Einstieg in die Deepsky-Fotografie (Kaufberatung)

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas chrix_
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chrix_

Hallo Liebe Astrofreunde,

seit etwas über einem halben Jahr besitze ich jetzt das Bresser Galaxia 114/900 und als erste Kamera hab ich mir das Bresser MikrOkular (ca. 50 Euro) gekauft mit dem sich für den Preis schon ganz gute Aufnahmen machen liesen. (z.B. Jupiter):
Jupiter_27072020_1.JPG

Nun möchte ich auch mal in die Deepsky-Fotografie einsteigen.

Ich hab mir sagen lassen/nachgelesen, dass ich mind. eine Öffnung mit 200mm haben sollte, alles was kleiner ist würde nichts bringen.

Jetzt bin ich auf der Suche nach einem Teleskop für Deepsky Aufnahmen, bin mir aber unsicher was ich holen sollte, weshalb ich hier nach Rat suche.

Budget: ca. 500 Euro.

Meine Fragen:

1. Welches Teleskop könnt Ihr empfehlen?
2. Muss die Öffnung wirklich > 200mm sein?
3. Welche Software ist für die Bildbearbeitung zu nutzen?
4. Kann ich die EOS 250 bzw. allg. DSLRs zur Deepsky-Fotografie nutzen?
5. Gibt es noch etwas, dass ich beachten muss oder auf das ich achten sollte?

Vielen Dank schonmal für Euren Rat.

Viele Grüße

Christoph
 
Hallo Christoph,
das Wichtigste bei DeepSky und Fotografie ist der Unterbau, eine solide Montierung ist die Grundlage für Astrofotografie.
Die Öffnung ist nicht so entscheidend, eher das Öffnungsverhältnis. Ich Knipse mit Öffnungen von 71mm bis 250mm DeepSky...hängt vom Objekt ab, welches Teleskop (bzw welche Brennweite) besser geeignet ist.
Eine DSLR lässt sich natürlich auch für Astrofotografie nutzen. Wenn H-alpha Nebel das Ziel sind, dann besser astromodifiziert (bessere Rotempfindlichkeit)
Aber ich vermute mal, dass du eine EQ2/3 oder etwas in der Art hast? Dann wäre eine andere Montierung der erste Schritt.
Oder, wenn deine Montierung motorisiert ist, die vorhandene Kamera mit Objektiv auf die Montierung bringen und erstmal munter drauf los Knipsen ;)

Grüße Rainer
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Christoph,
das Wichtigste bei DeepSky und Fotografie ist der Unterbau, eine solide Montierung ist die Grundlage für Astrofotografie.
Die Öffnung ist nicht so entscheidend, eher das Öffnungsverhältnis. Ich Knipse mit Öffnungen von 71mm bis 250mm DeepSky...hängt vom Objekt ab, welches Teleskop (bzw welche Brennweite) besser geeignet ist.
Eine DSLR lässt sich natürlich auch für Astrofotografie nutzen. Wenn H-alpha Nebel das Ziel sind, dann besser astromodifiziert (bessere Rotempfindlichkeit)
Aber ich vermute mal, dass du eine EQ2/3 oder etwas in der Art hast? Dann wäre eine andere Montierung der erste Schritt.
Oder, wenn deine Montierung motorisiert ist, die vorhandene Kamera mit Objektiv auf die Montierung bringen und erstmal munter drauf los Knipsen ;)

Grüße Rainer

Hallo Rainer,
für das Bresser Galaxia 114/900 habe ich tatsächlich eine EQ-3 Montierung OHNE Motorisierung (da wollte ich mir einen Motor zulegen, aber leider sind diese im Moment schwer zu bekommen).
Die EQ3-Montierung ist die, die bei dem Teleskop dabei war, und bisher hat Sie für meine Zwecke auch gereicht.

Wichtiger ist die Montierung und leider sind da 500euro nicht grade viel!

und hier ein Bild von Steve mit kleinen Refraktor....von wegen es geht nur über 8 Zoll

Hallo Foxi,
das Bild ist ja mal der Hammer!!! Genau so etwas habe ich mir vorgestellt.
Habe mir schon gedacht, dass es hauptsächlich auf die Montierung ankommt bzw. dass das Budget da knapp werden könnte.

Ich habe hier mal zwei Teleskope "gefunden", was ist davon zu halten?


(Wobei da das Verhältnis Öffnung/Brennweite eher meinem Bresser Galaxia ähnelt...)

oder


oder


Da sieht für mich als Laie das Stativ doch recht stabil aus?
 
Wie Foxi schreibt.

Die drei die Du nennst sind mehr oder weniger Krempel. Ich würde aber auch nicht mit einem Newton und EQ-3 da loslegen:

Meine Idee:

EQ-5 Pro Synscan+
Foto-Apo 80mm nach freier Wahl.

Du kannst auch einen Newton bis ca. 150mm auf die EQ-5 packen und es wird noch ausreichend stabil sein, aber lass erstmal die Finger von so nem Raketenwerfer. Die Dinger müssen justiert werden, all das hast Du mit nem Refraktor nicht. Dann kannst Du guiden und bildbearbeiten lernen mit etwas größeren, nicht zu schwachen Objekten bis das im Schlaf sitzt und DANN größer werden.

CS
Jörg
 
@Jörg aber er hat bloß ein Budget von 500euro!

Die EQ5 Pro liegt allein schon drüber.....

trotzdem lieber länger sparen und besseres kaufen, wer Mist kauf kauft 2x
Die EQ5 würde ich ihm auch empfehlen ...hat alles was man so braucht!
 
GEBRAUCHT...

Mit der EQ-3 wird er mit nem Teleobjektiv glücklich, nicht mit dem Newton. Dann müßte er entweder das Niro-Stativ der EQ5 oder die Berlebach Beine extra kaufen, das Alustativ ist vollkommen unbrauchbar für Fotografie. Oder er baut es um, Stahlfüße und so weiter, das ist aber alles Murks. Lieber gebraucht kaufen, allein hier und im blauen Forum tauchen die Teile immer wieder auf. Auch kleine ED-Apo's. Braucht eben etwas Geduld. Aber die lohnt meines Erachtens.

Ich hab unlängst ne aktuelle weiß-grüne NEQ-3 in der Hand gehabt... Die Schnecken sind schlechter als die einer uralten Revue EQ-2, die Plastik-Klemmung des Stativs rutscht, die Gewinde der Polausrichtung und der Klemmschrauben sind schwergängig - anscheinend werden für die manuellen Montierungen noch die C-, D-, und E-Sortierungen verhökert.
Die Gummifüßchen am Stativ, einfach niedlich - das mindeste ist das Stativ zu pimpen. Die Schnecken haben neues Fett und sind mit Zahnpasta eingeschliffen, jetzt hakeln sie nicht mehr, den Rest wird der Guider hinkriegen hoffe ich, ich hänge da über den Winter ein 500er Tele mit Kamera und Guider drauf maximal. Alles ganz kompakt und niedrig gebaut. Vorher werden alle Gewinde nachgearbeitet, nicht dass mir da eins mir nichts Dir nichts ausreißt...

CS
Jörg
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Also danke schonmal für die vielen Infos :)

Alle 3 untauglich. Du brauchst eine parallaktische Montierung.

Ich dachte bei einer GoTo-Steuerung brauch ich keine parallaktische Montierung, da das Teleskop ja "automatisch" dem Objekt folgt?

Also die Sachen von Jörg liegen tatsächlich weit über meinem Budget, bin jetzt aber auch nicht fest an die 500 gebunden. Ich hab mal versucht alle Informationen, die Ihr mir zur Verfügung gestellt hab in die folgende "Entscheidung" einfliessen zu lassen:



Oder (und dann kommen wir schon sehr nah an die Schmerzgrenze):

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

Ich habe hier mal zwei Teleskope "gefunden", was ist davon zu halten?

was leider selten erwähnt wird und ich damals auch nur durch Zufall erfahren habe:
Man kann auch mit einem 200mm Fotoobjektiv einsteigen.
Was mit 200mm möglich ist, siehst Du hier:
Astrofotografie mit kleinen Brennweiten

Du brauchst also vor allem eine parallaktische Montierung.
Darauf könntest Du dann eine DSLR samt Fotoobjektiv anbringen. Zum Üben reichen auch die alten Fotoobjektive mit M42-Anschluss. Und wenn Du damit Erfahrung gesammelt hast, kannst Du immer noch aufrüsten.

Gruß
Ronald
 
Hallo,



was leider selten erwähnt wird und ich damals auch nur durch Zufall erfahren habe:
Man kann auch mit einem 200mm Fotoobjektiv einsteigen.
Was mit 200mm möglich ist, siehst Du hier:
Astrofotografie mit kleinen Brennweiten

Du brauchst also vor allem eine parallaktische Montierung.
Darauf könntest Du dann eine DSLR samt Fotoobjektiv anbringen. Zum Üben reichen auch die alten Fotoobjektive mit M42-Anschluss. Und wenn Du damit Erfahrung gesammelt hast, kannst Du immer noch aufrüsten.

Gruß
Ronald

genau was ich sage ,das wichtigste ist und bleibt erstmal eine vernünftige Montierung, man kann
dann auch mit einem Normalen Objektiv oder Zoom Objektiv gute Fotos machen... sofern es nicht die letzte Glasscherbe ist ....
 
Hallo Christoph,

Ich dachte bei einer GoTo-Steuerung brauch ich keine parallaktische Montierung, da das Teleskop ja "automatisch" dem Objekt folgt?
GoTo, gehe zu, ist eine elektronisch Auffindhilfe, nicht mehr und nicht weniger.
GoTo bringt Nachführung mit, das ist richtig.
Aber Nachführung und GoTo sind zwei verschiedene Dinge.
Nachführung kannst Du auch ohne GoTo realisieren, in dem Du die Achsen mit Einzelmotoren ausrüstest.
Du brauchst für die DeepSky-Astrofotografie eine parallaktische Montierung um die Gesichtsfelddrehung auszugleichen.

GoTo ist nicht abhängig von der Montierungsart.
Es gibt Dobson mit GoTo, dennoch ist keine DeepSky-Fotografie möglich, da der Newton in der RockerBox (ist ja eine Alt/AZ Montierung)
nicht an der Erdachse ausgerichtet ist, was eine parallaktische Montierung macht.
DeepSky-Fotografie mit einem Alt/AZ Montierungskopf auf Stativ ist auch nicht möglich, wiederum Gesichtsfelddrehung.
Was auf Alt/AZ geht sind Planetenvideos erstellen und daraus dann das Einzelbild erarbeiten. Bei Planetenvideos ist die Gesichtsfelddrehung nicht relevant, da die Belichtungszeiten sehr viel kürzer sind.

Was Dir dann noch zu einer stabile, parallaktischen Montierung fehlt, ist das Guiding.

Der Hinweis erst mal ein stabile Montierung anzuschaffen und darauf die Kamera zu schnallen ist gut.
Da kannst Du auch Dein Teleskop zur visuellen Beobachtung drauf packen und Du wirst schnell den Unterschied zu Deiner jetzigen Montierung und dieser stabilen, z.B. eine EQ-5 GoTo oder einer HEQ-5 (gibt es nur mit GoTo) merken.
 
Hallo Christoph,


GoTo, gehe zu, ist eine elektronisch Auffindhilfe, nicht mehr und nicht weniger.
GoTo bringt Nachführung mit, das ist richtig.....

Hallo Mathias,

danke für die ausführliche Erklärung. Mit Gesichtsfelddrehung meinst du den ausgleich der Erddrehung?
Hab mein jetztiges Teleskop (EQ-3 parallaktische Montierung) nach Norden ausgerichtet (Polarstern ist von meinem Balkon nicht sichtbar) und kann damit schon relativ genau den Planeten folgen.
 
Hallo Mathias,

danke für die ausführliche Erklärung. Mit Gesichtsfelddrehung meinst du den ausgleich der Erddrehung?
Hab mein jetztiges Teleskop (EQ-3 parallaktische Montierung) nach Norden ausgerichtet (Polarstern ist von meinem Balkon nicht sichtbar) und kann damit schon relativ genau den Planeten folgen.

Du musst dich erstmal mit der Deepsky Fotografie beschäftigen, dann verstehst du auch worauf es ankommt. Wenn du sagst, dass du Planeten relativ genau folgen kannst, dann heißt das einfach, dass der Planet im Gesichtsfeld bleibt. Das reicht bei Planetenfotografie mit kurzen Belichtungszeiten. Bei Deepsky sprechen wir über mehrere Minuten Belichtungszeit und dabei muss Pixel-genau nachgeführt werden. Das stellt ganz andere Ansprüche.

Wenn du mit einfachen Mitteln üben willst, dann montierst du deine Kamera mit Objektiv (bevorzugt kurze Brennweite) auf das Teleskop und führst händisch nach. Dabei beobachtest du einen Stern durch das Teleskop und hältst ihn möglichst mittig bei hoher Vergrößerung. Dabei lernst du, worauf es bei der Fotografie ankommt.
Deepsky beginnt übrigens mit Fotografie der Milchstrasse mit Weitwinkel-Objektiv. Das ist noch relativ einfach nachzuführen kann beeindruckende Fotos erzeugen.
 
Wenn du mit einfachen Mitteln üben willst, dann montierst du deine Kamera mit Objektiv (bevorzugt kurze Brennweite) auf das Teleskop und führst händisch nach. Dabei beobachtest du einen Stern durch das Teleskop und hältst ihn möglichst mittig bei hoher Vergrößerung. Dabei lernst du, worauf es bei der Fotografie ankommt.
Deepsky beginnt übrigens mit Fotografie der Milchstrasse mit Weitwinkel-Objektiv. Das ist noch relativ einfach nachzuführen kann beeindruckende Fotos erzeugen.

Danke für den Tipp.

Milchstraße hab ich im Juli schon mit nem Freund fotografiert (Foto ist auch von ihm, nicht von mir - war nur unterstützend dabei :-D )

Milchstrasse_22072020_5.JPG
 
Hallo Christoph,

Mit Gesichtsfelddrehung meinst du den ausgleich der Erddrehung?
Hab mein jetztiges Teleskop (EQ-3 parallaktische Montierung) nach Norden ausgerichtet (Polarstern ist von meinem Balkon nicht sichtbar) und kann damit schon relativ genau den Planeten folgen.
Das ist eine Grundbedingung, dass eine parallaktische Montierung nach Norden ausgerichtet wird.
Visuell reicht ein "grobes" Einnorden, wie Du es wohl gemacht hast.
Eine parallaktische Montierung musst Du auch nur in einer Achse, der Rektaszensionsachse, nachführen. Die Rektaszensionsachse ist eben auf Polaris ausgerichtet.
Alt/AZ muss in zwei Achsen nachgeführt werden. Da kein Abgleich mit der Erdachse besteht.
Ohne die Nachführung bekommst Du die bekannten Strichspuraufnahmen.
Es wäre besser von mir gewesen den Ausdruck Bildfelddrehung zu benutzen.
Das Bild dreht sich um seine Mitte und so treten unangenehme Effekte bei der Astrofotografie auf, keine punktförmige Sterne mehr. Deshalb muss sehr exakt eingenordet werden.
Ohne freie Sicht auf Polaris wird die Scheiner-Methode genutzt.
Es gibt Montierungen, die ein Polalignment anbieten, nicht zu verwechseln mit dem Einnorden, aber bei diesen Montierungen achte mal auf den Preis ;). Ob das jetzt genau genug ist für die DeepSky-Fotografie, weiß ich nicht.
Was jetzt noch zu bedenken wäre, da keine freie Sicht auf Polaris besteht und Dir das Einscheinern evtl. nicht zu sagt, bleibt halt nur das "raus auf den Acker". Da kommt aber der nächste Kostenschub auf Dich zu. GoTo, oder auch nur die "einfache" Nachführung mit Einzelmotor verlangt nach einer Stromversorgung, Stichwort Powerpack.
Du brauchst Strom für die Montierung, für Deine Kamera (keine Ahnung wie lange die Akkus halten), für die Guiding-Cam (wird aus Kostengründen wohl später kommen), Notebook... ...

Du siehst Astrofotografie ist hoch komplex und nicht mal eben so zu machen.
Ich halte mich (bis) jetzt noch davon fern. Mein Wissen ist rein theoretischer Natur.
Ich gehe erst mal den Weg über die Planetenvideos.
Der Aufwand ist geringer.
Alt/AZ Montierung, Planeten-/Astrokamera, Notebook und Software.

Bitte auch nicht den Aufwand unterschätzen den die Nachbearbeitung mit sich bringt, stacken, schärfen, usw. usv..

Der ein oder andere wird sicherlich noch was zur DeepSky-Fotografie sagen und mich gegeben falls bitte korrigieren.
 
Kleiner Tip von mir um das Thema Bildfeldrehung zu verstehen und warum man für lange Belichtungen eine paralaktische Montierung braucht:
Falls du Stellarium hast, Zentriere einmal auf ein Objekt deiner Wahl und lass die Zeit etwas schneller laufen. Wenn du im Alt/Az Modus bist, siehst du wie sich über die Nacht dein Objekt dreht.
Schalte dann auf den parlaktischen Modus um:
Unbenannt.JPG
(Sorry für den kläglichen Versuch eines Pfeiles :LOL:)
Wenn du jetzt dein Objekt verfolgst merkst du wie die Bildrotation "automatisch" aufgrund der Ausrichtung auf den Himmelsnordpol ausgeglichen wird. Am besten Etwas rauszoomen und mal zwischen den beiden Ausrichtungsoptionen umschalten, dann versteht man warum es so funktioniert, wie es funktioniert.
 
Hallo Christoph,


Das ist eine Grundbedingung, dass eine parallaktische Montierung nach Norden ausgerichtet wird.
Visuell reicht ein "grobes" Einnorden, wie Du es wohl gemacht hast...

Danke für die sehr ausführliche Erklärung.

Bei einer GoTo-Steuerung ist doch eine Ausrichtung nach Polaris auch nicht notwendig?
Ist dann eine Nachführung bei der GoTo-Steuerung genau genug? Hat da jemand Erfahrungen mit?

Kleiner Tip von mir um das Thema Bildfeldrehung zu verstehen und warum man für lange Belichtungen eine paralaktische Montierung braucht...

Danke, werde ich morgen mal probieren.

P.s.: Mit jeder Antwort kommen mehr Fragen dazu... o_O:eek:
 
Hallo Christoph,

Bei einer GoTo-Steuerung ist doch eine Ausrichtung nach Polaris auch nicht notwendig?
doch ist es!

Mal etwas ausführlicher:
GoTo, "gehe zu" auf deutsch, ist kein Vollautomatismus.
Es ist und bleibt eine elektronische Auffindhilfe.
Bevor das GoTo greift muss die Montierung erst mal nach Norden ausgerichtet werden.
Für visuell eben "grob", Kompass hilft da.
Die Öffnung zeigt nach Norden und die Gegengewichtsstange weist zum Boden.
An der Montierung muss die dort befindliche Skala auf den Breitngrad Deines Beobachtungsort eingestellt werden.
Das ist die Basis und Grundstellung.
Dann die Montierung einschalten.
Dort werden Daten abgefragt:
- Datum (Achtung meist amerikanische Schreibweise)
- Uhrzeit
- Breiten-/Längengrad (nicht verwechseln)
- Sommerzeit (jetzt auf "no", später dann, wenn die Uhr wieder umgestellt wird, auf "yes")
- manche fragen auch nach der Höhe.
Jetzt weiß die Montierung schon mal grob wo sie steht.
Wenn das geschehen ist, erfolgt das Alignment. Das Alignment dient dazu den einprogrammierten Himmel mit dem realen abzugleichen (Alignment).
Es gibt Ein-, Zwei und Drei-Sterne-Algnment, manche Montierungen bieten auch Objekte, Planeten, aus dem Sonnensystem an.
Für visuelle beobachtung reicht 2-Sterne-Alignment.
Dieses auswählen.
Dann wird der erste Stern angefahren, meist nicht so genau, je nach Montierung automatisch oder über die Steuertasten des Handcontrollers.
Dieser Stern wird so genau wie möglich im Okular zentriert. Bestätigen.
Dann wird der zweite Stern (recht genau) automatisch angefahren.
Wieder zentrieren. Bestätigen.
Fertig.
Das reicht für die rein visuelle Beobachtung.
Fotografisch muss das alles sehr genau durchgeführt werden, mit einem vorherigen genauen Einnorden über Polsucher.
Nach dieser Prozedur greift auch erst die Nachführung.
Bei mir reicht das locker für eine Nachführung über eine Stunde, also das das Objekt im Gesichtsfeld des Okular bleibt.
Auch sollte man die Alignment Sterne kennen, denn wenn ich mich da verhaue wird das nichts mit GoTo. Also GoTo nimmt einem das "Himmel kennenlernen" nur bedingt ab.
Weiterhin ist zu beachten das nach dem Einschalten der Montierung kein manuelles Eingreifen mehr möglich ist, man kann es machen, aber dann ist das Alignment weg.
Außer, wieder abhängig davon wieviel Geld man in die Montierung steckt, man schafft sich eine Montierung mit Encodern an.

Alt/AZ Montierungen müssen nicht eingenordet werden.
Je nach Hersteller muss aber der Tubus, das Teleskop, in eine bestimmte Position gebracht werden, bevor man, das auch hier notwendige, Alignment durchführt. Vorher muss ebenfalls die Dateneingabe erfolgen.

Mit Geldaufwand kann man,otional, seine Montierung, nicht jede, mit GPS und WiFi ausrüsten.
Erleichtert einem das Vefahren etwas. Muss jeder selbst entscheiden.

So mal grob was GoTo leistet.
 
Ich hab mir sagen lassen/nachgelesen, dass ich mind. eine Öffnung mit 200mm haben sollte, alles was kleiner ist würde nichts bringen.
Da würde ich erst einmal spontan "nein" sagen. Stimmt nicht.
Hängt natürlich davon ab wie "deep" du schauen möchtest, aber schau mal bei Astrobin.com da findest du auch mit einem 80mm Refraktor schöne Deepsky Bilder.
CS
 
Hallo Christoph,
Astrofotografie ist teures Hobby und Dein Budget ist sehr begrenzt. Entscheidend ist nicht die Teleskopöffnung, sondern die Brennweite. Die bestimmt die Vergrößerung, d.h.je größer die Brennweite umso schwieriger. Neben der stabilen, genau ausgerichteten Montierung, braucht Du dann eine Nachführung mit Korrektur (Guiding). Das erfordert einen Sucher mit einer zusätzlichen Guidingkamera und ein Notebook mit Steuersoftware oder ein separates Guidingsystem. Das allein würde Dein Budget (mehr als) aufbrauchen.

Hat deine Mintierubg einen Polsucher?
Falls ja, würde ich dir empfehlen, mit deiner vorhandenen Montierung, der DSLR und einem Fotoobjektiv anzufangen, zB mit 50mm Brennweite. Möglichst kein Zoom.
Damit kannst du ganze Sternbilder fotografieren. Fang mal mit 30sec Belichtungszeit an und mach Serien von mind. 50 Bildern.
Dieser Einstieg kostet dich noch sehr wenig oder nichts, aber du kannst dich der nächsten Hürde stellen, der Bildbearbeitung.

ich verwende eine Vixen Polarie mit Polsucher auf einem Fotostativ und eine (modifizierte) 760D mit 85mm Objektiv. Damit mache ichEinzelbilder mit 4min. Dabei kommt zB so was raus:

vor allem eins ist wichtig: klein anfangen, langsam steigern und nicht aufgeben!
Viel Erfolg dabei!
Gruß
Ulli
 

[...Nun möchte ich auch mal in die Deepsky-Fotografie einsteigen...]

Oh jeh. ;)
Kostet für den Anfang viel Zeit und auch etwas Geld, später wird dann viel Zeit und viel Geld draus.
Aber es lohnt sich! ;)



[...Ich hab mir sagen lassen/nachgelesen, dass ich mind. eine Öffnung mit 200mm haben sollte, alles was kleiner ist würde nichts bringen...]

Wer auch immer das sagt, oder schreibt, sollte sich eine Modeleisenbahn kaufen und darüber dozieren, von Deepsky-Fotografie hat er keine Ahnung.
Das ist einfach falsch.
Durch die Möglichkeit, über die Belichtungszeit viel Licht zu sammeln und das Signal später in einem sogenannten Stackingprogramm aufaddieren zu lassen, braucht man definitiv keine große Öffnung.
Klar, mit einer größeren Öffnung kann man mehr Licht sammeln, aber große Öffnung bringt ja nicht nur Vorteile.
Ein großes Teleskop fotografisch zu bewegen, ist teuer, und seeinganfälliger wird das ganze auch.
Die Anfälligkeit gegenüber Wind wird ebenfalls größer, ganz zu schweigen vom Transport, falls das ein Thema ist.
Ich fotografiere mit einem 60/360er APO und einem 150/750er-Newton von TS.

Du kannst problemlos erstmal mit Fotoobjektiven anfangen und einer kleinen Nachführung.


[....Budget: ca. 500 Euro....]

Das wird natürlich kritisch, weil Du nicht nur das Teleskop, sondern auch eine Montierung brauchst.



[...1. Welches Teleskop könnt Ihr empfehlen?..]

Hast Du denn schon eine Montierung? Davon würde ich das abhängig machen.
Fang erstmal mit Fotoobjektiven an, und einer kleinen Nachführung wie z.B. dem Star Adventurer.



[...2. Muss die Öffnung wirklich > 200mm sein?...]

Auf gar keinen Fall, siehe oben.



[...3. Welche Software ist für die Bildbearbeitung zu nutzen?...]

Ich nutze den Astropixelprozessor zum Stacken und Photoshop für den Rest.
Es gibt aber viel mehr.


[...4. Kann ich die EOS 250 bzw. allg. DSLRs zur Deepsky-Fotografie nutzen?....]

Ja, kannst Du, mache ich auch, allerdings im Vollformatbereich.
Später kann man über eine astromodifierte Kamera nachdenken, deren IR-Filter entfernt wurde.
Damit ist die im H-alpha-Bereich etwa 6mal empfindlicher als eine Standardkamera.
Aber es geht auch ohne Astromodifikation, mache ich auch. ;)


[..5. Gibt es noch etwas, dass ich beachten muss oder auf das ich achten sollte?...]

Ja, den ganzen Rest.
Aber fang erstmal bei der Montierung an. :-)



Viele Grüße
Thomas
 
150/750 auf EQ3 ist natürlich mehr als grenzwertig. Ich nutze allerdings ein 130PDS + ultraleichtes Guidingfernrohr + ASI120mm mini + leichte spiegellose DSLR auf der EQ3 Pro ohne Probleme. Ordentlich ausbalanciert und Spiel im Antrieb justiert natürlich Voraussetzung.
 
[...1. Welches Teleskop könnt Ihr empfehlen?..]

Hast Du denn schon eine Montierung? Davon würde ich das abhängig machen.
Fang erstmal mit Fotoobjektiven an, und einer kleinen Nachführung wie z.B. dem Star Adventurer.

Viele Grüße
Thomas

Hallo Thomas,

ja, eine Montierung und Teleskop hab ich schon. EQ3 mit dem Bresser Galaxia, das hat auch bisher gereicht, aber jetzt möchte ich den nächsten Schritt gehen.

Allgemein halte ich mal aus allen Informationen die ihr mir zur Verfügung gestellt habt fest, dass die Montierung das A & O ist und es mind. eine EQ-5 Montierung sein sollte.

Dann schau ich mich jetzt mal nach einer EQ-5 Montierung (mit Nachführung) um und dann kann ich da ja mein jetziges Bresser 114/900 draufpacken, mal sehen wie da die ersten Bilder sind.

Ich hab auch gesehen, dass es diverse Sets mit EQ-5 Montierungen gibt (150/750; 200/1000; 150/1200;...)

Hab heute erfahren, wieviel Weihnachtsgeld es gibt, das erhöht mein Budget von 500 auf 1.200 Euro... :cool::love:
 
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