Venus mit Strukturen dank Farbfilter - genaue Infos

komposer

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Hallo,

der Venus kann man mit günstigem Farbfilter Strukturen entlocken. Zum Einsatz kommt bei mir ein einfacher Violettfilter (TS47), da mir ein richtiger UV Filter zu teuer war.
Aber auch im UV nahen Bereich sind bei sehr guten Bedingungen schon schwache Wolken im Livebild zu erkennen.
Bei der Asi120mc mit eingebauten UV/IR Sperrfilter ist mir das am 8" F6 Dobson mehrfach geglückt. Seit mitte 2017 kommt aber der 12" F5 Dobson zum Einsatz mit einer Asi120mm.
Da ist kein Sperrfilter verbaut, so dass auch der IR Bereich offen ist.

So kombiniere ich jetzt immer 2 Farbfilter um eine Aufnahme für Blau und eine für Rot zu erhalten.
B & R Bild addiert ergibt meinen Grünkanal um dann später das RGB zu erstellen.

1. Blaukanal (Aufnahme im UV-nahen Bereich)
Der TS47 violett Filter hat bei ca. 400nm seinen Hauptdurchlass. Genaue Kurven habe ich nicht aber er blockt zwar das restliche sichtbare Licht bis ca. 700nm ab, macht dann aber im IR Bereich wieder auf.
Da die Asi120mm ein Klarglas besitzt muss ich den IR Bereich blocken. So bin ich auf den IR-Cut Filter von Astronomik gekommen, der schon recht früh, kurz vor 400nm aufmacht und bei 700nm wieder schließt.
Nun schraube ich erst den TS47 in die Steckhülse der Kamera und dann noch den IR-Cut dazu.

2. Rotkanal (Aufnahme im IR-Bereich)
Jetzt könnte ich natürlich einen IR-Passfilter kaufen aber da ich den RG610 Rotfilter besitze, geht es auch damit.
IR-Cut einfach gegen diesen tauschen und schon kann ich das IR Leck des TS47 ausnutzen.
Der RG610 ist vor 610nm dicht und macht dann komplett auf und der TS47 erst wieder im IR Bereich. Ergibt kombiniert einen IR-Pass Filter.

Hier nun mein letztes Ergebnis vom 06.01.20 gegen 15:30 Uhr:

venus-rgb-uebersicht.jpg


Ich habe hier von ca. 30000-40000 Frames 20% gestackt. Die Venus ist sehr hell und benötigt trotz Filter nur eine sehr gringe Belichtungszeit. Mit einer entsprechend kleinen ROI kommen ich auf ca. 250 fps.
Die Summenbilder habe ich auf 150% vergrößert und schon recht stark geschärft, so dass hier z.B. der rechte Planetenrand stark aufgehellt wurde. Ich arbeite dann mit gimp den Rand eines weniger geschärften Bildes über 2 Ebenen in den zu hellen ein.

Weitere Infos:
Wichtig ist es, die Venus schon am Taghimmel aufzunehmen, da sie dann noch recht hoch steht. Ich nehme da die Werte aus Stellarium und suche den passenden Bereich systematisch ab. Eine Grad-Skala am Höhenrad und auf der Plattform ist dabei sehr hilfreich.
Meist finde ich sie schon mit dem Sucher und falls nicht, muss ich halt mein 25mm Okular nehmen und etwas genauer abschwenken.

Ich bin erst jetzt wieder auf die aktuelle Sichtbarkeitsphase aufmerksam geworden. Die Venus gewinnt die nächste Zeit weiter an Höhe und sollte ab ca. 15 Uhr leicht Richtung Süden zu finden sein.
Auch die sichtbare Größe nimmt zu wobei die Sichel langsam schmaler wird. Bis zur Halbsichel sollten Wolkenstrukturen noch recht gut möglich sein aber dann wird dies zunehmend schwerer.

Ausrüstung:
Teleskop: GSO 12" F5 Dobson auf Selbstbauplattform
Kamera: Asi120mm
Barlow: Baader Q-Turret
Filter: Baader RG610, TS47 violett, Astronomik Ir-Cut

Gruß,
Holger
 

hubivo

Mitglied
Kann man nicht viel dazu sagen, außer: Echt Klasse Aufnahmen und für mich sehr verständlich erklärt! Vielen Dank dafür!
 

janhenrikbauer

Eingeschränkt
ich bin nun nach deinen schott-empfehlungen im anderen thread bei diesem hier gelandet.
der ug-11 wurde mir auf ein paar webseiten als DER richtige für venus empfohlen.

will deine methode keinesfalls schlechtreden, aber stehe vor der frage, ob mono oder farbcam.
ne asi224 und der ug11, dann hätte ich ungefähr dasselbe niveau, wie du hier?

zuletzt - dieser schott dort scheint ohne filtergewinde zu sein. kriegt man sowas irgendwo anders her?
 

komposer

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Hallo,

ja auf der Seite hatte ich mich damals auch umgesehen. Wie man die 25,4mm in eine 1,25" Filterfassung bekommt war mir auch ein Rätsel. Ein fertiger UV Filter z.B. von Baader kostet aber über 200 Euro.
Im Vergleich dazu macht der UG11 früher auf und wieder zu. Zentrum bei 325nm gegenüber 350nm. Der Sensor der Kamera und eventuell auch das Klarglas könnten da problematisch sein. Die Empfindlichkeit bzw. der Durchlass wird da eventuell zu gering sein. Bei der Asi120mm habe ich im Internet nur Kurven ab 400nm gefunden. Da sind es noch ca. 40% Quantum Efficiency. Das fällt aber extrem steil ab und da weiß ich nicht ob z.B. bei 325nm noch etwas ankommt.

Vorteil UV Filter: Die Wolken werden kräftiger
Ich sehe da ja schon zwischen den eingebauten UV/IR Cut Filter der Asi120mc und dem IR-Cut einen Unterschied.
Der Astronomik IR-Cut macht etwas früher (ca. 380nm) auf und die Wolken sind deutlicher zu sehen als vorher. Bei einem reinen UV Filter geht es noch weiter runter und wenn die Kamera da noch empfindlich genug ist, sollten die Wolken nochmals kräftiger werden. Nur zu welchem Preis ?

Der Violett Filter hat um die 15 Euro gekostet und dafür kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen.
Ok, dieser einfache Farbfilter hat ein IR-Leck und das muss mit einem weiteren Filter geschlossen werden.
Bei der Asi120mc war der Sperrfilter eingebaut und so reichte der Farbfilter allein schon aus um einer sonst immer eintönigen Venus Sichel plötzlich schwache Details zu entlocken.
Eine Kamera mit Klarglas bietet mehr Möglichkeiten und einen seperaten Sperrfilter muss man eigentlich ja sowieso anschaffen.

Fazit: Ein einfacher Farbfilter ist ein sehr günstiger Einstieg um schwache Details auf der Venus aufnehmen zu können.
Ein richtiger UV Filter ist deutlich teurer liefert aber auch kräftigere Strukturen. Die Empfindlichkeit der vorhandenen Kamera in dem niedrigen Wellenlängenbereich muss aber beachtet werden.

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:

sushidelic

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Hallo Holger,

vielen Dank für Deine ausführlichen Erläuterungen! Jupiter, Saturn und Mars sind ja noch auf Jahre hinaus nicht wirklich lohnend, deswegen hatte ich Venus und Uranus auch bei mir auf dem Zettel. Dank Deiner Gebrauchsanweisung freue ich mich schon auf die nächsten klaren Nachmittage, das macht den Einstieg in die Venusfotografie doch deutlich leichter!

LG Michael
 

komposer

Mitglied
Hallo Michael,

ja Jupiter steht dieses Jahr wirklich extrem niedrig aber Saturn steigt schon langsam wieder und beim Jupiter wird es auch nächstes Jahr wieder besser. Der Mars wird dieses Jahr so ab ca. August mein Highlight werden. Schon lange freue ich mich darauf. In Stellarium schaue ich mir die zukünftige Planetensituation im Voraus an und 2020 kommt die Mars Opposition endlich mit entsprechend günstiger Planetenhöhe.
Aber klar sucht man mehr Beobachtungsziele und bei Venus bieten sich im Jahr immer wieder Gelegenheiten an.
Nur sind die Aufnahmen im sichtbaren Licht strukturlos und auf Dauer langweilig. Das hat mich immer schon geärgert und so habe ich speziell zur Venus viel im Internet recherchiert. Ich hatte nur die Asi120mc mit eigebauten UV/IR Sperrfilter.
Neben einem teuren UV Filter hätte ich also auch noch eine neue Kamera kaufen müssen. Also suchte ich nach günstigen Alternativen. Astrofotos mit diesen ungünstigen Voraussetzungen konnte ich nicht finden. Also durchforstete ich das Netz nach visuellen Beobachtungsberichten mit Violettfilter. Und da gab es einige, die damit schwache Strukturen sehen konnten, viele aber auch nicht. Naja, der finanzielle Aufwand hielt sich mit ca. 15 Euro wirklich in Grenzen und so musste ich das einfach ausprobieren. Zum Glück wurde der Einsatz belohnt:
Venus_190617_092140.png

Aufnahme vom 19.06.2017 mit Asi120mc & TS47 am 8" F6 Dobson. Ist natürlich wieder eine RGB-Zusammenstellung. Der Rotkanal zeigte da aber keine Strukturen, so dass ich genau genommen ein L-RGB erstellt hatte, mit L = Violettfilter-Aufnahme.

Auf einmal wurde die Venus zu einem richtig interessanten Objekt. Der Anblick, die Strukturen verändern sich eigentlich täglich. Die Wolken bewegen sich sogar innerhalb kurzer Zeit, z.B. hier am 02.06.2019 von 09:57 Uhr bis 11:07 Uhr:
venus-ani-020619-0957bis1107.GIF

12" F5 Dobson, Baader Q-Turret, Asi120mm mit TS47 & IR-Cut

Hinter diesen ganzen Aufnahmen stecken aber auch sehr viele vergebliche Versuche. Ausdauer ist extrem wichtig.
- das Seeing muss sehr gut sein, wann ist das schon der Fall ...
- gleichzeitig müssen dann auch interessante Wolkenstrukturen vorhanden sein.
Manchmal sind die auch nur ganz schwach oder eben nur sehr wenige zu sehen.
Und so habe ich den Pott auch schon sehr häufig umsonst aufgebaut aber die nächsten Wochen könnten interessant werden. Nur das Wetter müsste mal wieder mitspielen und das am besten am Wochenende, denn 15 / 16 Uhr ist ja nicht gerade die günstigste Zeit.

Gruß,
Holger
 

janhenrikbauer

Eingeschränkt
Hallo Holger,

vielen Dank für Deine ausführlichen Erläuterungen! Jupiter, Saturn und Mars sind ja noch auf Jahre hinaus nicht wirklich lohnend, deswegen hatte ich Venus und Uranus auch bei mir auf dem Zettel. Dank Deiner Gebrauchsanweisung freue ich mich schon auf die nächsten klaren Nachmittage, das macht den Einstieg in die Venusfotografie doch deutlich leichter!

LG Michael
arbeitest du mit ADC? bei mir endete der frust über geradezu extreme regenbögen (merkur zum wegschmeissen schlecht trotz recht ruhiger luft) in der anschaffung von einem. / mars 2020 ist eigentlich genau das, was du willst. und 2022 steht er in plejadenhöhe.
 

sushidelic

Mitglied
Da muss ich mich definitiv korrigieren, diesen Herbst wird Mars ja wirklich spannend *freu*, ich war irgendwie so auf Saturn und Jupiter fokussiert, da habe ich den Kriegsgott in den selben Topf geworfen und dachte, der steigt auch erst wieder in ein paar Jahren auf angenehme Höhen! Seit kurzem habe ich auch einen ADC, kam aber noch nicht wirklich zum Testen, aber über die Regenbögen habe ich mich schon oft genug geärgert... Mal sehen, wie ich den in den Griff bekomme.

Hier gab es mal einen Thread mit einer schönen Visualisierung der verschiedenen Planetenhöhen, mit dem Jammerjahr 2019 ;).
Habe ihn gefunden: Planetenhöhen

Frei nach dem Motto: Ab jetzt geht's aufwärts!

LG Michael
 

janhenrikbauer

Eingeschränkt
Da muss ich mich definitiv korrigieren, diesen Herbst wird Mars ja wirklich spannend *freu*, ich war irgendwie so auf Saturn und Jupiter fokussiert, da habe ich den Kriegsgott in den selben Topf geworfen und dachte, der steigt auch erst wieder in ein paar Jahren auf angenehme Höhen! Seit kurzem habe ich auch einen ADC, kam aber noch nicht wirklich zum Testen, aber über die Regenbögen habe ich mich schon oft genug geärgert... Mal sehen, wie ich den in den Griff bekomme.

Hier gab es mal einen Thread mit einer schönen Visualisierung der verschiedenen Planetenhöhen, mit dem Jammerjahr 2019 ;).
Habe ihn gefunden: Planetenhöhen

Frei nach dem Motto: Ab jetzt geht's aufwärts!

LG Michael
habe ein nachbarhaus und befürchte, mars bis zum deklinationsaufstieg ab mai fast garnicht zu schaffen. im venusjahr 2020 halb so wild. habe den adc zunächst im blindflug benutzt und es besserte sich auch da schon. inzwischen hab ich die anleitung auch mal gelesen und beide prismen müssen gleichweit vom nullpunkt entfernt sein (dann könnte der hersteller sie doch gleich hardware-koppeln bröh). aber auch jup und sat finde ich WEGEN dem adc jetzt doch interessant und die sache wert.
 

komposer

Mitglied
Hallo,

also ich habe keinen ADC, Venus und Merkur lohnt sich nur am Tag wenn diese hoch genug stehen. Wenn man sie visuell mit dem bloßen Auge sieht ist es eigentlich schon zu spät. Außerdem braucht man bei der Venus ja eigentlich keine Farbaufnahme.
Auch bei der Asi120mc hilft der Rg610 Rotfilter um das Seeing zu beruhigen. Man nimmt dann von 610nm bis ca. 700nm auf und hat eine viel schärfere Sichel.

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:

komposer

Mitglied
Hallo,

noch ein Nachtrag, ich habe ein paar Einzelbilder der IR und TS47 Aufnahme als gif Animation abgespeichert.

1) IR Bereich:
Venus_060120_152829ani.gif

Keine Strukturen im Livebild zu erkennen aber eine recht scharfe helle Venussichel. Auch bei weniger guten Bedingungen sind hier noch akzeptable Ergebnisse möglich.

2) UV-naher Bereich mit TS47&IR-Cut
Venus_060120_152234ani.gif

Raum abdunkeln und genau hinsehen, da sind eindeutig schwache Wolkenstrukturen zu erkennen.
Die Belichtungszeit musste ich deutlich erhöhen und das Scharfstellen ist viel schwieriger denn in dem niedrigen Wellenlängenbereich wirkt sich das Seeing sehr stark aus. Nur bei sehr guten Bedingungen ist das dann möglich.

Hinweis:
Wer mit Farbkamera und eingebauten UV/IR Sperrfilter ohne Farbfilter eine recht gute Sichel aufnehmen möchte (ohne Strukturen), der könnte im Aufnahmeprogramm beim Farbabgleich blau auf 0 und rot auf 100% setzen. Dann müsste eigentlich der untere Wellenlängenbereich abgeschnitten und der höhere mehr betont werden. Einfach mal testen ob dadurch die Sichel im Livebild schärfer wird.

Gruß,
Holger
 

A_Kaczmarek

Mitglied
Moin Holger,
habe Deine Ausführungen mit Interesse gelesen! Letztlich muss ich ja drei Summenbilder bekommen. Die Aufnahme des Blau- und Rotkanals hast Du ja beschrieben. Was nimmst Du denn als Grünkanal? Ich würde die einzelnen Summenbilder dann in Photoshop zusammenfügen wollen. Wie muss ich denn da vorgehen?
Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
Andreas
 

komposer

Mitglied
Hallo Andreas,

ich habe 2 Summenbilder R, B. Die bearbeiteten Ergebnisse passe ich dann genau an. (z.B. Ausrichtung)
Die beiden Bilddateien haben dann die gleiche Größe und ich kann die in fitswork addieren.
Somit also 3 Einzelbilder die zum RGB kombiniert werden.

Gruß,
Holger
 

StHz

Mitglied
Großartige Ergebnisse, Holger! Aber woher nimmst du das Wetter? Aus NRW komme ich auch, doch seit Monaten von wenigen stundenweisen Auflockerungen eine geschlossene Wolkendecke.

CS
Stefan
 

komposer

Mitglied
Hallo Stefan,

an dem Tag war es auch erst den ganzen Tag trüb und ab ca. 15:30 Uhr plötzlich wolkenloser Himmel.

Außerdem habe ich ja den Aufbau des riesen Potts optimiert. Ein paar Meter aus der Garage und das Ganze ist in ca. 2 bis 3 Min. einsatzbereit. Das geht dann auch bei kleineren Wolkenlücken.
Ich habe 2 bessere TS47 Aufnahmen übereinander gelegt und als gif Ani gespeichert:
Venus_230120_ani.gif

43 Minuten liegen zwischen den Aufnahmen und ich meine da schon eine Wolkenbewegung zu erkennen.

Gruß,
Holger
 

Hubsi75

Mitglied
Hallo,

toller Bericht mit den Filtern. Finde ich echt Klasse 👍
Zumal es nicht die teuersten Filter sind, und auch eine Einsteigerkamera ist.

Die ASI 120 möchte ich mir auch noch holen 🙂.

Viele Grüße
Joachim
 

komposer

Mitglied
Hallo,

nach einigen Enttäuschungen heute kurz nach 17 Uhr dann doch mal wieder etwas bessere Bedingungen:
venus_070220_171200p150-3er.jpg

Leider waren diemal im UV Bereich weniger dunkle Wolken unterwegs. Die Bedingungen hätten es hergegeben aber da muss dann auch noch Glück mit den Strukturen dazukommen. Alles also nicht so einfach und man muss es immer wieder versuchen.

Gruß,
Holger
 

franz1

Mitglied
Hallo Holger,

finde deine Bilder von der Venus einfach super.
Ich habe selbst immer wieder versucht, mit IR und UV-Filtern die Wolken der Venus zu fotografieren.
Heuer noch nicht, aber das kommt demnächst.

lg
Franz
 

komposer

Mitglied
Hallo Franz,

danke für Deinen Kommentar. Bei schmaler werdender Sichel wird es leider bald immer schwieriger werden Strukturen zu erwischen und dann das leidige Thema Seeing, zur Zeit ja wirklich sehr problematisch.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg.

Gruß,
Holger
 

komposer

Mitglied
Danke Thomas,

ich freue mich sehr über die große Resonanz und hoffe da einige ermuntert zu haben es auch mal zu versuchen.

Gruß,
Holger
 

komposer

Mitglied
Hallo,

heute hatte ich erst kurz vor 17 Uhr Zeit und ein Blick nach draußen zeigte plötzlich größere Wolkenlücken. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, also schnell raus und den Dobson aus der Garage geholt. Und dann das Livebild zuerst mit RG610&TS47, also im IR Bereich, der Hammer. Wunderschöne Sichel allerdings vom Winde verweht. Ja so ein riesen Pott liefert natürlich auch eine große Angriffsfläche und da war schon Geduld gefragt um auf ruhigere Phasen zu warten. Also man hörte mich bestimmt auch etwas im Garten fluchen. Anschließend erster Wechsel auf TS47%IR-Cut und selbst hier war das Fokussieren schon die reinste Freude. Normalerweise immer recht schwierig aber bei den tollen Bedingungen ganz leicht. Das Livebild zeigte schon leichte Helligkeitsunterschiede und dann wieder Feuer frei. Roi ziehen und Frames sammeln. Über 10000 sind es eigentlich immer, von denen ich 25% & 33% gestackt habe. Wegen der unruhigen Bedingungen musste ich immer mal wieder neu ansetzen und mehrere kleine Avis aufnehmen.
Die lagen teilweise so dicht aneinander, dass ich später 2 bis 3 der 25% Summenbilder in fitswork vor der Bearbeitung addiert habe.
Hier nun die Übersicht der verwendeten Bilder für das RGB:
venus-180220-4er.jpg

Diesmal gefiel mir die violett Aufnahme deultich besser, so dass ich diese für den Grünkanal 2 mal verwendet habe. Also R&B addiert und dann dazu nochmal einmal B.

Ich bin immer noch total aus dem Häuschen, was kann die Venus doch für einen tollen Anblick bieten.

Gruß,
Holger
 

joetaiga

Mitglied
Hallo Holger,

absolut klasse. Die Venus hat einen richtig harten Rand. Ich würde sagen, dass du da ziemlich nah am Beugungslimit bist.

Der Violettfilter zeigt eigentlich alleine schon schöne Strukturen. Das würde mir reichen, wenn ich sowas als Luminanz über meine absolut konturlosen RGB Bilder legen könnte.

Ich habe am Wochenende auch ein Venusbild gemacht. Eigentlich wollte ich Merkur als Sichel einfachen, aber da saß hartnäckig eine garstige Schleierwolke von 11-17 Uhr. Ich habe ein Video wo man den überhaupt mal sehen kann, woraus erstaunlicherweise auch ein Bild zu stacken war, man sieht aber nur die Sichel und keine Details. Die Venus dagegen stand den ganzen Tag frei und das Bild ist richtig gut geworden...nur halt komplett konturlos.

Wie findest du eigentlich mit dem Dobson Venus und Merkur am Tag? Mit meiner Goto ist das einfach, Sonne zentrieren und scharf stellen, Alignment auf die Sonne und danach steht selbst mit Barlow alles im Fadenkreuz was ich anfahre . Aber mit dem Dobson grad beim Merkur hätte ich echt ein Problem, Der hat ja null Kontrast gegen den hellen Himmel neben der Sonne.

CS Joachim
 

komposer

Mitglied
Hallo Joachim,

da habe ich mich wieder für eine No Cost Variante entschieden. Einfach auf einem Blatt Papier einen Kreisring gezeichnet und mit dem Geodreieck die Gradzahlen eingetragen. Diesen Ring dann einfach auf das Höhenrad des Dobson geklebt.
Fehlt noch die Waagerechte und da habe ich mit einem Edding die Gradzahlen ausgehend von Norden auf die Selbstbauplattform gezeichnet. Nun kann ich die Az / Alt Werte aus Stellarium auf den Dobson übertragen. Das ist zwar noch ungenau aber zumindest die grobe Richtung passt und ich muss den möglichen Bereich nur noch feinfühlig abschwenken bis z.B. der Merkur im 25mm Okular auftaucht. Wenn der Himmel schön tief blau ist und der Merkur weit genug von der Sonne entfernt steht, geht das eigentlich ganz gut, kann aber schon mal eine halbe Stunde dauern, umso mehr freut mich sich dann, wenn die Sichel plötzlich zu sehen ist.

Gruß,
Holger
 

komposer

Mitglied
Hallo Thomas,

danke für Deinen Kommentar. Ich bin schon gespannt darauf erste Ergebnisse von anderen Astrokollegen zu sehen, denn das ist hier ja auch als Anregung zu verstehen. Aber gegen das Wetter kann man ja nichts machen und das sieht ja weiterhin sehr dürftig aus. Heute habe ich mal wieder mit Stellarium vorausgeblickt. In ca. einem Monat sind wir schon bei der Halbsichel angekommen, dann wird es langsam eng. Je schmaler die Sichel desto schwerer wird das mit den Strukturen.

Gruß,
Holger
 
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