Eos Ra - Kaufüberlegung ja oder nein

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Michael A.

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Hallo Gemeinde

Ich bin am überlegen mit eine EOS R oder EOS Ra zuzulegen. Klar, die R muss nach kauf noch modifiziert werden. Generell frage ich mich was die Kamera an sich für Nachteile / Probleme mit sich bringt. Zwei Punkte sind mir bekannt. Erstens das Banding soll nicht so gut sein und bei 400mm Optik soll es Halos um die Sterne geben. Sind dies fails mit den Jahre behoben worden?

Ist euch durch Arbeit mit der Kamera noch mehr aufgefallen?

Was solle ich unbedingt noch beachten?

Was gibt es für Alternativen bei Sony oder Nikon?

Astrokameras über PC möchte ich nicht. Bin auf euere Erfahrungen gespannt.



Grüße Micha
 
Moin,

die Ra ist eine reine Erweiterung der R.

Sie kann alles was die R kann (gleiche Technik, gleicher Chip), nur hat sie eine andere Firmware und einen anderen Filter, so dass sie einerseits alle gewünschten Astrofunktionen kann UND zusätzlich umschaltbar ist auf den normalen Tagesbetrieb, bei dem sie sich wie die normale R verhält. Ansonsten handelt es sich um eine ganz normale "R".

Das Banding ist eine Canon-Problem, das auch stark individuenabhängig ist, dafür gibt's Workarounds wie man das fixt, Dithering ist einer davon, Halos sind generell Probleme der einzelnen Image-Trains und ggf. verwendeter Filter, je nach dem wie die einzelnen Strahlengänge und Abstände der Glasflächen darin sind. Das kann man schlecht verallgemeinern. Vor allem ist es kein Spezialproblem der R//Ra. Das "können" die anderen Familienangehörigen auch.

Ansonsten kannst DU alles verwenden was EF heißt, der Adapter ist dabei. Auch EOS-Systemzubehör ist nutzbar. Damit kann man sich auch im Astrobereich helfen, wenn man alles auf DSLR von Canon eingerichtet hatte, denn mit dem Adapter bleibt das Auflagemaß der DSLR erhalten. T2-Adaptionen müssen also auch nicht geändert werden, wenn man von DSLR auf DSLM wechselt.

Alternativen gibt es natürlich bei Sony und Nikon, nur nicht als fertige Astrokameras. Die entsprechenden gleichwertigen Modelle muss man halt modifizieren lassen.

Wer aus der Canon-Welt kommt bedient die R oder Ra, alle anderen natürlich auch, eben wie im Schlaf weil man die Bedeutung der Bedienelemente intus hat, das spricht für mich an stärksten gegen einen Systemwechsel. Man bedient die Kamera als hätte man sie schon ewig. Software ist bekannt gut, auch das Zeug was mitgliefert wird kann man gut nutzen.

CS
Jörg
 
Hallo Jörg
Danke für deine Ausführung.
Zwei Fragen hierzu:
1. Ich brauche keinen OWD Filter für den Tagbetrieb? Wirklich nur ein Knopfdruck?
2. Was sind Image-Trains ?

GS
 
Hi,

Du brauchst keinen Filter, die Kamera regelt das intern über den Weißabgleich. Das ist ja der Zweck der Kamera, sonst bräuchte es sie nicht. Sie kann in dem Sinne nicht "mehr" als die R, sie hat nur den weiter offenen Filter, ein paar nette Softwarefeatures und die Fähigkeit den Weißabgleich (den RAW's ist das eh egal) für die .jpg's hinzukriegen. Wenn ich das richtig weiß muss man das nicht mal umschalten. Das kann die Kamera allein. Eine "Ra" hatte ich noch nicht in den Fingern, nur eine "R", die "Ra" kenne ich nur vom Messestand, das ist wie bei der 20Da und der 60Da, die lassen sich völlig normal bei Tageslicht verwenden und haben praktisch neben dem "weiteren" Filter ein Softwareupgrade..

Ein "Image-Train" ist das zusammengesetzte Setup aus Objektiv/Teleskop - Korrektoren/Filtern - Rotator (wer einen hat/braucht) - Adaptern - Kamera. Also alles was sich zwischen Objekt und Chip befindet. Darin kann Staub sein, Verschmutzungen, Vignettierung, alles mögliche, was man mit einem "Flat", also einer Aufnahme einer gleichmäßig beleuchteten Fläche kompensiert, darin sind aber auch Glas-Luft-Flächen enthalten, und die können unter bestimmten Umständen Reflexe erzeugen, die man auf dem Bild sieht. z.B. Halos um helle Objekte, das ist dann meistens ein Thema der verwendeten FIlter, wenn diese nicht perfekt entspiegelt sind. Oder bei Objektiven mit mangelhafter Vergütung kann das auch auftreten. Weiterhin entstehen durch die Eigenschaft der verwendeten Optik unter Umständen Farbsäume um helle Sterne, was auf die unterschiedliche Brechung der einzelnen Lichtfarben zurückgeht. Da passiert also eine Ganze Menge. Auch das mechanisch richtige Zusammensetzen ist wegen der Abstände der einzelnen Komponenten sehr wichtig, Korrektoren z.B. müssen im richtigen Arbeitsabstand zum Chip sitzen, damit sie ihre Arbeit tun. Du mußt Dich auf jeden Fall sehr gründlich mit den Einsteigerseiten befassen, denn Teleskop aufstellen, Kamera dran, Astrofotografie ist eine nette Illusion wenn man die Grundlagen nicht kennt!


CS
Jörg
 
Ich bin am überlegen mit eine EOS R oder EOS Ra zuzulegen. Klar, die R muss nach kauf noch modifiziert werden. Generell frage ich mich was die Kamera an sich für Nachteile / Probleme mit sich bringt. Zwei Punkte sind mir bekannt. Erstens das Banding soll nicht so gut sein und bei 400mm Optik soll es Halos um die Sterne geben. Sind dies fails mit den Jahre behoben worden?

Hallo Michael,

du wirst m.E. gar keine EOS Ra zum kaufen bekommen. Sie wurde nur kurz produziert in einer kleinen Serie. Zuletzt gab es in der Schweiz Händler die noch welche hatten, in D ist sie nicht mehr erhältlich.
Die Ra hat einen 30x Zoom was wirklich nützlich ist. Ansonsten ist es eine umgebaute R. Das mit dem Weißabgleich stimmt, aber einen Rotstich haben die Bilder dann trotzdem, vor allem in den Hauttönen. Mit dem OWB Filter ist dieser wieder weg, aber der White Balance dann auch und den müsstest du dann von Hand wieder einstellen. Insgesamt kann man akzeptable Tageslichtaufnahmen machen ohne OWB Filter. Für den professionellen Einsatz z.Bsp. als Portrait Kamera, reicht das aber dann nicht mehr.
Ansonsten ist es eine tolle Kamera. Ich habe schon viele Aufnahmen gemacht und bin immer begeistert. Die Halos lassen sich mit einem Neumann L2 Filter in den Griff bekommen (Halos sind aber auch bei anderen DSLRs nicht unüblich).

CS Frank
 
Moin,

ich pers. würde, wenn nicht zu einer neueren R-Type, zur normalen greifen, die gibt's inzwischen auch gebraucht, Mod machen lassen und OWB-Clip von Neumann, so halte ich es bei meinen modifizierten Kameras, den Filter rein- oder raussetzen geht ratzfatz, und gut. Ist wirklich kein Akt und da man die echten "a"'s nur schlecht bekommt, der einfachere Weg mit gleichem Ergebnis.

CS Jörg
 
Hallo
Ich danke euch beiden für die Antworten. Dann muss ich mal schauen R oder R8 oder ....
Wird ein Unterschied zwischen R und den Nachfolger Modelen ( Vollformat bis 2000 € ) im Bild erkennbar sein?

Micha
 
Moin,

das liegt am wenigsten an der Kamera sondern an den EBV-Fähigkeiten des Nutzers. Die R's liegen insgesamt auf einem Guten Niveau. Die Technik allein wird hinsichtlich ihrer Wirkung stark überbewertet. Der Einfluss des Photografen hinsichtlich Bildaufnahme und Bearbeitung dagegen stark vernachlässigt.

CS Jörg
 
Die Stärke der R sind die großen Pixel. Die sammeln auch mit kleinen Blenden viel Signal. Die sammelt an meinem langsamen ED so schnell Signal wie eine ASI2600 an einem Epsilon.

Banding ist mir nicht negativ aufgefallen. Bias und Dark sind normalisiert und flach wie ein Brett.

Halos hatte ich auch noch keine. Meine wurde allerdings modifiziert. Ist keine original Ra. Ich bin aber eher bei längeren Brennweiten unterwegs. Unter 800mm habe ich noch nicht aufgenommen. OWB Filter habe ich zwar, mache aber keine Tageslichtfotografie. Kann ich nichts zu sagen.

Bei meiner habe ich gerne mal Verbindungsabbrüche. Das passiert so jede zweite Nacht. Für Remote Betrieb kann ich sie nur begrenzt empfehlen.

Ich habe mir jetzt mal ein anderes USB Kabel und Original Canon Akku Dummy geholt. Im Sommer will ich das mal testen. Bei dem Dummy verwende ich allerdings nicht das Originalnetzteil sondern habe den Canon Stecker mit einem 5,5 2,1 hohlstecker ersetzt. Das ganze hängt an einer pegasus micro.

Grüße
Joachim
 
Hallo joetaiga
Was zieht den die R an Leistung ? Reicht ein USB Anschluss 5V auf 2A aus?

Grüße Micha
Die R läuft nicht mit 5V. Der offizielle Akku hat glaube ich 7,4V. Ich betreibe sie mit der Pegasus Micro mit 8V. Ampere weiß ich nicht mehr. Da ich normalerweise gekühlte Astrokameras verwende, habe ich 3A bei 12V beim Netzteil für Kameras eingeplant. Das reicht auf jeden Fall locker. Die Tage will ich sie wieder mal dran hängen. Kann kann ich es dir genau sagen, was sie zieht. Über 5V USB läuft die aber definitiv nicht.

Und noch witere Fragen.
Wie reagiert die R auf -10 C? Was macht da der Touch? Was macht sie wenn sie Frost abbekommt?
Keine Ahnung. -10°C wird's hier so gut wie nie und das Display habe ich immer eingeklappt, da ich die Kamera über NINA steuere.
 
Moin,

der LP-E6 hat 7,4V - das dürfen auch 8 sein, aber man sollte in dem Bereich bleiben. In den Stromversorgungen die ich mir gerade baue stelle ich 7,5V ein und mache eine Thyristor-Schnellabschaltung (Kurzschluß zwecks Fein-Sicherungzerstörung) bei 9V. Damit kann ich bis auf die 1er alle EOS versorgen. Wenn das erste Muster fertig ist gibt's Bilder ...

CS
Jörg
 
Moin,

Nun habe ich noch weitere Fragen zum Workflow mit N.I.N.A.. In meiner Vorstellung ist es so:

1. Ich verbinde die Kamera via Wlan mit meinem Router.
2. Sie wird auf diesem Wege als Teilnehmer erkannt im Netzwerk und dadurch in N.I.N.A.
3. Ich kann die R mit N.I.N.A. bedienen.
3.1 Es ist möglich mit dem Live View und einer Astrosoftware eine Positions Bestimmung zu machen. (Einnorden)
3.2 PHD2 und N.I.N.A. arbeiten zisammen. (bekannt aus Videos)
4. N.I.N.A. durchläuft die Vorgaben den Seqencer.
5. Die Nacht war erfolgreich.

Kurz um. Ich frage mich ob ich mit der R vom Workflow genaus arbeiten kann wie mit einer Astro Kamera ASI usw.
Ich kenne die Videos auf Youtube, und hier wird das Verfahren mit einer Astro Kamera demonstriert.

Dank und Gruß Micha
 
Ob das mit dem WLAN einfach so geht, weiß ich nicht. Ich verbinde meine mit USB.

Ansonsten kann man die fast so betreiben wie eine Astrokamera. Der einzige Unterschied ist, dass man auf Bulb stellen muss, sobald man seine Sequenz starten will. Aus irgendeinem Grund will NINA ab und zu, dass man aus dem Bulb Modus für Autofokus und co raus soll. Die Logik dahinter habe ich bisher aber noch nicht durchstiegen. Sobald die Sequenz läuft funktionieren Autofokus, Platesolving und co aber auch im Bulb. Bin mal gespannt, ob das mit den neueren Versionen behoben ist.

Es funktioniert aber ganz gut. Die Kamera wird zuverlässig erkannt. Diese beiden Aufnahmen habe ich mit der R(a) und NINA gemacht.



Theoretisch kann man sogar in Sharpcap Live Stacking machen. Es gibt dafür einen ASCOM Treiber. Allerdings muss einem dann klar sein, dass sich da schnell ziemlich viele Auslösungen aufsummieren.
 
Moin,

hat die R nicht einen silent mode nur mit elektronischem Verschluss?

CS Jörg
 
hat die R nicht einen silent mode nur mit elektronischem Verschluss?
Ja, stimmt. Das sollte auch gehen, insofern man bei den Flats aufpasst, dass sie nicht zu kurz belichtet sind. Beim Bias ist es ja eh egal.

Das ist übrigens etwas, dass einem bei einer Vollformat klar sein muss. Durch das große Format sind die Ansprüche an die Korrektur und den Anschluss etwas höher. Da muss alles eine Nummer genauer passen als mit APS-C. Wenn ein Flattener als bis Vollformat geeignet beworben wird, heißt das noch lange nicht, dass der das bis in die Ecken perfekt macht oder das Bild nicht verkippen kann.
 
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