Venus mit Strukturen dank Farbfilter - genaue Infos

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Hallo,

die aktuelle Saison ist zumindest unter dem Gesichtspunkt Strukturen für mich so gut wie abgeschlossen. Die Sichel wird jetzt so schmal, dass da kaum noch etwas gehen wird. Durch das tolle Wetter hatte ich ein Ausbeute wie noch nie. Hier einige meiner besten Aufnahmen in einer Übersicht:
Die ersten 3 Bilder sind RGB's. Da zeigte der IR Bereich noch deutliche Strukturen, so dass ich die auch mit einarbeiten wollte. Danach war eigentlich nur noch der Violett Kanal interessant und so habe ich diesen als Luminanz verwendet und L-RGB's erstellt.
Insgesamt sieht man hier jetzt natürlich sehr schön den Größenzuwachs und die schmaler werdende Sichel.
Mich beeindruckt besonders der Abwechslungsreichtum. Jeden Tag sieht die Venus im violetten Bereich anders aus.
Es waren natürlich auch Tage dabei wo die Strukturen sehr schwach und unspektakulär aussahen aber sehr häufig war richtig was los. Mein persönlicher Favorit ist der 21.03.20. Diese deutliche fast kreisförmige Struktur gefällt mir am besten.

Die Übersicht zeigt sehr schön, wie viel mit einem einfachen Violettfilter möglich ist. Das Livebild zeigt diese aber nur sehr zart. Deswegen bin ich inzwischen dazu übergegangen noch mehr Frames aufzunehmen. Über 20000 pro Avi von denen ich dann 25% stacke. Das geht nur durch die im Violetten noch recht kurze Belichtungszeit von ca. 1,7ms und einer damit möglichen hohen Framerate. Die lag bei mir immer knapp über 200fps, so dass ich recht schnell die 20000 Frames sammeln konnte.
Durch diese hohe Zahl im Summenbild lässt sich dieses wesentlich mehr schärfen. Das ist auch nötig um damit die schwächeren Strukturen besser herauszuarbeiten. Im Prinzip kann ich mich dadurch den Ergbenisse mit richtigen UV Filter etwas annähern.

Noch ein Ausblick für dieses Jahr. Ab August könnte die Morgenphase interessant werden. Allerdings halten sich meine Erwartungen da doch sehr in Grenzen. Meine zahlreichen Merkur-Versuche der letzten Tage zeigten morgens doch meist sehr schlechte Bedingungen. Kein Vergleich zum Abend bei der Venus. Dort wurde es regelmäßig ab ca. 19 Uhr besser.

Ich möchte mich hier auch nochmal für die zahlreichen Kommentare bedanken. Es hat mich sehr gefreut, dass dieses Thema auf so viel Interesse gestoßen ist.

Gruß,
Holger
 
Moin Holger,
ich bin tief beeindruckt von den Aufnahmen!
Hast du schon mal darüber nachgedacht, diese Zusammenfassung mit einer ordentlichen Dokumentation an verschiedene Magazine für einen Artikel zu senden? Ich denke, das lohnt sich und du hättest ein schönes Komplettwerk in der Hand.
(y)
 
Weil ich das gleiche Teleskop und eine ähnliche Kamera habe, bin ich umso mehr davon beeindruckt. Meine Versuche sind da meilenweit entfernt...
In der Hoffnung, dass ich da keine Doppelfrage absetze - sitzt Dein Gerät auf einer Tracking-Plattform oder lässt Du die Venus durchrauschen? Motorfokus oder manuell?

Besten Gruß,
Stefan Korth
 
Hallo Stefan,

der Dobson steht auf meiner Selbstbauplattform:
plattform-240420.jpg

Sieht dürftig aus, erfüllt aber seinen Zweck. Mit dem Hebel führe ich manuell nach. Das Ziehen kommt einem dabei eher wie ein Halten vor. Ohne viel Kraftaufwand geht das ganz feinfühlig und die Venus bleibt über mehrere Minuten im Aufnahmefenster. Bei meinen Deep-Sky Experimenten schaffe ich so sogar 2 Sek. Belichtungszeit mit einer Verwendungsrate von ca. 20%. Eigentlich kaum zu Glauben, was aus einem alten Küchentisch und minimalem Werkzeug (z.B. Handstichsäge) in der Praxis möglich ist.

Gruß,
Holger
 
Hi Wolfgang, das ist wie mit den Teleskopen - zum Durchsehen, nicht zum Ansehen...

CS
Jörg
 
Sehr cool! Könnte ich zwar so nicht hinbekommen, aber ich kenne einen guten Schreiner - privat ;-)

Clear Skies,
Stefan Korth
 
Hallo Stefan,

naja vielleicht doch, denn das war mit der Grund warum ich so eine dürftige Konstruktion dennoch gepostet hatte: https://forum.astronomie.de/threads/manuelle-eq-plattform-mein-duerftiger-selbstbau.264235/

Ich hatte wirklich länger gezögert. Kein richtiges Werkzeug, handwerkliches Geschick eher dürftig und dann immer diese tollen professionellen Plattformen im Internet. Diese schicken Konstruktionen mit hochwertigem Equipment erstellt. Nein, das konnte nicht gehen und so habe ich es erst einmal gelassen.
Der alte Küchentisch im Keller brachte aber die Wende. Etwas Material aus dem Baumarkt (z.B. Möbelrollen) und so hielt sich das Risiko mit ca. 10 Euro in Grenzen. Also alles per Hand gesägt, selbst das Kreissegment. Alles wirklich nicht so genau möglich aber in der Praxis dennoch ein absoluter Volltreffer. Ich hätte vorher nie gedacht, dass man den Tisch so feinfühlig manuell nachführen kann. Naja und so sind erst diese ganzen Aufnahmen möglich geworden.

Gruß,
Holger
 
Danke jedenfalls für Dein geduldiges Teilen... Einerseits ist meine handwerkliche Nullbegabung legendär (frag´ meine Frau), andererseits verbrennt man bei derlei Experimenten nicht viel Geld. Also - warum nicht wagen?

Glückwunsch auch für die anderen Ergebnisse!

Stefan Korth
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben