Venus mit Strukturen dank Farbfilter - genaue Infos | Seite 2 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Venus mit Strukturen dank Farbfilter - genaue Infos

komposer

Mitglied
Hallo Volker,

sehr schön hier Deine ersten Ergebnisse zu sehen. Vielleicht noch mehr Frames sammeln um später etwas mehr schärfen zu können. Torsten Hansen war hier ja früher mehr aktiv und ich habe z.B. seine tollen Jupiteraufnahmen bewundert. Jetzt musste ich erst einmal googlen und habe seine aktuellen Venusbilder im blauem Forum entdeckt. Sehen super aus und der Schuler UV zeigt die Strukturen viel kräftiger, echt beeindruckend. Die Asi290mm ist wohl auch im UV-Bereich deutlich empfindlicher als meine Asi120mm.
Da werden einem schnell die Grenzen des günstigen Equipments aufgezeigt.

Gruß,
Holger
 

AstroRider

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Hallo Holger,

ja die Bilder von Torsten sind einfach eine Klasse für sich. Leider sind die Preise für richtige UV Filter auch "kräftig" von dem her ist es schön, dass man auch mit diesem "Spar-Setup" Erfolge erzielen kann.
Ich hatte über 10000 Frames aufgenommen, aber nur 1000 verwenden können, schon 1500 ließen die Strukturen verschwinden. Wie gesagt das Seeing war grenzwärtig. Aber zumindest hat es gezeigt, dass sich weitere Versuche lohnen werden, so sich wettertechnisch noch eine Gelegenheit ergibt.

Grüße
Volker
 

komposer

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Hallo Volker,

ja da muss wirklich viel auf einmal passen. Manchmal sind auch weniger Wolken unterwegs. Da muss man Glück haben und immer wieder am Ball bleiben. Jetzt steht die Venus auch um 18 Uhr noch recht hoch und das Seeing ist gegen Abend meist besser als am Nachmittag.

Gruß,
Holger
 

Der_Peter

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Hallo Holger,

wie Du schon angemerkt hast, ist es schon der Hammer, was Torsten Hansen aus "nur" 8", dafür aber mit UV-Filter herausholt.
Ich fürchte, wer die Veränderung der Venus-Wolken intensiv beobachten will, kommt an einem UV-Filter nicht vorbei:

Habe entdeckt, dass inzwischen sind die Preise für 1,25" unter 200,- liegen:

Ist halt wie mit Astrofotografie von DS oder Sonne: Irgendwann ist Schluss mit günstig.
Wobei man mit den günstigen Lösungen durchaus gut leben kann, wie Deine Bilder zeigen.
... Letztendlich oft eine Frage der eigenen Prioritäten; quasi "8 Monate Nudelsuppe und Leitungswasser und danach Top-Astrofotografie-Equipment...." oder nicht. :geek:
 

komposer

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Hallo Peter,

ja ein richtiger UV Filter wäre schon eine feine Sache aber 200 Euro ist nicht wenig, der violett Filter hat nur ca. 15 Euro gekostet.
Dafür sind die Strukturen allerdings nicht so kräftig.

Gruß,
Holger
 

komposer

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Danke Thomas,

hier noch ein aktueller Nachtrag von heute Abend 18:25 Uhr:
Venus_160320_182524-3er.jpg

Und nochmal eine kurze Wolkenanimation, leider wurde das Seeing später schlechter:
Venus_160320_17531-1832.gif


Gruß,
Holger
 

komposer

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Hallo,

jetzt wollte ich noch versuchen die Wolkenstrukturen etwas kräftiger herauszuarbeiten. Dafür habe ich zuerst 3 Summenbilder zwischen 18:21 Uhr und 18:25 Uhr addiert und anschließend mit etwas größeren Radien geschärft.
Hier das Ergebnis:
Venus_160320_182524-2er-neu.jpg

Gruß,
Holger
 

komposer

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Hallo,

also was ist denn zur Zeit los, heute schon wieder gute Bedingungen und das nun 3 Tage hintereinander.
Deshalb habe die drei besten Venusaufnahmen als gif Animation gespeichert um die täglich unterschiedlichen Wolkenstrukturen zu verdeutlichen.
Venus_160320bis180320ani.gif


Und noch das B-RGB von heute 18:37 Uhr:
Venus_180320_183731p150.jpg

Gruß,
Holger
 

komposer

Mitglied
Hallo,

nachdem jetzt Herbert und Markus Ihre Summenbilder mit echtem UV Filter gezeigt haben bin ich doch etwas frustriert. Die Wolken sind da sehr viel deutlicher zu sehen. Einziger Vorteil beim TS47 ist die kürzere Belichtungszeit. So kann ich bei ca. 1,7ms mit über 250 fps aufnehmen. In den Avis hatte ich so recht schnell bis zu 30000 Frames gesammelt.

Dadurch kann ich das Summenbild mehr schärfen und so die viel schwächeren Strukturen mehr hervorheben. Allerdings längst nicht so kräftig wie mit UV Filter. Außerdem brennt der Rand der hellen Planetenseite extrem aus. Dies bekomme ich später nur mit Mühe durch Einarbeiten eine schwächer geschärften Version mit Ebenen in gimp in den Griff.

Die vielen tollen Venusbilder mit UV Filter haben mich nochmal zur Nachbearbeitung der Aufnahmen vom 17. & 18.03.20 bewogen. Ziel war es die Wolken, trotz des schwächeren Summenbildes, etwas kräftiger herauszuarbeiten.

Hier nun zur besseren Veranschaulichung der Problematik eine Übersicht der Neubearbeitung vom 17.03.20:
Venus_170320_181333-4er.jpg

1. 150% Summenbild
2. komplett geschärft
3. leicht geschärfter Zwischenschritt für den hellen Rand
4. Endergebnis nach Einarbeitung des Randes von Bild 3 in 2.

So sieht die Neubearbeitung vom 18.03.20 aus:
Venus_180320_183731-2er.jpg

1. 150% vergrößertes Summenbild
2. Endergebnis

Ein wenig kompensieren kann ich die viel schlechtere Ausgangslage mit dem TS47 gegenüber einem echten UV Filter.
Naja vielleicht ergibt sich ja irgendwann mal eine günstige Gelegenheit.

Gruß,
Holger
 

AstroRider

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Hallo Holger,

Kopf hoch, Du bist nicht allein. Ich kämpfe aktuell auch noch mit dem Randproblem bei gleicher Filterkombination.
Kam noch auf kein zufriedenstellendes Ergebnis.
Ich bin auf jeden Fall froh, dass Du das mit dem TS47 rausgefunden hast.
Ansonsten hätte ich derzeit nur eine strukturlose Venus aufnehmen können.

CS
Volker
 

komposer

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Hallo Volker,

danke, das muntert mich tatsächlich etwas auf. Ich bin mit meiner Randlösung soweit zufrieden. Außerdem ist das dann alles noch von der Originalaufnahme nur eben in verschiedenen Bearbeitungsstufen.

Ich speichere bei der Bildbearbeitung nach jedem Schärfungsschritt ab.
Zuerst 2 Durchgänge iterativer Gauss dann geht es weiter mit der Wavelet Detailverstärkung.
Solange der Rand da noch gut aussieht passe ich bei der Stufe die Randhelligkeit mit dem Histogramm an und speichere das für später nochmal extra ab. Dann geht es weiter mit mehreren Detailverstärkungen.

Gimp:
Die beiden Versionen als Ebenen öffnen.
Im Ebenenfenster die obere scharfe Version: Rechtsklick und Alphakanal hinzufügen.
Radierer auswählen, weichen Pinsel, niedrige Deckkraft einstellen und den Rand der weichen Version einarbeiten.

Gruß,
Holger
 

komposer

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Hallo,

heute war das Seeing wirklich nur für einen kurzen Moment besser aber das hat sich gelohnt. Sehr interessante Wolkenstrukturen, aber seht selbst:
Venus_210320_173817p150sw.jpg

Aufnahme von 17:38 Uhr am 21.03.20

Gruß,
Holger
 

etalon

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Hallo Hoger,

ich weiß jetzt nicht, wieviel ich dazu schreiben soll, aber ich hätte da vielleicht eine Idee für dich, wie du deine Venusaufnahmen verbessern kannst. Das erfordert etwas Bastelei, aber das machst du ja glaube ich ganz gerne.
Ich habe mal beim Bau eines Epilumineszenzspektrometers mit verschiedenen Filtern als dichroitische Strahlteiler experimentiert. Dabei habe ich recht gute Erfahrungen mit dem UV/IR Sperrfilter von Baader gemacht, aber andere gehen vielleicht auch. Die Interferenzschichten dieser Filter sind für einen Einfallswinkel von 90 Grad gerechnet. Dabei wird alle nicht transmittierte Strahlung reflektiert, im Fall Baader also UV ab ca. 420nm und IR ab ca. 680nm (Herstellerangabe). Wenn du selbige nun unter 45 Grad verwendest, verschiebt sich winkelabhängig der Durchlass zum Kurzwelligen hin. Der Betrag ist dabei wellenlängenabhängig, da der Filter in verschiedenen Winkelstellungen quasi ein durchstimmbares Fabry-Perot-Interferometer darstellt. Bei besagtem Filter hat sich bei einem Winkel von 45 Grad der Durchlass am langen Ende des Spektrums um ca. 50nm Richtung blau verschoben. Daher würde ich vermuten, dass der Filterdurchlass im blauen sich um ein wenig mehr als die Hälfte davon verschiebt, und so bei ca. 390nm zu liegen kommt. Wenn du jetzt einen solchen Filter quasi als 45 Grad Umlenkspiegel verwendest, dann wird alles Licht bis ca. 390nm und ab ca. 630nm (jeweils FWHM) reflektiert, während der Rest transmittiert wird. Da dich allerdings nur der blaue Bereich interessiert, müsstest du den roten und IR Bereich noch mit einem geeigneten Filter blocken, z.B. mit einem Blaufilter, welcher nach unten (zum UV) hin offen ist, oder einem reinen IR Sperrfilter (KG3 von Schott geht vielleicht, hab nicht nachgeschaut, oder dein TS#47, wobei ich nicht weiß, wie weit der nach unten offen ist). Den Baaderfilter bekommst du schon ab 48,- neu. Alternativ könntest du in der Bucht auch nach echten dichroitischen Strahlteilern suchen, welche für deinen Wellenlängenbereich geeignet sind. Als Langpassfilter musst du dann im Roten auch nichts mehr blocken. Solche Strahlteiler gibt es immer wieder mal von Chroma oder Semrock aus dem Mikroskopbereich für 10-20 Euros (meist aus USA).
Diese Lösung ist zwar kein echter UV Bandpass, aber kommt schon ziemlich nah an die UV-Filter ran. Möglicherweise ist das eine preisgünstige Alternative für dich. Theoretisch hätte ich ja noch den Baader UV/IR Sperrfilter aus meinen Experimenten rumliegen (er musste aus verschiedenen Gründen seinen Platz im Spektrometer für einen richtigen dichroitischen Strahlteiler von Chroma im entsprechenden Wellenlängenbereich räumen), den ich dir gegen Porto überlassen würde, ich finde ihn nur gerade nicht. Sollte er noch auftauchen, schreibe ich dir ne PM, so du denn Interesse hast.

Das nur mal so als Idee. Vielleicht hilft es ja.

Grüße Markus

Noch ein PS:
Je nachdem, welchen Filter du zum Blocken des jeweils unerwünschten Spektralbereichs verwendest, kannst du die Venus einmal im NUV aufnehmen und einmal im NIR. Das macht das ganze vielleicht auch interessant...
 

komposer

Mitglied
Hallo Markus,

danke für die Info. Ich verwende den Astronomik IR Cut, da der schon bei 380nm aufmacht. Der TS47 hat da wahrscheinlich nur sehr wenig Durchlass. Die Kurven gehen nur bis 400nm und da ist es schon wenig.
Im IR Bereich hat er ein Leck und ich schätze, dass dies bei allen günstigen Farbfiltern der Fall sein wird.

Dann kommt noch hinzu, dass die Sensorempfindlichkeit unter 400nm schnell abnimmt. So kommen gleich mehrere Dinge zusammen. Die höchste Transmission des TS47 bei ca. 420nm und die dort auch höhere Empfindlichkeit des Sensor.
Dagegen kann eigentlich nur ein richtiger UV Filter helfen der kurz vor 400nm dicht macht. Ansonsten wird sich der höhere Wellenlängebereich immer durchsetzen. Da lohnt sich das Experimentieren für mich nicht, aber danke für das Angebot.

Im Internet hatte ich schon nachgeforscht und bin auf die Idee schott-S8612 2mm mit schott-ug1 1mm gekommen.
Aber woher günstig bekommen ?
Wie wichtig wäre eine AR Coating ?
Könnte man einfach 2 unbeschichtet 25,4mm Rundgläser in einen 1,25" Filter legen ?

Aber das wird dann bestimmt auch nicht viel günstiger und ob das dann so gut funktioniert wie ein richtiger UV-Filter ist unsicher. Ach, ich lass das erst mal und vewende meine Kombi weiter. Vielleicht ergibt sich da ja zufällig mal eine günstige Gelegenheit mit einem reinen UV-Filter.

Gruß,
Holger

PS: dichroitischen Strahlteilern noch nie gehört, werde mich da mal schlau machen, danke für den Hinweis.
 

etalon

Mitglied
Hallo Holger,

Wie wichtig wäre eine AR Coating ?
Könnte man einfach 2 unbeschichtet 25,4mm Rundgläser in einen 1,25" Filter legen ?
Also in diesem Fall würde ich schon für eine AR Beschichtung plädieren (wobei die meisten gängigen AR Beschichtungen im UV nicht mehr so wirklich funktionieren), sonst bekommst du wahrscheinlich Probleme mit Reflexen und Geisterbildern, wenn die Filter so nahe bei einander liegen. In die selbe Filterfassung würde ich die nicht packen, aus oben genannten Gründen.

Die Variante mit den dichroitischen Strahlteilern hat vor allem den Charme, dass du nur mit Reflexion und nicht mit Transmission arbeitest, was gerade bei UV anwendungen zu präferieren ist, da die Transmissionseigenschaften der meisten Substrate im UV nicht so prickelnd sind. Da hast du mit einem rein reflektiven System sicher den höheren Wirkungsgrad...

Grüße Markus
 

komposer

Mitglied
Hallo,

nachdem am 22.03.30 auf der Venus sehr wenig los war, sah das gestern wieder etwas besser aus. Hier die Wolkenbewegung über ca. 37 Min.
Venus_230320_1755-1832ani.gif

Gruß,
Holger
 

komposer

Mitglied
Hallo,

also das wird meine bisher erfolgreichste Venus-Saison.
Venus am 5.4.20 um 19:44 Uhr
Venus_050420_194407.jpg

Am 6.4.20 war gegen 18 Uhr das Seeing unglaublich schlecht aber die Vortage zeigten mir schon, dass sich das später noch ändern könnte. Um dies mal zu verdeutlichen wie extrem sich die Bedingungen innerhalb einer Stunde ändern, hier die Summenbilder:
venusseeing.jpg

Aus der besten Aufnahme von 19:39 Uhr stammt dann dieses Ergebnis:
Venus_060420_193935p150.jpg

Es ist zur Zeit wirklich merkwürdig wie gut der Violettkanal immer wieder ist. Das kenne ich ganz anders. Dafür spielt sich im IR Bereich schon längere Zeit nichts mehr ab. Irgendwie scheint sich das Seeing nicht, wie sonst üblich, stärker auf das kurzwellige Licht auszuwirken.
Später beim Mond war an beiden Tagen das Seeing übrigens wieder schlechter.

Gruß,
Holger
 

komposer

Mitglied
Hallo,

ich hoffe es wird nicht langweilig, aber jeden Tag zeigt sich die Venus bei mir in einem anderen Gewand. Außerdem werden seit Tagen die Bedingungen zwischen 19-20 Uhr immer besser. Gestern habe ich dann auch mal wieder visuell mit 8mm Planetary und TS47 Filter beobachtet. Wirklich ein toller Anblick und ich meinte auch schwache Helligkeitsunterschiede zu erkennen.
Auch den Rotfilter habe ich dann noch getestet aber violett gefiel mir deutlich besser.

Hier nun 3 Bilder vom 7. bis 9. April 2020:
venus-7-90420p150-3er.jpg

Gruß,
Holger
 

komposer

Mitglied
Hallo,

nach längerer Zeit wieder ein Update:
Venus_12bis240420.jpg

Es wird, wie befürchtet, nun zunehmend schwieriger bei der schmalen Sichel noch Strukturen herauszuarbeiten.
Der 24.04.20 war da noch eine positive Ausnahme, denn zwischen dem 17. und 24. hatte ich mehrfach gute Bedingungen und eine recht scharfe Sichel im Livebild. Aber auffällige Wolken waren leider Mangelware. Der Größenzuwachs besonders vom 17. zum 24. ist hier in der Übersicht sehr schön zu sehen.

Gruß,
Holger
 
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