EQ-Plattform, wie antreiben?

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AndreasD

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Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei, eine Äquatorial-Plattform für meinen 10 Zöller zu planen (www.duda-derwahl.de) und bin gerade bei der Antriebsfrage gelandet.

Wie ich es überblicke gibt es vier Möglichkeiten:

1. ungeregelter Gleichstrom-Getriebemotor wie ihn Reiner Vogel (und einige andere) bei seiner Plattform einsetzt (www.biophysik.uni-freiburg.de/Reiner/ATM/Plattform/Plattform.html)

Dabei sehe ich den Nachteil, daß ich dann wohl nicht mehr meine digitalen Teilkreise nutzen könnte.

2. das Ganze mit Rückkopplung über Encoder (hab ich noch nie gesehen und weiß auch nicht, ob ich das hinkriegen würde)

3. Schrittmotor mit entsprechender Ansteuerung

4. über einen Synchronmotor. Die sind wohl von Gleichlauf genau genug ich weiß aber nicht ob es die auch für eine Batterieversorgung (hab keine Lust auf Akku im Feld) gibt, bzw. ob es eine temperaturstabile, leicht regelbare, nicht zu teure und nicht zu komplizierte Ansteuerung dafür gibt.

Die Plattform selbst soll aus Holzresten (Küchenarbeitsplatte Buche, stabverleimt) entstehen und ist soweit entworfen:

Link zur Grafik: http://www.duda-derwahl.de/images/eq-3d-oben.jpg

Link zur Grafik: http://www.duda-derwahl.de/images/eq-shade-links-unten.jpg

Das Nordsegment soll eine zur Horiziontalen parallele Lauffläche erhalten, damit ich den Antrieb (Reibrad-Welle-Getriebe-Motor) schön in einer Reihe und parallel zum Erdboden montieren kann. Bisher habe ich nur Antriebslösungen gefunden, bei denen ein Schneckengetriebe dazwischen hängt, was ja immer eine 90 Grad Anordnung von Antriebswelle und Motor zur Folge hat, gibt es auch lineare Getriebe mit den erforderlichen Untersetzungen?

Ach ja, das Ganze soll natürlich auch noch relativ sparsam im Stromverbrauch sein.

Ist das die Frage nach der eierlegenden Wollmilchsau?

Über Anregungen freut sich,

Andreas
 
Hallo Andreas,

der ungeregelte Gleichstrommotor dürfte wohl das einfachste sein, wenn dich die Gleichlaufprobleme nicht stören. Für einfache Videoaufnahmen sollte die Genauigkeit eigentlich immer ausreichen.
Die Schrittmotorsteuerung ist in meinen Augen die beste Lösung, denn hier kann man eine vorhandene Steuerung recyceln. Sollte man keine Steuerung besitzen lohnt sich solch eine Anschaffung aber auch lohnen, denn eine parallaktische Montierung besitzt man später bestimmt und dann kann man die Steuerung weiterverwenden.
Die Rückkoppelung über Encoder halte ich für etwas übertrieben, da dürfte das Drücken der Stopp-Taste an der Schrittmotorsteuerung einfacher sein.
Für die Steuerung eines Synchronmotors benötigt man im schlimmsten Fall einen Frequenzwandler, ich denke da kommt man deutlich schwieriger ran als an eine Schrittmotorsteuerung. Passt die Geschwindigkeit des Synchronmotors aber genau zum Vorgetriebe kann man sich den Frequenzwandler möglicherweise sparen, wenn man eine um 1% zu hohe Nachführgeschwindigkeit benutzt. Man muss dann von Zeit zu Zeit einfach nur den Motor kurz stoppen.

Wo du gerade so nett an den Plänen für die Plattform arbeitest, kannst du mir mal so ein Teil für meinen 13"er rechnen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />?

MfG

Rainmaker
 
Hi Andreas,

- ungeregelter DC-Motor über Poti ist Höchststrafe, da bei Laständerung hinter dem Poti am Motor die Spannung zusammen bricht.

- Spannungsregelung über L200 oder LM317 ist da erheblich besser, bei rel. geringem Aufwand. Trotzdem fällt die Drehzahl bei Last schnell ab.

- Unser Projekt (Lutz, Karl Heinz und ich) beschäftigt sich aktuell mit DC-Getriebemotoren wie z. B. dem Conrad RB 35 und einer Drehzahlregelung über die im Anker induzierte EMK. Das Ganze sieht vielversprechend aus. Die Regelung funktioniert schon so gut, daß der Einsatz bei EQPs gut funktionieren würde. Die Platine hab ich schon geroutet, aber wir denken daß es noch besser geht.
Insofern wäre es m. E. sinnvoll, daß Du den Conrad RB35 mit Übersetzung 1:600 einsetzt, damit Du ggf später mal auf unsere Lösung aufrüsten kannst.
1:600 reiht leider noch nicht, aber preiswert ist da nicht an erheblich höhere Übersetzungen dran zu kommen.
Moooooment....Conrad hat auch noch andere Getriebemotoren mit so roten Kappen, die müssten noch höher übersetzt sein.

- Schrittmotor mit Mikroschritt ist ´ne feine Sache, m. E. aber zu teuer. Vielleicht kennt hier aber jemand eine günstige Quelle?

Jo... dat war´s soweit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />


Nachtrag: Hatte vergessen, daß ich auch ´nen NGC Max hab, der mit EQP leider auch nicht geht.
Ich kenne nur einen von Astrooptik Keller, der könnte das.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Rainmaker,

ich hab so einen Resteverwertungs-Tick, wenn es irgend geht mach ich was Selbstgebautes und besonders gerne schlachte ich alte Elektronik-Geräte aus (wie die Encoder meiner digitalen Teilkreise - aus einer alten PC Maus gebastelt).

Insofern würde ich ja gerne einen Schrittmotor eines alten Druckers oder eines alten Laufwerkes verwenden, hab aber nicht wirklich eine Ahnung, ob sich das vom Drehmoment und Stromverbrauch ausgeht...

Das ich einen solchen Antrieb allerdings später für eine parallaktische Monti verwerten würde kann ich mir nicht vorstellen, aber man soll ja nie nie sagen.

Ich brauche ja eigentlich nur einen Motor, der eine einzige Geschwindigkeit stur durchhält, egal welche Last anliegt und wie stark die Temperatur fällt.

Ich habe selbstgebaute digitale Teilkreise auf der Basis der Ek-Box (http://home.earthlink.net/~david.ek/digicircles/) und meines Palm Zire 71, den benutze ich mit Astromist und PalmDSC, beide Programmme können mit EQ-Plattformen zusammenarbeiten, aber das dürfte nur funktionieren, wenn die Plattform genau mit siderischer Rate bewegt wird. Sonst wäre wohl öfters ein neues Alignment nötig, was ich gerne vermeiden würde.

Ist wohl eine generelle Frage, ob ich die Plattform überhaupt genau genug einnorden kann, um das zu verhindern.

Sonst kann ich mir auch die Lösung mit ungeregeltem Gleichstrommotor wie folgt vorstellen:
- erstmal nach dem Aufbau der Plattform einen äquatornahen Stern bei hoher Vergrößerung einstellen und die Nachfürgeschwindigkeit möglichst genau mit dem Poti einjustieren
- jetzt zwei Sterne anfahren und die Teilkreise ausrichten
- nun drei/vier Stunden Beobachtungsspaß...

Wo du gerade so nett an den Plänen für die Plattform arbeitest, kannst du mir mal so ein Teil für meinen 13"er rechnen ?
Wenn man sich erstmal eingedacht hat ist es nicht mehr so schwer. Bei Reiner finden sich eigentlich alle Grundlagen, eine sehr empfehlenswerte Seite.
Es hat zwar etwas gebraucht bis ich mich einigermaßen in der CAD-Software zurechtgefunden habe, aber dann ist es wirklich ein große Hilfe bei der Konstruktion wenn man sich das Ganze am PC ansehen kann.

Jetzt muß ich die Plattform allerdings auch erstmal so hinkriegen, hoffentlich stellen sich dann nicht noch Konstruktionsfehler heraus...

Viele Grüße,
Andreas
 
Hallo Ekkehard,

ich habe nachdem ich diesen Thread aufgemacht habe, deinen Fred mit der Pulsweitenmodulierung noch ausgegraben und Karl-Heinz deswegen angeschrieben.

- Unser Projekt (Lutz, Karl Heinz und ich) beschäftigt sich aktuell mit DC-Getriebemotoren wie z. B. dem Conrad RB 35 und einer Drehzahlregelung über die im Anker induzierte EMK. Das Ganze sieht vielversprechend aus. Die Regelung funktioniert schon so gut, daß der Einsatz bei EQPs gut funktionieren würde. Die Platine hab ich schon geroutet, aber wir denken daß es noch besser geht.
Ist das die Schaltung aus diesem Funkschau-Artikel, die Karl-Heinz vorgeschlagen hat? Das hört sich wirklich vielversprechend an. Aber bin ich dann nicht doch auf eine Powerstation angewiesen? Mit vier AA NiCd-Akkus komme ich da ja wohl nicht mehr hin, oder? Und wie sieht es mit dem Gleichlauf aus? Ruckelt die Pulsweitenmodulation im Okular? Summt der Motor? Und wie stabil (Temperatur, Lastwechsel) ist die Drehzahl?

Wenn ich keine einfache Möglichkeit für einen Schrittmotorantrieb finde, ist der RB 35 sicher eine gute Wahl, entweder ungeregelt oder mit eurer Drehzahlregelung. Macht ihr ein paar Platinen mehr <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> ?

Nachtrag: Hatte vergessen, daß ich auch ´nen NGC Max hab, der mit EQP leider auch nicht geht.
Ich kenne nur einen von Astrooptik Keller, der könnte das.
Meine Teilkreise können das zumindest theoretisch. Ich benutze meinen Palm mit Astromist oder PalmDSC mit einer Ek-Box und Mausencodern. Es ist also ein Frage der Genauigkeit der Plattform, dann würde es auch mit den Teilkreisen klappen.

Sach mal "Bescheid" wenn Du mit deinen Versuchen fertig bist. Ich stelle mich auch gerne als Beta-Tester zu Verfügung, falls ihr welche brauchen solltet.

Viele Dank und viele Grüße,
Andreas
 
Moin Andreas,

Ist das die Schaltung aus diesem Funkschau-Artikel, die Karl-Heinz vorgeschlagen hat?

Richtichhhhhhh!

Der Chip ist schon sehr interessant, wenn er sich auch noch etwas weigert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Die Drehzahlregelung ist schon so gut, daß bei wechselnden Lasten die Drehzahl am Motor nur innerhalb 1% pendelt.
Mit geregelter Spannung liegt es um 6%.
Mit Poti sind´s ca. 50-60%

Ich denke daß spricht schon für sich.

U. E. geht das aber noch besser und deshalb hat der Lutz gerade einige Motore auf seinem Prüfstand und versucht das Ganze feiner abzugleichen...ist nicht einfach.

Ruckeln gibt´s da nicht, da die PW ja durch die Motor-Induktivität rel. glatt gebügelt wird.

Ein Schrittmotor ruckelt, es sei denn Du kommst günstig an Mikroschritt dran.

Eine PWM ist für DC-Motore wohl die Energiesparendste Art die Drehzahl zu regeln, allerdings läuft das System (derzeit) auf 12V.
 
- ungeregelter DC-Motor über Poti ist Höchststrafe, da bei Laständerung hinter dem Poti am Motor die Spannung zusammen bricht.

Hallo Ekkehard

tut sie das denn wirklich?

Ich verwende, wie Du weisst, an meiner Plattform einen ungeregelten Gleichstrommotor, und ich bin zufrieden damit. Dasselbe gilt für eine ganze Reihe von anderen Plattformen, die ähnlich aufgebaut sind. Hältst Du uns alle für zu unbedarft, um beurteilen zu können, was funktioniert und was nicht?

Ein Schrittmotorantrieb oder eine elektronische Regelung eines Gleichstrommotors ist natürlich eine schöne Sache. Aber ich denke, dass viele Leute von einem Plattformbau zurückschrecken, weil ihnen das zu komplex und zu aufwendig ist. Ich fände es besser, Du würdest einfachere Alternativlösungen auch als solche akzeptieren, anstatt sie unqualifiziert abzukanzeln. Solange Du keine Langzeit-Astrofotografie machen möchtest (und das ist bei den meisten Plattformbauern der Fall), ist ein ungeregelter Gleichstromantrieb eine funktionierende Sache.

Reiner
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Reiner,

warum so agressiv?

Ich finde deine Reaktion vollkommen überzogen und deplaziert!

Habe ich dir oder euch irgendwo irgendetwas abgesprochen?
Habe ich nicht mehrere Alternativen dargelegt?
Darf ich nicht meine eigene Meinung kundtun?

Wenn Du mit Poti zufrieden bist ist das schön, bevormunden was ich für richtig zu halten habe solltest Du mich deshalb nicht....das steht dir nicht zu!
 
Ekkehard

was findest Du an meiner Reaktion aggressiv? Dass ich bemängele, dass Du Alternativen "unqualifiziert abkanzelst"? Gerade das tust Du doch, indem Du eine funktionierende Lösung als einen kompletten Faux pas (Du schreibst "Höchststrafe") darstellst.

Aber das hat mit dem Thema nix zu tun und wir sollten das hier auch nicht ausweiten.
 
Moin moin Ekkehard,

danke für die Infos, das hört sich wirklich gut an. Ich denke, wenn ich nicht noch eine günstige Möglichkeit auftue, einen Schrittmotor (bzw. dessen Steuerung) drehzahlgeregelt (d.h. eigentlich brauche ich ja nur drehzahlstabilisiert, da eine Geschwindigkeit für meine Anwendung ausreicht) und ruckelfrei zu bekommen, wird es wohl der RB 35 werden, erstmal ungeregelt, später dann vielleicht PWM geregelt.

Ich denke für die meisten EQP Anwendungen reicht der ungeregelte völlig aus, bei guter Konstruktion der Plattform (d.h. Drehachse der Plattform geht durch den Schwerpunkt des Teleskopes) hat man ja auch im ruhenden Zustand kaum einen Lastwechsel, lediglich die leichte Schwerpunktverschiebung durch unterscheidliche Okulare hat da einen kleinen Einfluss.

Der durch das manuelle Positionieren des Telekopes verursachte Lastwechsel spielt ja ohne Teilkreise keine Rolle, da eine Schwankung der Plattformgeschwindigkeit ja spätestens wieder aufhört, wenn das Objekt angefahren ist und man nur noch durchs Okular schaut.

Dann hätten sich die Teilkreise allerdings schon verschluckt...

Ich bin eigentlich eher skeptisch, was die Aussichten beides zu nutzen angeht (Plattform und Teilkreise), aber man kann ja mal probieren...

Viele Grüße,
Andreas
 
Hallo Reiner,

ob das alles rhetorisch OK war gehört hier nicht hin - richtig.

Wohl aber m. E. ob meine Aussagen fachlich OK sind.
Und das sind sie!

Wenn Du mit einer Minimallösung zufrieden bist ist das natürlich OK, das habe ich weder angezweifelt noch kritisiert.
Das steht mir ebenfalls nicht zu und das würde ich auch nicht machen.
Wenn jemand mit einem f/8 Fraunhofer Planeten schaut und das gut findet ist das auch OK....der Glückliche.
Beides ist aber - nach meiner Meinung und nur die vertrete ich - doch wohl zumindest Diskussionswürdig.

Eben das sprichst Du mir ab und nennst meine Darlegung unqualifiziert - ich nenne das agressiv und unangebracht, von der fachlichen Seite mal ganz zu schweigen..
Wenn Du eine andere Meinung hast akzeptiere ich das, scheint von deiner Seite her aber nicht auf Echo zu stoßen.
Eben das verwundert mich doch sehr, zumal wir ja schon freundlichen und konstruktiven Kontakt hatten!?

Ein "Das sehe ich anders und in der Praxis funktioniert meine Lösung einwandtfrei, verstehe gar nicht wieso Du soviel Aufwand....." hätte vollkommen ausgereicht oder?

Viele lassen die Finger davon weil es zu kompliziert erscheint?
Was ist das für ein Argument gegen die Nennung von Fakten, die beschreiben daß es erheblich besser geht?
Dabei dann noch mehrere Alternativen zeigend, die Du mir ebenfalls in deinem ersten Posting absprichst!?

ICH würde nie den Materiellen und Arbeitsmäßigen Aufwand eine EQP zu bauen einsetzen, wenn ich dann am Schluß die schlechteste aller möglichen Drehzahl-"Regelungen" einbaue, die unnötig massenweise Energie verheizt und gleichzeitig noch den schlechtesten Gleichlauffehler aller möglichen Lösungen nach sich zieht.
Und warum...um letztendlich 3,- Euro für z. B. einen LM317 zu sparen?
Also da habe ICH erheblich differente Vorstellungen.

Wenn Du meine Einstellung nicht teilst, akzeptiere ich das natürlich auch, aber deshalb ist sie nicht unqualifiziert.
 
Hallo Andreas,

ja eben wegen der Keller-Teilkreise und wegen der Möglichkeit auch andere, nicht 100%ig dazu passende Teleskope mit der selben EQP erfolgreich zu betreiben ist das Projekt gestartet worden.

Die Nachrüstung wird Pillepalle: Den DC-Motor an 2 Klemmen und die Versorgungsspannung an 2 Klemmen - fertig.

Wenn das alles gar ist, melde ich mich dazu in den Foren.

Bis dahin <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />
 
Hallo nochmal in die Runde,

ich habe ein altes DVD-Laufwerk geschlachtet (war eh defekt) und bin auf einen Schatz an Möglichkeiten gestoßen:

- ein Linearschlitten mit Schrittmotor (war am Lesekopf)
- ein DC Motor (zum Öffnen und Schließen des DVD Fachs)
- ein Motor zum Antrieb der DVD mit drei Zuleitungen (vielleicht ein Synchronmotor?)


So siehts aus:

Link zur Grafik: http://www.duda-derwahl.de/images/motors_m.jpg

Jetzt frag ich einfach mal blöde in die Runde:
kann man den Schrittmotor für einen Antrieb der EQP verwenden, oder ist der gar zu klein (Ausmaße 1cm Höhe, 1.5 cm Durchmesser). Im Laufwerk positioniert er den Linearschlitten samt Lesekopf, beim manuellen Drehen der "Schnecke" (ist eher eine Walze mit Spiralnut) ist jedenfalls einiger Widerstand zu spüren. Wenn ich da genug untersetze...

Eine simple Schaltung (Vollschritt und Halbschrittbetrieb) hab ich mittlerweile auch aufgetan, ich hatte tatsächlich in meiner Ausgabe Amateur Teleskope Making (herausgegeben von Stephen Tonkin) einen Artikel von Chuck Shaw, der Schaltungen zur Spannungsstbilisierung eines DC Motors und auch für Schrittmotoren beinhaltet. Man sollte seine Quellen gründlicher lesen...
Er gibt an, daß für eine ruckelfreie Bewegung der Plattform ca. 60 Schritte pro Sekunde mindestens nötig sind.

Jetzt hab ich die Leitungen auf der Laufwerksplatine zum Steuerchip zurückverfolgt und bin auf einen:

BA5810FP

Treiber-Chip gestoßen. Kann mir einer sagen, wo ich ein Datenblatt dafür herbekomme? Googeln gibt nur heraus, daß bei Ibäh öfters einer zur Reparatur von defekten Playstations PS2 gebraucht wird.

Eure Anregungen und Hilfe sind wie immer sehr willkommen.

Andreas
 
Hallo Ekkehard und die anderen,


Was ist in dem Zusammenhang (für mich nicht nur für eine EQ-Plattform interessant) vom CB65 von Pollin zu halten?
310334 in der Suche auf www.pollin.de eingeben.

Die amerikanischen EQP-Bauer reden von der Königslösung "Hurst-Motoren", gemeint sind Steppermotoren der Firma Hurst, z.B. diese hier: LSG35. Die kosten um die $60, im Ausverkauf kommen die Bastler aber immer auch für $5-$20 an diese heran. Ob man ähnliche Motoren zu einem ähnlichen Preis auch in Deutschland herbekommt?

Wollte mir in ein paar Monaten (sobald der Daumensehnenriss verheilt ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />) nämlich auch mal langsam eine EQP bauen!

Viele Grüße,
Michael
 
Hallo liebe Leute,

nun muss ich mich hier doch mal melden - nachdem ich die Diskussion über Gleichstrommotor und Co. mitbekommen habe.

Zunächst erst mal folgendes: ich habe Reiners einfache Lösung verwendet weil ich tatsächlich zu faul war eine konstante Stromquelle zu bauen was für mich überhaupt kein Thema gewesen wäre, da ich selbst Elektroniker bin.

Ich kann dazu sagen, dass Ekkehard zwar Recht hat was die Theorie angeht, die Praxis aber doch anders aussieht. Es stimmt natürlich: für eine konstante Drehzahl braucht man hier eine konstante Stromquelle, punkt. Sofern eben die Theorie. Und ja, auch ich habe den Poti vor dem Bau skeptisch überlegt.

Und dann... habe ich doch die "unvernünftige" Lösung erst einmal ausprobiert. Und was stellt sich heraus? Die Praxis sieht völlig anders aus. Die Bedenken treffen bei meiner Plattform (und meiner Verwendung!) nicht zu und ich muss da den Reiner 100% zustimmen, den Poti als "Höchststrafe" zu bezeichnen ist für mich schlicht und einfach nicht richtig - meine Praxiserfahrungen zeigen das einfach:

Drehzahlschwankunken:
kann ich bei meine Plattform visuell nicht feststellen, nicht bei kaltem wetter und auch nicht bei extrem hohe Vergrößerungen über längere Zeit hinweg. Am Beobachtungsanfang wird der Poti gestellt und Ruhe is, stundenlang!

Stromverbrauch:
Ist ein Witz! Die Plattform hatte ich am Anfang an 4 AA Accus und lief ca. 16 Stunden, bei den letzten 3 Stunden musste ich den Poti 1 bis 2 mm nachstellen. Feierabend. Mittlerweile habe ich mein Lüfter für den GSO und die Platform zusammen an einer 7 Ah Powertank. Die 4,5 V mache ich mit einen Umwandler von 6 Euro ( hier zu sehen ). Das ganze hält nun seit Monaten - mittlerweil über 100 Stunden (beleuchtung + plattform + lüfter) ohne Nachladen und ohne nur eine winzige Drehzahländerung... Gut... vielleicht würde ich eine bemerken wenn ich fotografieren würde oder ähnliches, aber visuell.... merke ich da goar nischt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Die "Probleme" sind (für mich) in der Praxis also überhaupt nicht wahrzunehmen.

Überhaupt kann ich alle Leute hier nur beruhigen: ich hatte soviel angst dass ich vielleicht ein Rechenfehler gemacht hätte, und das die Plattform dadurch nicht funktionieren würde. Ich habe sogar ein Prototyp gebaut nur weil ich dachte, den Winkel von 50.88 grad nicht wirklich treffen zu können.

Was stellte sich nun heraus: der Prototyp war dermaßen gut, dass ich keine "echte" Version mehr gebaut habe. Es standen schon mal völlig andere Teleskopen drauf, bin schon mal nach Belgien damit gefahren und habe sie dort betrieben an völlig andere Breiten... nie habe ich Abweichungen in der Nachführung visuell feststellen können. Ich will nur sagen: soooooooo wahnsinnig empfindlich ist die Berechnung also nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />

Das wirklich zu überwindene Problem war für mich also die Berechnung (ich habe übrigens eine Excel-Datei, womit man Reiners Plattform für jedem Dobs in nur wenige Minuten umberechnen kann) und den Reibantrieb.

Es hat nämlich eine Weile gedauert, bis der Antrieb bei jedem Wetter auch wirklich "gegriffen" hat. Die Lösung war einen Gummischlaug aus dem Aquarium-Geschäft, die über die Antriebswelle geschoben wird.

Ich hoffe nun dass jeder mit meinem Beitrag für sich die richtige Entscheidung treffen mag <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />

In diesem Sinne - CS für uns alle! fred
 
Hallo Michael,

der CB65 wird daran auch funktionieren.
Soooooo kritisch sind die Anpassungen nicht, wenn der Motor in ähnlicher Leistungsklasse liegt.
Das sind zumindest unsere derzeitigen Erkenntnisse....

Na klar ist ein Schrittmotor in Mikroschritt noch besser, aber ich denke, daß er auch einiges teurer ist....falls man nicht irgendwie an ein Schnäppchen kommt.

Gute Besserung !
 
Hallo Michael,

Stimmt doch gar nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/blush.gif" alt="" />

Hab die Suche nicht auf ausländische Seiten erweitert...

Das Datenblatt muß ich mir mal in Ruhe zu Gemüte führen.
Bin ja nicht so der Elektronik Crack, mal schaun, ob ich noch ein paar Fragen dazu habe...

Vielen Dank fürs googeln.
Andreas
 
Hallo Fred,

vielen Dank für deinen Bericht aus der Praxis.

Ich werde es wohl auf alle Fälle genau so wie Du machen, erstmal schaun, ob die einfache Lösung ausreicht, dann kann ich ja immer noch aufrüsten.

Deine Erfahrungen mit verschiedenen Teleskopen und verschiedenen Standorten sind sehr beruhigend. Solange die Mechanik eine leicht verkippte Stellung ermöglicht und die Kegelachse auf Polaris ausgerichtet ist, sollte es funktionieren (bei meiner Konstruktion wird die obere Plattform irgendwann allerdings von der unteren runterfallen).

Chuck Shaw beschreibt eine Scheiner-Methode für die EQP, mit der kann man die Achse genau ausrichten. Alles was dann noch an Drift da ist, ist aufgrund der Laufungenauigkeit der Plattform. Das werd ich vielleicht mal, wenns soweit ist, ausprobieren.

Aber bis dahin muß ich erstmal das Bauen hinbekommen.

Viele Grüße,
Andreas
 
Hallo Andreas,

sorry, ich war in letzter Zeit etwas im Stress <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" /> und hab die Diskussion nicht richtig verfolgt.

Auch ich bin noch immer auf der Suche nach der ultimativen Lösung - einfach, billig, klein, leicht, hochpräzise, leistungsstark und jahrelanger Dauerbetrieb mit einer Knopfzelle <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />. Man kann wohl nicht alles haben...

Die simpelste Lösung ist der ungeregelte Motor, vor allem mit Konstantspannung betrieben (hallo Ekkehard - es gibt noch schlimmeres als Poti: Konstantstrom! Damit ist das Drehmoment ziemlich lastunabhängig, aber die Drehzahl schwankt wild mit jedem Lastwechsel. Das ist zumindest perfekt zum halbmanuellen Spulenwickeln...).

Schrittmotor ist bei guter Ansteuerung sehr präzise (quarzgenau), aber der Wirkungsgrad ist eher bescheiden. Falls du nur eine einzige nicht zu hohe Frequenz fahren willst, gibt's noch eine nette ruckelfreie Lösung: analog ansteuern mit Sinusstrom. Simpler Feld/Wald/Wiesentreiber (MC3479 o.ä.), Drosselspulen zur Entkopplung und Motorspulen mit Parallelkondensatoren zu Schwingkreisen ergänzt. Betriebsart ähnlich wie bei Synchronmotoren, aber 2 Sinusspannungen 90° phasenverschoben. Ich hab früher mal so was ähnliches ausprobiert, hat gut funktioniert. Ist aber ein ziemliches Gefummel, bis man die richtigen Bauteilwerte hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />

Mein Traum ist immer noch ein PWM-betriebener Gleichstrommotor mit optischer Drehzahlmessung (du hast ja Erfahrung mit Mäusen) und kleinem Microcontroller zur Regelung. Sehr effizient, sehr einfacher Aufbau, sehr präzise - aber auch sehr anspruchsvoll zu realisieren (smpler PID-Regler versagt hier leider <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />).
Ich suche immer noch Freiwillige, die immer mal schon einen Microchip programmieren wollten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Vielleicht ist der einfache ungeregelte Motor doch ein guter Kompromiss mit späterer Ausbauoption...

Gruß
Karl-Heinz
 
Hallo Karl-Heinz,

schön daß Du dich hier noch zu Wort meldest.

Die simpelste Lösung ist der ungeregelte Motor, vor allem mit Konstantspannung betrieben..
Meinst Du damit die Ansteuerung mit z. B. LM317 oder was verstehst Du in diesem Fall unter Konstantspannung?



hallo Ekkehard - es gibt noch schlimmeres als Poti: Konstantstrom..
Wird sowas gemacht? Ich meine ist das nicht Aufwand, der heftig nach hinten los geht und somit wohl kaum praktiziert wird?



Vielleicht ist der einfache ungeregelte Motor doch ein guter Kompromiss mit späterer Ausbauoption...
Sehe ich auch so, da kann jeder selbst sehen ob es für das System und die persönlichen Anforderungen reicht.
 
Hallo Karl-Heinz und die anderen,

auch von mir vielen Dank, daß Du dich meiner Frage annimmst. Großes "thumbs up" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />.

Zur analogen Ansteuerung von Schrittmotoren: das stelle ich mir (als Laie) aber mit noch mehr Verlusten behaftet vor als eine einfache Schrittmotorsteuerung, da man ja auch erstmal die zwei Sinusschwingungen aus dem Gleichstrom machen muß.

Für eine einfache Schrittmotor-Ansteuerung verwendet Chuck Shaw im oben angesprochenen Artikel einen Motorola SAA 1042 Steuerchip (den gibts glaube ich nicht mehr) und einen 555 (?) Zeitgeber, damit geht ein Voll- und Halbschritt-Betrieb. Diese Ansteuerung verwendet aber auch 12 V als Spannungsquelle, und die Powerstation würde ich ja gerne vermeiden.

Ich hab jetzt auch eine Schaltung zur Ansteuerung eines 220V Synchronmotors (aus altem Plattenspieler?) gefunden von David Johnson, dabei wäre aber ebenfalls eine 12V Spannungsquelle nötig und ich hätte Bedenken, im Feld mit 220V bei nassen Bedingungen konfrontiert zu werden.
Vorteil wäre allerdings ein wohl überlegen vibrationsarmer Lauf. Macht aber für EQPs wohl kaum einen Sinn.

Ich suche immer noch Freiwillige, die immer mal schon einen Microchip programmieren wollten
Microchips zu programmieren fänd ich zwar reizvoll, aber über QBasic und ein bischen TP bin ich nie hinausgekommen, da wäre ich hoffnungslos überfordert.

Ich glaube, ich bleibe beim DC-Motor mit den von euch so schön erarbeiteten upgrade Möglichkeiten. Da bin ich am flexibelsten und habe Luft für Verbesserungen, falls ich feststelle, daß es nicht für meine Anwendung ausreicht.

Ich suche mir schon die Finger wund nach einem Getriebemotor mit 1:10.000 Untersetzung (o.Ä.), da ich gerne die Motorachse in Linie mit der Reibwelle/-achse montieren würde und dafür die 1:20 Schneckeraduntersetzung von Reiner gerne vermeiden würde.
Bei Conrad oder Pollin hab ich da leider nichts gefunden.
Wer was weiss, bitte melden!

Viele Grüße,
Andreas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Andreas,

Ich suche mir schon die Finger wund nach einem Getriebemotor mit 1:10.000 Untersetzung (o.Ä.), da ich gerne die Motorachse in Linie mit der Reibwelle/-achse montieren würde und dafür die 1:20 Schneckeraduntersetzung von Reiner gerne vermeiden würde.

...ich habe einen Faulhaber mit 1:20.000 über Ebay für 10,- Euronen bekommen.
Ein Sahneteil mit sehr ruhigem Lauf und fast Spielfreiem Getriebe - kein Vergleich zum Conrad-Getriebemotor.
Diese Antriebe oder auch einzelne Getriebe gibt es von Maxon und Faulhaber.....allerdings zu heftigen Preisen.

Faulhaber hat auch welche mit 1:50.000
Da benötigst Du nur einen 16mm dünnen DC-Motor dran, weil der Motor durch die große Übersetzung natürlich nicht mehr so viel ziehen muß.
 
Hallo Ekkehard,

...ich habe einen Faulhaber mit 1:20.000 über Ebay für 10,- Euronen bekommen.
Prima, danke für den Tip. Ich bin bei Ibäh auch schon über die Faulhabermotoren gestolpert, die gab es aber (bei Modellbau) in größeren (oder niedirgeren?) Untersetzungen, halt nicht untersetzt genug...

Was ganz abgefahrenes hab ich da auch gesehen, einige Motoren mit optischem Drehzahlsensor hinten an der Achse. Da könnte man doch... (Nein, ich werde nicht anfangen Mikrocontroller zu programmieren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />)

Wer warten kann, hat bei Ibäh manchmal das Glück genau das, was man braucht zu ergattern.

Viele Grüße,
Andreas
 
Hallo Andreas,

von Faulhaber oder Maxon gibt es auch solche mit integrierten Sensoren verschiedenster Bauart.
Hab ich auch schon bei Ebay für´n Eiergeld gesehen.

Also die Faulhaber <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grknie.gif" alt="" />
 
Hallo,

um sich eine EQ-Plattform vom Typ "Fujtor" auszurechnen hat Fred ja so eine Excel-Tabelle an Interessenten verteilt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />.

Da mir das mit dem Excel als Linuxer nicht so geschmeckt hat (ja, ich weiß, es gibt Openoffice <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />), habe ich das Excel-Sheet flux mal für Javascript-fähige Browser umgemodelt - natürlich mit Erlaubnis von Fred!

Eine erste Version gibt es hier: EQP-Berechnungen. Links die gewünschten Werte eintragen, rechts die restlichen Werte ablesen. Hilfen zu den einzelnen Werten kommen nach und nach.

Auch wenns nicht ganz zum Thread hier passt, wollts halt nur mal gesagt haben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Grüße,
Michael
 
Hallo Michael,

prima Sache das!

Anmerken möchte ich hier für die Interessenten mit einem relativ hohen Schwerpunkt des Teleskopes, daß es auch die EQP-Bauform gibt, wo das Südlager statt aus einer Achse - analog dem Nordsegment - aus einem Kreissektor besteht. Das ist in der Bauform dann nicht so lang, dafür etwas aufwendiger zu bauen.

Viele Grüße,
Andreas
 
Hallo zusammen,

der konstantbestromte Motor ist sicher nicht ganz so üblich, aber wo man konstantes Drehmoment braucht schon gelegentlich im Einsatz (wie erwähnt beim Spulenwickeln).

Aber zurück zum konstantgedrehten Motor: Eine Idee hab ich noch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />

Wenn's ein Motor mit Lichtschranke sein darf (fertig integrierter oder selbst drangepfriemelter Chopper z.B. aus einer toten Maus), kann man die Chopperfrequenz leicht in eine Gleichspannung umwandeln. PI-Regler dahinter, Regel-Ausgangsspannung in Pulsweitenmodulation umwandeln, über Endstufe auf den Motor - fertig. Nicht quarzstabil, aber einen Versuch auf einer Lochrasterplatine wert.

Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/attachment_upload/457057-MotorRegler061024.gif

Das Signal vom Chopper (=Lichtschranke mit einem vom Motor angetriebenen Zerhackerrädchen) wird vom ersten Schmitttrigger (a) aufgehübscht und mit C1/R3 in Nadelimpuls verwandelt, die über T1 den Kondensator C2 entladen. Über P1/R4 wird dieser in konstanter Zeit aufgeladen, so dass nach Schmittrigger b Pulse mit konstanter Länge anliegen. Mit R5/C3 geglättet gibt das eine Spannung, die proportional zur Drehzahl ist. Die restliche Schaltung mit einem Standard Dual-Operationsverstärker (LM358 o.Ä) regelt nun die Drehzahl so, dass diese Spannung genau U/2 ist (R6=R7).
Schmitttrigger c erzeugt eine Dreieckspannung (15-25kHz), die vom 2.Verstärker als Komparator mit der Regel-Ausgangsspannung verglichen wird und daraus ein Rechtecksignal mit variablem Tastverhältnis erzeugt. Schmitttrigger d dient nur noch zum hübschmachen, da der LM358 der Schnellsten einer nicht ist und verschliffene Flanken liefert.
Die beiden übigen Schmitttrigger (der HC40106 hat 6 davon in einem Gehäuse) könnten mit wenig Aufwand noch herhalten für eine Überwachung der Batteriespannung (blinkende LED) und zu einem Hilfsgenerator zum Einstellen der Regelung ("Expertemodus").
Den 3V-Regler könnte man vielleicht auch ganz weglassen oder durch einen Widerstand ersetzen (als Entstörglied zusammen mit C6).

Das Ganze ist ein ungetesteter Schnellschuss - sollte aber brauchbar funktionieren. Die Bauteilwerte muss ich noch durchrechnen (10kOhm wenn nix dransteht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />), falls jemand Interesse hat und bereits dabei ist, den Lötkolben vorzuwärmen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />.

Wenns doch Schrittmotor sein soll, gibt's sicher irgendeinen Ersatz für den verblichenen SAA1042 (das war auch mein erster Treiber, vielleicht hab ich noch ein Exemplar unten in der Bastelkiste <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />). Die neuen Typen aus meinem Fundus haben aber alle Betriebsspannungen ab 7V aufwärts <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />. Ein simpler Schrittmotortreiber wär jetzt aber wieder was für einen Microchip - der Code dafür ist gaaaanz einfach und ideal als Einstieg (hallo Andres <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />). Allerdings braucht man wohl noch ein paar extra Treiber am Ausgang, um den höheren Spulenstrom zu bringen. Damit ist dann Betrieb ab 3V drin - nur der Stromverbrauch ist viel höher als beim DC-Motor <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />

Unentschiedene Grüße
Karl-Heinz
 
Hallo Karl-Heinz,

wow, das würde ich auch gerne können, mal eben so eine Schaltung aus dem Ärmel schütteln.

Vielen Dank dafür, und vor allem für die Erklärung dazu (damit wir elektronischen Dilletanten auch was lernen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" />)!

Wenn ich dich recht verstehe, hätte diese Schaltung den Vorteil, daß sie im Gegensatz zu der PWM-Schaltung die Ekkehard und Lutz im Moment in der Testphase haben mit einer niedrigeren Spannung auskäme (4 AA Akkus, 5V?)?

Das wäre natürlich zwecks Powerstationsvermeidung sehr interessant, ich würde aber erstmal die Plattform fertigbauen und sehen, welchen Motor ich dazu von der Geometrie her am besten einsetzen kann. Ich hätte ja gerne eine Motor/Getriebe Kombi, bei der ich ohne nachgeschaltetes Schneckengetriebe die benötigten 0,2 U/Min erhalte. Da kommt wahrscheinlich dann wirklich nur Faulhaber in Frage (oder doch ein Schrittmotor...)

Ein simpler Schrittmotortreiber wär jetzt aber wieder was für einen Microchip - der Code dafür ist gaaaanz einfach und ideal als Einstieg (hallo Andres )
Ein paar PIC16F84 hab ich sogar noch, allerdings müßte ich mir noch einen PIC Programmierer zulegen. Ich hab mal einen gaaanz simplen versucht zusammen zulöten, hab ich aber nicht ans Laufen gebracht...

Damit ist dann Betrieb ab 3V drin - nur der Stromverbrauch ist viel höher als beim DC-Motor
Warum verbaucht denn ein Schrittmotor mehr als ein DC Motor? Liegt das an der "Leerzeit", bei der noch Strom durch die Spule fließt wenn der Rotor eingentlich schon in der Endposition angelangt ist, der Schritt also schon gemacht ist?

Und wieviel mehr ist denn "mehr"? Der Wirkungsgrad ist ja bei der hohen Untersetztung der DC Motoren auch nicht mehr der beste, so daß der Effekt ja vielleicht ein wenig kompensiert wird (gesetzt den Fall daß der Wirkungsgrad beim Schrittmotor besser ist).

Möglichkeiten über Möglichkeiten...

Ebenfalls unentschiedene Grüße,
Andreas
 
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