Einstieg mit Smartteleskop oder Kamera

MSE-Student25

Neues Mitglied
Hallo Leute,

ich bin ziemlich neu, aktulle bin ich Mitglied bei unserer Studentischen Astronomie Gruppe und mitn Teleskop zu den Sternen sehen ist schon echt magisch, das machen wir schon seit etwa einem Jahr, dennoch denke ich mir das ich gerne noch mehr zeit investieren möchte und ich habe mir auch schon so einiges dazu durchgelesen und angesehen, kann mich aber nicht entscheiden womit ich da den Starte.

Ich besitz eine Sony 6300 als Kamera, ich habe aber gesehen das man sehr viel Zeit und Geld investieren muss um etwa vergleichbare Ergebnisse wie von einer SmartTeleskop variante zu bekommen, da ein Budget bei einem Studenten auch nicht recht überragend Groß ist, wollte ich nach Fachgerechter Meinung hier bitten. Aktuell bin ich zwischen Seestar S30 Pro und Dwarf 3 oder einer DIY beziehungsweise einer Kameraführung unentschlossen, mir gehts dabei auch ums Gewicht, ich werde die Meiste Zeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein. Dabei befinde ich mich in Österreich um den Raum Leoben.

Warum ich mehr die SmartTeleskops im Blick habe, ist tatsächlich weil ich einmal in das Thema leicht und Einsteigerfreundlich kommen möchte, um auch "Erfolgserlebnisse" zuhaben, um mich etwas zu motivieren.

Was sagt ihr, ist das eine gute Idee, oder doch eine schlechte die abzuraten ist? Hätte ihr irgendwelche Angebote die ich im Blick behalten sollte? oder Gar Projekte? Falls es ein Zukünftiges Projekt gebe welches man auch erweitern kann wie die Werbungen bei Instagram, dann wäre ich auch bereit mehr zu investieren.

Ich bin dankbar für jeden Beitrag und jede Unterstützung.

Vielen Dank und Glück auf!
Neuling.
 
Hallo "MSE-Student25" aka" Neuling",

Klasse, dass Dich die Astronomie fasziniert!

Zum Einsteigen, vor allem wenn man schnelle Ergebnisse möchte, sind die Smartteleskope eine schöne Möglichkeit, mit überschaubarem Geld loszulegen. Ich selbst habe ein Seestar S50, allerdings eher als "Gadget" und AddOn zu meinen "richtigen Teleskopen", mit denen ich fotografiere.

Ich finde die Ergebnisse, die das S50 liefert, schon beeindruckend und die Ergebnisse sind ganz schön. In der Qualität kommen sie am Ende aber nicht an klassisches Astrofoto-Equipment mit ordentlicher parallaktischer Montierung, Teleskop mit "ausreichender" Öffnung, gekühlter Kamera und Autoguiding heran. Dafür hat man alles, was man zum Fotografieren braucht, eingebaut und man kann direkt loslegen.

Insofern kann man schon gut mit einem Smartteleskop starten und wenn man das nötige Geld beisammen hat, später in eine "echte" Astrofotoausrüstung investieren. Da kommen aber dann schon viele tausend Euro zusammen. Vor allem bei der Montierung sollte man nicht sparen und hier auch gerne eine Nummer größer wählen, damit man zukunftssicher ist. Harmonic Drive Montierungen, wie z.B. die ZWO AM3 oder AM5 sind auch relativ leicht (aber auch teurer), als klassische Montierungen, wie z.B. eine Skywatcher EQ6R.

Viele Grüße
Markus
 
dazu passend ein Gebrauchtangebot ;): Seestar S50

Überhaupt lohnt es sich, auf dem Gebrauchtmarkt zu suchen. Da kann man einiges an Geld sparen. Meinen ersten Lacerta Refraktor, mit dem ich in die Astrofotografie eingestiegen bin (ein Lacerta ED APO 72/432), habe ich auch gebraucht gekauft.
 
HI Neuling,

Markus hat es schon im Wesentlichen auf den Punkt gebracht. Letztendlich ist entscheidend, welches Budget Du investieren kannst und wie Du wirklich priorisierst. Smart Teleskope werden Dir ergebnisorientiert für ein kompaktes All-in-one Budget genau die Ergebnisse liefern, die die verbaute Technik zulässt. Dazu sind sie klein, extrem zugänglich und kompakt tragbar. Modulare - nennen wir sie "klassische" - Systeme zur Astrofotografie (meint Teleskop mit Kamera auf Montierung), welche vergleichbare Ergebnisse liefern sind um ein vielfaches teurer.

Zudem muss vieles, was im Smart Teleskop einfach mit verbaut ist (bspw. Filter, Nachführung) im klassischen Setup separat anschafft und bezahlt werden. Hat aber dann eben auch den Vorteil, dass Du spezifisch Dein Setup gestalten kannst und mehr Optionen und Steuermöglichkeiten hast. Das führt selbst bei Nicht-Studenten dazu, dass der "klassische" Astrofotografie-Setup schrittweise angeschafft wird und bisweilen kostenorientierte Kompromisse und Bastelarbeit einfordert. Das ganze hat also ausgesprochenen "Rabbit-Hole" Charakter.

Nichtsdestotrotz sollte man Deine Sony 6300 auf dem Schirm haben. Grundsätzlich kann man damit was anfangen. Anstatt eines Smart Teleskopes investierst Du dann in eine - möglichst anständige - Montierung zur Nachführung. Denkt man langfristig und im Rahmen von Verfügbarkeiten (es gibt auch günstigere Harmonic Drive Montierungen - bspw. die MLAstro SAL-33 - die man vorbestellen muss) ist alleine die Montierung mit Stativ aber definitiv ein Betrag über 1000€. Alles darunter wären eher schlechte Kompromisse - außer Du willst in einem kleinen Setup mit der Sony 6300 langfristig loslegen, dann könnte man auch über kleinere Systeme zur Nachführung nachdenken.

Zusammengefasst musst Du Dich selber hinterfragen, dass kann Dir hier keiner abnehmen. Zur Orientierung aber mal folgende Aussagen:

„Ich will Astrofotografie kleinteilig lernen und tüfteln" -> A6300 + Startracker/Montierung
„Ich will einfach unkompliziert Objekte fotografieren“ -> Smart-Teleskop
„Ich weiß noch gar nicht, ob mir Astro gefällt“ -> A6300 nutzen, möglichst wenig investieren
„Ich mag Technikfrickelei nicht wirklich“ -> Smart-Teleskop

Wenn ich Deine Motivation lese (leicht, einsteigerfreundlich, transportabel und Erfolgserlebnisse) und Du schon einen direkten Fokus auf Smart Teleskope hast, kann das für Dich eine gute Lösung sein. Egal wie Du Dich entscheidest, nächster sinnvoller Schritt wäre dann, die so gewonnenen Daten am PC nachzubearbeiten, denn das ist bei vielen quasi der 2. Teil des Hobbies. Dafür gibt es auch viele kostenlose Programme die gute Dienste leisten (frage hier einfach, wenn Du mehr dazu wissen willst). Wenn Dich das dann langfristig catcht, kannst Du schrittweise schauen, wo bei Dir die Reise hingeht. Für den Einstieg und die ersten Jahre finde ich Smart Teleskope mittlerweile ideal.

Sollte es bei einem Smart Teleskop bleiben, musst Du eben auch schauen was Dein Budget erlaubt. ZWO - die Marke hinter "Seestar" - hat vor kurzen ein neues Modell geteasert (siehe Ankündigung unten). Die geneigte Gemeinschaft rechnet hier mit dem Seestar S50 pro. Was dieses Gerät wirklich kann, bleibt gespannt abzuwarten - aber auch hier ist mit einem "mehr" oder "besser" zu rechnen. Erste Informationen wird man wohl am 25. August bekommen. Verfügbarkeit erwarte ich im Herbst/Winter diesen Jahres. Die Geräte von DWARF Lab möchte ich auch nicht außen vor lassen, denn sie sind noch kleiner und transportabler als die ZWO Seestar Geräte. Wenn Transportabilität also bei Dir sehr hoch priorisiert ist, solltest Du das auch auf dem Schirm haben.

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Warum ist das für Dich wichtig?

1. Es könnte eine gewisse Dynamik auf dem Gebrauchtmarkt in Gang setzen.
2. Du könntest bei finanzieller Machbarkeit quasi gleich mit dem smarten "Premium-Modell" einsteigen.

Btw. bin ich übrigens auch über ein S50 eingestiegen. Wenn Du noch Detailfragen hast oder direkten Austausch möchtest, immer gern!

Viele Grüße und CS
Thomas
 
Vielen Dank Thomas,
und Vielen Dank Markus,

Wow, dass war jetzt schon einiges zu Lesen, ich hatte garnicht auf dem Schirm das ZWO ein neues Smartteleskop angeteasert hat, die Paar Tage kann ich auch noch warten.

Ja also ich bin schon Technikaffin, dennoch möchte ich leicht einsteigen und mich nicht hals über in ein Thema ein Fressen ohne vielleicht Ergebnisse zu erhalten. Ich nehme aber an, dass dir meine Kamera für die Zukunft auch viel zu schwach wäre, ich könnte dieses Natürlich etwas Upgraden, aber nur in der Zukunft nicht in den nächsten 2 Jahren.

Ich wäre vermutlich bereit dazu bis zu 1200€ zu investieren, doch das müsste mich schon Catchen.

Zu deinen Einteilingsfragen, ich weiß noch nicht ob mir Astro gefällt, ist vermutlich die Zutreffenste.

Vielen Dank und Glück auf!
Neuling.
 
Guten Morgen Neuling,

mit diesem Budget hättest Du bei den Smart-Teleskopen von Seestar und Dwarf freie Wahl. Daher noch etwas abwarten und schauen was da kommt. Den leichtesten Einstieg bekommst Du sicher mit den Smart-Teleskopen. Letztendlich musst Du schauen wo Dein Anspruch und Deine Motivation liegt. Daher kann man auch nicht pauschal sagen, dass Deine Kamera "viel zu schwach" wäre. Die Frage ist eher, wie bindet man sie für welche Zielsetzung in ein astrofotografisches Setup ein. In der Quintessenz bleibt es aber dabei, diese Einbindung Deiner Kamera in ein modulares astrofotografisches Setup kostet Dich im Detail mehr als ein Smart Teleskop. Vor allem aber auch mehr tiefgehende Auseinandersetzung mit der Materie.

Daher warte mal ab, was da am 25.8. vorgestellt wird. Ich denke/hoffe, mit Deinem Budget bist Du da im Rennen. Unabhängig davon wäre das S30 pro aktuell mein Favorit. Ich gehe aber stark davon aus, dass das kolportierte S50 pro dies ablösen wird. Damit wirst Du Deiner Zielsetzung unkomplizierter Astrofotos und damit auch Erfolgserlebnisse wohl am besten umsetzen können. Ob Du dann später tiefer einsteigst, wird die Zeit zeigen.

Alles Gute und Clear Skies!
Thomas
 
Moin,

es gibt noch eine Einstiegsvariante:
Vorhandene Kamera und ggf. Wechselobjektive auf einen Startracker schnallen (Staradventure, MSM Nomad u.a.) und die Milchstrasse aufnehmen.
Oder mit fester Kamera mal Startrails probieren und langsam reinwachsen.
Der große Vorteil: man kann step by step erweitern. Wenn Du nach der Anfangszeit mit dem Smarty höhere Anforderungen stellst ist das Smarty nicht erweiterbar.

Aber das musst Du selbst entscheiden. Viele Wege führen zum Ziel ;-)
 
Ganz ehrlich: mit den Fahrrad wäre für mich 100% das Dwarf Mini die Wahl!!
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Rosette_Dwarf.jpeg
 
Hi!

Mein Vorschlag wäre, zweigleisig zu fahren.
  1. Dwarf Mini für schnelle, gute Ergebnisse von den ganzen kleinen Objekten, und dank der automatischen Bearbeitung auch ohne mehr Zeit in die Bildbearbeitung als die Bildaufnahme zu stecken. Um rauszufinden, ob das überhaupt Spaß macht, braucht es kein 1000€-Smartscope, und das Mini ist so groß wie ein dickeres Taschenbuch. Beim Seestar S50 war ich fast schon entsetzt, wie groß das im Vergleich ist. Der Hauptunterschied ist die Auflösung der Bilder...
    Ggf. noch ein Stativ drunter – das kann auch ein 30€ Tischstativ sein, damit er stabiler steht, wobei er auch einfach so auf eine ebene Fläche (Tisch o.ä.) gestellt werden kann und nicht unbedingt ein Stativ braucht. Kommt eher darauf an, wie tief er fallen kann, wenn jemand dagegen stößt.
  2. Ein gutes Fotostativ und eine Nachführung wie den SkyWatcher Star Adventurer sowie gute Objektive bis ca. 70mm für deine Sony. Damit kriegst du alles ins Bild, was der Dwarf nicht so gut kann (wobei er auch eine Weitwinkelkamera hat – ich muss zugeben, dass ich die bislang nur als Sucher verwendet habe) – Sternbilder, Strichspuraufnahmen, und vor allem eigene Erfahrung, weil du mehr selbst machst. Das ist so der klassische Einstieg in die Astrofotografie, bei dem man viel lernt, aber die Ansprüche noch nicht so hoch sind, dass der Frustlevel wegen technischen Problemen überwiegt. Die Polhöhenwiege vom Star Adventurer verwende ich übrigens auch am Dwarf Mini, um länger belichten zu können. Ein gutes Fotostativ und gute Objektive sind auch Anschaffungen fürs Leben, die nicht auf Astro beschränkt sind. Den Star Adventurer kann man z.B. auch als Schwenkplattform für langsame Schwenks bei Timelapse-Aufnahmen verwenden.
Was deine Kamera angeht: Ich bin immer noch mit Nikon D7100 DSLRs unterwegs, meine Hauptkamera ist jetzt bei 180.000 Auslösungen (da sind viele Polarlicht-Zeitraffer dabei). Die ist älter als deine. Ja, moderne Kameras können mehr, aber die Entwicklungsschritte sind schon lange nicht mehr so extrem, dass jede Kamera sofort veraltet ist, wenn der Nachfolger herauskommt.

Die Smartscopes sind so neu, dass eh jedes Modell in einem Jahr veraltet ist; aber sie sind mittlerweile gut genug, dass sie auch in zwei, drei Jahren noch Spaß machen, und bis dahin ihr Geld verdient haben. Da muss es nicht das allerneuste sein,d ass dann in einem dreivierteljahr gebraucht die Hälfte kostet, weil der Nachfolger angekündigt ist. Das Dwarf Mini war bei mir in der Preisklasse, dass ich der Technik einen Versuch gegeben habe. Und ich habe nicht das Bedürfnis, mehr zu brauchen; die Bilder sind gut und groß genug für Smartphone, Computermonitor oder um Bücher oder Vorträge zu illustrieren. Damit habe ich jetzt in nicht mal einem Jahr den Messier-Katalog durchgeknipst; für ein Hobby ist das schon fast zu effizient :) Hier noch der Größenvergleich Mini/Taschenbuch:
Dwarf-Mini-Vergleich.jpg

Mobiler geht kaum.

Viel Erfolg,
Alex
 
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