Einstiegsgerät für Kind ( 12 Jahre )

Genauso wie es (zumindest für mich) einen riesigen emotionalen Unterschied ausmacht ob ich ein Foto aus dem Internet anschaue oder mit meinen Seestar gemacht habe,
ist es für mich ein riesiger Unterschied, ob ich mit dem Seestar auf dem Handy ein Bild entstehen sehe oder ganz direkt durch ein Okular schaue.

Ich denke auch da geht's irgendwo den "alten Hasen" drum.
Es wäre sehr schade wenn dieses so nahe und durch keine Technik ersetzbare Erlebnis völlig verloren ginge...

Gruß Horst
Guten Morgen Horst,

da bin ich völlig bei Dir! Nur sollte man sich eben bewusst machen, dass der Erfolg der Smart Teleskope allen voran in seiner Zugänglichkeit liegt und somit tausende Menschen zu Astronomie begeistert und nicht selten daraus dann visuelle Beobachtung als Intensivierung resultiert. Dafür gibt es zig Beispiele alleine hier im Forum. Mich übrigens eingeschlossen. Ich bin Jahrgang 1979 - der Astronomie-Unterricht kam in meiner Schulzeit von einem Mathematik-Lehrer - genauso war der Inhalt dann auch ausgerichtet. Für mich, der sich für alles im Weltall interessierte, ein gutes Stück zu mathe-lastig. Nach dieser Erfahrung kam ein eigenes Teleskop für mich im Grunde nicht in Frage, da Theorie und Praxis viel zu weit auseinander und schlecht vermittelt waren.

Als dann das Seestar S50 kam, über 20 Jahre nach dem verbockten Astronomie-Unterricht, aber auch über 20 Jahre mit gleichbleibenden (theoretisch ausgelebten) Interesse für Sterne & Weltraum, Astronomie und mittlerweile Astrophysik, war mein "Wenn nicht jetzt - wann dann?" - Moment. Das ist 2 Jahre her und daraus resultiert mein aktueller Setup, der aus einem EAA-System mit einem Apo und einem visuellen Setup besteht. Als ich das erste mal den Jupiter und seine Monde durch das 150er Maksutov beobachtet habe, war ich so emotional so ergriffen, dass ich mich setzen musste. Und ich werde davon auch nicht satt. Gleichzeitig nutze ich aber auch die Technologie für beeindruckende Astrofotografie, die vor 20 Jahren aus dem heimischen Garten undenkbar gewesen wäre!

Smart Teleskope verdrängen hier also nichts - sie ergänzen. Und das tun sie sehr zeitgemäß und qualitativ wertig. Sie sind damit allen voran eine zusätzliche, sehr einfache Möglichkeit, sich dem Thema zu nähern, Begeisterung zu wecken und Erfolgserlebnisse zu generieren. Aus denen folgt nicht selten der tiefe Einstieg. Und abseits der Kenntnis meiner Frau, wird in ein paar Jahren auch noch ein weiteres Teleskop folgen, und zwar in Ausrichtung gleichermaßen für visuelle Beobachtung als auch EAA ("vermutlich" ein größeres SC). Alleine das ist ja ein Beispiel, dass hier nichts verloren geht, die Annäherung und persönliche Entwicklung jüngerer Generationen ist eben bloß den Möglichkeiten angepasst.

Genug "Off-Topic". Allen viel Freude und klare Nächte (die bei mir aktuell sehr, sehr rar sind...)

Herzliche Grüße
Thomas
 
DWARF mini: Kostet gleich, jedoch ohne Stativ - mit Stativ auch um 500€. Beim S30 ist das Stativ/Ständer mit dabei.
Kleiner Nachtrag: Jetzt seh ich, wo die 90€ herkommen: Das Dwarf-Stativ ist mit Neigekopf für parallaktische Aufstelllung, das bei ZWO nicht. Wieder was gelernt...

Zu den modernen Zeiten: Bilder sind heute wichtig. Wenn wir eine Führung bei uns auf der Sternwarte machen, zücken auch viele erst das Handy, bevor vielleicht durch das Okular geschaut wird.
 
Zu den modernen Zeiten: Bilder sind heute wichtig. Wenn wir eine Führung bei uns auf der Sternwarte machen, zücken auch viele erst das Handy, bevor vielleicht durch das Okular geschaut wird.
Deswegen stellt sich die Frage - zumindest für mich - immer wieder aufs Neue: zulassen (passiv bleiben) oder hinterfragen (Alternativen aufzeigen)?

Ich glaube, das ist vielleicht auch der tiefere Kern der von den (uns!) "Oldtimern" angestoßenen Diskussion.
Niemand wird die stetige Entwicklung immer neuer Technik auch nur im Ansatz aufhalten können. Das ist der Lauf der Dinge. Doch ist es nicht gut, wenn es mitunter den einen oder anderen "Rufer in der Wüste" gibt, der auch mal zum Nachdenken anregt, ob diese Entwicklungen immer in die richtige Richtung gehen?

Schöne Grüße,
Urs
 
Zuletzt bearbeitet:
Deswegen stellt sich die Frage - zumindest für mich - immer wieder aufs Neue: zulassen (passiv bleiben) oder hinterfragen (Alternativen aufzeigen)?
Na, beides: Ich jage keinen mit seinem Handy weg vom Okular, aber ich fordere auch jeden auf, selbst durchzuschauen.

Ich erlebe diesen Generationenwandel auch gerade bei uns im Verein: Wir haben uns da diesen Halbmeterspiegel geleistet (Stiftungen machen's möglich, ein Verein hat da schon seine Vorteile), und ich würde auch gerne mal öfter durchschauen. Aber einer von uns hat ein elektronisches Okular gebaut, was zugeben schon eine tolle Sache ist: Du sieht im Prinzip ins Teleskop, und siehst auch schwache Galaxien in Farbe und bunt. So wie man es von Büchern und Youtube erwartet. Aber letztlich schaue ich da doch nur auf ein Display... Mein einziges Problem mit dem Teil ist nur, dass es jetzt ständig dran hängt (und Leute anzieht, die bislang eher selten an den Teleskopen waren, was eine gute Sache ist), es für mich aber irgendwie langweilig ist. Für mich macht es einen Unterschied, ob ich die wenigen Photonen sehe, die grad von NGC schlagmichtot ankommen, oder das über einige Minuten gesammelte, beendruckende Quasi-Live-Bild auf einem Display. Da sieht man irgendwelche Nebel aus der Innenstadt, aber letztlich auch nicht viel besser als das Bild vom Dwarf Mini auf meinem Handy. Dafür muss ich nicht auf eine Sternware fahren, vor dem Monitor sitze ich oft genug.

Das Ergebnis ist, dass die, die von EAA gelangweilt sind, jetzt öfter die anderen Geräte nutzen statt dem neuen Spielzeug, um selber durch das Okular zu schauen.

Solange das eine das andere nicht völlig verdrängt...

@fotofreund Ich glaube, in Sachen Computer haben wir die Zeit schon. In den 90ern konnte und musste man noch an Computern rumschrauben. Heute kann man das kaum noch. Dementsprechend weit wird denen auch vertraut.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Alex ... @Kerste
... Im nächsten Februar gehe ich nach dann nun nicht ganz 50 Arbeitsjahren in Rente.

Ich bin in einer wissenschaftlichen Landes.-Fachbehörde dann 36 Jahre lang für das erforschen, bewahren und schützen von " Kultur und Wissen " eingetreten.

Hierzu benötigte es Stringenz. Knöpfe drücken war dabei nebensächlich. =》;)

... wenn ein Kind Spass an der " besprochenen " Smart-Teleskoptechnik hat ist es vollkommen OK. Keine Frage !

" Wissen " wird damit meiner Meinung nach aber weder fotografisch, noch astronomisch vermittelt, noch erlangt. Was aber auch nicht die Zielsetzung dieser Geräte und des Kinds und Vaters ist ( war ) welcher hier nach Infos gefragt hat, denke ich.

Entsprechend, Hauptsachte das Kind hat Spass ... das ist das wichtigste.
Ob Smartphone, Smartteleskop oder Okular ...

Gruss
Marco
 
Völlig d‘accord. Das Wissen kommt dann, wenn man sich fragt, was man da eigentlich sieht, und es nicht nur anschaut.
 
Hallo, Andreas,
also, wenn sich mein Sohn von mir ein Teleskop gewünscht hätte wäre ich nicht von einer vollautomatischen "Fotomaschine" ausgegangen.
Für mich wäre das wahrscheinlich ein klassischer Refraktor mit vielleicht 70 oder 80mm Objektivdurchmesser und einer Brennweite von ca. 800mm gewesen.
Bei der Montierung kann man eine einfache Azimutalmontierung oder vielleicht sogar eine paralaktische wählen bei der mann nebenbei einiges
über Himmelsmechanik lernen kann. Man muss sie ja nicht von Anfang an vollumfänglich nutzen.
Ich kann bei der Empfehlung nur von mir ausgehen, aber an so einem Smart Teleskop hätte ich nach kurzem das Interesse verloren da es einem viele Dinge
abnimmt die zu den Grundlagen gehören, bei dem es so manchen "Aha, so ist das" Effekt gibt.
Aber die Technik schreitet voran und wer sich nicht tiefer damit beschäftigen möchte, für den ist ein solches Gerät sicher eine Offenbarung.
Ich denke Du solltest deiner Tochter nochmal auf den "Zahn fühlen" was sie sich unter einem Teleskop vorstellt.
Beste Grüße
Thomas
 
So'n Smartie aufstellen, Objekt auswählen und sagen "mach", das kann man so machen, aber wo bleibt da der Spaß?
Da kann man sich die Bilder genauso gut irgendwo runterladen.

CS Dietmar
 
So'n GoTo-Teleskop aufstellen, Objekt auswählen und sagen "mach", das kann man so machen, aber wo bleibt da der Spaß?
Da kann man genauso gut zu einer Führung auf einer Sternwarte machen…


Das erinnert mich an damals, als Computersteuerungen aufkamen. Neumodisches Teufelszeug, das irgendwie doch irgendwem Spaß macht.

Clear Skies,
Alex
 
Hallo, Andreas,
also, wenn sich mein Sohn von mir ein Teleskop gewünscht hätte wäre ich nicht von einer vollautomatischen "Fotomaschine" ausgegangen.
Für mich wäre das wahrscheinlich ein klassischer Refraktor mit vielleicht 70 oder 80mm Objektivdurchmesser und einer Brennweite von ca. 800mm gewesen.
Bei der Montierung kann man eine einfache Azimutalmontierung oder vielleicht sogar eine paralaktische wählen bei der mann nebenbei einiges
über Himmelsmechanik lernen kann. Man muss sie ja nicht von Anfang an vollumfänglich nutzen.
Ich kann bei der Empfehlung nur von mir ausgehen, aber an so einem Smart Teleskop hätte ich nach kurzem das Interesse verloren da es einem viele Dinge
abnimmt die zu den Grundlagen gehören, bei dem es so manchen "Aha, so ist das" Effekt gibt.
Aber die Technik schreitet voran und wer sich nicht tiefer damit beschäftigen möchte, für den ist ein solches Gerät sicher eine Offenbarung.
Ich denke Du solltest deiner Tochter nochmal auf den "Zahn fühlen" was sie sich unter einem Teleskop vorstellt.
Beste Grüße
Thomas
Wenn Du den Thread aufmerksam gelesen hättest, dann hättest Du auch viel lernen können! Nämlich allen voran, dass hier schon "auf den Zahn" gefühlt wurde. Auch hättest Du kapieren können, dass der Vater sich eben nicht mit Astronomie auskennt und daran auch nichts ändern möchte. Das 12jährige Kind sich sehr bewusst und selbstständig für ein Smart Teleskop entschieden hat. Dein klassischer Refraktor wäre also erstmal genau das, was man nicht wollte - und genau das hat der Vater hier auch erfolgreich evaluiert. Wenn man aber völlig ignorant nur seine Welt und Denke präsent hat, kommt dann so ein Sinnlos-Beitrag zustande.

So'n Smartie aufstellen, Objekt auswählen und sagen "mach", das kann man so machen, aber wo bleibt da der Spaß?
Da kann man sich die Bilder genauso gut irgendwo runterladen.

CS Dietmar

Reitest Du noch auf dem Pferd zur Arbeit - oder doch mit dem Esel? Benutzt Deine Frau noch das Waschbrett und die Mangel? Weil wo bleibt denn da sonst der Spaß? Hörst Du noch UKW - weil das Sendersuchen ja so viel Spaß macht? Das eigentliche Brett vorm Kopf erkennt man dann aus Deinen Schlussfolgerungen - und zeigt eben, dass Du zum Thema nichts verstanden hast. Und zum Glück entscheidet jeder Mensch noch selbst, was und wie er für Spaß hält! Da ist Deine Signatur sinngebend.

Und ganz allgemein...

Was mir hier ernsthaft zur Forenpopulation zu denken gibt. Es ist nicht der abweichende Standpunkt zur Sache, sondern die Art und Weise des Umgangs mit neuer Technologie und deren abfällige Einordnung, die mir hier zu denken gibt. In der Konsequenz werden viele Neueinsteiger vergrault, weil sie nicht einem Vorstellungs-Ideal entsprechen. Das ist nicht nur gruselig, das ist abstoßend. Langfristig mündet das im Zirkel der alten Herren, wo nichts neues mehr kommt, stattdessen das Klagen über die neue Zeit und wie abgehängt man ist - und wie toll doch damals alles war! Gruselig hoch 2!

Ich jedenfalls werde mich umschauen.

MfG
Thomas
 
Hallo, Thomas,
wahrscheinlich habe ich den Thread wirklich nicht aufmerksam genug gelesen, mir war nicht klar das die Entscheidung schon auf ein Smart Teleskop gefallen war.
Es war halt nur meine persönliche Empfehlung.
Aber mit einem hast Du recht, heute ist alles gut und früher war alles schlecht, das ist halt so mit alten Leuten wenn irgendwann der Altersstarrsinn einsetzt.
Gut wenn es da Leute gibt, die versuchen einen da rauszuholen.
Mein Pferd möchte ich aber trotzdem behalten jemand muss ja die Kutsche ziehen.

Lass uns auf jeden Fall in Kontakt bleiben, Du scheinst ja jede Menge guter Tipps auf Lager zu haben.

Beste Grüße
Thomas
 
Hallo Zusammen,

Beim Thema der Smart-Teleskope für einen Anfänger gebe ich auch gerne mal meinen Senf dazu. ;)

Ich bin einer, der mit einem Smart-Teleskop als "junger" in dieses Hobby eingetreten bin. Ich war schon immer von Sonne, Mond, Planeten und Sternen fasziniert und habe mir "Astronomie" nur als Sternwarten-Aktivität vorgestellt. Nach einem "Hobby-Killer" von meiner Tante war es mit der Astronomie dann auch wieder... Jupiter's Monde wahren sehr schön, aber sonst konnte ich nichts hinkriegen.
Am späten Abend nahe Ende des Sommers bin ich dann mal mit dem Hund gegangen, und habe dann die Milchstraße am Zenith gesehen... Ich hab mir komplett den Nacken verzogen, es hat mich unglaublich begeistert.
Ich bin am nächsten Tag auf Smart-Teleskope gestolpert... sofort wollte ich eins haben, und habe mir dann dementsprechend eins besorgt.

Das Smart-Teleskop war jedenfalls die richtige Entscheidung.

Ja, ich habe viele schöne Bilder im Netz gesehen. Trotzdem hat mich jedes Bild was ich mit dem Teil gemacht habe komplett umgehauen.

So'n Smartie aufstellen, Objekt auswählen und sagen "mach", das kann man so machen, aber wo bleibt da der Spaß?
Da kann man sich die Bilder genauso gut irgendwo runterladen.

Klar, kann ich mir Bilder herunterladen. Aber als ich selber ein Bild aus meinem Garten produziert habe... das war besonders, die Bilder lagen mir am herzen weil Ich sie genommen habe... Das hat mir unheimlich viel Spaß gemacht.
Und um fair zu sein, die absoluten Profis mit eigenen Sternwarten drücken ja fast auch nur einen Knopf, und das Ding macht für einen die Fotos... Spaß macht es trotzdem.
Diesen Automatismus kriegt man nunmal bei den Smart-Teleskopen direkt, was für Anfänger super ist.

Ich musste nicht bei Minusgraden draußen hocken und wie mit meinem heutigen Equipment troubleshooting betreiben...

Mittlerweile habe ich jetzt ein tolles Astrofotografie-Setup mit einem 5" Newton auf einer HEQ5 Pro, und ein 12" Dobson für Beobachtungen. Währe es nicht für das Smart-Teleskop gewesen, wüsste ich nicht ob ich jemals überhaupt von dem Hobby erfahren hätte, insbesondere weil es hier in der Region im Grunde garnichts für die Astronomie gibt...

Lange Rede, kurzer Sinn;
Smart-Teleskope machen dieses schöne Hobby stark zugänglich... wenn die Tochter bewusst ein Smart-Teleskop wollte, ist der Kauf von einem eine gute Entscheidung. Es macht Spaß, hat einen "Wow!"-Faktor und ist nunmal stark einfach zu nutzen... Da kann man nicht motzen.

Allgemein finde ich die Entscheidung für das S30 richtig, und ich hoffe, sie hat auch viel Spaß damit.

Gruß,
Neo
 
Moin,

Das erinnert mich an damals, als Computersteuerungen aufkamen.
ein Argument der Goto-Skeptiker war, dass man den Himmel so nicht kennen lernt. Das halte ich immernoch für valide. Ein Anderes, das ich für noch wichtiger halte, sind die absurden Objektdatenbanken mit denen die Hersteller werben. Wofür brauch' ich den UGC für eine 6cm-Linse? Man wird nicht absolut nix sehen. Jemand, der gerade erst anfängt, sich damit zu beschäftigen, kann das ja nicht beurteilen, und, wenn er zu oft nix gesehen hat, wird er die Brocken hinschmeissen. Dafür ist so'n Smartie doch zu teuer.
Jemand, der den Himmel kennt, Koordinatensysteme, der mit Begriffen wie Objekttyp, Ausdehnung, Gesamthelligkeit, Flächenhelligkeit (je kleiner desto heller ist nicht so direkt intuitiv) was anfangen kann, spart durch Goto 'ne Menge Zeit, die er für Beobachtung/Belichtung nutzen kann. Für'n Anfänger halte ich es nachwievor für eher ungeeignet. Sowas, was du ziemlich am Anfang vorgeschlagen hast (oder ähnlich) halte ich für eher geeignet.

Da kann man genauso gut zu einer Führung auf einer Sternwarte machen…
So 'ne Volkssterwarte ist 'ne tolle Sache um realistisch einzuschätzen ob einem das dauerhaft Spaß macht oder sich vor irgendwelchen Hochglanzbildern auf APOD oder NASA.gov hat blenden lassen. Da kann man den Leuten auch sagen: zeig mir mal dieses oder jenes Objekt. Dann wird das wohl auch gemacht oder man kriegt zur Antwort
  • kann ich machen aber du wirst nix sehen
  • frag' mich in 6 Monaten nochmal
  • fahr' nach Kapstadt
@Thomas S79 : du hast Schopenhauer offenbar aufmerksam gelesen: hast du keine Argumente tun's persönliche Diffamierungen auch. Hätte ich gewusst, dass das hier 'n Kreuzzug wird,
hätte ich mich rausgehalten.
Reitest Du noch auf dem Pferd zur Arbeit - oder doch mit dem Esel?
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Ich wollte zu bedenken geben, dass ein Hobby, bei dem man nix macht, schnell langweilig wird.
wahrscheinlich habe ich den Thread wirklich nicht aufmerksam genug gelesen, mir war nicht klar das die Entscheidung schon auf ein Smart Teleskop gefallen war.
Hab' die letzten paar hundert Posts auch nur flüchtig überflogen;). Wenn die Entscheidung feststeht und es nur noch darum geht welches, kann ich sowieso nicht mitreden.

CS Dietmar
 
Ein Anderes, das ich für noch wichtiger halte, sind die absurden Objektdatenbanken mit denen die Hersteller werben. Wofür brauch' ich den UGC für eine 6cm-Linse? Man wird nicht absolut nix sehen.
Witzig:). So ging's einem Vereinskollege von mir im letzten Jahrtausend mit dem Karkoschka. Er hat mit den 5-Sterne-Objekten angefangen, und dann zum Einstieg irgendwelche Quasare nicht gesehen. (Nicht schlagen, wenn der Karkoschka keine Sterne, sondern was anderes für die Schwierigkeit statt wie erwartet für das Beobachtungsvergnügen vergibt – ich bin mit dem Karkoschka nie warm geworden).

Das Goto-Teleskop bietet dir heute oft eine Liste mit "Tonight's Best" an.

Ein Smartie gibt's ab rund 400 Euro, und die üblichen Verdächtigen funktionieren und zeigen Galaxien und Nebel richtig gut – wenn auch "nur" auf dem Display. Das kann man nicht von jedem optischen 400€-Teleskop sagen. Und da kann man die Ergebnisse nicht am nächsten Tag den Kumpels zeigen, oder gleich per Whatsapp & Co teilen.
Hab' die letzten paar hundert Posts auch nur flüchtig überflogen;). Wenn die Entscheidung feststeht und es nur noch darum geht welches, kann ich sowieso nicht mitreden.
Manchmal wäre es tatsächlich kein Fehler, die Threads zu lesen, die man kommentiert. Schau dir mal Post 26 an. Das wollte ich @Eule 17 auch schon schreiben, hatte mich aber zurückgehalten. Naja, jetzt habe ich doch Anlass, das nachzuholen.

Aktuell warten wir eher auf Rückmeldung, wie das bereits gekaufte Seestar S30 ankommt:)

Clear Skies,
Alex
 
Vielleicht sollten alle Beteiligten erstmal einen Gang zurückschalten. Das erinnert an erbitterte Grabenkriege zwischen Spiegel und Linse von denen ich glucklicherweise lange nichts mehr lesen mußte.

Für mich ist das Thema auch weniger zwischen altmodisch und modern, sondern mehr wie Buch und Film.
Wenn ich zuerst das Buch gelesen habe, finde ich die meisten Filme viel zu einseitig zurechtgekürzt.
Habe ich zuerst den Film gesehen, ist mir das Buch danach viel zu langatmig.
Was ist jetzt besser : Buch oder Film?

Es sollte allerdings erlaubt sein, die Vorteile und Unterschiede von Buch oder Film auch dann zu benennen, wenn man sich das Eine oder das Andere schon besorgt hat...

Gruß Horst
 
Das Wichtigste an diesem Hobby ist doch die Fantasie. Ehrlich, "hardwaremäßig" sehen wir doch nur ein paar helle Punkte und Nebelflecken, egal ob Linse oder Smartie. Aber innerlich malen wir uns doch irgendetwas aus und verbinden die Sterne mit unseren Erlebnissen, oder stellen uns fremde Welten vor.

Wenn die Begeisterung jetzt schon da ist, und das aus eigenem Antrieb, denn Papa teilt die ja nicht, wird die Kleine jetzt wohl schon viel über die Sternbilder und Planeten gelesen haben. Womöglich hat sie auch schon einige draußen aufgesucht oder kennt sich sogar schon grob am Himmel aus, dann wird das nächste ein Fernglas sein.

Ich weiß noch meinen Anfang. 1962, ein Lehrer hatte erzählt, dass die Sonne und wir in 400000 Jahren mit Wega kollidieren würden, nun wollte ich unbedingt Wega sehen. Die Neugier war somit geweckt und ließ mich nicht mehr los. Sie war sogar so groß, dass ich meine Angst im Dunkeln überwunden habe.

Dem Mädchen wünsche ich viel Freude mit diesem Hobby, welches man ja lebenslang weiterentwickeln kann.
 
Wenn die Begeisterung jetzt schon da ist, und das aus eigenem Antrieb, denn Papa teilt die ja nicht, wird die Kleine jetzt wohl schon viel über die Sternbilder und Planeten gelesen haben. Womöglich hat sie auch schon einige draußen aufgesucht oder kennt sich sogar schon grob am Himmel aus, dann wird das nächste ein Fernglas sein.

Ich weiß noch meinen Anfang. 1962, ein Lehrer hatte erzählt, dass die Sonne und wir in 400000 Jahren mit Wega kollidieren würden, nun wollte ich unbedingt Wega sehen. Die Neugier war somit geweckt und ließ mich nicht mehr los. Sie war sogar so groß, dass ich meine Angst im Dunkeln überwunden habe.

Vielleicht sollten alle Beteiligten erstmal einen Gang zurückschalten. Das erinnert an erbitterte Grabenkriege zwischen Spiegel und Linse von denen ich glucklicherweise lange nichts mehr lesen mußte.

Für mich ist das Thema auch weniger zwischen altmodisch und modern, sondern mehr wie Buch und Film.
Wenn ich zuerst das Buch gelesen habe, finde ich die meisten Filme viel zu einseitig zurechtgekürzt.
Habe ich zuerst den Film gesehen, ist mir das Buch danach viel zu langatmig.
Was ist jetzt besser : Buch oder Film?

Es sollte allerdings erlaubt sein, die Vorteile und Unterschiede von Buch oder Film auch dann zu benennen, wenn man sich das Eine oder das Andere schon besorgt hat...

Gruß Horst

Ich sehe hier weder Grabenkampf noch eine Notwendigkeit zu irgendwelchen Entscheidungen zu Lagern oder Zugehörigkeiten. Smart Teleskope sind schlussendlich eine Erweiterung der Möglichkeiten und etabliertes Werkzeug in der Hobby-Astronomie. Nicht mehr und nicht weniger. Die Zeiten haben sich eben geändert und digitale Gadgets sind Alltag. Es gibt vermutlich von den unter 50jährigen nur selten Menschen, die nicht zu jeder Zeit ein Smartphone bei sich haben. Die Notwendigkeit der Kenntnis der umfänglichen und detaillierten Orientierung am Himmel verschiebt sich im Regelfall also, da Apps wie Stellarium sogar ohne Internet jederzeit Orientierung bringen. Und auch ich nutze sie immer noch zur Sicherheit, auch wenn ich bei meinem Alignment mittlerweile sehr sicher am Himmel bin.

Das Gesagte zu Fantasie und den persönlichen Wegen und Erfahrungen in allen Ehren. Es geht hier auch nicht um einen Konflikt zwischen Jung und Alt, oder einem Duell der Systeme Digital versus Optisch-visuell. Es geht aus meiner Perspektive um einen gesamtheitlichen Blickwinkel zu Zugang, Verfügbarkeiten und Entwicklung. Die Wahrscheinlichkeit, dass heutzutage noch jemand unabhängig und abseits klassisch-externer Indoktrination mit einem Fernglas in astronomische Beobachtung startet, tendiert nahezu gegen null. Ich staune daher immer wieder, wie derartig aus der Zeit gefallenes hier angenommen oder gar empfohlen wird.

Mit Verfügbarkeit moderner Technik sind die Smart Teleskope Einstiegspräferenz Nummer eins. Dafür gibt es hier im Forum, in der allgemeinen Presse und schlussendlich alleine an den ableitbaren Verkaufszahlen dieser Geräte keine faktischen Zweifel. Kalkuliert man das, kann man davon ausgehen, dass 90% der Einsteiger mit dem Smart Teleskop starten. Vor allem ZWO Seestar und Dwarf haben hier aufgrund der Preisgestaltung alles verändert und der breiten Masse zugänglich gemacht. Die ehemalige Frage nach "welches Teleskop" ist mittlerweile beinahe durch die Frage "Seestar oder Dwarf" verdrängt. Das hat einen Grund: Zugänglichkeit, Zugänglichkeit und nochmal: Zugänglichkeit!

Geschätzte Verkaufszahlen anhand Umsätzen oder evaluierbarer Verkaufszahlen:

Seestar: etwa 160000 -180000 Geräte/Jahr
DWARF: etwa 40000 Geräte/Jahr
Vaonis: etwa 20000 Geräte/Jahr
Unistellar: etwa 15000 Geräte/Jahr

Vergleicht man diese Zahlen mit der industriellen Produktion klassischer Teleskopsysteme, kann man vor allem einen wesentlichen Aspekt ableiten: Die Nachfrage nach den Smart Teleskopen ist gigantisch. Und zwar so gigantisch, dass vermutlich solche Margen von klassischen Teleskop-Produzenten aufgrund eines so gewaltigen Nachfrage-Gaps gar nicht bedient werden könnten!

Und genau an diesem Punkt steigt der klassische Hobby-Astronom scheinbar entweder gedanklich aus, fühlt sich verdrängt, diskreditiert oder denkt einfach nicht ausreichend weiter, weil er sich nicht in die Lage, noch - und das ist der wirklich relevante Punkt - in die völlig andere Lernkurve sowie digitale Affinität jüngerer Generationen hineinversetzen kann. Denn mit dem Kauf des Smart Teleskop ist die Geschichte ja sehr häufig nicht zu Ende.

Die Realität sieht nicht selten so aus, dass mit dem Smart Teleskop mit höchster Zuverlässigkeit einfach und schnell sehr gute Ergebnisse ohne wesentliche Vorkenntnisse erreicht werden. Das passiert zudem zu überschaubaren Investment. Mit 400-500€ ist man inklusive allem Zubehör dabei. Die visuelle Erfahrung eines Teleskops als optisches Instrument kennt der Einsteiger entweder nicht, oder sie sind in diesem Preissegment mit den niedrigschwelligen Ergebnissen des Smart Teleskops nicht konkurrenzfähig - zumindest anfangs - bis sich ein Verständnis für die Unterschiede etabliert.

Wo führt das ganze aber hin? In eine Abkehr von den klassischen Teleskopen? Mitnichten. Sicher, ein Teil der Smart-Teleskop-Nutzer wird das Interesse verlieren, verkauft es, lässt es verstauben - wie bei klassischen Teleskopen auch, die aber bei weitem nicht so niedrigschwellig bedienbar sind. Aber alleine aus der enorm großen Nutzerzahl generiert sich ein enormer Zustrom an Hobby-Astronomen - und damit auch eine nicht unerhebliche Gruppe die mehr wollen, in EAA einsteigen oder parallel visuell starten!

Nicht nur ich, auch "Ionisierter Wasserstoff" sind nur wenige, Foren-aktive User, die den Zugang reinweg über Smart Teleskope gefunden haben. Ich vermute, die Liste ist bedeutend länger, nur schreibt der Großteil das hier nicht. Und ja, die Lernkurve ist anders, nach dem "Smartie" in der Überlegung deutlich steiler - eben weil einem anfangs viel abgenommen wird. Deshalb aber nicht unmotivierend oder gar frustran, das Smart Teleskop ist ja immer noch da und generiert weiter einfach tolle Ergebnisse. Bei mir mündete das in einen EAA und in einen visuelles Setup, und dabei wird es nicht bleiben.

Wie man aber letztendlich beim Thema Smart Teleskop hier im Forum "empfangen" wird, wie hartnäckig sich nicht mehr zeitgemäße Überzeugungen mit Nachdruck halten, wie viel Ablehnung hier für digitale Medien und Geräte besteht, das finde ich in Teilen immer wieder arg bedenklich. Das wird in Summe locker von vielen anderen, tollen Mitforisten kompensiert - keine Frage! Etwas mehr Akzeptanz, Selbstreflexion zur eigenen Geschichte - und vielleicht auch hier und da die sehr deutliche Einsicht, dass der eigene Erfahrungsweg aus einer Zeit stammt, der heute aufgrund viel breiterer Möglichkeiten kaum, oder nur noch unter Akzeptanz - zeitgemäß ausgedrückt - unnötigen Herausforderungen - gegangen wird.

Bevor man also wieder mal sein Unverständnis zu Smart Teleskopen zum Besten gibt, sollte man ganz klassisch mal zum Himmel danken, dass diese Geräte unserem Hobby einen nie dagewesenen Zustrom und Zuspruch ermöglichen. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Thread hier, ich glaube Antares hat mich immer noch auf seiner Liste, weil ich seines Erachtens die Differenziertheit von Teleskopen nicht ausreichend verstanden hatte. Im Nachhinein muss ich schon schmunzeln, verstanden hatte ich es schon, aber nicht wie heute. Den Grundsatz was er mir nahelegen wollte, verfechte ich heute aber genauso. Ich habe mich eben nur von einer komplett anderen Seite angenähert.

CS
Thomas
 
... Ich habe mich eben nur von einer komplett anderen Seite angenähert.
Hallo ... für mich ist dieses absolut OK.
Nun noch eine Anmerkung ( zu niemandem in die Themenabfolge hier ) ! ... also eher allgemein.

Insgesamt sind im Internet viele Menschen, viele Meinungen zu finden.
Jeder betreibt " sein " Hobby. Jeder findet es so gut wie er es macht.
Erstaunlich ist für mich ( in Netzwerken seit FIDO Net ) wie wenig mittlerweile der Austausch von tatsächlichen Infos
immer mehr zu einem " beharren " auf der eigenen Meinung wird ...

Gruß an alle
die ( wie auch immer, mit was auch immer, wo und wann auch immer, mit welcher Meinung auch immer ) ;) ihrem Hobby nachgehen.
sendet
Marco
 
Liebe Glasaugen,


so, jetzt erlaube ich mir dann doch mal eine persönliche Bemerkung zu dieser langsam völlig aus dem Ruder laufenden Diskussion:

Lieber @Thomas S79 - Deine Verve in alle Ehren, doch für jemanden, der (erst) seit vier Monaten hier mitdiskutiert, lehnst Du Dich ganz schön weit aus dem Fenster, Bro.

Die Lanze, die Du für die Elektronik brichst, ist meinerseits vollumfänglich in Ordnung. Dasselbe mache ich für im weitesten Sinne "alte" Refraktoren. Aber der Ton fängt jetzt an, blöd zu werden.

Deine Argumentationslinie mit den Verkaufszahlen lasse ich nicht gelten. Das sind meines Erachtens (wie Du ja auch selbst anmerkst) wahrscheinlich in erster Linie Gadgets für gelangweilte Kids, die hinterher den Gebrauchtmarkt überfluten werden wie heute die sogenannten "Kaufhausteleskope", die auch keiner mehr haben will (obwohl es darunter exzellente Exemplare gibt, die nichts von ihrem praktischen Wert verloren haben). Nach dem Motto: Been there, done that, bought a t-shirt (a Samrtscope in unserem Fall; kost' ja fast nichts mehr).

Und ja - es GIBT die Diskussion "jung versus alt" - warum auch nicht? Wenn Schmitti, Franky, Hasebergen und ich und ein paar weitere "Alte" uns über astronomische Instrumente unterhalten, bleiben "die Jungen" größtenteils komplett außen vor.
Und Du offensichtlich auch.
Aber wo ist das Problem? Wir diskutieren, und versuchen nicht zu missionieren.

Und ein kleiner, wirklich freundlich gemeinter Tipp am Rande, da Du hier noch Rookie bist: bevor Du einzelne Mitglieder anführst, dann mach' Dich vorher kurz schlau über sie. Antares beispielsweise ... mit ihm habe ich auch schon den einen oder anderen Strauß ausgefochten; doch gerade er kommt kurz nach GOTT, was Astronomie angeht, zumindest hier im Forum.
Also Vorsicht an der Bahnsteigkante!

Noch ein Letztes: mir selbst käme es in hundert kalten Wintern nicht in den Sinn, in bezug auf ein Teleskop von einem "Invest" zu reden, für "gute Ergebnisse" und "ohne wesentliche Vorkenntnisse".
Es mag in meinem Fall altersbedingt sein, dass ich diese Überlegung ziemlich komisch finde.
Ich persönlich habe einen komplett anderen Ansatz, bei dem der Weg ein großer Teil des Ziels ist. Das läuft für mich expressis verbis übrigens NICHT unter "nicht mehr zeitgemäße Überzeugungen", sondern ist meine eigene Überzeugung, egal, wie andere das sehen - entscheidet ein Einzelner schlussendlich, was noch zeitgemäß ist, und was nicht?

Aber das wiederum soll jeder halten, wie er möchte, oder? ;)

Schöne Grüße,
Urs
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich denke auch das das nicht unbedigt eine Generationsfrage ist, sondern auch wie und in welcher Gegend man aufgewachsen ist.

In der Stadt in der es eine große Lichtverschmutzung gibt, ist es sicher unwarscheinlich das man Nachts im Garten liegt und den Sternenhimmel
bewundert. Wenn man dann doch mal mit einem Fernglas versucht einige Objekte aufzusuchen wird man in der Regel nichts sehen.
Da ist der Frust natürlich groß, und da ist natürlich ein Smart Teleskop das Dinge sichtbar macht die man so nicht sieht eine Offenbarung.

Auf dem Land sieht das schon wieder anders aus, wenn man an einem dunklem Himmel die Sommermilchstrasse sieht, kommt automatisch das
Interesse auch mal das Fernglas auf den Himmel zu richten. Und wenn man dann auch noch etwas entdeckt, kommt automatisch der Wunsch nach einem Teleskop
mit dem man mehr sieht.

Da diese dunklen Gegenden immer seltener werden, hat sich auch der Zugang zur Astronomie geändert. Auch die Dokumentationen über Astronomie
in den Medien sind so bunt geworden, das die Erwartungshaltung eine andere geworden ist.

Es gibt aber auch noch Ausnahmen. Vor etwa zwei Jahren hatte ich Besuch in meiner Sternwarte von zwei Schülern aus dem Gymnasium der nächsten Stadt.
Es wurde erstmal das Handy gezückt um Fotos vom Teleskop zu machen. Da das Wetter nur mäßig war, habe ich Fotos vom Jupiter und einigen NGC
Objekten gezeigt und was heute mit CCD Kameras und Computer und dem entsprechendem Zeitaufwand alles möglich ist.
Die beiden waren sehr beenidruckt, und einer fragte mich dann wann ich dann "richtige" Astronomie mache.
Wie ist das gemeint fragte ich. Ja, sagte der eine: "So richtig mit durchgucken, live eben".
Ich habe dann doch das Teleskop ausgerichtet, ein NGC Objekt und den Jupiter gezeigt, damit der Unterschied offensichtlich wird.
"Ja, genau das meine ich" sagte der Schüler, "Am Handy bin ich den ganzen Tag, Natur will ich live erleben"

Das hat mich beeindruckt und aber auch verwirrt, hat aber letztlich bei mir bewirkt, mich von der EAA und allem was damit zu tun hat zu trennen.


Ich hoffe es ist "rübergekommen" das ich nichts gegen Smart Teleskope, EAA und Handys habe, nur für mich kommt es eben nicht mehr in Frage.

Grüße und klaren Himmel
Thomas
 
Die Wahrscheinlichkeit, dass heutzutage noch jemand unabhängig und abseits klassisch-externer Indoktrination mit einem Fernglas in astronomische Beobachtung startet, tendiert nahezu gegen null. Ich staune daher immer wieder, wie derartig aus der Zeit gefallenes hier angenommen oder gar empfohlen wird.
Zumindest hier muss ich dir widersprechen, auch wegen
Das hat einen Grund: Zugänglichkeit, Zugänglichkeit und nochmal: Zugänglichkeit!
In vielen Haushalten gibt es bereits ein Fernglas, man muss nur auf die Idee kommen, damit auch mal in den Himmel zu schauen! Dass man damit in Stadtnähe auf Mond, Planetenkonjunktionen, den Tanz der Jupitermonde, Mizar/Alkor, Plejaden und weitere Sternhaufen je nach Standort limitiert ist, ist schon mal einiges – vom klassischen Zusatznutzen bei Tag mal ganz abgesehen. Wenn sich die Gummierung nicht verflüssigt, ist ein gutes Fernglas was für die Ewigkeit, auch wenn man nicht (nur) bei der Astronomie bleibt.

@Eule 17 : So eine Erfahrung mache ich auch öfter: Bei unseren Vor-Ort-Veranstaltungen sind die Schlangen an den Teleskopen mit Okular und nicht bei dem Kollege mit dem Tablet am Smartteleskop. Auf einen Monitor schauen kann man auch zuhause :)

Beste Grüße,
Alex
 
Hi Urs,

was ist mit mir? Gottgleich? uiuiui
Ich hab nur sehr viel Erfahrung mit Geräten und Leuten jedweden Alters sammeln können. Auch ich lerne immer noch dazu.
In der Summe konnte ich mit diesem Fundus aus Wissen und Erfahrungen vielen helfen - hier, anderswo im Net, privat auf dem Feld, in der Sternwarte und dort wo man meine Expertise haben wollte.

In der Sache denke ich, ist der Vorteil, einfach ohne nennenswertes Wissen Bilder machen zu können, zugleich auch Nachteil.
Weil man eben nicht viel wissen muss und auch nicht wirklich etwas dazu lernt. Es ist nice to have, aber nicht mehr.

Und da kommt man dann an einen grundsätzlichen Punkt:
Möchte man den Nachhimmel konsumieren bzw. Kinder zu einfachem digitalem Konsum erziehen?

Oder möchte man selbst erlernen oder zum Lernen erziehen? Über diesen Weg und eigene Erfahrungen wird man wachsen und sich entwickeln und vor allem losgelöst von den omnipräsenten digitalen Tun echte Erlebnisse haben.
Das finde ich erstrebenswerter für alle Altersklassen.

Und wie es aus den vielen Erfahrungen mit Kindern z.B. aus der Sternwartenarbeit und dem damit verbundenen Volksbildungsverständnis auf mich wirkt, die Kinder auch. Klar machen größere auch mal ein Handybild durchs Fernrohr, aber die mit echtem Interesse verweilen deutlich länger beim Beobachten durch Geräte aller Art.
Und, Kinder- aber auch Erwachsenenaugen schauen ganz anders aus, wenn sie selbst etwas gefunden und/oder gesehen haben.

CS
 
Lieber @Thomas S79 - Deine Verve in alle Ehren, doch für jemanden, der (erst) seit vier Monaten hier mitdiskutiert, lehnst Du Dich ganz schön weit aus dem Fenster, Bro.

Aber wenn man das Posting mit "Ich habe zwar nicht alles gelesen, aber ...." einleitet und der nächste dann wieder mit
"Ich habe jetzt auch nicht alles gelesen darauf antwortet, aber ..." darauf antwortet, dann geht's trotzem. :LOL:

Ich bin nur als Aushilfe eingesprungen, weil normaler Weise kommt in einem Karawane-Thread spätestens ab Posting #30 so ein Posting. Es ist halt gerade Urlaubszeit. Man muss sich nur zu helfen wissen. :LOL:
Gruß
 
Heiner, bitte erhelle mich - ich kapier' Deinen Punkt nicht!
Ich hab' doch alles gelesen, sonst hätte ich mich nicht aus dem Off gemeldet.

Schöne Grüße,
Urs
 
Es ist nur eine dadaistische Anmerkung, dass man die Diskussionen "Spiegel oder Refraktor" und "Smart-Teleskop oder manuelles Teleskop" nicht so überernst betreiben sollte. Und eventuell, dass die Âlteren vielleicht öfter, aber eben doch nicht immer, Recht haben. Sonst nichts.
Gruß
 
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