Empfehlung Netzteil

sterne-jaeger

Aktives Mitglied
Liebe Freunde der Astrofotografie,
ein gutes Netzteil zu finden, mit dem man sein Equipment (evtl. sogar mit einem Doppelsetup) betreiben kann, ist meiner Erfahrung nach nicht ganz trivial. Die meisten Netzteile haben die Eigenschaft, dass die Spannung sinkt, wenn mehr Last (sprich ein höherer Stromfluss) auf dem System ist. Wer Kamera, Montierung, Tauschutz etc. sicher mit mehr als 12V über ein Netzteil betreiben will, muss ein Netzteil verwenden, dass eher im Bereich > 10A - 15A laut Spezifikation verträgt - auch wenn nur 5A abgerufen werden.

Per Zufall habe ich ein Netzteil von Victron Energy entdeckt, dass eigentlich zum Laden von LiFePo4-Akkus gedacht ist. Das Besondere: es hält die Spannung stabil, auch wenn der Stromfluß steigt - und das bis 10A.

1755622959296.jpeg


Was es noch schicker macht: es ist Spritzwasser-geschützt!

Ich bin darüber wirklich happy, es funktioniert super zuverlässig und ist deutlich kompakter als der Netzteil-Klotz, den ich bisher im Einsatz hatte.

Das will ich euch natürlich nicht vorenthalten ;-)

LG Wolfgang
 
Danke für den tollen Tipp. Passt dann perfekt auch als Ladegerät für mein Eremit 50Ah Lifepo4 Akku. Habe ich direkt mal bestellt und probiere das Netzteil dann die Tage aus.

CS Sebastian
 
Hallo zusammen,

ich bin von der Qualität der Victron Netzteilen auch überzeugt, wobei ich es bei mir zum Laden meines Lifepo4 Akkus eingesetzt hatte. Ich finde das dazugehörige Steckersystem auch sehr gut und zuverlässig. Was ich immer hier etwas schade fand, dass man die Stecker und Buchsen nicht einzeln kaufen konnte. Ich hatte mir immer fertige Kabel gekauft, und diese dann passend zerschnitten und verlötet.

 
Hallo Wolfgang,

Vielen Dank für Deine Information! Vernünftige Netzteile, die man auch bezahlen kann, sind manchmal nicht so einfach zu finden.

Ich habe keine IP65 Netzteile, aber es gibt wasserdichte Gehäuse für Stromsteckdosen zu kaufen.

Ich nutze einige MeanWell Netzteile mit 12V/6A, die für medizinische Geräte zugelassen sind. Da kommt es eben auf Zuverläsiigkeit an:


Viele Grüße,

Günther
 
Ich sehe eben einen Fehler, den ich oben leider nicht mehr korrigieren kann, es sollte 12V/5A sein.

Viele Grüße,

Günther
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
ihr solltet mal googeln, was der Unterschied zwischen Netzteilen und Ladegräten ist. Das ist nämlich nicht das Gleiche.
Einfach gesagt : Ein Netzteil produziert eine konstante Spannung. Für die Versorgung der Astro-Komponenten sollte die Spannung 12V nicht unterschreiten und 13,5V nicht überschreiten, da manche Geräte dabei bereits Schaden nehmen können.

Ein Ladegrät hat zunächstmal eine höhere Ausgangsspannung (Ladegeräte für LiFEPo4-Akkus haben z.B. meist Leerlaufspannungen von 14,6V, was für den Betrieb von 12V Komponenten u.U. zu viel ist und die Geräte beschädigen kann. Ladegeräte funktionieren grundsätzlich anders als Netzteile. Ladegeräte haben keine konstante Ausgangsspannung, sondern produzieren einen konstanten Strom . Sie erkennen den Ladezustand des Akkus an der sich verändernden Spannung am Akku. Die Akkuspannung steigt mit zunehmender Ladespannung an (Ladekurve) .

Das hat zwei Konsequenzen:
1. Man kann mit einem 12V-Netzteil keinen 12V LiFEPo4-Akku vollständig laden. Dazu muss das Ladegerät 14,6V produzieren.
2. Man sollte keinesfalls ein LiFEPO4-Ladegerät als Stromversorgung für 12V Komponenten vewenden, da die Ausgangsspannung bei 14,6 V liegt und das die Sachen beschädigen (u.U. zerstören kann). Ich habe zwei unterschiedliche LiFePo4-Charger von unterschiedlichen Herstellern. Beide haben die Aufschrift : 14,6V und beide liefern auch 14,6V !
Und, wie man im linken Bild sieht : es steht nicht nur 14,6V drauf, es kommen auch tatsächlich 14,6V raus !

Eine Astrokamera für 2000,- Euro oder eine ähnlich teure Montierung an einen LiFePo4-Charger mit 14,6V anzuschliessen finde ich schon mehr als mutig, vielleicht schon leichtsinnig.....

P1090232.JPG
P1090233.JPG


https://www.akkushop.de/de/news/lad...raet-unterschiede-in-funktion-und-verwendung/

Das von Günther gezeigte Netzteil von Meanwell ist ein Netzteil (so wie es sein soll) und liefert eine konstante Spannung von 12V bis zu einem bestimmten Strom. Bei diesen ist oft das Problem, dass sie die angegebene Stromstärke nicht wirklich liefern können, sondern die Ausgangsspannung meist bei 60-70% der angegebenen Stromstärke anfängt kleiner zu werden und bei 100% schon nur noch bei 11 oder 11,5V liegt. Dabei schalten dann manche Geräte bereits aus, nehmen aber zumindest keinen Schaden.

CS
Jürgen
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Jürgen,

Ich stimme Deinen Ausführungen zu.

Die von mir verlinkten MeanWell Netzteile sind laut Spezifikationen auch für medizinische Beatmungsgeräte und Medizinische Monitore zugelassen und deshalb vertraue ich denen. Da gibt es auch kein lautes Brummen und es wird auch nicht warm. Das habe ich schon anders erlebt. Die Leerlaufspannung habe ich mit 12,1V gemessen, aber nicht die Spannung unter Vollast. Da fehlt es mir schlicht an einem vernünftigen Lastwiderstand.

Aber bisher funktionieren sie problemlos und allein die Angabe eines vernüftigen Datenblattes ist schon vertrauenswürdig


Ach ja, falls es jemand kaufen möchte, ein Kaltgeräteanschlusskabel liegt nicht bei.

Viele Grüße,

Günther
 
Hallo Jürgen - grundsätzlich stimmen deine Ausführungen auch - ein "normales" Lifepo4 Ladegerät sollte wirklich nicht als Netzteil eingesetzt werden.

Das oben genannte Victron Ladegerät ist aber besondern und kann via Bluetooth und der entsprechenden App extra in einen eigenen Modus als Gleichspannungsnetzteil gesetzt werden. Die Ausgangsspannung kann eingestellt werden (siehe Kapitel 8.3 in der Anleitung Link zur Anleitung). Daher - das beste aus beiden Welten - zumindest für mich passt der Anwendungsfall hier genau.

CS Sebastian
 
Hallo Günther, ja, Du hast Recht. Meanwell sind qualitativ gut. Ich habe z.B. diese von Meanwell im Einsatz (ganz rechts):
P1090234.JPG

Links Stromsenke ca 2 Ohm, Voltmeter (zeigt 12,07 V) daneben AmpereMeter (zeigt 5,34 Ampere), daneben das Meanwell 12V 5A , was bei 5,3 Ampere !! noch über 12V liefert. Das ist schon sehr gut. Die Leerlaufspannung ist nur 12,2V.
VG
Jürgen
 
Hallo Jürgen,
Den Test mit dem Meanwell Netzteil finde ich sehr überzeugend. Meine bisherige Erfahrung war, dass man mit einem 5 A Netzteil höchstens 1-1,5 A abrufen sollte, ansonsten die Spannung deutlich unter 12 V fiel.

Aktuell habe ich neben dem Victron Ladegerät noch ein 30 A Netzteil im Einsatz. Das ist schon ein ziemlich schwerer Klumpen, ist aber in der Lage 6-7 A zu liefern, ohne dass mir die Spannung ernsthaft einbricht. Dennoch sinkt auch dort die Spannung um circa 1 V Leerlauf.

Die Konfiguration des Victron-Ladegerät wurde bereits oben beschrieben.

Ich gebe dir natürlich recht, man sollte nicht irgendein beliebiges Ladegerät verwenden. Meines Wissens verkraftet aber astro Equipment Spannungen zwischen 12 und 14 V. Darunter gibt’s Probleme mit der Stabilität, mehr als 15 V sollte man auf jeden Fall vermeiden.

VG
Wolfgang
 
Man muss aber auch aufpassen, was für Kabel man in der Stromversorgung verwendet. An einem 1m langen Kabel mit 2 DC Steckern 5,5x2,1 gehen bei 2A Strom auch mal 0,5 Volt verloren. Ich hatte mal bei Amazon 2 solche Y-Kabel bestellt, an denen ca 0,5V verloren gingen. Das habe ich dann mal durchgeknipst. Da bin ich umgefallen, wie dünn da die Kupferlitze im Kabel war !
Hat man vom Netzteil ein 1m langes Kabel zu einer Powerbox, die mehrere Verbraucher und noch 2 Heizmanschetten versorgen soll, dann kommen da schnell 4-5 Ampere zusammen. Das gehen auf einem einzelneb, 1m langen gekauften Standart-Kabel schnell mal 500mV verloren. Nach der Powerbox kommt dann ja noch ein Kabel, insgesammt ist dann plötzlich ein ganzes Volt verschwunden und mit 11V laufen viele 12V-Geräte schon nicht mehr.
VG
Jürgen
 
Ich habe meine verbauten Schaltnetzteile, welche standardmäßig 15V liefern, auf 14V eingestellt. An der ASIAIR erhalte ich dann 13,5V. Da muss ich mir um eine zu niedrige Spannung, und damit verbundene Fehlfunktionen keine Sorgen machen, und bin immer auf der sicheren Seite. Netzteile mit genau 12V oder auch 12,5V, kommen bei erst gar nichts ins Haus.

Nebenbei bemerkt, laufen viele Geräte mit mehr Spannung. EQ8-R, AZ-EQ6, EQM35... gehen laut Datenblatt bis 16V, die ASI Kameras bis 15V, eigentlich auch die ASIAIR, aber die schaltet ab 14V nicht mehr ein. Bei meiner Rainbow Astro RST-135 wird sogar 15V empfohlen, für einen optimalen Lauf. Das soll jetzt nicht heißen, dass es gut ist, dass die Gerätschaften spannungstechnisch am oberen Limit zu betreiben sind. Aber etwas mehr Spannung schadet jedenfalls mal nicht, und bietet zudem je nach Leitung auch Sicherheit. :y:
 
Hallo Dane,
so mache ich es auch, ich habe ein 10A Schaltnetzteil, wo sich die Ausgangsspannung einstellen lässt (max 14V). Ich habe das auf 13,5V eingestellt. Und bei ordentlichen Kabeln kommt dann überall ca 13,0V an. Das Meanwell-Netzteil auf dem Foto habe ich aussortiert, weil das halt wirklich genau diese 12V liefert und man dann bei 3-4 A nur durch die dazwischenhängenden Kabeln und die Pegasus-Powerbox plötzlich an der Kamera "nur noch" 12 Volt ankommen. Eine ASI Kamera hat mit 12,0 Volt schon mal rumgesponnen, hatte plötzlich horizontale Streifen im Bild, kam eindeutig von zu niedriger Spannung.
Ich bemühe mich eigentlich, dass an allen Komponenten zwischen 13,0 und 13,5 V liegen. Da fühle ich mich einfach "auf der sicheren Seite".

Und Du hast auch Recht, dass manche Montierungen (z.B. Losmandy hörte ich vorhin) explizit ca 15V haben möchten.

LG
Jürgen
 
Bei den Kabeln achte ich immer darauf, das sie dick genug sind. Selbst bei Ali gibt es DC Kabel mit vernünftigen Durchmessern.

Bei AWG Angaben kann man dann leicht die Widerstände berechnen oder in Tabellen Nachschlagen.

Bei Schmelzsicherungen in den 12V Autosteckern bin ich übrings etwas paranoid unt tausche sie grundsätzlich gegen Flinke mit passender Stromstärke aus.

Viele Grüße,

Günther
 
Hallo Jürgen,

Wie zufrieden bist Du mit Deinem DT9205A Multimeter? Das gibt es ja für einen überraschend fairen Preis bei Ali.

Nach dem Fluke brauche ich sicher nicht zu fragen. Da war ich bisher zu geizig...

Viele Grüße,

Günther
 
Ich stand vor kurzem vor einer ähnlichen Situation. Neue UMi 20s mit Saddle und suchte ein Netzteil um alles darüber zu versorgen (QHY Kamera, Mount, Mini-PC, Taukappenheizung und Flat-Panel). Habe mich für ein Meanwell Netzteil entschieden. Auch an 4 Metern DC-Kabel kein Problem bisher. Schwierigkeit ist die 5.5x2.1 mm DC Buchse, was stärkeres habe ich nicht gefunden. Ausreichen sollte es aber, da man gute Netzteile eben auch bis über 90% belasten kann.
 
Hallo Günther,
das gelbe Multimeter habe ich mir mal gekauft, weil man manchmal halt zwei braucht und mir ein zweites Fluke auch zu teuer war. Das Fluke ist übrigens bestimmt 30 Jahre alt.
Ich nutze aber zu 95% nur das Fluke, das andere liegt nur für den Fall da, wenn man mal zwei gleichzeitig braucht. Blöd bei dem gelben ist der Einschalter. Legt man da mal versehentlich irgendwas drauf (ein Heft reicht), dann ist in kurzer Zeit die Batterie alle.
CS
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

Vielen Dank für Deine Antwort. Ich benötige eben auch ein zweites Multimeter und Spannungsmessungen sind ja meistens auch mit den den preiswerteren Multimetern recht genau. Es gibt ja eine ganze Anzahl von nicht zu teureren Geräten und Erfahrungen helfen ja immer.

Alternativ denke ich aber auch über ein Gerät nach, dass gleichzeitig als Signalgenerator und Oszilloskop verwendet werden kann. Auch solche Geräte sind heute schon erstaunlich preiswert, aber immer noch ungefähr bei 250€. Es ist eben wie immer, wenn ich mal wieder was messen möchte, ärgere ich mich darüber, dass es mir an Messtechnik fehlt. Auf der anderen Seite brauche ich das heutzutage so selten, dass ich da schon drüber nachdenken muss.

Aber für weniger als 10€ kann man sich ja auch Dein Multimeter als Zweitgerät gönnen.

Viele Grüße,

Günther
 
Zurück
Oben