Empfehlung für Erstteleskop für 8-Jährigen

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DanielM

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Hallo zusammen.

Ein guter Freund berichtete mir, dass sein 8-jähriger Sohn seit einiger Zeit den Wunsch äußert, er wolle ein Fernrohr haben und "Forscher werden". Naja und jetzt steht Weihnachten an.

Als Hobbyastronom möchte ich meinen Freund gerne bei der Wahl eines möglichen Weihnachtsgeschenks für seinen Sohn unterstützen. Schließlich muss man doch den Nachwuchs fördern ;-)

Einsteigern habe ich schon mehrmals geholfen, aber noch nie für ein Kind. Meinem Sohn (der 10 ist) habe ich ein schönes Fernglas geschenkt (Celestron TrailSeeker 8x42), aber er interessiert sich auch mehr für Vögel als für Sterne. Er kommt damit super zurecht, das Teil hat einen tollen Einblick und brauchbare Schärfe und scheint recht robust.

Aber bei dem anderen Jungen geht es wohl eher um den Wunsch nach einem Teleskop und um Sterne/Planeten.

Insofern wollte ich Euch mal meine Überlegungen mitteilen und bitte um ein bisschen Feedback, damit ich auch Vernünftiges empfehle:

1. Budget

Das Budget beträgt max 300 Euro, wobei 200 Euro als eher "angemessen" gesehen wird.

2. Was soll beobachtet werden

Da hat sich der kleine Mann noch nicht entschieden. Daher würde ich mal nach Objekten gehen, die leicht sind und wo man was sieht...

3. Teleskop oder Fernglas

Ich habe meinem Freund bereits gesagt, dass er mit seinem Sohn auch mal über ein Fernglas sprechen sollte. Gibt's für 200-300 Euro was ganz vernünftiges, geht überall hin mit, kein Stativ, Schauen mit zwei Augen, nicht nur Sterne usw. Es gibt viele Gründe, die für ein Fernglas zum Einstieg sprechen, aber natürlich kann man damit keinen Saturnring sehen usw. was ja durchaus bei eigenem Erleben eine tolle Sache ist. Falls es doch ein Fernglas würde, würde ich meinem Freund das Fernglas empfehlen, was ich für meinen Sohn gekauft habe (z.B. 214 Euro bei Amazon).

4. Teleskop

Vorüberlegungen: Was wird ein 8-Jähriger Junge als erstes gerne anschauen: Dinge, bei denen man "was sieht" und die man kennt. Also Mond und Planeten, ggf. helle Sternhaufen oder mal Orionnebel. Irgendwann gibt's dann vielleicht mal einen Fernglas-Sternenführer und einige andere Messierobjekte.

Als ich mit der Astronomie anfing, waren der 114er Newton und der 60/910 FH die Standardeinstiegsgeräte. Heute ist natürlich mehr im Angebot. Ich frage mich, ob der "Klassiker" von meiner Kindheit (der 114er Newton) wirklich geeignet ist. Ich weiß, dass die Kids (besonders Jungs) mit 8 noch ziemlich "robust" mit ihren Sachen umgehen. Ich würde fürchten, dass ein nötiges Justieren wenn man mal beobachten will schon ein Grund ist, nicht auf Anhieb Spaß zu haben und das Teil in der Ecke stehen zu lassen. Insofern lande ich in meinen Überlegungen eher beim Refraktor. Dort würde ich allerdings irgendwas zwischen 70 und 90 mm Öffnung anstreben, damit man auch ein bisschen was sieht. Der FH ist unkompliziert in der Benutzung, intuitiver im Hinblick darauf, dass man dorthin schaut, wo das Fernrohr hinzeigt und es gibt ein reichhaltiges Angebot.

Trotz Farbfehlers würde ich bedenken, dass ein Refraktor mit 70-90 mm und ggf. f/10 schon ein ziemliches Teil ist. Wenn dafür kein Platz wäre, es aufgebaut stehen zu lassen, würde ich zur kürzeren Bauart greifen. Denn wenn es erst aufgebaut werden muss, wird es nach eigener Erfahrung weniger genutzt.

Ferner würde ich bei dem gegebenen Budget und dem Alter des Jungen keine parallaktische Montierung nehmen und auch kein Goto (schließlich soll man den Himmel ja erstmal selbst kennenlernen). Außerdem erlaubt das, im Budget lieber noch einigermaßen vernünftiges Zubehör zu haben, statt eine klapprige parallaktische Montierung.

Zu guter Letzt, würde ich schon auf ein Mindestmaß an Qualität setzen, falls das Hobby langfristig trägt, dann kann man ja noch "aufrüsten".

Nach diesen Überlegungen lande ich bei z.B. folgenden Optionen, die ich neben einem Fernglas empfehlen würde:

Skywatcher Mercury 705 auf AZ3 (166 Euro)

Skywatcher Star Travel 80 auf AZ3 (175 Euro)

Skywatcher Evostar 90 auf AZ3 (229 Euro)

Celestron Astromaster 90 AZ (259 Euro)

Skywatcher Star Travel 102 auf AZ3 (280 Euro)

Wenn das Budget in Ordnung wäre, würde ich den Star Travel 102 empfehlen, denn:

- Bei 4 Zoll sieht man was!
- Im Lieferumfang Okulare bis 50fache Vergrößerung (Farbfehler kein Thema und bei Mond, Jupiter und Saturn sieht man schon was - wenn auch klein). Irgendwann nochmal ein Okular für 80 fach oder mehr mit Fringekiller.
- Es ist auch ein Amici-Prisma dabei, also sofort für Erdbeobachtungen zu verwenden.
- Der kurze Tubus ist transportabel und die Montierung wird nicht überfordert.
- Das Teil ist mit teureren Okularen und anderer Montierung ausbaufähig.

Wenn das Budget zu teuer oder man vorsichtig sein möchte (wer weiß, ob das Hobby langfristig beleibt), dann würde ich zum Mercury 705 tendieren (70mm, f/7). Die Ausstattung ist vergleichbar...

Würdet Ihr sagen, dass das so passt, oder völlig daneben?

LG
Daniel
 
Hallo Daniel,

natürlich werden mich jetzt in Kürze alle in der Luft zerreißen. Trotzdem würde ich raten eine ganze Klasse tiefer einzusteigen.

In einem ähnlichen Alter erwarb ich gebraucht von angespartem Taschengeld für DM 10,- ein fast neues Zoom Rohr 10-30x30 von Quelle. Was habe ich dieses kleine Röhrchen benutzt und heute, über 50 Jahre später, die Eindrücke noch vor meinem geistigen Auge. Damit sah man Landschaften auf dem Mond, Jupiter als Scheibe und mit Monden, dass der Saturnring da ist, etliche Doppelsterne, Orionnebel, offene Sternhaufen und und und. Selbst als ich größeres zum Beobachten hatte nahm ich das kleine Rohr mit Klemmstativ immer noch mit ins Ferienlager nach Frankreich, den Schüleraustausch nach England und später sogar mit nach Japan und Brasilien um Himmel und Erde zu beobachten.
Ein ähnliches, etwas besseres, Gerät aus russischer Produktion bekam meine Tochter im entsprechenden Alter (vor knapp 30 Jahren). Sie benutzte es zuletzt öffentlich zur Projektion der Sonnenfinsternis für ihre Nachbarn im letzten Jahr. Auch Kindern in meinem Bekanntenkreis schenkte ich öfters etwas ähnliches, viele von ihnen benutzten die Röhren noch heute zum Schauen von Natur und Himmel.

Das beste Fernrohr ist das was man am häufigsten benutzt. Für die kleinen Dinger spricht Preis, einfache und unmittelbare Bedienung, geringes Gewicht, leicht zu montieren, auch für sonstige Naturbeobachtung geeignet. Glaub mir, damit kann man die Begeisterung wecken. Versucht mal so was gebraucht, z.B. bei der HATT, zu finden. Ihr werdet es nicht bereuen.

CS Gerhard (Sterngucker Frankenberg)
 
Ich denke, kein Teleskop ist die beste Entscheidung bevor man Geld, auch für was Gebrauchtes, verbrennt, weil das Kind z.b. Pokémon doch spannender findet.

Ich würde das Interesse testen mit einer drehbaren Sternenkarte und dem Buch "Sterne beobachten in der Stadt" kostet zusammen nicht mal 30,-. Der Vater hat sicher irgendeinen Feldstecher...
Wenn das Kind Sternbilder und Sterne, die man damit suchen und beobachten kann, dann doch nicht interessiert oder keine Geduld dafür aufbringt, war's das auch mit dem hobby... ;)

Oder geht es um eine Rennbahn, die der Vater haben möchte. :-)
 
Danke schonmal dafür. Das Quelle Zoom war auch mein erstes Fernrohr (!!), habe ich sogar immer noch. Leider sind die Linsen blind geworden...lach.

Sicher ein valider Punkt, kleiner anzufangen. Ich glaube der Vater (der mich und meine Gartensternwarte kennt), ist auch nicht uninteressiert und schießt daher eher erstmal größer.

Natürlich ist auch ein 80/400 mit Tischstativ eine Option (sowas hatte ich mal als 60/300).

Aber daher frage ich ja, meine Maßstäbe sind nicht mehr ganz "normal"....also hier sollte keiner "in der Luft zerissen werden" :)

Bin gespannt, wer sich noch meldet...
 
Hallo Peter,

klar, nem 8 jährigen, der noch nicht flüssig liest ein Buch in die Hand zu drücken um ihm die Astronomie (für uns eher eine praktische Naturwissenschaft) näherzubringen klingt nach nem Plan!


Hallo Daniel,

aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass man das größte Interesse bei einem Kind weckt, indem man selbst etwas macht.
Wenn man mit technischem Geraffel im Dunklen nach draussen geht kommt zwangsläufig die Frage: "Papa, was machst du da?" Aus dieser Frage heraus muss man halt sein Kind mitnehmen... "Ich schau mir den Jupiter an!" "Was ist der Jupiter?" ....

In deinem Fall hat der Sohnemann ja schon sein Interesse an der Astronomie geäußert, der erste Schritt ist also schon getan, dennoch muss auch der Vater/die Mutter das ganze unterstützen/vorleben. Ich denke das ist schon fast wichtiger als das Teleskop selbst. Ob nun 80er oder 102er Refraktor ist da schon fast egal. Aus dem Bauch heraus hätte ich aber mal einen 6" Dobson in den Raum geworfen. Das Teil von GSO gibt es auch unter 300 € und wenn es darum geht mal einen Planeten zu beobachten, oder den Terminator am Mond entlang zu wandern, dann macht der Newton mit höherer Vergrößerung deutlich mehr Spass als ein parallaktisch montierter Fraunhofer. Einziger Wehrmutstropfen dabei ist der Einblick, denn vermutlich wird der Nachwuchs einen kleinen Hocker u.ä. benötigen um entspannt in den Dobson schauen zu können.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Markus.

Ja, das mit dem Vorleben kenne ich auch. Meine Kinder sind allerdings nur teilweise interessiert. Ist aber auch ok. Ich zwinge da niemanden. Ob mein Freund (der Vater des Jungen) diesen Job machen kann und will weiß ich nicht. Aber ich habe ihm schon angeboten, den kleinen Fernrohrführerschein mit seinem Sohn zu machen, wenn gewünscht. Da die Familien befreundet sind würde das gehen.

Mmmm den Dobson lasse ich mir nochmal durch den Kopf gehen. Nur auch da gilt: Wenn Vater keinen Newton justieren kann und will, wird's schwierig :)

Danke Dir für Deinen Beitrag.

CS
Daniel
 
Hallo Daniel,

wenn du schon den Fernrohrführerschein mit dem Kurzen machen willst, dann kannst du doch auch mal einen Blick auf die Kollimation werfen. :smiley60:

Grundsätzlich hast du schon recht, wenn die Eltern nicht mitziehen wird es schwierig.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von DanielM:
Danke schonmal dafür. Das Quelle Zoom war auch
Natürlich ist auch ein 80/400 mit Tischstativ eine Option

An so etwas hätte ich auch gedacht - aber nicht mit dem "Tischstativ" (wer schleppt schon gerne einen Tisch herum?), sondern mit einem Videoneiger auf einem Fotostativ. Das ist definitiv der schnellste und einfachste Zugang zum Beobachten, ein Dobson in sehr klein. So klein, dass alles zusammen in einen Rucksack passt, mit zwei Handgriffen steht und nicht zwingend an eine astronomisch Nutzung gebunden ist. Das ist allemal auch ein nettes Spektiv für terrestrische Anwendungen.

Dieses "Tischstativ" macht die Sache komplizierter, als es für ein Kind nützlich ist, und die riesigen Gesichtsfelder erfordern im Grunde auch gar kein ständiges Hinterherkurbeln.

Grüße,

Klaus
 
Zitat von Sodiac:
Hallo Peter,

klar, nem 8 jährigen, der noch nicht flüssig liest ein Buch in die Hand zu drücken um ihm die Astronomie (für uns eher eine praktische Naturwissenschaft) näherzubringen klingt nach nem Plan!
...

Oh Markus, wo habe ich das geschrieben? Bin einfach von einem lebenserfahrenen Vater ausgegangen, der sowas automatisch gemeinsam mit seinem Sohn macht.
Das nächste Mal schreibe ich es aber dazu, damit es alle verstehen inkl. Hinweis, dass man eine Sternenkarte nicht essen soll... ;)

Na ja, Ihr macht das schon.
 
Hallo Daniel,

vor Jahren hat mal jemand einen gebrauchten 114/900 für so einen Zweck in einen Dobson verwandelt, nannte es "Topf-Son", tut aber nichts zur Sache. Heute gibt es kleine Kugeldobsons, leider von mehr zweifelhafter optischer Qualität. Das sind für den Zweck sehr nette Tisch-Teleskope ohne technischen Firlefanz.
Zum 80/400 würde ich nicht greifen, weil der braucht komische Okulare für hohe Vergrößerungen, also für Mond und Planeten - und das sind gerade die Objekte, die gut in Reichweite sind. Deepsky-Objekte zu finden dürfte ihm nicht so leicht fallen. Wenn also, dann ein Teleskop was durch lange Brennweite bei kleiner Öffnung entspannt und sorglos funktioniert. 70/900 beispielsweise als Refraktor. 80/1200 ist mit Sicherheit schon zu groß.

Sehr handlich wäre so ein kleiner Maksutov 90/1250 auf einer kleinen Montierung. Ein Fotostativ dürfte mangels ausreichender Feineinstellung keinen Spaß machen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Daniel,

ich habe mit dem 7x50 Feldstecher meiner Tante angefangen, kurz darauf ein Neckermann Robinson-Teleskop (Auszugsfernrohr) 30x30 bekommen und damit meine ersten unvergeßlichen Sternstunden erlebt. Als Behelfsstativ habe ich den Hocker meiner Tante genommen, die mir nie verziehen hat, daß ich die Griffmulde mit der Laubsäge 'kompatibel' vergrößert hatte. :smiley64:

Ich würde bei jungen Anfängern ein Zoom-Spektiv (60-80mm )(Lidl Weihnachtsangebote etc) empfehlen. Das kann man auch in der Natur einsetzen (Bildorientierung). Ein passendes Photostativ ergänzt die Sache. Einem jungen Anfänger ein justieranfälliges Spiegelteleskop andrehen zu wollen stellt mir ein wenig die Nackenhaare an! Auch werden Teleskope sehr schnell zu schwer mit wachsender Größe, auch ein Punkt, der nicht unterschätzt werden sollte, außerdem muß man diverses Zubehör rumschleppen. Das Teil muß in Sekunden einsatzklar sein, um ein erwachendes Interesse nicht dem inneren Schweinehund zu opfern.

Wenn der Junge wirklich Interesse hat, beschäftigt ihn so ein Spektiv eine ganze Weile.

Grüße, Coyote


 
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Hallo.

Dem möchte ich mich nachdrücklich und vorbehaltlos anschließen!

Fernglas plus später ein brauchbares Spektiv, mit veränderlicher Vergrößerung und seitenrichtigem Bild. Damit kann man nicht nur Mond und Sterne (und mit einem Filter auch die Sonne) angucken, sondern auch Vögel, Landschaft, Schiffe Flugzeuge usw. und das Ganze ist auch für einen 8 Jährigen schon transportabel und blitzschnell überall einsetzbar, auch auf Wanderungen oder Reisen. Und Fotos gehen damit auch, und auch der Nahbereich eines Spektivs, den ein Teleskop nicht hat, kann für Kleintiere etc. interessant sein.

Das alles ist jedem Newton um Längen überlegen, der neben einem spiegelverkehrtem Bild und dem desorientierenden Einblick um die Ecke beim Transport auch noch justieranfällig ist. Voraussetzung für schöne Spektivbeobachtungen ist aber ein halbwegs solider azimutaler Unterbau, am besten schon mit Feinbewegungen in den Achsen, da sollte man nicht sparen.

Hat der Junge dann mal Feuer gefangen, erwacht das Interesse an spezielleren Geräten für die Astronomie später von ganz alleine - und für das Spektiv bleibt auch dann immer noch viel Verwendung.

Gruß,
Mathias

 
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Hallo zusammen,
Mit 8 Jahren will Kind heutzutage vielleicht eher Astrofotos mit dem Handy machen, oder Sternbilder mit einer App erkunden. Das sollte man vielleicht noch bedenken. Ansonsten fällt mir noch ein, dass man mit einem 8x50 Sucher ein preiswerte Teleskop als Alternative zum Fernglas hat.
CS,
Marcus
 
Hallo zusammen!

Ich versuche mich mal eben in einen 8 Jährigen zu versetzen. Was da anfangs wirklich Eindruck machen würde wäre sicher "Mondkrater" beobachten, die Ringe von Saturn usw. Mein Neffe ist zwar schon 12 - aber ist fast ausgeflippt als er aus dem heimatlichen Stadthimmel raus, bei uns auf dem Land geschlafen hat und ich draußen am rödeln war mit dem Teleskop. Das Interesse muss ja erstmal geweckt werden. Vielleicht ne gebrauchte EQ3 mit was schön Langbrennweitigem?

Grüße, Natalie
 
Hallo Daniel,

der Rat zum Fernglas ist sicher gut gemeint und eventuell sogar sinnvoll, aber man sollte nicht unterschätzen, dass der Junge sich möglicher Weise ein Teleskop wünscht und das Fernglas daher nicht zu schätzen weiß.
Wenn ein Kind sich ein Fahrrad wünscht, will es kein Dreirad.

Ich würde also eher ein Teleskop ins Kalkül ziehen, welches schon in der Lage ist, am Mond ein Paar Krater und Ringwälle aufzulösen und die Satrurnringe sowie offenbart oder auch die gröbsten Jupiterstrukturen, sowie die großen Sternhaufen und andromeda-GX.....jaaaa geht auch mit dem Fernglas, aber es geht um ein Kind.

Ich würde auch nicht auf die ganz günstige Schiene mit 50 - 70 mm Auszugsfernrohren und Billigspektiven auf Fotostativen abfahren und schon gar nicht auf Argumentationen, die dem gegenüber die Justiererfordernis einen Newtons zum NoGo erklären.
In der Preis- und Öffnungsklasse sind Newtons nicht justierbar und das finden vorbehaltlose, voll inhaltliche Zustimmer andernorts innovativ. :augenrubbel: Die Innovation betrifft allerdings auch Auszugsfernrohre und Spektive. :o

Ein Newton/Dobson wäre eigentlich nicht schlecht, aber wenn Du nicht häufiger zugegen bist und helfen kannst, oder auch nichtastronomische Beobachtungen wahrscheinlich sind (Vogel-/Tierwelt), wär ein kleiner Mak (90er) oder Refraktor (70/700) auf einer leichten, azimutalen Montierung, schon okay. :super:

Gruß
*entfernt*

 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Daniel,

alle die bisherigen Vorschläge sind ja gut begründet, aber aus meiner Erfahrung, kann ich Dir sagen, dass bei meinen Astrotreff mit Kid´s in dem Alter, diese bei mir immer zu dem 114 / 900 Selbstbau Dobson drängten!
Weil alles deutlich größer und der mehr Details zeigte, als jeder Feldstecher, oder die andren Teleskope von 50 - 80 mm auf ihren wackeligen Montierungen!
In der Handhabung ( = Aufstellung ) auch keinerlei Probleme machten und mit dem Leuchtpunktsucher auch das Auffinden von Objekten leichter war als mit den mickrigen 30mm Suchern
Es geht hier nicht um das Sehen der Objekte alleine, sondern auch um das selbstständige aufstellen der Teleskope und hier sind die Wackelmontieungen nicht gerade Erfolg versprechend im Umgang!

Mit dem Feldstecher bereitete durchweg das ruhige betrachten große Schwierigkeiten und das auffinden von bestimmten Objekten gelang kaum, von 15 > 8-9 Jährigen Schülern konnten nur wenige die Jupitermonde wahrnehmen und nur einer konnte M13 finden! Aber auch Der konnte ihn nicht im Blickfeld halten!

Mit dem Dobson und dem Leuchtpunktsucher, war das nach einer ersten Hinführung Allen gelungen, Jupiter, Saturn Mond. M13 und M57 zu finden zu halten und ausgiebig zu beobachten!
Das zeigte sich sehr schnell an der Fragen zu den gesehenen Detail an Mond und Planeten! Besonders die Aufleuchtenden Berspitzen in der Kratern und an Gebirgen, sowie die erkannten Bewegungen der Jupitermonde an diesen Abenden!

Deshalb halte ich den 114/900 Dobson für das geeignete Einsteigerteleskop,
aber in dem Alter besser als Selbstbau Dobson!
TS Starscope 114/900mm Newton Einsteigerteleskop > 180,-Euro


Oder als fertig Gerät!
Orion XT4,5 Classic Dobson Teleskop-Set > fand ich Im Web zwischen 252 - 299,- Euro!

Vor kurzem konnte ich feststellen, das 3 dieser Orion Teleskope bei meinem Ronchi Gitter Test, allesamt bessere abschnitten als die in einer Senioren Gruppe schon vorhanden 114/900 Newton anderer Hersteller!
Das Ronchibild zeigte bei den 3 sauber abgegrezte feine grarade Beugungslinien zwischen den 4 Ronchi Linien!

Bei den Anderen Newton waren Diese Linien nicht so klar definiert und nicht frei von leicht welligen Störungen!


Gruß Günter


 
Hallo Günter,

der Vorschlag zum 114/900er Orion Dobs ist, falls nicht zu teuer und zu eingeschränkt auf Astronomie, wirklich sehr gut, weil volle Eignung für ein Kind gegeben und auch Leistung für Weiterentwicklung vorhanden ist.
Der Link zeigt ein paar, teils sehr aufschlussreiche

Bilder

z.B. dass der Newton voll justierbar ist und auch ein 8-jähriger immer eine bequeme Beobachtungsposition finden kann.

Das Sucherfernrohr dürfte ein Schwachpunkt sein(!?) ich würde es wohl gegen einen Leuchtpunktsucher austauschen.

Gruß
*entfernt*
 
Moin zusammen!

> wenn du schon den Fernrohrführerschein mit dem Kurzen machen willst,

Ach, ist der Führerschein für Teleskope endlich Pflicht gworden?! :smiley60: Wird auch Zeit: dann kann sich keiner mehr mit Justageproblemen melden. Das ist dann genauso, als wenn man den Reifenwechsel bei der FE-Ausbildung fürs Auto vom Fahrlehrer gezeigt bekommt. Sehr sinnvoll! :super:

Wenn der Zwerg als Einzelkämfer in Astro unterwegs ist, reicht für den auch ein kleines, azimutal montiertes Teleskop, das ein bißchen was zeigt und zur Not auch aus dem Kinderzimmer heraus funktioniert. Draußen spechteln - im Winter bei Dunkelheit zu Unzeiten - paßt nun nicht gerade in den Tagesablauf eines 8jährigen...

Wenn für Vaddern das Teleskop ausgesucht wird, dann guckt Junior vielleicht mal mit. Bis letzterer dann was Neues sieht und keinen Bock mehr hat. Geht manchmal ganz schnell.
 
Ich danke Euch allen für die guten Anregungen und Gedanken. Wir haben jetzt vereinbart, dass wir (der Vater, ich und der "Nachwuchsastronom") noch mal zwei Sessions in seinem Garten ("Live Bedingungen zu Hause") mit einem "kleineren" Fernrohr von mir machen, wo er auch mal ein Fernglas in die Hand bekommt. Dann wollen wir mal testen, was passiert und wie sich der Weihnachtswunsch "verfestig" oder "verflüchtigt".

Wenn es ein Fernrohr werden soll denke ich, wir landen erstmal beim 70mm Refraktor mit azimutaler Montierung.

Falls von Interesse poste ich dann mal wie es weiterging.

LG und CS
Daniel
 
Hi!

Zitat von G2_Astro:
Deshalb halte ich den 114/900 Dobson für das geeignete Einsteigerteleskop,
aber in dem Alter besser als Selbstbau Dobson!
TS Starscope 114/900mm Newton Einsteigerteleskop > 180,-Euro
Dann würde ich vorschlagen, erst einmal dieses Teleskop so zu benutzen, wie es ist, bevor man daraus einen Dobson baut. Vom Geld her wäre auch noch ein Justierlaser drin, der leicht zu handhaben ist.

Der 6x30-Sucher kann ganz ordentlich sein, muß aber nicht. Der von Skywatcher paßt nicht auf den Tubus, weil die Anschlüsse anders sind, sonst wäre er eine tolle Empfehlung.

Prinzipiell kann man mit einem solchen Teleskop viel Spaß haben.

Anders ist das beim 80/400 mit Tischstativ. Erstens ist das eine Weitwinkeloptik, mit der man den Mond zwar durchaus ansehen kann, die aber keine hohen Vergrößerungen zuläßt. Und zweitens ist das Tischstativ nur so stabil wie der Tisch darunter, was höheren Vergrößerungen ebenfalls ein Ende setzt.

Ein 70/700 (früher als Lidlscope bekannt) ist ein gutes Linsenfernrohr, aber 70 mm Öffnung sind mitunter etwas wenig.

Daher halte ich den 114/900 mit der Option, ihn später mit einer Selbstbau-Dobsonmontierung versehen zu können, für die bessere Lösung.

Grüße

fquadrat
 
Hallo fquadrat,


ich habe mit den Kid´s zusammen 4 Stativ Teleskope 114/900 mm ausgepackt, aufgebaut und ausgerichtet, keiner konnte es alleine nochmals beobachtungstüchtig aufstellen!
Auch an den folgenden Abenden und wiederholter Hilfe nicht!

Anders bei den Dobson, damit kam Jeder direkt zurecht, aus dem Paket ausgepackt und sofort beobachtungsbereit aufgestellt! Leuchtpunktsucher eingesetzt und am Kirchturmkreuz eingerichtet und fertig!
Es kam danach die Frage, ob ich nicht alle als Dobson mitbringen könnte!

Scheinbar hat die grassierende Ungeduld, das scheitern beim Aufbau und ausrichten verursacht?
Bei der man an Allem, was nicht direkt auf Knopfdruck funktioniert, zu schnell die Lust verliert!

Jedenfalls drängten Sie sich eine Woche später Alle um die 3 neuen Dobson Umbauten und fanden es cool, Diese mit einer Hand den Sternen nachzuführen und wackelfrei schauen!
Danach kam der Hinweis, damit können wir auch mal alleine mit Freunden Beobachtungen machen ohne auf den Vater zuwarten!

Das nenne ich Abstimmung mit den Füßen / Händen!

Die Eltern versuchten sich beim Ein,- und Ausrichten der EQ3-1 Montierungen mit den Stativen!
Von dort kam dann der Hinweis, wenn man die Montierungsschraube unten am Stativ löst, kann man ja viel besser das Teleskop in alle Richtungen drehen! :mauer:


Gruß Günter


 
Hallo Günter,

Zitat von G2_Astro:
ich habe mit den Kid´s zusammen 4 Stativ Teleskope 114/900 mm ausgepackt, aufgebaut und ausgerichtet, keiner konnte es alleine nochmals beobachtungstüchtig aufstellen!
Auch an den folgenden Abenden und wiederholter Hilfe nicht!
Das wundert mich. Wenn man den Polarstern findet, ist so eine parallaktische Montierung doch kein Problem. Auch Kids sollten entlang des Polachsgehäuses peilen können - mal an der Seite für die Polhöhe, mal oben für den Azimut.

Scheinbar hat die grassierende Ungeduld, das scheitern beim Aufbau und ausrichten verursacht?
Bei der man an Allem, was nicht direkt auf Knopfdruck funktioniert, zu schnell die Lust verliert!
Dann wird das mit der Astronomie ohnehin nichts, denn Erfahrung ist wichtig. Erst sieht man nur wenige Details, im Laufe der Zeit mehr. Wenn man nicht wartet, gibt es nur wenig zu sehen, dann zieht Langeweile ein.

Die Eltern versuchten sich beim Ein,- und Ausrichten der EQ3-1 Montierungen mit den Stativen!
Von dort kam dann der Hinweis, wenn man die Montierungsschraube unten am Stativ löst, kann man ja viel besser das Teleskop in alle Richtungen drehen! :mauer:
Ja, das findet man selten in den Anleitungen. Bei meiner Pseudo-Astro3 gab es viele andere Probleme, z.B. eine zu schwache Klemmwirkung in Azimut. Verstellt man in Rektaszension, dreht sich die Montierung in Azimut. Ursache: Der Hersteller hatte zwar ein Gewinde für eine Azimutklemmschraube gebohrt, dieses aber mit einem zu großen Kernloch. Bei einem "dullen" Gewinde gab es dann auch keinen Grund mehr, eine entsprechende Schraube beizulegen.

Habe dann ein neues Gewinde hergestellt und das Ganze festgeklemmt. Die Drehung in Azimut läuft seitdem durch Drehen des Stativ, ist visuell ausreichend. Die Polhöhe wird auch geklemmt und dann bei Bedarf mit den Stativbeinen (immer eines nach dem anderen versetzen) eingestellt.

Bei der EQ5 ziehe ich die Montierungsschraube tatsächlich nur mäßig an und erst gegen Ende der Polausrichtung fest. Hier kommt das Teleskop allerdings erst nach der Ausrichtung drauf, ebenso das Gegengewicht. Die Ausrichtung scheint das zusätzliche Gewicht nicht zu stören.

Grüße

fquadrat
 
Hallo fquadrat,

ja wer so wie Wir, z.B. mit Quelle 60mm Refraktor oder 114mm Newton auf einer EQ -1 angefangen haben, konnten nur durch intensive Beschäftigung mit der Gerätschaft zum Erfolg kommen!
so wie hier > http://www.g2-astronomie.de/phpbb2/viewtopic.php?t=33 <

So gesehen hatten Wir es fasst leichter als Die heute, wir mussten den Weg der Evolution selbst beschreiten, und lernten dabei durch alle möglichen Fehlschritte!

Heute muss man langwierig unschlüssig auswählen, ( Folge einer überflutenden Angebotslage ) wer sich dann nicht zu helfen weis, stellt halt Hunderte Fragen, an die, die es noch wissen, wohl um nicht eigene Fehlererfahrungen zu erleiden! :Trost:

Gruß Günter
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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