DanielM
Aktives Mitglied
Hallo zusammen.
Ein guter Freund berichtete mir, dass sein 8-jähriger Sohn seit einiger Zeit den Wunsch äußert, er wolle ein Fernrohr haben und "Forscher werden". Naja und jetzt steht Weihnachten an.
Als Hobbyastronom möchte ich meinen Freund gerne bei der Wahl eines möglichen Weihnachtsgeschenks für seinen Sohn unterstützen. Schließlich muss man doch den Nachwuchs fördern ;-)
Einsteigern habe ich schon mehrmals geholfen, aber noch nie für ein Kind. Meinem Sohn (der 10 ist) habe ich ein schönes Fernglas geschenkt (Celestron TrailSeeker 8x42), aber er interessiert sich auch mehr für Vögel als für Sterne. Er kommt damit super zurecht, das Teil hat einen tollen Einblick und brauchbare Schärfe und scheint recht robust.
Aber bei dem anderen Jungen geht es wohl eher um den Wunsch nach einem Teleskop und um Sterne/Planeten.
Insofern wollte ich Euch mal meine Überlegungen mitteilen und bitte um ein bisschen Feedback, damit ich auch Vernünftiges empfehle:
1. Budget
Das Budget beträgt max 300 Euro, wobei 200 Euro als eher "angemessen" gesehen wird.
2. Was soll beobachtet werden
Da hat sich der kleine Mann noch nicht entschieden. Daher würde ich mal nach Objekten gehen, die leicht sind und wo man was sieht...
3. Teleskop oder Fernglas
Ich habe meinem Freund bereits gesagt, dass er mit seinem Sohn auch mal über ein Fernglas sprechen sollte. Gibt's für 200-300 Euro was ganz vernünftiges, geht überall hin mit, kein Stativ, Schauen mit zwei Augen, nicht nur Sterne usw. Es gibt viele Gründe, die für ein Fernglas zum Einstieg sprechen, aber natürlich kann man damit keinen Saturnring sehen usw. was ja durchaus bei eigenem Erleben eine tolle Sache ist. Falls es doch ein Fernglas würde, würde ich meinem Freund das Fernglas empfehlen, was ich für meinen Sohn gekauft habe (z.B. 214 Euro bei Amazon).
4. Teleskop
Vorüberlegungen: Was wird ein 8-Jähriger Junge als erstes gerne anschauen: Dinge, bei denen man "was sieht" und die man kennt. Also Mond und Planeten, ggf. helle Sternhaufen oder mal Orionnebel. Irgendwann gibt's dann vielleicht mal einen Fernglas-Sternenführer und einige andere Messierobjekte.
Als ich mit der Astronomie anfing, waren der 114er Newton und der 60/910 FH die Standardeinstiegsgeräte. Heute ist natürlich mehr im Angebot. Ich frage mich, ob der "Klassiker" von meiner Kindheit (der 114er Newton) wirklich geeignet ist. Ich weiß, dass die Kids (besonders Jungs) mit 8 noch ziemlich "robust" mit ihren Sachen umgehen. Ich würde fürchten, dass ein nötiges Justieren wenn man mal beobachten will schon ein Grund ist, nicht auf Anhieb Spaß zu haben und das Teil in der Ecke stehen zu lassen. Insofern lande ich in meinen Überlegungen eher beim Refraktor. Dort würde ich allerdings irgendwas zwischen 70 und 90 mm Öffnung anstreben, damit man auch ein bisschen was sieht. Der FH ist unkompliziert in der Benutzung, intuitiver im Hinblick darauf, dass man dorthin schaut, wo das Fernrohr hinzeigt und es gibt ein reichhaltiges Angebot.
Trotz Farbfehlers würde ich bedenken, dass ein Refraktor mit 70-90 mm und ggf. f/10 schon ein ziemliches Teil ist. Wenn dafür kein Platz wäre, es aufgebaut stehen zu lassen, würde ich zur kürzeren Bauart greifen. Denn wenn es erst aufgebaut werden muss, wird es nach eigener Erfahrung weniger genutzt.
Ferner würde ich bei dem gegebenen Budget und dem Alter des Jungen keine parallaktische Montierung nehmen und auch kein Goto (schließlich soll man den Himmel ja erstmal selbst kennenlernen). Außerdem erlaubt das, im Budget lieber noch einigermaßen vernünftiges Zubehör zu haben, statt eine klapprige parallaktische Montierung.
Zu guter Letzt, würde ich schon auf ein Mindestmaß an Qualität setzen, falls das Hobby langfristig trägt, dann kann man ja noch "aufrüsten".
Nach diesen Überlegungen lande ich bei z.B. folgenden Optionen, die ich neben einem Fernglas empfehlen würde:
Skywatcher Mercury 705 auf AZ3 (166 Euro)
Skywatcher Star Travel 80 auf AZ3 (175 Euro)
Skywatcher Evostar 90 auf AZ3 (229 Euro)
Celestron Astromaster 90 AZ (259 Euro)
Skywatcher Star Travel 102 auf AZ3 (280 Euro)
Wenn das Budget in Ordnung wäre, würde ich den Star Travel 102 empfehlen, denn:
- Bei 4 Zoll sieht man was!
- Im Lieferumfang Okulare bis 50fache Vergrößerung (Farbfehler kein Thema und bei Mond, Jupiter und Saturn sieht man schon was - wenn auch klein). Irgendwann nochmal ein Okular für 80 fach oder mehr mit Fringekiller.
- Es ist auch ein Amici-Prisma dabei, also sofort für Erdbeobachtungen zu verwenden.
- Der kurze Tubus ist transportabel und die Montierung wird nicht überfordert.
- Das Teil ist mit teureren Okularen und anderer Montierung ausbaufähig.
Wenn das Budget zu teuer oder man vorsichtig sein möchte (wer weiß, ob das Hobby langfristig beleibt), dann würde ich zum Mercury 705 tendieren (70mm, f/7). Die Ausstattung ist vergleichbar...
Würdet Ihr sagen, dass das so passt, oder völlig daneben?
LG
Daniel
Ein guter Freund berichtete mir, dass sein 8-jähriger Sohn seit einiger Zeit den Wunsch äußert, er wolle ein Fernrohr haben und "Forscher werden". Naja und jetzt steht Weihnachten an.
Als Hobbyastronom möchte ich meinen Freund gerne bei der Wahl eines möglichen Weihnachtsgeschenks für seinen Sohn unterstützen. Schließlich muss man doch den Nachwuchs fördern ;-)
Einsteigern habe ich schon mehrmals geholfen, aber noch nie für ein Kind. Meinem Sohn (der 10 ist) habe ich ein schönes Fernglas geschenkt (Celestron TrailSeeker 8x42), aber er interessiert sich auch mehr für Vögel als für Sterne. Er kommt damit super zurecht, das Teil hat einen tollen Einblick und brauchbare Schärfe und scheint recht robust.
Aber bei dem anderen Jungen geht es wohl eher um den Wunsch nach einem Teleskop und um Sterne/Planeten.
Insofern wollte ich Euch mal meine Überlegungen mitteilen und bitte um ein bisschen Feedback, damit ich auch Vernünftiges empfehle:
1. Budget
Das Budget beträgt max 300 Euro, wobei 200 Euro als eher "angemessen" gesehen wird.
2. Was soll beobachtet werden
Da hat sich der kleine Mann noch nicht entschieden. Daher würde ich mal nach Objekten gehen, die leicht sind und wo man was sieht...
3. Teleskop oder Fernglas
Ich habe meinem Freund bereits gesagt, dass er mit seinem Sohn auch mal über ein Fernglas sprechen sollte. Gibt's für 200-300 Euro was ganz vernünftiges, geht überall hin mit, kein Stativ, Schauen mit zwei Augen, nicht nur Sterne usw. Es gibt viele Gründe, die für ein Fernglas zum Einstieg sprechen, aber natürlich kann man damit keinen Saturnring sehen usw. was ja durchaus bei eigenem Erleben eine tolle Sache ist. Falls es doch ein Fernglas würde, würde ich meinem Freund das Fernglas empfehlen, was ich für meinen Sohn gekauft habe (z.B. 214 Euro bei Amazon).
4. Teleskop
Vorüberlegungen: Was wird ein 8-Jähriger Junge als erstes gerne anschauen: Dinge, bei denen man "was sieht" und die man kennt. Also Mond und Planeten, ggf. helle Sternhaufen oder mal Orionnebel. Irgendwann gibt's dann vielleicht mal einen Fernglas-Sternenführer und einige andere Messierobjekte.
Als ich mit der Astronomie anfing, waren der 114er Newton und der 60/910 FH die Standardeinstiegsgeräte. Heute ist natürlich mehr im Angebot. Ich frage mich, ob der "Klassiker" von meiner Kindheit (der 114er Newton) wirklich geeignet ist. Ich weiß, dass die Kids (besonders Jungs) mit 8 noch ziemlich "robust" mit ihren Sachen umgehen. Ich würde fürchten, dass ein nötiges Justieren wenn man mal beobachten will schon ein Grund ist, nicht auf Anhieb Spaß zu haben und das Teil in der Ecke stehen zu lassen. Insofern lande ich in meinen Überlegungen eher beim Refraktor. Dort würde ich allerdings irgendwas zwischen 70 und 90 mm Öffnung anstreben, damit man auch ein bisschen was sieht. Der FH ist unkompliziert in der Benutzung, intuitiver im Hinblick darauf, dass man dorthin schaut, wo das Fernrohr hinzeigt und es gibt ein reichhaltiges Angebot.
Trotz Farbfehlers würde ich bedenken, dass ein Refraktor mit 70-90 mm und ggf. f/10 schon ein ziemliches Teil ist. Wenn dafür kein Platz wäre, es aufgebaut stehen zu lassen, würde ich zur kürzeren Bauart greifen. Denn wenn es erst aufgebaut werden muss, wird es nach eigener Erfahrung weniger genutzt.
Ferner würde ich bei dem gegebenen Budget und dem Alter des Jungen keine parallaktische Montierung nehmen und auch kein Goto (schließlich soll man den Himmel ja erstmal selbst kennenlernen). Außerdem erlaubt das, im Budget lieber noch einigermaßen vernünftiges Zubehör zu haben, statt eine klapprige parallaktische Montierung.
Zu guter Letzt, würde ich schon auf ein Mindestmaß an Qualität setzen, falls das Hobby langfristig trägt, dann kann man ja noch "aufrüsten".
Nach diesen Überlegungen lande ich bei z.B. folgenden Optionen, die ich neben einem Fernglas empfehlen würde:
Skywatcher Mercury 705 auf AZ3 (166 Euro)
Skywatcher Star Travel 80 auf AZ3 (175 Euro)
Skywatcher Evostar 90 auf AZ3 (229 Euro)
Celestron Astromaster 90 AZ (259 Euro)
Skywatcher Star Travel 102 auf AZ3 (280 Euro)
Wenn das Budget in Ordnung wäre, würde ich den Star Travel 102 empfehlen, denn:
- Bei 4 Zoll sieht man was!
- Im Lieferumfang Okulare bis 50fache Vergrößerung (Farbfehler kein Thema und bei Mond, Jupiter und Saturn sieht man schon was - wenn auch klein). Irgendwann nochmal ein Okular für 80 fach oder mehr mit Fringekiller.
- Es ist auch ein Amici-Prisma dabei, also sofort für Erdbeobachtungen zu verwenden.
- Der kurze Tubus ist transportabel und die Montierung wird nicht überfordert.
- Das Teil ist mit teureren Okularen und anderer Montierung ausbaufähig.
Wenn das Budget zu teuer oder man vorsichtig sein möchte (wer weiß, ob das Hobby langfristig beleibt), dann würde ich zum Mercury 705 tendieren (70mm, f/7). Die Ausstattung ist vergleichbar...
Würdet Ihr sagen, dass das so passt, oder völlig daneben?
LG
Daniel