sich nicht um eine klare Kaufempfehlung. Meine Fotos sind bestimmt zu bemängeln, mir persönlich genügen sie in Relation zum eingesetzten Geld.

Beste Grüße und klare Nächte!

Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo und vielen Dank für die ganzen Antworten.

Das die Astrofotografie kein günstiges Unterfangen wird hatte ich mir gedacht :) Allein für Fotografie selbst habe ich sicher schon 2000 - 2500 EUR ausgegeben und benötige Theoretisch noch mehr ;D

Die Sache bei der Fotografie ist, dass man mit 300-400 EUR bereits ordentlich anfangen kann; je nach Anforderung. Das Spezialisieren ist das teure :)

Für den Standort müsste ich vermutlich etwas weiter raus. Die Lichtverschmutzung ist hier schon recht groß. Ich wohne an der Grenze zu den Niederlanden und die Strahlen bereits ordentlich und im Süden ist das Ruhegebiet. Es gibt hier zwar ein paar Spots in denen man den Himmel etwas klarer sehen kann aber für Deepsky wird es vermutlich schwer. Also muss die Ausrüstung noch transportabel sein.

Die Light Pulltion Map zeigt hier etwas außerhalb folgendes an:
Brightness 0.380 mcd/m2
Artif. bright. ucd/m2
Ratio 1.22
Bortle class 4

In der Stadt:
SQM 20.56 mag./arc sec2
Brightness 0.647 mcd/m2
Artif. bright. 476 ucd/m2
Ratio 2.78
Bortle class 4
Elevation 50 meters

Wenn ich es so zusammen fassen darf, besteht bei den meisten Konsens darin, zunächst eine ordentliche Montierung mit Kamerahalterung und Motor zu kaufen. Auf diese soll dann eine Kamera mit Teleobjektiv. Damit erst einmal lernen und später, wenn dann mehr Geld zur Verfügung steht, aufrüsten mit einem entsprechenden Teleskop und Zubehör.

Was macht eurer Meinung nach mehr Sinn? Auto Guiding oder das Führen per Laptop? Oder tut sich da nicht viel?

Ich denke hier macht es Sinn dann direkt eine ordentliche Halterung zu kaufen, auf die nachher dann auch ein gutes Teleskop mit den entsprechenden Zubehör ordentlich genutzt werden kann? So hat man Quasi schon das Grundgerüst auf welches man aufbauen kann.

Ist eine solche Montierung für das Teleskop Universell, also genormt oder gibt es etwas zu beachten.

Bezüglich des Tele Objektivs, welche Brennweite wäre da zu empfehlen? Klar offen Blende usw ist auch wichtig. Aber da kann ich mir schon etwas raussuchen :)

Vielen Dank noch einmal und VG

Christian
 
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Hallo Christian,

zuerst einmal willkommen an Board!

Fangen wir mit der Gesellschaft und einem "dunklen Ort" an. Zum einen wären da die Sternfreunde Borken (http://www.sternfreunde-borken.de/home.php), die jeden Donnerstag an der Josef-Bresser-Sternwarte in Hoxfeld öffentliche Beobachtung anbieten, zum anderen wäre auch Münser noch in Reichweite (http://www.sternfreunde-muenster.de/).

In Münster kenne ich mich in Sachen Astrofotografie nicht so wirklich aus, weiß aber aus eigener Erfahrung, dass man in Hoxfeld ab 15° über dem Horizont wirklich ordentliche Bedingungen zum Fotografieren hat (https://13parsec.de/index.php/widefields/antares-rho-ophiuchi).

Antworten auf viele deiner Eingangsfragen findest du in einem kleinen Einsteigerguide auf meiner Website https://13parsec.de/index.php/einsteiger-guide/einsteiger-guide?showall=1&limitstart=

Wenn es wetterbedingt mal nicht mit der Sternwarte klappen sollte, könntest du auch mal bei Bresser in Rhede vorbei schauen: https://www.bresser.de/c/de/service/visit/
Dort kannst du dir auf jeden Fall mal einen Überblick verschaffen, was so Astrokrempel wiegt, wie groß ein Teleskop ist usw. ...

Und nu noch mal ein wenig ergänzende Prosa:
Meiner Meinung nach solltest du ehe du etwas kaufst mal eine der 3 o.g. Örtlichkeiten aufsuchen damit du mal live siehst, worüber wir hier so ausgiebig schreiben (hin und wieder gibt´s auch Ausstellungsware zu guten Kursen). Für den einen ist eine EXOS-2 riesig und schwer, für den anderen ist diese Montierung ein leichtes Setup für unterwegs. Also mach dir auf jeden Fall ein eigenes Bild!

Eine Montierung wie die EXOS-2 würde ich dir auch für den Anfang empfehlen (Achtung, die EXOS-2 kann nicht mit einem PC verbunden werden!). Kleiner einzusteigen mit z.B. einer Star Adventurer halte ich ein deinem Fall, wo ja doch auch mal ein Teleskop für Planetenvideos drauf soll für wenig sinnvoll.

Aus meiner Sicht könnte eine "Raodmap" für dich folgendermaßen aussehen:

- Sternfreunde besuchen und schauen wie groß eine EQ5 / EXOS-2 ist
- Wenn akzeptabel von Größe und Gewicht eine EXOS-2 oder EQ5 kaufen, wenn möglich gebraucht oder als Ausstellungsware, das mindert das finanzielle Risiko wenn du das Zeug wieder verkaufen willst
- Auf der Montierung zuerst einmal mit Brennweiten von 24-200mm anfangen, in diesem Bereich brauchst du noch keinen Autoguider! Die Widefields auf meiner Website sind auch alle ohne Autoguider entstanden: https://13parsec.de/index.php/widefields
- Aufbau der Montierung üben
- So gut wie möglich einnorden, ggf. einscheinern lernen
- Versuchen mit 120s Einzelbelichtungen in Summe auf 1-2 Stunden oder mehr zu kommen
- EBV für Astrofotos erlernen (da gibts auch den ein oder anderen Stolperstein)
- Da Planeten/Mondkrater und Deepsky zwei völlig verschiedene Dinge sind, musst du dir klar werden, in welche Richtung es gehen soll. Aber die Entscheidung musst du jetzt noch gar nicht fällen, denn bis dahin vergeht noch einige Zeit.
- Autoguider ob MGEN oder Kamera mit ST4 und Laptop, auch das ist noch in weiter ferne...

Also erst mal bei den Sternfreunden vorbeischauen und dann eins nach dem anderen!

 
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Hallo,

die meisten haben ja schon was zum Equipment gesagt, aber ich hab hier vielleicht den wertvollsten Tipp für dich. Den Ort! Und der ist gar nicht weit von dir weg.

Hier die ungefähren Koordinaten: 52,415182, 7,194786
Genauer gesagt fährst du die Straße Woestendiek in 48465 Engden bis fast zu einer Schranke ganz zum Ende. Das ist die Grenze des Truppenübungsplatzes Nordhorn Range. Da hast du im Umkreis von knapp 5km kein einziges Haus. Die nächste Ortschaft ist dann das kleine Bauernkaff Engden, wo fast immer alles dunkel ist.

Die hier schon mal vorgeschlagene Variante, zum Einstieg die DSLR-Kamera mit einer entsprechenden Prismenschiene direkt an der Montierung zu nutzen kann ich ebenfalls empfehlen. Mit 'nem ordentlichen Zoomobjektiv sind solche Bilder schon mal ein guter Anfang.

Link zur Grafik: https://c2.staticflickr.com/4/3809/32322845614_a502b645b3_h.jpg

Das habe ich mit einer EOS 550D, einem alten EF 35-135mm Pump Zoom unguided auf einer NEQ3 geschossen.
 
Hallo,

danke noch einmal.

Dann werde ich mich wohl zuerst in Borken melden :). Beruflich komme ich in Borken öfter vorbei. Danke für den Hinweis Makrus.

Stephan dir auch danke. Ich hatte den Mond (mein Avatar) in der Bauernschaft von Ahaus Fotografiert mit 300mm Brennweite. Aber der ist ja auch hell ;D

Wurde das Foto oben gecropped? Wenn der Mond bei 300 mm ja noch recht klein ist, frage ich mich wie man mit 200 mm solche Bilder macht. Auser man cropped :)

VG

Christian



 
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Hallo,

falls du mein Foto meinst, nein, das ist nicht gecropped. Brennweite müsste hier so zwischen 80mm und 100mm gelegen haben. Gesamtbelichtungszeit war so knapp 15 min. Man vertut sich schon recht schnell mit den Größen von Objekten am Himmel, wenn man sie mit dem Mond vergleicht. Der Mond erscheint nur recht groß, weil er so hell ist. Das ist aber eine optische Täuschung, in Wirklichkeit ist er furzklein.

Zum Beispiel ist die Andromedagalaxie (M31) bei gleicher Brennweite zum Beispiel knapp sechsmal größer auf einem entsprechend lange belichteten Foto. Hier kannst du mal sehen, wie die Andromedagalaxie bei 300mm mit 5 Minuten Belichtungszeit aussieht, wohlgemerkt nicht gecropped.

Link zur Grafik: https://c1.staticflickr.com/5/4328/35865586531_2b7e2df5aa_b.jpg

P.S.: Sehe, dass es anscheinend nicht um mein Bild ging. Trotzdem Stimmt das mit dem Mond.
 
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Stephan, es ging tatsächlich um dein Bild ;) Aber die Aussage ist im Endeffekt ja die Gleiche. Schon interessant, was man mit einer "einfachen" Digitalkamera so hin bekommt. Bei 15 Minuten Belichtung, vermute ich, dass du nachgeführt hast oder?

Muss die Kamera da schon gekühlt werden? Ich meine Immerhin kann der Sensor ja auch 15 Min Video problemfrei aufnehmen.

Das mit den Größenverhältnissen kommt denke ich mit der Zeit.

Aber ich vermute für solche Ergebnisse muss die Kamera umgebaut werden? Gibt es da Firmen, die so etwas mit Garantie machen? Ich selbst bin zwar technisch nicht unbegabt. Aber ich würde es ungern selbst machen ;)

Der Umbau würde mich schon alleine Interessieren, weil so dann auch IR-Fotografie möglich(er) ist.

VG

Christian
 
Hallo,

Genau, die Bilder sind alle nachgeführt. Anders geht das auch nicht so einfach. Geguidet habe ich aber nicht. Ist bei den Brennweiten aber auch eigentlich nicht notwendig. Die Kamera ist auch nicht umgebaut, alles normal. Gekühlt ist die Kamera ebenfalls nicht. Dafür liegt die aber auch bevor ich anfange zu Fotografieren auch schon mal 30 Minuten bis eine Stunde draußen in der "Kälte" rum.

Des Weiteren programmiere ich die Fernbedienung der Kamera so, dass zwischen den Einzelbelichtungen eine Pause von 10% der Belichtungszeit oder mindestens 8 Sekunden gemacht wird. Das mache ich, damit die Rohdaten problemlos auf den Chip gespeichert werden, das System nach dem einklappen der Blende ausschwingen und schlussendlich der Bildprozessor abkühlen kann. Damit bin ich bisher immer gut gefahren.

Natürlich gibt es Firmen, die eine DSLR auf Astro umbauen, aber ob das wirklich zielführend ist, muss man selber wissen. Normal fotografieren ist dann mit der DSLR ohne IR-Sperrfilter auf dem Objektiv nicht mehr drin. Der Clip-Filter funktioniert nicht mit EFS-Objektiven. Eine spezielle gekühlte Astrokamera ist dann meistens sinnvoller. Viel wichtiger als superteures Equipment ist es aber, sich mit den Belichtungseinstellungen (Zeit, ISO, Pausen), Darks, Flats, Bias, Filtern, stacking und Nachbearbeitung auseinaderzusetzen. Wenn man das verstanden hat, kann man auch mit einfachem Equipment schon anschaubare Bilder herstellen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moinsen,

Zitat von superhavi:
[...] Natürlich gibt es Firmen, die eine DSLR auf Astro umbauen, aber ob das wirklich zielführend ist, muss man selber wissen. [...] Eine spezielle gekühlte Astrokamera ist dann meistens sinnvoller. [...]

Das ist dann zielführend, wenn man vorwiegend die schönen roten Nebel fotografieren will. Bei Galxien, Planetarischen Nebeln, Reflexionsnebeln und jeglicher Form von Sternhaufen spielt ein Astroumbau erst mal keine Rolle und ob dann eine gekühlte CCD sinnvoller ist, sei noch mal dahin gestellt, denn bis auf eine mir bekannte Ausnahme muss dann auch zwingend ein Laptop zur Bildgewinnung verwendet werden. Also mal eben mit z.B. nem MGEN guiden und Kamera steuern fällt dann schon mal flach...

Ich habe mir damals günstig ne 600D in der Bucht geschossen, wo der Blitzschuh defekt war und habe diese dann auch umbauen lassen. Sofern man mit der vorh. DSLR vorwiegend auch bei Tage fotografieren will (mit einem gewissen Anspruch an die Qualität), würde ich die Kamera nur dann modifizieren lassen, wenn es die "Zweitkamera" ist.
 
Also besser erst mal nicht umbauen lassen :)

Ich nutze die Kamera schon recht viel für normale Fotos. Hauptsächlich Landschaft. Darum nun auch Astrofotografie. Ich habe entdeckt, dass es oberhalb der Landschaften auch ganz tolle Motive gibt ;D

Für Serienbelichtungen mit entsprechender Zeitsteuerung habe ich bereits jetzt einen Selbstauslöser in dem ich dies eingeben kann. Ich weiß grad nur nicht das Maximum der Belichtungszeit die ich dort einstellen kann.

Die Software finde ich vermutlich im Einsteiger Guide. Konnte da bisher noch nicht rein schauen. Das mache ich aber noch.

Vermutlich ist Lightroom und Photoshop hier fehl am Platz.

Ich möchte an der Stelle auch die Community hier loben. Selten so ausführliche und nette Antworten erhalten :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Chris,
Zitat von Chris_Rock:
Also besser erst mal nicht umbauen lassen :)
falls Du nicht irgendwas 'freakiges' vorhast, sondern eben Astrofotografie, würde ich den Body nicht umbauen lassen: Für 'Astro' genügen die gewöhnliche astromodifizierten Bodys ( ab 1000d oder 450d ), die hier Gebraucht und umgebaut oft weniger kosten, als der Umbau selbst. Aber abgesehen von Emissionsnebeln ist wie schon erwähnt auch ein gewöhnlicher Body sehr gut verwendbar (und selbst von denen lassen sich einige h-Alpha Regionen ablichten, man braucht nur wesentlich mehr Material um die herauszuarbeiten und kommt dennoch nicht an das gewohnte Ergebnis ran. Aber es geht.).
Weiteres Sparpotential gibt es bei den Optiken. Meistens sind einfache Zoomobjektive vorhanden, aber die sind angefangen vom Fokussieren bis schlimmstenfalls dem 'Creeping' oder Stabiausfällen eher spassfrei. Sehr günstig und bequem geht es dagegen mit alten M42-Optiken. Gut&Günstig sind da v.A. die 135er; ein 50er hat man ja meistens eh schon in aktueller Ausführung. Die guten 135mm sind auf ebay idr. für rund 80-100€ zu bekommen, bei guten Kameradealern ist auch mal ein Schnäppchen für 50€ drin. Und spätestens bei 135mm gehen auch schon die ersten Fallstricke los - ist das System Steif genug? Wurde sauber genug eingenordet? ... Aber Guiding ist da noch nicht erforderlich, also immerhin eine Baustelle weniger (aber eben genug 'Baustellen', um viele gut zu bewältigende Probleme kennenzulernen, einschließlich der Verarbeitung der Aufnahmen).

cs
Jürgen
 
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