Hallo Ricky,
Du hast eine Menge Rückmeldungen bekommen und alle haben sicher ein wenig die Probelmatik bereits angerissen. Für mich klingt eigentlich auch raus, dass Dein Schwipa Erfahrung mit einem Newton hat und jetzt sich verändern will. Probleme am Himmel etwas zu finden ist ganz normal, vor allem für den gelengtlichen Astronomen. Zusammen gefasst braucht er ein Teleskop mit GoTo und vermutlich auch mit geringen Grundaufwand im Alignement, das ist sind die vorbereitenden Einstellungen, damit das automatisierte Telekop weiß wo es ist und steht. Wenn er mit seinem Newton schon einiges kennt, wäre ein Teleskop mit der Möglchkeit es per Astro-Kamera in ein EAA Setup später erweitern zu können, sicher eine gutes Geschenk, das Deinem Schwiegervater auch die Möglichkeit bietet bei Interesse sich weiter zu entwickeln und dann die geschenkte (Grund-) Ausstattung aufzurüsten.
Sicherlich gibt es da eine Menge Spielraum, der im Moment begrenzende Faktor ist das Budget +/- € 500. Ich würde daher etwas gebrauchtes empfehlen. Für diese Budget bekommt man gebraucht z.B. ein Celestron 130 SLT Newton Teleskop. Das ist ein Newton, Spiegelteleskop f/5 mit 650mm Brennweite und einer GoTo Montierung die sich sehr einfach aufstellen und einstellen lässt. Danach kann man auf dem mitgelieferten Handkontroller passend zum Beobachtungsabend mögliche Deep-Sky-Objekte (DSO) z.B. Galaxien aber auch Planeten auswählen und dann mit der motorischen Steuerung anfahren lassen. Eigentlich muss man dann nur noch durch das Okular schauen.
Du musst aber noch wissen, das DSO visuell, also eine Galaxie im Okular betrachtet eine Enttäuschung sein wird. Es ist fast immer nur, wenn überhaupt ein grauer, kleiner Matsche-Fleck im Himmel. Je nach dem was Dein Schwipa jetzt schon hat wird sich für ihn ein Erfolgserlebnis für Galaxien Beobachtung überhaupt erst einstellen können, wenn man eine vernünftige Kamera zusammen mit einem Computer / Laptop an das Teleskop anschließt. Man nimmt dann sofort für die Kamera noch Mal mindestens € 500 in die Hand. Software gibt es dafür sogar kostenlos bzw. für einen kleinen Oblus, je Jahr von € 15. Mit der Kamera, der vollautomatischen Navigation und Nachführung (=GoTo) nennt man das dann EAA. Die Objekte werden dann aber nicht mehr in einem Okular betrachtet sondern live am Computer. Dein Schwiegervater braucht daher schon Grundfertigkeiten im Umgang mit PC oder Laptop und muss bereit sein, sich in die nicht ganz einfache Technik einzuarbeiten.
Aber dann kann man schon nach 10 Minuten durchaus so was sehen.
Dieses Bild ist M101 und das habe ich am Rande von München mit einer fast identischen Ausrüstung wie oben vorgeschlagen aufgenommen. Und in München dürften die Lichtverhältnisse in der Nacht sicher nicht besser sein als bei Euch in Köln.
Die ganze Ausrüstung ist jetzt nichts was fertig aus einer Schachtel kommt. Es gibt so ein Komplettpaket durchaus als Feriggerät zu kaufen. Dazu solltest Du mal EV-Scope oder Stellina googlen - da wird dann aber ein Neupreis von € 3000 bzw. € 4000 aufgerufen.
Für so ein vollautomatisches Netwon Telekop mit Goto, Celestron 130 SLT muss man gebraucht je nach Angebot € 250 bis € 450 in die Hand nehmen. Der Neupreis liegt je nach Verfügbarkeit bei € 500 bis € 800. Das ist aber nur das Teleskop zusammen mit der GoTo Montierung und Steuerung. Kamera ist da nicht dabei. Da muss man sicher noch weiter € 250 bis € 1000 drauf legen und mkan braucht zusätzlich noch einen Computer.
Noch ein wichtiger Fakt den Du wissen musst, dieses Teleskop Celestron 130 SLT hat nur ein kurze Brennweite und zeigt Planeten im Okular entsprechend klein. Daher könnte es sein, dass es je nachdem was Dein Schwiegervater bis jetzt hat und wenn er stärkere Vergrößerung gewohnt ist und kein EAA machen möchte, es für ihn enttäuschend ist. Für Planeten ist es auf Grund der geringen Brennweite bei "nur" visueller Beobachtung keine perfekte Empfehlung.
Viele Grüße und wenn Du Fragen hast, einfach fragen!
MünchenBeiNacht - Ewald