Epsilon Lyrae in kleinen Teleskopen

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Christian_P

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Vor zwei Tagen habe ich mit meinem kleinen 70/900mm Linsenfernrohr das Vierfachsternsystem Epsilon Lyrae eingestellt, um mal zu schauen, was der kleine da so anstellt. Im Übersichtsokular bei 36facher Vergrößerung leicht aufzufinden, konnte ich die einzelnen Paare bei dieser Vergrößerung noch nicht auflösen. Das 12,5mm Okular bringt eine 72fache Vergrößerung, bei der die Komponenten des Sternpaares nahezu gleicher Helligkeiten (E2 siehe unten) sauber getrennt als feine, kleine Sternscheibchen zu sehen waren. Das andere Paar war etwas undeutlicher aufgelöst. Ich konnte es aber bei genauem Hinsehen dann auch auflösen. Bei 143facher Vergrößerung stand das Vierfachsystem dann sauber und ordentlich getrennt im Gesichtsfeld. Die Sternscheibchen waren bilderbuchmäßig. Als ich dann wieder mit der Vergrößerung zurückgegangen bin, meinte ich, E2 bei 36facher Vergrößerung ansatzweise länglich erkennen zu können.

Fazit: Für ein kleines Fernrohr ist Epsilon Lyrae ein lohnendes und schönes Objekt, das auch zum Testen des Teleskops gut geeignet ist. Das System ist sehr leicht aufzufinden, da es nahe der hellen Vega steht und die beiden Paare gleich hell und deutlich erscheinen.


Daten aus dem Karkoschka:
Abstand beider Paare 209" (Bogensekunden) und Gesamthelligkeiten 4,6/4,7 mag
E1 Abstand 2,4" Helligkeiten 5.0/6.1 mag
E2 Abstand 2,4" Helligkeiten 5.2/5,5 mag



Grüße,
Christian
 
Hallo Christian!
Da kann ich nur zustimmen. Mit meinem vormaligen Skylux 70/ 700 konnte ich nur eine Komponente sicher trennen, die andere erschien allenfalls etwas länglich.
Mit meinem jetzigen 80/600 ED- Refraktor gelang die Trennung dann schon ab etwa 65- fach sicher.
Übrigens: mit meinem alten Quelle Revue catadioptric 114/1000 mm sowie einem alten Quelle Revue Newton 114/900mm (beide 80er Jahre Modelle) eines Freundes ging wieder nur die Trennung einer Komponente.
Dass Dir die Trennung mit 70mm Öffnung gelang, deutet m.E. schon auf eine gute Optik hin!

Grüße und clear skies!
Carsten
 
Moin zusammen!

Das Erkennen der Orientierung der vier ε-Lyr-Komponenten gelang mir früher sowohl mit dem 70er Skylux, als auch im 76/500er Newton ab etwa 50fach. Man muß halt Glück haben und bei den 70er-Optiken ein gutes Stück erwischen.
Die Japan-Refraktoren der 60er/70er Jahre sind noch ein Ende besser als die heutige China-Massenware. Ich hatte hier zeitweilig einen Tasco 50/600 mm Refraktor, der ab 100fach auch alle 4 Komponenten zeigte. Ebenso mein jetziger 60/700er (Dörr Danubia um 1980-85), der etwas weniger Vergrößerung am Doppelstern braucht. Mein Skylux war sichtbar weniger kontrastreich als dieser kleine Japaner. Seitdem habe ich auch keinen Skylux mehr... ;)
 
Hallo Micha,
mein C 50/540 zeigt die Beiden auch je als Doppelsterne. Ich glaube, da waren knapp 100-fach im Einsatz.
Mir macht es Spaß, den Kleinen von Zeit zu Zeit zu verwenden. Da zeigt sich, was ein sehr guter Achromat zu leisten vermag.

Gruß Hans-Jürgen
 
Hallo auch,
Doppelsterne galten nicht umsonst lange als DIE Testobjekte für die Qualität einer Optik. Mit einer entsprechenden Liste dieser Objekte konnte/ kann man wunderbar feststellen, wo für die jeweilige Optik die Auslösungsgrenze ist - und damit, ob sie auch das theoretisch Erreichbare schafft.
Da wäre wohl mancher, der da so über seine wunderbare, "knackscharfe" Optik fabuliert, schnell etwas ernüchtert... :pfeif:
...und als Beobachtungsobjekt sind sie einfach wunderschön. Und ja, es stimmt, es überrascht immer wieder, wieviel schon ne kleine Öffnung zeigen kann. Kann das für 66mm nur bestätigen.

Gruß
Thorsten
 
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Hallo schön zu lesen

Mein alter Tasco 114/900mm Refraktor 11T von 1981 hatte Ich auch schön öfters auf Epsilon Lyra gerichtet, es ist immer lohnend.

Mit so einem Gerät lohnend es sich auch für die Beobachtung Orionnebel, ha%chi, Plejaden, Andromeda und andere.

Manfred

 
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Hallo,

schön, dass so viele Rückmeldungen von euch gekommen sind! Das freut mich sehr.

Da ist der 70/700mm Skylux, ein Newton 114/900mm aus dem Quellekatalog, ein kleines Zeiss C 50/540 und auch ein Tasco 50/600 mm Refraktor war zu finden. Mit all diesen Teleskopen ist die Trennung größtenteils gelungen. Das ist einfach toll!



@Carsten: (und andere) Ja, ich finde, die Optik des TS 70/900ter Refraktors macht einen sehr guten Eindruck. Er wird dort unter dem Namen TS-Jupiter verkauft, den gibt es aber auch als Refraktor Saturn noch woanders. Ich weiß nicht, ob das Objektiv mit einem Skywatcher Model von Synta mit gleichen Abmessungen identisch ist. Da habe ich nicht weiter nachgeforscht. Wichtig war, die Blende aus dem Tubus zu entfernen, da diese meiner Meinung nach die freie Öffnung ein bisschen abgeblendet hat. Auch habe ich den Tubus mit einem Blendensystem versehen, das ich aus Pappe und Holzleisten gebastelt habe. Das Okularauszugsrohr habe ich mit schwarzer Tonpappe aus dem Bastelladen ausgekleidet, deren Oberfläche ich vorher mit Schleifpapier aufgeraut habe. Mehr habe ich nicht verändert. Diese Änderungen schienen mir aber nötig zu sein.



Zitat von Uranotopia_CM:
Übrigens: mit meinem alten Quelle Revue catadioptric 114/1000 mm sowie einem alten Quelle Revue Newton 114/900mm (beide 80er Jahre Modelle) eines Freundes ging wieder nur die Trennung einer Komponente.
Das finde ich erstaunlich! Obwohl die Teleskope eine viel Größere Öffnung als die Refraktoren haben, konnten sie das schwierigerer Paar nicht auflösen. Vielleicht ist es an der unterschiedlichen Helligkeit gelegen? Oder vielleicht waren die Bedingungen nicht so gut. Ich hätte gedacht, dass diese Newtongröße es unter Umständen sogar leichter hätte haben müssen.
?)



Zitat von winnie:
Die Japan-Refraktoren der 60er/70er Jahre sind noch ein Ende besser als die heutige China-Massenware. Ich hatte hier zeitweilig einen Tasco 50/600 mm Refraktor, der ab 100fach auch alle 4 Komponenten zeigte. Ebenso mein jetziger 60/700er (Dörr Danubia um 1980-85), der etwas weniger Vergrößerung am Doppelstern braucht. Mein Skylux war sichtbar weniger kontrastreich als dieser kleine Japaner. Seitdem habe ich auch keinen Skylux mehr... ;)
Kann gut sein, dass die damalige Japanware wirklich noch ein Stück besser war. Ich denke, das heute "klassische" Geräte wie zum Beispiel der TS 60/900mm Refraktor da vielleicht wieder aufgeschlossen haben. Das ein kleiner Refraktor die Auflösung der Komponenten schon bei geringerer Vergrößerung schafft, ist vielleicht darin begründet, dass das Beugungscheibchen relativ groß ist und deslhalb besser zu sehen ist.



Zitat von 47Tau:
Doppelsterne galten nicht umsonst lange als DIE Testobjekte für die Qualität einer Optik. Mit einer entsprechenden Liste dieser Objekte konnte/ kann man wunderbar feststellen, wo für die jeweilige Optik die Auslösungsgrenze ist - und damit, ob sie auch das theoretisch Erreichbare schafft.
Da wäre wohl mancher, der da so über seine wunderbare, "knackscharfe" Optik fabuliert, schnell etwas ernüchtert... :pfeif:
Ja, diesen Test muss eine Optik erst mal bestehen! Wenn sie ihn besteht, kann man schon ziemlich sicher sein, das sie gut ist. Viele alte Astroamateur-Autoren empfehlen den Doppelsterntest. So ist das zum Beispiel bei Hans Oberndorfer oder auch Klaus Lindner zu lesen.



Zitat von Knapp_Manfred:
Mit so einem Gerät lohnend es sich auch für die Beobachtung Orionnebel, ha%chi, Plejaden, Andromeda und andere.
Ich habe früher als Jugendlicher mit einem Bresser 60/700mm Refraktor (dessen Optik ich aber versaubeutelt habe) auch all diese Objekte beobachtet und es war ein wirklich schönes Erlebnis. Es lohnt sich in jedem Falle.




Grüße,
Christian
 
Hallo Christian,

Epsilon Lyrae war auch eines meiner ersten Beobachtungsobjekte im Jahr 2001 bei meinem Wiedereinstieg mit dem Lidl-Scope 70/700mm. Inzwischen habe ich weit über 1500 verschiedene Doppelsterne beobachtet.

Dein Limit mit 70mm dürfte bei ca. gleich hellen nicht zu schwachen Komponenten bei ca. 2" bis 2,2" liegen. Hier gilt so hoch wie möglich und gerade noch zulässig vergrößern.

Schau mal, ob du da nicht was passendes findest.

http://file1.npage.de/004143/32/html/aufloesung.htm (kleine Erklärung)

http://www.astroleague.org/al/obsclubs/dblstar/dblstar2.html
http://www.strickling.net/dopptest.htm (müsste man gucken, ob es hier aktuelle Daten zu den Abständen/Positionswinkel gibt)

Im Cambridge Double Star Atlas sind auch etliche schöne Doppelsterne verzeichnet und weitere 2400 Stück.

Gruß
Lots
 
Moin Christian!

> Das ein kleiner Refraktor die Auflösung der Komponenten schon bei geringerer Vergrößerung schafft, ist vielleicht darin begründet, dass das Beugungscheibchen relativ groß ist und deslhalb besser zu sehen ist.

...eher nicht. Je größer die Öffnung, umso kleiner das Airy-Scheibchen. Dann ist es einleuchtend, daß eine größere Optik weniger Vergrößerung zum Trennen braucht als die kleinere, die schon extrem nahe am höchstmöglichen Auflösungsvermögen liegt.

Beim 50er liegt das Dawes-Limit bei 2,3", beim 60er bei 1,93", also gut 2". Wobei dann die Komponenten mittlere Helligkeit haben, gleichhell und weiß sein sollten.
Du kannst Dich mit Deinem 70er ja mal an ε Boo ranmachen. Der ist deutlich schwerer und die kleinere Komponente liegt beim 70er auch noch auf dem 1. Beugungsring.
 
Hallo Christian,

habe mich vor längerem mit dem Mini Dobson Celestron FirstScope76 da mal rangewagt. Mit den Original Okularen war da nichts zu machen, jedoch mit dem Nagler 2-4 hat es sagen wir mal 'ansatzweise' geklappt.

Vielleicht waren aber auch an jenem Tag die Sichtbedingungen zu schlecht...

Mit meinem im Grunde kleineren (Haupt)Gerät (s.Signatur) gibt es allerdings nicht die geringsten Probleme sie unter normalen Bedingungen sauber zu trennen.


frdl. CS - Grüsse
Manfred
 
@Lots: Auf deiner HP stehen viele interessante Berichte über deine Beobachtungen mit dem 70mm Optimus. Ich habe da mal ein bisschen gestöbert. Es gefällt mir sehr gut. Danke auch für die Links! 1500 unterschiedliche Doppelsterne ist eine Hausnummer!
:respekt2:


@Micha: Hallo Micha, klar, natürlich ist es so herum richtig, wie du es schreibst. Ich dachte nur, dass die Größe des Beugungsscheibchens in kleinen Teleskopen das Erkennen erleichtert, weil diese Scheibchen unter durchschnittlichen Bedingungen "stabiler" dastehen und durch ihre Größe besser zu sehen sind. Epsilon-Bootes habe ich schonmal versucht, aber im 6"-Newton. Ich weiß gar nicht mehr ob das geklappt hat, ich glaube ja. Ich müsste mal Buch führen!


@Manfred: Hi Manfred, auch dir recht herzlichen Dank für deine Rückmeldung. Dass das FirstScope76 es fast geschaft hat ist erstaunlich! Wenn der Spiegel einigermaßen in Ordung ist, warum nicht? Micha hat es, wie er oben schreibt, mit einem 76/500mm Newton auch geschaft, die Paare länglich zu sehen. Es hätte mich sehr gewundert, wenn es dein Tak FS 60 nicht geschaft hätte. ;)


Grüße,
Christian
 
Hallo noch mal,

hier ein kleiner Nachtrag: Ich habe gestern Abend versucht, Epsilon-Bootis (2.5/4.9 - 2.9") mit dem 70er zu trennen. Ich hatte das Gefühl, dass der schwächere Begleiter eher Richtung Zenit liegen muss, aber deutlich sehen konnte ich das nicht. Epsilon-Lyrae ging wieder wunderbar, anscheinend spielt die Helligkeit der Komponenten wirklich eine entscheidende Rolle!



Grüße,
Christian


PS: Pi-Bootis (4.9/5.8 - 5.5") brachte überhaupt keine Probleme. Dieser war selbst bei 36facher Vergrößerung zu trennen.
 
Tja, jetzt biste scheinbar infiziert :cool:
darum mal noch nachgeschoben:
einmal hier
und
hier auch

Da ist genug zu tun :respekt:

Gruß
Thorsten
 
Hi Christian,

ja die Helligkeit spielt eine große Rolle, je größer der Helligkeitsunterschied de Komponenten umso schwieriger.
Auch die Helligkeit der beiden Komponenten spielt eine Rolle.

So ist ein 5m0, 5m0, 1,5" relativ leicht mit einem 6 Zöller trennbar, aber bei 11m0, 11m0 und 1,5" sieht die Sache anders aus.

So ist z.B. ein Doppelstern mit 3m0, 3m5 und 2" rel. leicht ab 70mm aufwärts zu trennen. Während bei 3m0, 8m0 und 2" schon deutlich mehr Öffnung notwendig ist.

Ein gutes Beispiel ist auch Delta Cygni, für die ca. 2,6" Abstand der beiden Komponenten sind aber mindestens 100mm notwendig, aufgrund des großen Helligkeitsunterschiedes.

Gruß
Lothar
 
Hallo noch mal,

ich habe im Netz eine Methode entdeckt, mit deren Hilfe man den Schwierigkeitsgrad eines Doppelsterns bestimmen kann, ohne sich auf eine verbale Beschreibung zu beschränken. So wird die Möglichkeit geschaffen, Doppelsterne in ihrer Schwierigkeit miteinander zu vergleichen. Es handelt sich um die Seite des The Spirit of 33 Projektes (ich weiß gar nicht, ob es noch aktiv ist). Auf dieser Seite gibt es einen Link zu einem Artikel unter: Direct Link: In this article you will discover how the DI (difficulty Index) works ...

Ich hätte nicht gedacht, dass man auf das Thema Fuzzy Logic trifft, wenn man sich mit der Beobachtung von Doppelsternen befasst. In diesem Artikel wird ein mathematisches Model beschrieben, mit dessen Hilfe man von einer sprachlich basierten Einteilung der Schwierigkeit der Doppelsterntrennung zu einem numerischen Index von 0 bis 100 geführt wird. Der Artikel ist lesenswert und die mathematische Methode wird recht anschaulich beschrieben. Also unbedingt mal lesen!


Mit dieser Methode konnte ich nun folgenden Vergleich anstellen:

Das ist der Screen der LADIC-Software zur Berechnung des Difficulty Index (DI) von 0 bis 100.
Link zur Grafik: http://foto.arcor-online.net/palb/alben/50/438650/6266303663613138.jpg

Auf der linken Seite kann man einzelne Doppelsterne auf ihre Schwierigkeit hin überprüfen, hier am Beispiel der leichteren Komponente von Epsilon Lyrae. Auf der rechten Seite kann man eine Textdatei einlesen und somit testen, und dann kann man diese verarbeiten (Process), dann wird eine Textdatei mit dem zugehörigen DI der Paare ausgegeben.

So habe ich die hier im Thread bespochenen Doppelsterne mal verarbeitet:
Code:
name                                                sep   mag1  mag2    DI
Epsilon Lyrae 1     .............................   02.4  05.2  05.5    67.04
Epsilon Lyrae 2     .............................   02.4  05.0  06.1    81.34
Pi-Bootis           .............................   05.5  04.9  05.8    46.95
Epsilon-Bootis      .............................   02.8  02.5  04.9    89.06
Delta Cygni         .............................   02.6  02.9  06.5    97.28
Pi-Bootis ist leicht (DI = 46.95), Epsilon Lyrae 1 (DI = 67.04) ist deutlich leichter als Epsilon Lyrae 2 (DI = 81,34), Epsilon-Bootis ist relativ schwer (DI = 89.06) und Delta Cygni ist nahezu unmöglich (DI = 97.28). Diese Werte geben die Erfahrungen bei der Beobachtung gut wieder, und man kann sich so im Vorfeld schon mal ein Bild von der zu erwartenden Schwierigkeit des jeweiligen Doppelsterns machen. Oder aber man überprüft eine Liste auf geeignete Doppelsterne für eine Beobachtung.

Im Artikel wird weiter unten dann beschrieben, wie man den maximal erreichbaren DI für seine persönlichen Bedingungen (Teleskop, durchschnittliche Sichtbedingungen, Beobachtungserfahrung, Sehvermögen etc.) bestimmen kann. Wie gesagt, ich hätte nicht erwartet, bei diesem Thema auch noch auf interessantes Mathe zu stoßen. Fuzzy Logic ist echt interessant! Nun weiß ich was ich mir darunter vorstellen kann.


Grüße,
Christian
 
Hallo zusammen,

Das Proggi Ladic.exe benutze/benutzte ich auch für die Bewertung der Doppelsterne. Nur schade das dieses nur bei Abständen zwischen [1..10] funktioniert. Aber schon ein tolles Programm, vor allem da man komplette WDS-Doppelsternlisten analysieren kann.

-Lothar
 
Hallo Lothar!

Besonders interessant finde ich, dass die Berechnungsmethode nur Skalen wörtlicher Abstufungen zu ihrer Herleitung verwendet, die aus der Erfahrung gewonnen sind. Diese sind über einen gewissen Bereich gültig. Diese Bereiche überlappen sich dann ggf.

siehe hier: Quelle: http://www.carbonar.es/s33/Fuzzy-splitting/fuzzy-splitting.html
Link zur Grafik: http://www.carbonar.es/s33/Fuzzy-splitting/fuzzy1.gif



Ich habe gestern Abend Epsilon-Bootis "Izar" trennen können! :cool:

Dazu war mein neuer 100mm f/10 Achromat notwendig. Bei 143x zeigte sich die Trennung deutlich, und auch die Farben waren gut zu erkennen.
 
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Moin Christian!

> Ich habe gestern Abend Epsilon-Bootis "Izar" trennen können!
> Dazu war mein neuer 100mm f/10 Achromat notwendig.

Glückwunsch! :super:
Jetzt, wo Du weißt, wie's geht, mach' Dich mit 70 mm ran, das ist eine Herausforderung! Ich hab's in einer guten Nacht mal mit meinem kleinen japanischen 60er geschafft... :augenrubbel:

Ich hab' nochmal meine kleine Liste mit Test-Doppelsternen auf den Server geladen. Bis zum Ende des Monats findet ihr die kleine Liste (.xls oder .txt) hier --> Klick mich! (Sie stammt von obiger "Spirit-of-33"-Seite und war da früher mal als schlecht lesbarer Scan hinterlegt.)
 
Hallo Christian,

wenn ich das richtig sehe, geht in diesen Index calculator der direkte Vergleich der verschiedenen Parameter der einzelnen Doppelsterne ein, um damit dann den DI - Indexwert zu bekommen, was natürlich schon einiges aussagt. Schöner wäre es noch, man könnte auch die Teleskopöffnung direkt eingeben.
Kann man das evtl. in einem anderen Fenster der Applikation vornehmen?

Gruß
Werner

 
Hallo Werner :huhu:,

nein, das geht leider nicht. Es ist ein ziemlich allgemeiner Index, den man aber für seine Bedingungen kalibrieren kann, indem man sich Doppelsterne im DI-Bereich 75 bis 100 heraussucht und diese zu trennen versucht. Damit hat man dann die ganz persönliche DI-Grenze und weiß dann ungefähr, wie man einen Doppelstern einschätzen kann.



@Micha: Ich glaube der obige Link funktioniert nicht. (?) Könntest du bitte noch mal schauen? Dankeschön! :huhu:
Und danke für die Glückwünsche! :) Eigentlich war es ziemlich leicht. Ich dachte ich guck nicht richtig, da ich es im 70er so überhaupt nicht gesehen habe. Ich bin mir aber sicher, im 70ger wirklich den Izar eingestellt gehabt zu haben. Komisch! Es bleibt also spannend. :biggrin:




Viele Grüße,
Christian
 
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Danke für die aufschlussreichen Beiträge und Tipps!

:super: :applaus: :biggrin:

Mein kleinstes Teleskop, mit dem ich eps Lyr vierfach sehen konnte, war ein Bresser 60/700 Refraktor, gekauft 1987.

Eintrag im Beobachtungsbuch vom 05. Nov. 1987: "... eps Lyr im 60mm Refraktor, f = 700mm, eindeutig als Vierfachsystem identifizieren
können (V = 117fach, Lufruhe 3/5)."


Grüße,
Torsten
 
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Hallo!

Ich habe die Epsilon's mehrfach mit dem E 50/540 beobachtet und getrennt. Bei 90fach waren beide Paare sicher mit Zwischenraum getrennt, den Anblick bei 54fach habe ich mal gezeichnet (am 12.06.1980), s. Anhang.

Gruß, Michael.
 

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Moin,

habe mich gestern auch mal an Izar versucht mit 60mm Öffnung;
nichts zu machen. Sichtbedingungen laut Meteo eher schlecht, auch Vollmond, aber trotzdem... :augenrubbel:

Dann hoch zu den beiden Zwillingen, da war wieder alles gut, sauber getrennt bei ca. 90 fach. Mit dem 6er bei 59fach leider nur, wenn auch sehr feine, längliche Striche.

Ich probier's noch mal!


frdl. cs Grüsse
Manfred
 
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Hi,

eps lyrae mit 50mm und 54x trennen, das erscheint mir physikalisch kaum machbar. Ich zweifle damit natürlich nicht deine Beobachtung von vor 32 Jahren an.

-lothar
 
Hallo Lothar!

Natürlich kann ich mich an die Beobachtung, bei der die Zeichnung entstand, nicht erinnern (ich war jung..;-)
2002 habe ich den Refraktor noch einmal gebaut und Epsilon beobachtet. In meinem Beobachtungsbuch steht zumindest "eine Komponente getrennt, eine als Acht gesehen", und beobachtet wurde mit den gleichen Okularen wie 1980. Bei der nächsten Gelegenheit werde ich das prüfen!

Gruß, Michael.
 
Hallo ihr lieben!

Zitat von atomicrooster:
habe mich gestern auch mal an Izar versucht mit 60mm Öffnung;
nichts zu machen. Sichtbedingungen laut Meteo eher schlecht, auch Vollmond, aber trotzdem... :augenrubbel:
Ich konnte auch nix sehen! Izar befindet sich ja zurzeit abends in Richtung West nahezu senkrecht über Arkturus und ist relativ hell, also auch leicht zu finden. Verfehlt haben, werde ich ihn nicht. Die Luft war bei mir auch recht unruhig und mit 70mm war erst mal nix zu sehen... mal sehen wie es bei gutem Seeing ausschaut.



@Michael: Hallo Michael! Deine Aufzeichnungen von 1980 haben wirklich Charme! ;) Zu der Zeit konnte ich noch nicht mal selbstständig aufs Klo gehen :biggrin:



Zitat von Lots:
Diese Top 200 most beautiful Double Stars-Liste finde ich besonders nett gemacht. Es ist alles schön ordentlich sortiert, nach Sternbildern sowie nach Rektaszension inklusive einer Beschreibung und einer Bewertung mit Sternchen (*). Die Doppelsterne sind relativ leicht und sollen schön anzuschauen sein. Toll!



Grüße,
Christian
 
Zitat von Christian_P:
Deine Aufzeichnungen von 1980 haben wirklich Charme!

Ja, stimmt! Ich habe den Ausschnitt auch extra in original Farbton des vergilbten Papiers gelassen!
Bei der Gelegenheit habe ich das alte Beobachtungsbuch wieder mal durchgeblättert. Jedes Mal, wenn Epsilon Lyr am Himmel stand, wurde das Fernrohr dorthin geschwenkt, auch später mit größeren Kalibern - ist schon was besonderes! Andererseits sieht man mit etwas Erfahrung sofort, was man in dieser Nacht von Himmel und Instrument erwarten darf!

Gruß, Michael.
 
Moin zusammen!

> eps lyrae mit 50mm und 54x trennen, das erscheint mir physikalisch kaum machbar.

So, wie das oben auf dem Foto zu sehen ist, zeigt sich das Doppelpaar erst bei höherer Vergrößerung, wobei das untere (waagerechte) gleichhelle Paar immer leichter zu trennen ist als das obere. Genau andersrum wie auf der Skizze. Bei 54fach sieht das garantiert nicht so aus, auch im Zeiss nicht. Auch der muß sich an die Physik halten, sprich: >>Er hat 2,4" Auflösungsvermögen.<<

Man kann natürlich die Wahrnehmung verbessern, wenn man Doppelsterne bei diesigem Wetter beobachtet oder ein Polfilter zwischenschaltet, wenn eine Komponente die andere überstrahlt. Manchmal hilft das.
 
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