Enckescher Komet gut sichtbar im Herbst

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UwePilz

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Der Komet 2P/Encke hat die kürzeste Umlaufzeit aller periodischen – 3 1/3 Jahre. Man möchte glauben, dass man ihn deshalb auch aller drei Jahre gut beobachten könne. Wegen der Bahneigentümlichkeiten ist dies aber nur aller 10 Jahre der Fall, zum Beispiel in diesem Jahr.

Momentan steht 2P im Fuhrmann, wo er bis Ende des Monats in exzellenter Beobachtungsposition bleibt – dann bei mondfreiem Himmel. Um die 12 mag im Zenit - das ist für den 8-Zöller erreichbar. Er wandert im Oktober weiter durch den Luchs, den Kleinen Löwen hinein bis in den (großen) Löwen, wird also zum Objekt des Morgenhimmels.

Das Periheldatum ist der 21. November. 2P steht dann ganz in der Nähe von ISON in der Waage und ist unbeobachtbar (geht zur bügerlichen Dämmerung erst auf, Elongation 17°). Nach dem Perihel wandert Encke nach Süden, ohne sich weit von der Sonne zu entfernen. Die Beobachtungsperiode hat jetzt begonnen und endet im ersten Novemberdrittel. Zum Monatswechsel Oktober/November wird er bei ca. 8 mag für Ferngläser erreichbar sein.

 
Moin zusammen!

Vor 10 Jahren - Ende Nov. 2003 - konnte ich Encke im TAL-1-Newton (110/800 mm) aus dem heimischen Garten sichten. 6 Jahre später auf dem AFT habe ich ihn dann nochmal durch Christian Harders 16-Zöller gesehen. Beide Male war's eher unspektakulär, denn Encke hat den Nachteil, daß er - wenn er hell wird - sich auch schnell auf die Sonne zubewegt. Das wird diesmal auch nicht anders sein. Ich hab' schon einen Vereinskollegen vorgewarnt, daß ich sobald der Mond weg ist, mit unserem 12-Zöller auf Encke losgehen werde, auch wenn der Komet noch nicht die max. Helligkeit erreicht hat.
 
Hallo Uwe,

danke für den Tip! Wusste ich gar nicht, dass es derart kurzperioddische Kometen gibt - toll! Den peile ich dann mal an die nächste Zeit...

Wieder was gelernt...

Schöne Grüße und
CS

Norman
 
Hallo,

da fällt mir meine einzige visuelle Beobachtung von Encke aus dem Jahr 1973 ein. Ich war mit meinen Eltern im Schwazwald im Urlaub, ein paar hundert Meter hoch, und hatte einen dunklen Himmel. Ich versuchte damals M101 im Großen Bären mit dem 10x50 Fernglas aufzuspüren, was mir von zuhause nie gelungen war. Tatsächlich fand ich an der vermuteten Stelle einen diffusen Fleck. Prima, dachte ich, das ging ja einfacher als erwartet. Am nächsten Abend wollte ich mir "M101" noch einmal ansehen. Die Stelle fand ich wieder, aber der neblige Fleck war weg! Mit ein bißchen Herumsuchen in der Umgebung fand ich ihn schnell wieder. Er hatte eindeutig seine Position verändert und mußte von daher ein Komet sein. Am nächsten Tag stand es dann in der Zeitung: Komet Encke sei nachts mit einem Fernglas oder kleinen Teleskop zu sehen. Aha, dachte ich, der war's also.

Schönen Gruß
Manfred
 
Zitat von winnie:
Moin zusammen!

6 Jahre später auf dem AFT habe ich ihn dann nochmal durch Christian Harders 16-Zöller gesehen.

Hallo Micha,

Da Christians roter 16"er nun bei mir ist, muss ich dann ja auf jeden Fall mal bei Encke ran. Ehrensache, dass das Kometenlicht ein zweites Mal auf diesen tollen Spiegel fallen muss. ;)

Bis dann:
Marcus
 
Moin Marcus!

Ach - Du hast das Teleskop jetzt?! ;) Weißt Du noch: Wir hatten uns auf dem AFT vor 2, 3 (?) Jahren über das Teleskop unterhalten. Du hattest damals in der legendären Westkurve aufgebaut. Das Teleskop wurde sofort erkannt...

Die Welt ist klein.
 
Hallo Michael,

Ja, ich erinnere mich. Das war schon lustig damals. Ich hatte bei dem starken Wind vergeblich mit meinem Guiding gekämpft und nach ein paar Stunden genervt aufgegeben. Dann zeigte mir Rüdiger Heins den Crescent-Nebel durch seinen 24"er und mir wurde klar, dass Astrofotografie doch nicht so mein Ding ist. Ein paar Wochen später bot mir Christian dann den 16"er an und im Herbst beim IHT habe ich ihn übernommen.

Ich bin auch sehr glücklich damit. Der Spiegel ist wirklich fantastisch und hat mir bei der letzten Marsopposition und perfektem Seeing Vergrößerungen bis 500x erlaubt. Und seit ich ihn mit einem SIPS gepimpt habe, habe ich auch trotz f/4 nadelfene Sterne bis zum Rand.

Aber jetzt muss erst mal das Wetter hier aufklaren. Dann werde ich mich auf die Jagd nach Encke machen.

Bis dann:
Marcus
 
Ich hatte den Encke mal vor vielen Jahren mit meiner Schmidt-Kamera in Kalifornien aufgenommen. Damals natürlich noch auf Film, das ist jetzt bald 33 Jahre her. War auch damals mit 7.5 mag nicht gerade eine spektakuläre Erscheinung.

Habe mal ein Frame von damals rausgesucht und die tatsächliche Position mit den rückgerechneten Koordinaten auf der Basis der aktuellen Bahnparameter verglichen. Da ergeben sich bereits deutliche Unterschiede:

....................... Koordinaten (2000.0)
................... tatsächliche ... berechnete
RA ................. 13h30m ........ 13h27m
Dec ................. 19°44'........... 19°30'


Nun sind ja periodische Kometen berüchtigt für Veränderungen ihrer Bahnparameter, wobei die Ursache dafür der zwar schwache, über längere Zeiten aber akkumulative Rückstoßeffekt von Gasausbrüchen ist. Die kurze Umlaufperiode von 3,3 Jahren mit nunmehr 10 Periheldurchgängen seit 1980 bewirkt also bereits in kurzer Zeit merkliche Veränderungen.


 

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Und hier noch ein Vergleich mit der jetzigen Situation, jeweils zum selben Kalendertag am 7. November:

........................................ 07.11.1980 ........ 07.11.2013

Sonnenabstand (AU) ................ 0,76 ................. 0,50
Erdabstand (AU) ...................... 0,35 ................. 0,72
Magnitude .............................. 7,46 .................. 6,32


 

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Hallo Peter,

Nun sind ja periodische Kometen berüchtigt für Veränderungen ihrer Bahnparameter, wobei die Ursache dafür der zwar schwache, über längere Zeiten aber akkumulative Rückstoßeffekt von Gasausbrüchen ist.
Neben diesen ("nicht-gravitativen Kräften") gibt es natürlich die gravitativen Bahnveränderungen durch Planeten-Einfluß.

Was 2P/Encke angeht, ist seine Stellung unter den periodischen Kometen praktisch einzigartig. Seine Bahn im inneren Sonnensystem steht außerhalb des Einflussgebietes von Jupiter und es ist unklar, wie er dorthin gekommen ist. Es würde rechnerisch so lange Zeit dauern, dass er schon längst ausgegast und erloschen sein müßte...

Hier gibt es eine gute Zusammenfassung zu Encke und auch dem von ihm stammenden Tauriden Meteorstrom (derzeit aktiv, Maximum am 10.10., bekannt für Feuerkugeln!).

Gruß
Burkhard
 
Zitat von Burkard:
Neben diesen ("nicht-gravitativen Kräften") gibt es natürlich die gravitativen Bahnveränderungen durch Planeten-Einfluß.
Hallo Burkhard, das stimmt natürlich grundsätzlich und normalerweise sind die gravitativen Wechselwirkungen insbesondere bei engen Begegnungen auch die wesentlichen Ursachen für Bahnveränderungen. Beim Enckeschen Kometen sieht die Situation über die vergangenen 33 Jahre folgendermaßen aus:

2P/Encke - JPL/NASA close approach data

.... Date/Time ................... Body .............. Distance
................................................................ (AU)

1980-Oct-28 16:08 ........... Earth ............... 0,278
1986-May-12 08:52 .......... Jupiter ............. 1,475
1997-Jul-04 20:16 ............ Earth ............... 0,190
1998-Jul-06 05:42 ............ Jupiter ............. 1,618
2003-Nov-17 02:09 ........... Earth ............... 0,261
2013-Oct-17 04:10 ............ Earth ............... 0,478
2013-Nov-18 04:49 ........... Mercury ........... 0,025

Die enge Begegnung mit Merkur am 18. November 2013 hat ja noch nicht stattgefunden und alle übrigen mit der Erde und Jupiter waren nicht wirklich besonders dicht und ungewöhnlich. Daher vermute ich mal, dass die oben thematisierte Diskrepanz durch Gasausbrüche beim Periheldurchgang verursacht wurde. Um solche Effekte zweifelsfrei nachzuweisen, müsste man halt die Orbitsimulation vom JPL unter Berücksichtigung aller gravitativen Komponenten über einen längeren Zeitraum mit tatsächlichen Positionsdaten vergleichen.

Gruß, Peter

 
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