Einstieg in die Astronomie und Fotografie

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zitat von Parkuhr:
Ich habe mir das 750er Setup mit meiner Kamera in Stellarium reingehaun um zu schauen was zu sehen ist...Ich denke das würde schon passen mit 750mm für den Einstieg.
Das passt vielleicht mit dem Bildausschnitt, aber die Realität sieht ganz anders aus.
Zuerst wirst Du minutenlang versuchen, die Montierung halbwegs in die Waagerechte zu bekommen, alles mehr oder weniger freihändig und leicht genervt, weil die Stativbeine immer ein wenig weiter rutschen als sie sollen.
Du wirst Dich über das kopfstehende und seitenverkehrte Bild im Polsucher ärgern, wenn Du das Polaralignment versuchst.
Wenn Du dann Dein fotografisches Ziel aufsuchst, hast Du im Sucherfernrohr zumindest ein seitenverkehrtes, wenn nicht auch wieder ein kopfstehendes Bild. Dabei einmal zu kräftig gegen ein Stativbein gestolpert - zurück zum Polaralignment.
Also vorsichtiger das Ziel aufsuchen - nur sind da deutlich weniger Sterne zu sehen als in Stellarium. Seitenverkehrt (und kopfstehend) macht das Aufsuchen und genaue Ausrichten auch nicht einfacher. Vorsicht, nicht schon wieder gegen das Stativbein treten!
Dann hast Du nach einiger Zeit das Objekt Deiner Wahl endlich auf dem Liveview-Schirm und musst mit mehr oder weniger Maximalvergrößerung (bei Pentax 10x) des Bildes fokussieren. Wenn Dir da Dein Fokussierstern nicht aus dem Sichtfeld wandert, hast Du relativ (!) gute Karten, theoretisch (!!) im untersten Minutenbereich belichten zu können. Mit < 350mm Brennweite, mit 750mm höchstens halb so lang.
Dann machst Du praktischerweise eine Belichtungsreihe bis ca. 3 min pro Frame, um die Qualität Deines Aufbaus zu prüfen. Da wirst Du am Anfang froh sein, wenn die Sterne bei knapp einer Minute noch rund sind. Also kannst Du jetzt ganz vorsichtig anfangen, Deine knapp einminütigen Aufnahmen zu machen.

Been there, done that. Ich bin froh, dass der kleine Refraktor nur 334mm effektive Brennweite hat.

Daher sprechen wir vorerst beim Fotografieren sowieso von Aufnahmen welche anfangs manuell geguided sind (logisch dass die Belichtung wesentlich kürzer ist!).
Vergiss das Guiding im unteren einstelligen Minutenbereich.
Gewöhn Dir lieber an, Deine Abläufe bei der Vorbereitung und beim Aufbau immer gleich und sehr, sehr sorgfältig durchzuführen. Und fang mit einem Teleobjektiv oder einem kleinen Refraktor an.
Dann hast Du deutlich eher und mehr Erfolgserlebnisse.

E.
 
Was den Refraktor zum guiden betrifft ist das sicher eine gute Sache. Dies liegt allerdings noch, ich sag mal in mittelweiter ferne, da ich mich auf jeden Fall mit korrekten Einnorden, etc beschäftigen muss bis da mal was brauchbares rauskommen kann. In sofern kann man ja sagen, dass hier noch Zeit sein wird um weiter reinzuinvestieren.
Wenn hier Geld fließt, dann wird es vermutlich in Richtung OAG mit automatischer Nachführung gehen (ob selbstgebaut oder nicht wird man dann sehen).

Das Setup soll mich visuell voll zufriedenstellen und ggf. auch noch etwas Luft nach oben haben um paar Aufnahmen machen zu können (entsprechende Investitionen in Zubehör vorausgesetzt). Dass das nachführen/guiden per "Auge" sehr anstrengend sein wird ist mir klar, ich möchte es dennoch auch ausprobieren um hier auch meine eigenen Erfahrungen zu sammeln. Ein Dauerzustand ist das nicht, logisch.

Was den Schneckenfehler angeht, wie du sagst kann man das zu einem gewissen Grad durch gutes einnorden kompensieren. Auch das werde ich erstmal üben müssen, denke dass du das weitaus besser kannst als ich ;) Noch vorab die Frage: Welche Montierung hast du denn? Bzw. auf welche Montierung bezieht sich deine Auswertung?

Zu EckyH's Antwort:
Naja, viel mehr als das kann ich zur Zeit noch nicht machen um rauszufinden was ich mit den 750mm erreichen kann. Die Schwieirigkeiten des "korrekten Betriebs" hast du mir gut verdeutlicht, denke das die Bilder noch oft genug verwackeln werden :) Die Fokussierung habe ich bisher auch über das LiveView (10x) durchgeführt, zusätzlich habe ich mir noch eine "unendlich" Markierung auf das Objektiv gemalt. Wie genau diese ist wird sich ja spätestens beim Anschluss an ein Teleskop zeigen. Für 18mm fand ich den Fokus im Grunde in Ordnung. Zu den Belichtungen möchte ich nur sagen, dass im Grunde alles über 20 Sekunden im Gegensatz zu jetzt ein deutlicher Fortschritt wird, im Prinzip kann es eigentlich nur besser/schöner werden :)

Was die Montierung angeht bin ich leider noch kein Stück weiter...eine EQ6 wird es wohl aus finanziellen Gründen erstmal nicht...EQ5 oder HEQ5 müsste es dann werden wobei ich selbst mit der HEQ5 und einem zusätzlichen Lidl-Refraktor wie von Sternenfee beschrieben schnell an den Grenzen der Montierung bin...schwierig schwierig...

Ein Plan wäre es den Newton auf der EQ5 visuell zu nutzen, die EQ5 eventuell zum Fotografieren solo mit einem Teleobjektiv. Um eine entsprechende Nachführung werde ich mich auch bemühen. Lieber hätte ich natürlich die HEQ5, allerdings habe ich bisher kein geeignetes "gebrauchtangebot" gefunden. Ca. 800€ für die Montierung wären schon ein haufen geld.
 
Zitat von Parkuhr:
Schön dass du auch ein Bastler bist, ich sehe es gerne wenn auch andere Leute versuchen kommerzielles durch ihre eigenen technischne Innovationen zu ersetzen.
Naja. Es frisst aber auch Zeit. Man krigt in der Heimwerkstatt vieles nicht so gut und sauber hin wie bei industriell gefertigten Produkten. Wenn ich da an meine LED-Stirnlampe fürs Joggen denke... Sehr hässliches Ding. Funktioniert aber perfekt. Oder man braucht einen großen Maschinenpark. Oft sieht das Ergebnis nach dem aus was es ist: Heimwerkergefrickel. Allerdings kann sowas sehr gut funktionieren. Mein erstes Teleskop habe ich aus dem Fotoobjektiv einer Reprokamera und einem HT-Abflussrohr gebastelt. Für gut 100,-EUR kam dabei ein 610mm F/9 APO Refraktor raus.

Zitat von Parkuhr:
Was deinen Schrittmotortreiber angeht: Klingt so, als würde ich dich kontaktieren müssen wenn es in Richtung des Autoguidings geht um einmal Erfahrungen über die Hardware auszutauschen :)
Bis jetzt habe ich nur zwei Pololu Treibermodule. Der Plan ist die simplen Motoren der Handsteurung, die ich mit dem Teleskop + Montierung gleich mitgekauft hatte, zu behalten. Für visuelle Zwecke sind die OK, haben aber z.B. durch das vorgelagerte Getriebe ein großes Spiel. Deshalb kannst du die Dinger vergessen, wenn es darum geht einen Autoguider draus zu basteln. Da sollte man gescheite Motoren mit entsprechend vielen Schritten und Mikroschritttreiber direkt, ohne Getriebe, an die Schnecke ankoppeln. Mir reicht im Prinzip die mitgelieferte Handsteurung. Beim Verfahren ist sie mir aber einfach zu langsam. Wenn man die Schrittfrequenz hoch jubelt brauchts aber einen Chopper-Treiber, sonst bleibt kein Drehmoment mehr übrig. Der primitive, aus diskreten Transistoren der BC238 Klasse gestrickte, Vollbrückentriebr der originalen Handsteurung bringt das nicht.

Zitat von Parkuhr:
Vorab die Frage: Wofür genau dient ein Motorfokus? Dies habe ich schon öfter gesehen. Im Grunde sollte sich der Fokus doch kaum ändern, da unendlich oder sehe ich dies falsch? Sollte dies nicht mit einem einfachen 1:10 Untersatz klappen? Ich denke eure praktischen Erfahrungen gehen hier etwas weiter, eine Antwort wäre daher super.
Durch Auf- und Abbauen, Temperaturschwankungen, ... muss der Fokus immer mal nachjustiert werden. Bei visueller Beobachtung hat man oft Okulare mit leicht unterschiedlicher Fokuslage. Man kann natürlich von Hand am Fokusknopf drehen. Aber bei jeder Berührung wackelt das Teleskop. Besonders bei einem Newton, da dort der Fokus am Ende des langen Hebels hängt... Wenn das Teleskop wackelt, kann man aber nicht beurteilen ob das Bild jetzt wirklich scharf ist. Beim Fotografieren hat man womöglich gar eine Software, die (halb) automatisch scharf stellt, wenn der Fokus per USB zu steueren ist. Mit dem Motorfokus kann man den Fokus meist auch viel feiner verstellen. Vor allem muss man das Teleskop nicht berühren, es ist durch das Steuerkabel entkoppelt und wackelt daher nicht (so sehr) wenn man via Motor fokussiert.

Zitat von Parkuhr:
PS: Die 3D Drucker sind mir bisher noch zu teuer, warten wir mal noch ein bisschen ab :D
Wir haben im örtlichen Chaos Computer Club zusammengelegt um einen Bausatz zu beschaffen. Das waren dann nur noch 40,-EUR pro Nase + einige Abende Basteln. Leider ist der Extruder zickig. Wir versuchen grad einen neuen zu drucken...
 
Naja, ich sags mal so: Der von mir genannte Bastelbedarf ist ja vorwiegend Software bzw. basierend auf elektrotechnischer Hardware. Wenn ich mir teilweise Schaltungen ansehe welche als "Marktreif" rausgebracht werden, kriege ich das blanke Kotzen. Dies wird vermutlich ähnlich deiner Beschreibung der einfachen Motoren sein, was das Getriebe oder die Toleranzfertigung nicht mitmacht, das geht dann natürlich auch nicht. Werde daher (wie auch ursprünglich gedacht) zu besseren Schrittmotoren mit Mikroschritten greifen so dass diese Fehlerquelle zunächst beseitigt wäre. Die Motorsteuerung für den Fokus halte ich nun für eine gute Idee, das werde ich vermutlich auch realisieren wollen (Die Erklärung bzgl des Hebels ist nur plausibel) um nicht das ganze Gestell duch zusätzliche Bewegung/Berührung zum wackeln zu bringen.

3D Drucker: Zwar Offtopic, aber 40€ Pro Nase ist ja wirklich nicht die Welt. Wenn man den alleine kaufen will sieht das schonwieder anders aus :)

Mir stellt sich noch die letzte Frage: Unter der Prämisse, keine geeignete gebrauchte Montierung zu finden:

Wäre eine EQ5 mit gescheiten Motoren oder sogar Goto (das wäre vermutlich noch im Budget) geeignet? Wie gesagt: Fast nur visuelle Beobachtung, alles andere was Foto angeht wurde nun mehrfach beschrieben).

Oder warten, eine HEQ5 für 799€ ohne Teleskop besorgen und nur die Kamera aufmounten. Schade an dieser Lösung ist, dass die Aufnahmen mit einem 200mm Tele für mich keine "visuelle Beobachtung" darstellen womit ich mich auch gerne auseinander setze. Für rund 600€ oder mehr möchte ich ungern einen völligen Flop landen. Jemand der seit Jahren durchs Teleskop spechtelt, sieht das vermutlich anders. Eine Garantie, dass ich die HEQ5 mit dem 150er Newton und einem Refraktor zum Guiden nutzen kann gibt es nicht, daher stellt sich die Frage ob die HEQ5 überhaupt "geeigneter" ist als die einfache EQ5. Dabei möchte ich nicht nur die ersten 3Monate betrachten...

Kleinanzeigen und diverse Foren brachten bisher leider keine brauchbare Lösung im Sinne einer gebrauchten HEQ5.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

Das Setup soll mich visuell voll zufriedenstellen und ggf. auch noch etwas Luft nach oben haben um paar Aufnahmen machen zu können (entsprechende Investitionen in Zubehör vorausgesetzt).

visuell ist eine EQ5 oder eine H-EQ5 mit dem 6" Newton durchaus brauchbar. Ohne Guiding, aber vernünftig eingenordet sind mit Weitwinkel- und Normalobjektiv etwa 2 Minuten Belichtungszeit machbar. So grob über den Daumen. :)

Was den Schneckenfehler angeht, wie du sagst kann man das zu einem gewissen Grad durch gutes einnorden kompensieren.

Haaaaaalt, Stopp. Da legst Du mir was in den Mund, was ich so nicht gesagt habe!

Der Schneckenfehler ist durch die Mechanik (Schnecke, Schneckenrad, Lagerung, zu viel Spiel, nicht polierte Flanken, zähes Fett, ...) bedingt. Halt günstig produzierte 0-8-15 Teile ohne echte Qualitätskontrolle. Mit Einnorden hat das garnix zu tun! Falsches Einnorden bringt zusätzliche Drift (= noch mehr Fehler) hinzu...

Welche Montierung hast du denn? Bzw. auf welche Montierung bezieht sich deine Auswertung?

Das bezieht sich auf die Sphinx SXW "out of the Box", wie in meiner Signatur beschrieben. Die Sphinx von Vixen ist eine Weiterentwicklung der ursprünglichen Vixen-Mutter all der EQ-5, HEQ-5, EQ-6 ... Klone.

Ich habe sie 7 Jahre fast ausschließlich zur Planetenfotografie vom Stadtbalkon aus verwendet. Und dann mit Ihr die Deepsky-Fotografie begonnen, als die ersten für mich bezahlbaren Guidingcams auftauchten. Vorher hab ich ausschließlich die Teleskope der 3 Sternwarten für Deepsky-Fotos benutzt, bei denen ich Mitglied bin.

Sehr schnell hab ich gemerkt, daß ihr Spiel die größte Fehlerquelle war. Also habe ich sie mit viel Herzklopfen und der Hilfe eines Sternfreundes vor 3 Jahren auseinander genommen und komplett gereinigt, die Lager auspoliert, Schnecke und Schneckenrad sorgfältig "entkrümelt/entspahnt" und anschließend auch durchpoliert sowie mit ordentlichem Fett versehen. Jetzt muß ich nur noch 2x im Jahr (bedingt durch Sommer- und Wintertemperaturen) etwas am Spiel in RA justieren (ca. 30 Minuten Zeitaufwand) und kann mich nun über ein sehr gleichmäßiges Spiel von +/- 6 Bogensekunden freuen. Sie läuft jetzt prima und Guidingfehler treten nur bei kräftigerem Wind oder Überlastung auf.

Ich hab sie nun über ein Jahrzehnt im harten Arbeitseinsatz. Da hat sich der deutlich höhere Anschaffungspreis definitiv gegenüber den Klonen "rentiert".

Was die Montierung angeht bin ich leider noch kein Stück weiter...eine EQ6 wird es wohl aus finanziellen Gründen erstmal nicht...EQ5 oder HEQ5 müsste es dann werden wobei ich selbst mit der HEQ5 und einem zusätzlichen Lidl-Refraktor wie von Sternenfee beschrieben schnell an den Grenzen der Montierung bin...schwierig schwierig...

Das liegt daran, daß Du alle unsere Empfehlungen bezüglich dem Trennen von Visuell und Fotografie in den Wind schlägst. Und auch bezüglich dem Beginn des geguideten Fotografierens durch den Newton utopische Vorstellungen hast. Das ist ohne Autoguiding zu viel Brennweite.

Ein erfahrener Amateurastronom erkennt am Verhalten seiner Montierung, wo er Hand anlegen muß, damit es nicht in die Hose geht. Dir fehlt diese Erfahrung. Du wirst völlig hilflos vor verwackelten Bildern stehen und Null Plan haben, woran es liegen könnte.

Weil es nunmal mehr braucht als ein paar Posts und Antworten hier im Forum, um sich in die sehr komplexe Materie einzuarbeiten. Die eigene Erfahrung Schritt für Schritt von "einfach" über "funktioniert" hin zu "sportlich" und schlußendlich "ambitioniert" zu machen dauert Jahre, Du willst es in wenigen Monaten hinbekommen. Parallel dazu lernen, wie Du überhaupt mit einem Teleskop, der Montierung und dem Stativ umgehen sollst. Parallel dazu den Himmel kennenlernen. Parallel dazu auch noch eine komplett eigene Steuerung entwerfen/programmieren. ?)

Merkst Du denn nicht, in was Du Dich da grad verrenst?

Junge, das klappt zu 99,999 % nicht. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Erfolgreiche Fotografen haben dazu mehrere Jahre gebraucht, die Hilfe und Ratschläge von erfahrenen Vereinskameraden und oder Forenusern erbeten und die dann auch angenommen. Und dann mit mehr Budget und kürzeren Brennweiten angefangen.

Eine gebrauchte, fotooptimierte HEQ-5 oder EQ6 wird nicht oft angeboten, wenn Man oder Frau die erstmal soweit hat, dann behält man die. Weil es Mühe gekostet hat, sie soweit zu bringen...

Der Spruch "Teleskope kommen und gehen, Montierungen bleiben", kommt nicht von ungefähr...

Ich hab 4 Teleskope für die Planetenfotografie durch, jetzt hab ich nach 13 Jahren Suche das für mich perfekte Teleskop dazu gefunden. Und je nach Ausdehnung vom Deepskymotiv 3 unterschiedliche Foto-Optiken, 2 verschiedene Teleskope und 3 verschiedene Kameras im Einsatz. Visuellen Spaß hab ich mit großen Dobsons bei Teleskoptreffen unter dunklem Himmel, oder an einem richtig großen Pott auf der Sternwarte.

Angefangen hab ich vor knapp nem viertel Jahrhundert mit ner Russentonne und der gebrauchten NP...
 
Zitat von Parkuhr:
Wenn ich mir teilweise Schaltungen ansehe welche als "Marktreif" rausgebracht werden, kriege ich das blanke Kotzen.
Tja. Es muss halt immer billig, billig, billig sein. Oder es muss Morgen zum Kunden ausgeliefert werden. Aber das Thema "Corporate Madeness" wirst du noch früh genug erleben... :(

Zitat von Parkuhr:
Dies wird vermutlich ähnlich deiner Beschreibung der einfachen Motoren sein, was das Getriebe oder die Toleranzfertigung nicht mitmacht, das geht dann natürlich auch nicht.
Genau. In Software kann man einiges kompensieren, aber nicht alles. Mit meiner noch zu bauenden Motorsteurung möchte ich z.B. das Getriebespiel beim Richtungswechsel halbwegs kompensieren. Was Genaues wird das aber nicht und muss es auch nicht.

Zitat von Parkuhr:
Werde daher (wie auch ursprünglich gedacht) zu besseren Schrittmotoren mit Mikroschritten greifen so dass diese Fehlerquelle zunächst beseitigt wäre.
Ähh. Dir ist schon klar, dass Microschrittbetrieb eine Eigenschaft des Motortreibers ist und nicht des Motors selbst?
Spielfreie Getriebe (Zahnriemen, Gleitkeilgetriebe, Zykloidgetriebe) sind natürlich auch eine Option.

Zitat von Parkuhr:
Wenn man den alleine kaufen will sieht das schonwieder anders aus :)
Wenn du mal nach dem Studium gutes Geld verdienst relativiert sich das. Wir haben den Drucker kostenoptimiert selbst zusammengestellt. Daher kamen wir mit ca. 500,-EUR aus.

Zitat von Parkuhr:
Mir stellt sich noch die letzte Frage: Unter der Prämisse, keine geeignete gebrauchte Montierung zu finden:

Wäre eine EQ5 mit gescheiten Motoren oder sogar Goto (das wäre vermutlich noch im Budget) geeignet? Wie gesagt: Fast nur visuelle Beobachtung, alles andere was Foto angeht wurde nun mehrfach beschrieben).
Visuell ist die NEQ5 mit einem kleinen Newton OK. Ich hab ja ein C8 mit 2032mm Brennweite dran hängen. Es wackelt mal, schwingt aber schnell genug aus. Feines Fokussieren ist halt so ne Sache mit dem Gewackel. Daher mein Gedanke an Motorfokus.

Mein Rat ist: Trenne Visuell und Fotografie. Hol dir die NEQ5 mit einem visuell optimierten Newton. Zum Spechteln absolut ausreichend. Wenn du erste Schritte mit dem Fotografieren machen willst, dann häng an Stelle des Newton die DSLR mit einen Tele dran. Ausreichende Lichtstärke bei moderater Brennweite vorausgesetzt reicht die einfache Zweiachsennachführung ohne Autoguider. Das Getriebespiel stört da nicht. Damit hast du genug zu tun mindestens für das erste Lehrjahr. Du kannst damit das ganze Prozedere der digitalen Nachbearbeitung erlernen. Du kannst in der Zeit auch in Ruhe deinen eigenen Autoguider basteln. Du wirst ein Gefühl für die Sache bekommen, Erfahrungen machen und so Wissen aufbauen. Wenn du in ein, zwei Jahren wirklich an die Grenzen der Gerätschaft kommst, weißt du viel besser als jetzt worauf es ankommt und kannst adequat aufrüsten. Vielleicht läuft dir bis dahin eine günstige EQ6 über den Weg...

\begin{[zensiert]}
Nochwas: Ich bin wie wohl alle von Astrofotos fasziniert. Natürlich juckt es mir in den Fingern sowas mal selbst zu machen. Aber warum? Es gibt TeraByte-weise Astrofotos im Netz an denen ich mich sattsehen kann. Und bevor ich etliche Tausend EUR in Ausrüstung stecke um selbst Foto-Rohdaten zu generieren würde ich mich bei der NASA oder ESO bedienen. Alle Rohdaten der ESO Teleskope oder z.B. des Hubbe sind öffentlich zugänglich. OK, ich weiß nicht welchen Copyright Einschränkungen die Daten unterliegen. Aber wenn ich einfach nur für mich aus Spaß nette Bildchen machen will ist das kein Problem. Die ESO hat gar schon mal in einem Wettbewerb Amateure aufgefordert die alten Rohdaten zu neuen Bildern zu verwursteln. Warum soll ich mich mit meinem C8 auf den Acker stellen, mir bei stundenlangen Belichtungen den Popo abfrieren, wenn ich Rohdaten von 8m Teleskopen kostenlos frei Haus bekomme?
\end{[zensiert]}

Nur den Blick mit den eigenen Augen durchs Teleskop kann mir die ESO nicht zum Download anbieten. Das muss ich selbst machen und das ist für mich das Erlebnis.
 
Naja erstmal zum Schneckenfehler: Dass dieser durch die Mechanik bedingt ist ist mir klar. Gemeint war hier nur, dass du geschrieben hattest dass die Polausrichtung "ungenügend" war und es daher ggf. besser sein könnte? Sorry für meine Wortwahl, der Schneckenfehler wird natürlich nicht kleiner, sofern die Mechanik nicht verändert wird.

bezüglich der Fotografie habe ich glaube ich nun schon oft genug gesagt, dass dies erst später kommen wird und ich "visuell" vermutlich erstmal genug zu tun haben werde. Es ging lediglich darum, dass die Hardware es nicht von vornherein ausschließt! Dass es in die Hose geht wenn ich das Paket aufmache und eine Cam dransetze, muss ja denke ich nicht gesagt werden. Ich weiß nicht ob es möglicherweise irritiert dass ich teilweise über Refraktoren und anderen Krempel schreibe welchen ich erst später benutzen will/muss/werde/soll wenn alles gut klappt. Erwähnt wurde es eigentlich nur, weil es in einem der Vorposts erwähnt wurde. Was hier zu 99% nicht klappen wird verstehe ich leider nicht, da ich im Grunde schon oft gesagt habe dass ich zunächst an die Beobachtung/Einstellung etc rangehen werde. Hauptziel ist es demnach nicht, in 1 Nacht mehrere Langbelichtungen zu machen sondern überhaupt etwas zu sehen. So wie du es schreibst klingt es alles etwa herb, ich habe nie behauptet alles inkl Entwicklung einer kompletten Steuerung in "Monaten" und durch Forenposts zu erreichen. Völlig utopisch. Eins nach dem anderen.

Was die HEQ5 und EQ6 angeht, fotooptimiert muss hier ja erstmal überhaupt nichts sein (oder meinst du Schrittmotoren? dann doch!). Die schlechten Schrittmotoren werde ich nicht verwenden. Dies hat weniger damit zu tun dass ich gleich Fotos machen werde, allerdings will ich nicht nochmal Geld in Motoren stecken wenn ich von vornherein gehört hab dass die günstigen "unzureichend" sind. Sollte dann irgendwann doch fotografiert werden, ist hier der praktische Nebeneffekt dass ich schonmal keine neuen Motoren brauche...Bin daher dann weiter auf der Suche, sollte hier wirklich nichts brauchbares kommen werde ich wohl den visuellen Teil mit einer normalen EQ5 versuchen...Was dabei rauskommt und ob du mit deinen Prognosen richtig liegst wird ja vermutlich hier im Forum sichtbar sein :D

Schönes Equipment hast du, bist aber auch seit 25 Jahren dabei wie du schreibst. Wenn ich das richtig verstanden habe ist die Sphinx quasi eine "bessere" EQ5, weil kein Klon. Bin hier eigentlich immernoch guter Dinge, mich weiter mit der Astronomie zu beschäftigen. Sollte die HEQ5 nicht gebraucht zu bekommen sein werde ich zur NEQ5 greifen und die visuellen Schritte damit weiter bestreiten. Was dann noch kommt, wird man sehen, da ich die Montierung ja scheinbar bei Bedarf (vermutlich steht noch viel Zeit dazwischen!) auch ohne den Newton mit einem Teleobjektiv gut nutzen kann.

Gruß
Phillip



 
Hallo jkunz,

was die Microschritte angeht: Gemeint war hier die Komplette Steuerung (Motor UND Steuerung!) für den Anfang, diese werde ich fertig kaufen. Eine Selbstentwicklung ist wenn überhaupt für das Autoguiding geplant (Stichwort Regelung). So wie du es beschrieben hast klingt es ziemlich realistisch: visuelle Beobachtung, irgendwann die Kamera ohne Teleskop drauf...irgendwann wird dann auch das Autoguiding folgen. Bisher ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber irgendwo muss ich ja beginnen :D

Kurz zum 3D Drucker: Das Teil vom Lehrstuhl was ich kenne ist ca doppelt so groß wie mein Schreibtisch, und kostet vermutlich soviel wie ein Kleinwagen :D

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das vermutlich auch mehr als 1 Jahr dauern kann (wieviele Klare Nächte wir wirklich haben werden wird man ja sehen) und ich ausreichend beschäftigt werde :) Bin schon sehr gespannt, dein Post hat mir jetzt Hoffnung gegeben dass doch noch alles gut werden könnte.

Zu den Fotos der ESO: sehr interessant, werde da auch mal durchstöbern!

Es wird daher vermutlich die NEQ5 werden, der visuelle Werdegang wird damit gestartet. Sollte ich irgendwann ambitioniert fotografieren wollen werde ich dann auf EQ6 aufrüsten, aber das sind alles nur vage Pläne für die Zukunft. Was zuerst getan werden muss, habt ihr mir nun hoffentlich ausreichend verdeutlicht! Danke für alle Tips/Hinweise/Korrekturen, das waren mit Sicherheit nicht die letzten.


Gruß
Phillip
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin,

wenn Dein Budget eh knapp ist mußt Du halt etwas geduldiger sein was eine gebrauchte Montierung angeht. Es gibt auch hier noch Schnäppchen. Meine EQ6 mit goto und vstb 3 upgrade hat gerade mal 420€ gekostet und ist hier aus dem Forum. Ist zwar eine alte schwarze, aber die läuft einwandfrei.

Gruß Markus
 
Ich habe hier im Forum eine gebrauchte EQ6 für 500€ gefunden. Lt. user wird sie "original" verkauft, also ohne Anbauteile. Kann als "Neuer" kaum etwas außer einer orangenen Prismenschiene erkennen. Motoren sind wohl auch dabei. Sie soll 4 Jahre im Schrank gestanden haben und ist ebenfalls schwarz.

Was haltet ihr davon?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

man sieht jetzt den Handkontroller nicht, aber soweit ich weiß wurde die kleine Motorisierung an den ST4 Anschluß angesteckt. Der aus Deinem Bild ist im Seriell Port. Eventuell ist das sogar ne goto Steuerung. Solltest mal nach einem Bild der Steuerbox fragen.
Preislich sieht das doch gut aus!

Gruß Markus
 
okay das klingt doch schonmal vielversprechend, ich habe mal ein Bild der Handsteuerbox angefragt. Sobald ich da eine Antwort erhalte gebe ich hier bescheid.

Sofern es die EQ6 werden sollte würde ich vermutlich einfach die DSLR aufsatteln bis ich mir einen Newton leisten kann. Auf die EQ6 sollte ja vermutlich auch ein 200er f5 gehen. Wenn dieser gekauft wird sollte auch wieder Geld da sein. Ggf. kann mir ein Kollege einen kleinen Lidl Refraktor geben den ich für die ersten Tests aufsatteln könnte....aber erstmal abwarten was bzgl der Steuerung zurückkommt.

Gruß
Phillip
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Schade, wurde leider verkauft die EQ6....
hatte noch eine weitere gesehen, kann aber keine PM mit Angebot senden weil es "deaktiviert" ist. Kann mir hier jemand etwas dazu sagen ?

Gruß
Phillip
 
Moin Philip!

> kann aber keine PM mit Angebot senden weil es "deaktiviert" ist

Tja, lies mal die Forenregeln. Da steht drin, warum das ao ist.
Wenn Du die Freischaltung beantragen willst, wende Dich an die Forenmoderation.
 
Hallo Micha,
danke für deine Antwort, hatte es schon nachgelesen :) Wird wohl manuell freigeschaltet "1x die Woche", über 5 Postings habe ich ja. Abwarten was der Astromarkt bis dahin bringt dann kommt sicherlich schnell die nächste Frage.

Gruß
Phillip
 
Hi, ich habe ihn mal angeschrieben. Sobald er sich meldet gebe ich Dir bescheid. Ich denke aber das die über Deinem Budget liegen wird, da die ja etwas neuer ist.

Gruß Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich koennte fuer ca 500€ eine neuwertige Bresser EQ5 inkl. Goto (Maede controller) bekommen.

Ist natuerlich nicht mit der eq6 vergleichbar, fotografie wuerde dann auch weiter in die ferne ruecken...

Inwiefern gibt es unterschiede zur skywatcher eq5? Jemand erfahrungen gemacht? Bin dankbar fuer jede antwort.

Danke vorab

Gruss
Phillip
 
Moin,

ich würde noch etwas warten. Ich weiß das kann hart sein, aber das Wetter ist im Moment alles andere als gut für unser Hobby. Zumindest sieht es bei uns im Süden sehr schlecht aus. Mir wäre der Preis etwas zu hoch.
Wie ich bereits geschrieben habe kann eine EQ5 auch für die Fotografie reichen. Auf der sicheren Seite bist Du aber mit der EQ6.

Gruß Markus
 
Vielen Dank an alle die mir weitergeholfen haben. Es ist nun eine EQ6 mit VTSB Upgrade auf Goto und Autoguidereingang geworden. Für die Optik werde ich solange einen Lidlrefraktor bzw. nur die DSLR aufsatteln...die bessere Optik wird dann später folgen wenn das Geld wieder locker sitzt :)

In diesem Sinne

Gruß und CS
Phillip
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben