Hallo Wolfgang,
die Frage welche Daten erfasst werden sollten, beantwortet <OpenAstronomyLog> bzw. der Observation Manager. OM kann zusätzlich zu den Deep Sky Objekten auch mit Veränderlichen umgehen. Das ist ein optionales Modul des Standards und aktuell ein Alleinstellungsmerkmal des Observation Managers.
Für eine abgespeckte Version würde ich auf die ausführlichen Listen und Suchfunktionen verzichten und mich darauf beschränken, Beobachtungen zu erfassen. "Tippen auf dem Handy" ist umständlich, da stimme ich Dir zu. Doch der Charme bei <OAL> ist ja gerade, dass man mit den vorhandenen Merkmalen sehr viel über eine Beobachtung sagen kann, ohne einen Freitext umständlich zu tippen. Denk' an die Deep Sky Liste der VdS: hier gibt's ebenfalls keine Freitexte und trotzdem ist die Liste nützlich. Daher lehnt sich <OAL> von der Struktur her an die Deep Sky Liste an, hat aber Erweiterungen vorgenommen.
Grundsätzlich braucht eine Anwendung nicht alle Elemente von <OAL> implementieren um Kompatibilität für sich beanspruchen zu dürfen. Viele Elemente sind optional. Natürlich ist es schön, wenn eine Logbuch-Anwendung möglichst viel abdeckt, aber es ist kein Muss.
Dunkeladaption: das ist in der Tat ein Problem und mMn der Grund, warum ich Smartphones für "harte" astronomische Beobachtungen nicht als geeignete Plattform ansehe. Oft ist es schwierig bis unmöglich, die Dinger dunkel zu bekommen. Wenn Du am Limit beobachtest, unter stockdunklem Himmel die 16m Galaxien jagend, dann ist ein Smartphone ein echter Show Stopper, keine Frage. Aber es geht nicht immer so wild ab.
Ein Knackpunkt für astronomische Apps ist daher, ob man eine dunkle Tastatur hinbekommt. Auf dem iPhone gibt es keine Möglichkeit, die Standardtastatur farblich anzupassen. Wenn Du eine App siehst bei der das anders ist, dann hat der Entwickler das selbst gebaut. Also ist es mühsam.
Bei Sternkarten auf Smartphones ist es oft schwierig, ohne Stift (der gilt ja als mittlerweile altmodisch und verpönt) aus vielen Objekten gezielt das gewünschte zu tappen. Beim Uralt-Palm oder Pocket PC mit Griffel ging das noch besser.
Wenn ich eine Astro-App angehen würde, stünde deswegen am Anfang das Prototyping für solche Usability-Themen. Ich muss zugeben, dass mir seit der Verbreitung der Netbooks die Motivation fehlt, mir ernsthaft über Astro-Apps Gedanken zu machen. Ein Netbook ist billiger als ein gutes Smartphone, läuft im Stromsparmodus stundenlang, Du kannst rote Folie vor den Screen hängen und ein systemweites Farbschema in rot aktivieren. Am Teleskop benutze ich gerne einen Trackball, womit fast alle benötigten Funktionen der Software zu steuern sind. Und das geht sogar mit dünnen Handschuhen
Wie Du siehst habe ich ziemlich viele Bedenken und Gründe dagegen. Vielleicht gibt es bald bezahlbare Pads mit Betriebssystemen die unsere spezifischen "Astro-Probleme" besser lösen könnten als die Smartphones. Denn handliche Geräte haben ihren Reiz und ich finde es toll, etwas machen zu können ohne erst den Rechner zu booten. Anschalten und loslegen hat 'was!
Viele Grüße,
Tom