Entfernung besonders schwacher Gradienten

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AstroGerdt

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Hallo zusammen,

mit neuer Ausrüstung kommen immer auch neue Herausforderungen. Dieses Mal kämpfe ich mit der Entfernung von Gradienten.

Bevor ich das eigentliche Problem näher beschreibe, hier mal kurz mein Workflow mit allem, was mir relevant erscheint:
- Aufnahme der Bilder mit Taukappe als Schutz gegen Streulicht
- Kalibrierung mit anständigen Flats (und Darks, Bias)
- Stacking mit WBPP in PixInsight (Local Normalization ist dabei aktiviert, um möglichst wenige komplexe Gradienten zu erhalten)

Danach ist dann immer noch (wie zu erwarten) ein starker Gradient durch die Lichtverschmutzung zu erkennen. Siehe hier (Rohstack frisch aus WBPP):
1657790692388.png


Diesen Gradienten entferne ich, indem ich per MultiscaleMedianTransform zunächst alle kleinskalierten Bildanteile entferne und anschließend mittels DynamicBackgroundExtraction ausreichende samples in dem Bild verteile. MMT wende ich an, um für die samples störende Sterne möglichst zu reduzieren und Einflüsse durch Rauschen kleinzuhalten. Dabei kommt dann sowas in der Art raus:
1657790734861.png

In dem Zustand sieht das Bild für mich jetzt komplett frei von Gradienten aus. Oder seht ihr da noch etwas?

Nach einer fotometrischen Farbkalibrierung wende ich jetzt Starnet (V2) an. Wenn ich jetzt auf das Sternlose Bild eine ScreenTransferFunction anwende, erhalte ich folgendes Bild:
1657790839809.png

Hier ist jetzt oben links ein deutlicher Gradient zu erkennen.

Wenn ich das Bild noch weiter strecke wird dieser Gradient schließlich so stark, dass er das Gesamtbild deutlich beeinträchtigt.

Aktuell behelfe ich mir damit, dass ich jetzt noch einmal DBE anwende. Das Problem ist nur, dass ich mir damit die fotometrische Farbkalibrierung zunichtemache. Die Objekte haben also spürbar andere Farben. Außerdem müsste es doch möglich sein, auch so schwache Gradienten bereits früher zu entfernen, oder?

Wie geht ihr mit so etwas um? Könnt ihr mir vielleicht weiterhelfen, wie ich die Gradienten in den Griff bekommen könnte?

CS Gerrit
 
Hallo Gerrit,

probiere mal mit dem kostenlosen Tool GraXpert aus, dies ist relativ neu und gut.
 
Hallo Harald,

ich habe die Software eben mal ausprobiert. Dabei hat sich der Eindruck bestätigt, den ich auch beim Lesen von Beiträgen hier im Forum gewonnen habe: Die Software liefert sehr ähnliche Ergebnisse wie DBE/ABE in PixInsight. Sie mag gut sein, wenn man kein Geld ausgeben will, aber wenn man bereits PixInsight hat, gewinnt man sehr wenig.

Tatsächlich konnte ich trotz einiger Versuche kein Ergebnis bekommen, dass besser war, als mein Ergebnis aus PixInsight.

Haben vielleicht andere noch Ideen?

CS Gerrit
 
Hallo Dieter,

klar, den Gradienten markiere ich gerne. Siehe hier:
1657815173176.png


Das ist der kräftigste. Oben links ist noch einer, der fällt aber aktuell kaum auf.

Stärker gestreckt kommt der markierte Gradient dann richtig kräftig raus und stört das Bild deutlich.

CS Gerrit
 
Hi Gerrit,

ist ja ein alter Beitrag, aber mich würde interessieren, woran du erkennst, dass das wirklich ein Gradient ist und nicht ein astronomischer leichter Nebelbereich.

Hast du inzwischen neue Erfahrung gewonnen?

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,

generell kann man das oft recht gut erkennen finde ich.

Bei diesem Gradienten habe ich das vorallem an folgendem Festgemacht:
- Die Form: kaum ein Nebel hat keine einzige harte Kante und dazu noch so eine regelmäßige Form
- Die Helligkeitsverteilung ist sehr gleichmäßig zum Rand hin abnehmend
- Komplettes Fehlen von Struktur in dem Bereich
- So riesig? Das Bild wurde immerhin bei 50mm Brennweite aufgenommen, der Nebel müsste also riesig sein. Klar, kann sein, aber damit kommen wir zum letzten Punkt:
- Karten: In dem Bereich ist kein Nebel verzeichnet

Eine Garantie bekommt man so natürlich nie. Es kann immer sein, dass man sich vertut oder einen Nebel drauf hat, der nicht in den Karten verzeichnet ist, da er zu dunkel ist. Aber bei den vielen Kriterien wird es irgendwann sehr unwahrscheinlich, dass es sich um einen Nebel handelt.

Bei anderen Strukturen tue ich mich aber dennoch oftmals schwer. Beispielsweise nimmt die Helligkeit neben der Milchstraße ja immer ab, da die vielen Sternwolken fehlen. Problematisch ist nur, wenn sich das mit einem Himmelshelligkeitsgradienten überlagert. Dann kann man kaum entscheiden, wie weit und schnell die Helligkeit tatsächlich abnehmen sollte.

CS Gerrit
 
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