Equipment für Planetenbetrachtung beim Newton 200/1200

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messyOne

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Moin,

ich konnte nun ein wenig mehr Erfahrungen mit meinem Newton 200/1200 sammeln und habe nun auch die ersten Outdoor-Erlebnisse gemacht. Ich muss allerdings sagen, dass mich das "Rausfahren" doch ein wenig hemmt. Mein Balkon ist gut ausgerichtet, aber hat ein wenig unter der Lichtverschmutzung zu leiden. Momentan faszinieren mich noch der Mond und die Venus am meisten.
Mein Teleskop (Newton 200/1200) ist jetzt nich unbedingt für die Planetenbetrachtung ausgelegt, aber ich würde mich dennoch zunächst darauf konzentrieren. Mein größtes Problem bei der Venus ist dessen Helligkeit. Bin ich da mit einem Graufilter, der zur Mondbetrachtung verwendet werden kann, gut bedient?
Dadurch, dass mein Newton eine große Öffnung hat, wird viel Licht gesammelt. Würde sich da ein Barlow Linse nicht anbieten? Für die größte Vergrößerung sorgt momentan ein 6mm Planetary Okkular.

Viele Grüße,
Daniel
 
Hallo Daniel,

es gibt einige Leute, z.B. mich, die nur auf dem Stadtbalkon gucken. Da geht einiges trotz Streulicht.
Zum Thema Venus: Da gibt es hier mehrere Threads. Die Tipps sind im wesentlichen: schon wenn bei Tag/Dämmerung angucken, wenn die Venus noch weit oben ist und der Kontrast nicht so stark.
Ansonsten kann man wie beim Mond auch absichtlich etwa Licht machen, damit die Dunkeladaption der Augen gar nicht so stark eintritt. Dann blendet es auch nicht so sehr.

Zum Thema Barlow kann ich nichts sagen. Nehme ich nicht, wenn ich ein passendes Okular habe. Ist wohl eher zum Fotografieren interessant.

Viele Grüße
Spunti
 
Hallo!

Ich verwende zur Beobachtung der Venus mit dem 200/1200 Dobson einen Neutralfilter (wie beim Mond) plus einen violetten Farbfilter. Das dämpft die Helligkeit auf ein angenehmes Maß und der Violettfilter zeigt bei gutem Seeing sogar die eine oder andere Wolkenstruktur.

Eine Barlowlinse würde ich hingegen nicht verwenden. Die bringt nur zusätzliches Glas in den Lichtweg und verschlechtert damit die Abbildung.

Mit deinem 6mm Planetary hast du 200fache Vergrößerung. Je nach Luftunruhe sollte dein Teleskop aber problemlos Vergrößerungen bis rund 350 fach schaffen. Also wäre die Anschaffung eines hochwertigen Okulars mit etwa 3,5 bis 4mm Brennweite sicher etwas um Monddetails oder Planeten besser zu erkennen (vorausgesetzt die Luftunruhe spielt am jeweiligen Abend mit).

Ich nutze dafür an meinem 200/1200 Dobson ein 3,5mm Delos Okular von TeleVue. Sehr teuer, aber der Unterschied zu anderen, preiswerten, Okularen ist gerade an Planeten enorm!

Grüße, Mario
 
Moin,

die Bestellung für Adapter und Graufilter gehen bald raus:
Adapter (Omegon Twist Lock Adapter 2''-1.25'')
Graufilter (Explore Scientific Graufilter ND 0.9 2")
Sollte passten, oder?

Ich nutze dafür an meinem 200/1200 Dobson ein 3,5mm Delos Okular von TeleVue. Sehr teuer, aber der Unterschied zu anderen, preiswerten, Okularen ist gerade an Planeten enorm!
Der Preis ist schon ne Hausnummer. Gibt es noch vergleichbare Okulare in einem niedrigeren Preissegment? Hat da jemand Erfahrungen gemacht?

Viele Grüße,
Daniel
 
Hallo Daniel,

die Baader Morpheus, ich habe leider (noch) keines, sollen recht gut sein.
Im Moment liegen die bei 199,95 €.
Sind sonst auch 50,-€ teurer.
 
Hallo Mario, hallo Daniel,

Je nach Luftunruhe sollte dein Teleskop aber problemlos Vergrößerungen bis rund 350 fach schaffen.
da habe ich bei Beobachtungen vom Balkon aus meine starken Zweifel. Man sollte seinen Okularkauf - zumindest nicht am Anfang - nach der einen Ausnahme Nacht die man pro Jahr hat richten. Da ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Ich rate eher zu einem guten 4,5 oder 5mm Okular.

Gruß Uwe
 
Hi Daniel,
ich verwende ein TV Nagler Zoom 6 - 3mm, damit komme ich an meinem f7-Refraktor an/über die max. sinnvolle Vergrößerung; sollte für deinen Newton auch passen.
Ist halt ein kleines Gesichtsfeld, dh ohne Nachführung wohl nicht so bequem und wirklich nur für Planeten, auch ohne Flatener; und ich habe keine persönl. Erfahrung mit diesem Okular an einem (Newton-)Reflektor.
Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, so ein Zoom an deinem Teleskop zu testen?

CS, Woody
 
Hallo Daniel,

das 6mm Planetary ist schon eine gute Wahl, da würde ich mir jetzt nicht unbedingt ein weiteres Okular mit 4-5 mm zulegen. Das wird Dir wahrscheinlich nur ganz selten etwas mehr zeigen. Wann sind da die Bedingungen schon mal so gut, also aus meiner Erfahrung fast nie. Nein da finde ich die 6mm schon gut gewählt. Außerdem bringt das bei der angesprochenen Venus eigentlich nichts außer das sie etwas größer ist.

Bin ich da mit einem Graufilter, der zur Mondbetrachtung verwendet werden kann, gut bedient?
Kann man nehmen aber das geht auch ohne, einfach früher beobachten. Am Taghimmel oder zu Beginn der Dämmerung überstrahlt die Venus nicht so stark und lässt sich wunderbar beobachten.
Wenn eine farbige Venus nicht stört wären Farbfilter eine günstige Möglichkeit die Sichel oder eventuell Strukturen besser zu erkennen. Ich nutze die ja für meine Venusaufnahmen, siehe die Infos hier: https://forum.astronomie.de/threads/venus-mit-strukturen-dank-farbfilter-genaue-infos.282837/
Besonders Post 11 könnte da interessant sein, da ich dort unbearbeitete Einzelbilder als Ani zeige.
IR geht zwar visuell nicht aber mit Rotfilter kommt man dem schon nahe. Die Venussichel ist besser zu erkennen, da sich in dem Lichtbereich das Seeing weniger auswirkt. Der Violettfilter ist unschärfer aber bei gutem Seeing sieht man schon im Livebild schwache Strukturen.

Würde sich da ein Barlow Linse nicht anbieten?
Nein, nur für Aufnahmen aber visuell reicht das 6mm Okular locker.

Gruß,
Holger
 
Der Preis ist schon ne Hausnummer. Gibt es noch vergleichbare Okulare in einem niedrigeren Preissegment? Hat da jemand Erfahrungen gemacht?

Vergleichbar: Nein! (Sonst würde sich wohl keiner mehr ein Delos kaufen.)

Aber etwas niedriger im Preis und auch recht gut finde ich die Baader Morpheus, die TeleVue Delite und die Explore Scientific 82°.

Und die anderen haben schon recht. Das 3,5mm geht am 8'' Dobson bei weitem nicht jede Nacht. Es kommt aber auch auf die eigenen Vorlieben an. Der/die eine mag lieber ein etwas kleineres knackscharfes Bild, der/die andere lieber etwas größer und dafür nicht ganz so scharf.
Ich hab hier am Alpenrand wohl auch das Glück meist sehr gutes Seeing zu haben - bei mir geht 340fache Vergrößerung im 8'' Dobson doch recht regelmäßig.

Mario
 
Hallo Freunde

Ich habe schon oft mit verschiedenen 8"-F6-Dobsons Planeten beobachtet. Habe auch selbst einen. Dazu habe ich immer wieder mal ein 4MM Okular ausprobiert, bin aber immer wieder reumütig zum 5MM Okular zurückgekehrt. Das 5MM Okular, ob Takahashi LE oder Nagler ist bei F6 einfach das Arbeitstier. Es wird hier am meisten verwendet. Der wechsel von 6-(200-fach) auf 5MM (240-fach) hört sich nach wenig an, ist aber faktisch schon eine Steigerung um 20%. Eine weitere Steigerung zum 4,5MM-Delos-Okular (267-fach) ist vielleicht auch noch denkbar aber 4MM... nein. Der "Schluck aus der Pulle" mit einer Steigerung von 50% auf 300-fach ist einfach zu viel. Schließlich haben wir es hier nicht mit einem highend Zambuto-Spiegel zu tun sondern mit einer Massenanfertigung aus dem Billigsektor und Strehlwerte von 0,9 + X sind daher eher selten.

Ein 3,5MM Okular kann man eventuell mal zur Doppelsterntrennung verwenden aber am Planeten... nein.

Zum Vergleich habe ich noch einen guten 6" F7,9-Apo. Der packt das 3,5er (353-fach) noch und bringt damit eine vergleichbare Schärfe sowie Kontrast wie der 8" Standart-Dobson mit dem 5er Okular.

Von einer Barlowlinse möchte ich auch abraten. Die zusatzlichen Linsen bringen meistens einen Schärfeverlust mit sich. Die macht nur Sinn im Verbund mit einem 3-Linser (RKE) oder Ortho wegen dem sonst zu knappen Augenabstand und der Verträglichkeit zu F6.

Zur Überstrahlung an der Venus wurde ja schon ein ND- oder Polfilter erwähnt. Wer sich an einer grünlichen Venus nicht stöhrt kann auch mal einen OIII-Filter ausprobieren.

Gruß Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie du siehst, Daniel, die Meinungen und Erfahrungen sind sehr unterschiedlich.

Ich käme am Planeten ohne Vergrößerungen über 300fach mit dem 8'' Dobson nicht aus und liebe sie, andere würden sie nie und nimmer einsetzen.
Am Ende musst du es wohl ausprobieren und deinen eigenen Weg finden!

Grüße, Mario
 
Da mußt Du aber mit Deinem Dobson schon einen ganz guten erwischt haben!

Kann gut sein - hab den Spiegel nie messen lassen. Aber ich würde ihn nicht mehr hergeben und bin jedes Mal wieder begeistert.
Sicher hilft aber auch der Beobachtungsort in Österreich in den nördlichen Kalkalpen wo ich wohne. Höherer Standort = meist besseres Seeing.
War schon ewig nicht mehr unter 1000m Seehöhe zum Beobachten ...

Mario
 
Moin,

vielen Dank für die vielen Rückmeldungen. Ich werde zunächst kein neues Okular kaufen, sondern es nochmal bei besseren Lichtverhältnissen versuchen. Den Filter habe ich bestellt, da mir der Mond auch zu sehr strahlt. Hoffentlich hält sich der klare Himmel.

Viele Grüße,
Daniel
 
Guten Morgen,

gestern habe ich mir die Venus nochmal in der frühen Dämmerung betrachtet. Schon viel besser. Die Sichtverhältnisse waren traumhaft gestern Abend/Nacht. Die Venus lag im Halbschatten und gut zu betrachten (6mm Planetary), aber dennoch sehr hell. Mal sehen wie die Betrachtung mit einem Filter sein wird.
Im weiteren Abend habe ich mich nochmal dem Mond gewidmet. Was für ein glasklares Bild! Mir ist der Mund offen stehen geblieben als ich entdeckt habe, was für eine Detailvielfalt möglich ist. Fantastisch!

Viele Grüße,
Daniel
 
Hallo Daniel,

ja, der Mond ist sehr dankbar zum beobachten (y).
Habe mir ihn auch gestern mit meinem C8 vorgenommen.
Runter bis 9mm mit einem Cronus Okular.
Auch wenn man nicht alles per Namen kennt, was man dort sieht, macht es riesig Spaß am Terminator entlang zu wandern und über die vielen Details zu staunen.

Was in den nächsten Tagen interessant wird, ist, dass die Venus in die Plejaden (M45) wandert, 3. April.
Venus − ab Sonnenuntergang strahlend hell bis nach Mitternacht
Ich hoffe das das Wetter so bleibt :D.
 
Moin @mbba18 ,

Was in den nächsten Tagen interessant wird, ist, dass die Venus in die Plejaden (M45) wandert, 3. April.
Venus − ab Sonnenuntergang strahlend hell bis nach Mitternacht
Spannend! Mal sehen, ob ich das sehen kann. Je weiter es Richtung Osten geht, desto schwieriger wird die Einsicht für mich.

Mars, Saturn und Jupiter möchte ich mir auch gerne mal zu Gemüte führen, aber stehen diese zu tief für meinen Balkon und sind (zumindest teilweise) von Bäumen verdeckt. Vielleicht muss ich dafür doch mal auf's Feld fahren. ;)

Viele Grüße,
Daniel
 
Hallo Daniel,

das Ganze spielt sich ziemlich genau im Westen ab.
Durch die bescheuerte Sommerzeit muss man halt bis 20 Uhr, 20:Uhr warten.

Um Konstellationen durch zu spielen, nimmst Du einfach Stellarium (y).
 
Guten Abend,

habe mit Refraktor FH 120/1000 und Omegon Oberon 32mm 82° Venus und Plejaden knapp zusammen rein bekommen.
Noch nicht ganz der Bringer ;) aber ich hoffe, wenn das Wetter mit spielt, das es morgen besser rein passt.

Dann noch ein bisschen mit 24mm Hyperion 68° über den Terminator gewandert und zum Schluß noch einen Blick auf die Venus mit Mondfilter. Die Phase war sauber zu erkennen.

Ach ja, M42 mit 17mm 70° Omegon Redline noch einen Blick riskiert.
M42 ist mit dem C8 aber besser :D.
 
Was macht denn eigentlich den Reiz an so einer Konstellation aus? Die helle Venus überstrahlt doch alles im Hintergrund.
Aber ich werde selbst mal drauf achten heute Abend.
 
Ich hab es gestern auch versucht zu sehen. Nein, die Venus überstrahlt nicht die Plejaden. Die Hauptsterne sind hell genug. Im Sucher sah es schon super aus, aber bei meinem Mak reicht das Gesichtsfeld noch nicht ganz aus. Es muss noch näher zusammen, aber heute sind bei uns Wolken :-(

Der Reiz an der Konstellation ist, dass es wunderschön aussieht. Vielleicht auch romantisch, wenn man dafür eine Ader hat. Also vielleicht auch mal die Frau durchgucken lassen...

Viele Grüße
Spunti
 
Hallo,

bei mir hat es gestern geklappt.
Bei 30-fach mit Refraktor FH 120/1000.
Hab den C8 gar nicht erst raus.

Es ist einfach der schöne Anblick. Venus mit deutlicher Phase unterhalb von M45 und das beides im Gesichtsfeld.
Hätte heute gern die Venus mittendrin gesehen, aber leider auch Wolken.

"Zu dieser seltenen Konjunktion kommt es wiederholt im Intervall von 8 Jahren."
Schau mal hier:
Venus und M45
 
Hallo miteinander.

denkt bitte bitte nächstes mal dran, sowas in das Board für Fragen und Beobachtungsaufrufe zu schreiben. Jetzt habe ich's leider verpasst und ärgere mich schwarz!

Ne nur Spaß. Hab's zum Glück auf den letzten Drücker um ca. 21:45 gelesen und bin dann direkt mit meinem kleinen Refraktor in den Garten. Top-Bedingungen, eine Stunde konnte ich beobachten, bevor das zum Glück noch fast laubfreie Geäst des Nachbarsbaum zu sehr genervt hat.

Ich habe schnell mal meine alte M45-Skizze recycelt und Venus dort eingezeichnet. Wird nicht genau stimmen, wahrscheinlich schon zu groß gezeichnet, etwas falscher Winkel, etwas falsche Phase, aber so ganz grob so sah das gegen 22:00-22:30 aus:

M45-Venus-2020-04-03--22-15.jpg

Beobachtet im Tandem zwischen 9mm Goldkante und 14mm ES 82 Grad am 80mm f/5 Refraktor.

VG
Klaus
 
Moin,

mein Omegon Twist Lock Adapter 2''-1.25'' und Explore Scientific Graufilter ND 0.9 2" kam nun an. Macht beides einen ordentlichen Eindruck. Leider passt der Filter nicht in das Gewinde von meinem, beim Teleskop mitgelieferten, 2" Adapter. Es fehlt ein halber Millimeter. Sehr schade, da ich den Filter nun nur für meine 1.25" Okulare verwenden kann.

Ich hätte vielleicht doch die 2" auf 2" Variante (Omegon Twist Lock Adapter 2'') kaufen sollen und den, beim Teleskop mitgelieferten, Adapter von 2" auf 1.25" Adapter aufsetzen sollen.
 
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