Hallo Wolfgang,
wilkommen im Forum.
Gleich vorneweg, die Bilder, Die Du in den diversen Dokus im Fernsehen gesehen hast, wirst Du nie und nimmer mit den Augen durch ein Teleskop zu sehen bekommen. Nicht für 1.500 Euro, auch nicht für 15.000 Euro. Denn das sind Fotos. Stundenlang belichtet, mit viel Bildbearbeitung hinterher.
Außer den eigentlichen Sternfarben und zahrte Paßtelltöne bei Planeten wirst Du alles in s/w sehen. Galaxien sind fluffige graue Spindeln, Wölkchen oder auch nur zahrte flächige Objekte. Ausgeprägte Spiralarme bei den Galaxien zu sehen erfordert einen wesentlich dunkleren Himmel, als wir in Deutschland haben und viel Öffnung beim Teleskop. Und viel Beobachtungserfahrung. Du guckst nur mit 1 Auge ins Okular, das muß man erstmal trainieren.
Astronomie ist ein faszinierendes Hobby, aber mit ein paar Schwierigkeiten verbunden.
Du mußt bereit sein, Dich mit der Materie näher zu beschäftigen. Das geht mit der Orientierung am Himmel los. Du solltest ein paar Sternbilder erkennen können. Damit die grobe Orientierung am Himmel klappt.
Dann solltest Du Dich ein bissy mit Optik beschäftigen. Nach einem Transport über Straßen und Feldwege kann es sein, daß die Optik des Teleskops nicht mehr optimal justiert ist. Du mußt als das Justieren üben. Das ist kein Hexenwerk, wenn Du es erstmal kannst, ist es in 2-3 Minuten erledigt.
Oder kannst Du das Teleskop im Garten aufbauen? Dann sollte die Justage länger halten...
1500 Euro ist schon eine vernünftige Summe, damit läßt sich viel anfangen.
Damit hast Du die Wahl zwischen einem "Dobson", einem "Newton" auf einer parallaktischen Montierung, einem "Schmidt-Cassegrain", ebenfalls auf einer parallaktischen Montierung oder auch einem Refraktor auf einer parallaktischen Montierung.
Ein "Dobson" ist ein Newton Teleskop, das in einer Holznachführung, Rockerbox genannt, steckt. Damit bekommst Du für Dein Geld die größtmögliche Öffnung (=die bestmögliche Auflösung) mußt aber die Drehung der Erde entweder von Hand ausgleichen (Nachschubsen), oder eine elektrische Nachführplattform druntersetzen. Für Deepsky Objekte empfehle ich da mindestens 8".
Die anderen Teleskope sitzen auf einer Montierung aus Metall, da drunter kommt dann noch ein Stativ oder eine Säule. Anstatt zu "schubsen" drehst entweder von Hand an einem Knopf oder läßt das einen Elektromotor machen.
Diese Mechanik/Elektronik koscht halt was. Sogar ne ganze Menge. Hat aber den Vorteil, daß Du Objekte am Himmel auch "auf Knopfdruck" per Goto anfahren kannst. Das ist sehr praktisch, weil Du Dich aufs Durchgucken ins Okular konzentrieren kannst. Aber auch da solltest Du ein paar Sternbilder und vor allem den Polarstern kennen. Denn Du mußt nach dem Aufbau die Montierung einnorden (die Stundenachse auf den Polarstern ausrichten) und anschließend dem Teleskop sagen, wohin es guckt. Das nennt sich "Alignment".
Teleskope haben "Eckdaten". Das ist vor allem Öffnung (wird in Zoll gemessen ("), 1 Zoll sind 2,54 cm). Dann Brennweite. Die wird in mm, cm oder auch Meter angegeben.
Aus Öffnung und Brennweite ergibt sich das "Öffnungsverhältnis". "Schnelle" Teleskope haben ein Öffnungsverhältnix von f=4 oder f=5, "langsame" haben da eher f=12, f=14 oder höher.
Dann kommen die Okulare. Die haben entweder 2" Steckmaß oder 1 1/4". Wenn Du Dich für ein Teleskop entschieden hast, mußt Du beim Einkauf der Okulare darauf achten, welches Steckmaß der Okularauszug hat. Ein 2" Okular paßt rein mechanisch nicht in den schmäleren 1 1/4" Okularauszug. Hast dagegen einen 2" Okularauszug am Teleskop, kannst mit einem Reduzierstück auch 1 1/4" Okulare verwenden.
Planeten sind winzig klein. Sie haben zwischen 1/30 und 1/100 stel des Vollmonddurchmessers. Die beobachtet man am besten mit einem langbrennweitigen Teleskop und einem kurzbrennweitigen Okular. Da kann schon mal die Vergrößerung 300 fach oder höher betragen.
Kugelsternhaufen und auch Galaxien dagegen sind viel größer. Die haben so um 1/5 bis 1/2 Vollmondgröße. Daher sollte für die die Brennweite vom Teleskop nicht so hoch wie bei Planeten sein. Und die Vergrößerung liegt meist unter 120 fach. Aber sie sind auch viel dunkler. Die brauchen Öffnung. Die sammelt das Licht. Je mehr Öffnung (Spiegeldurchmesser), desto heller wird bei gleichem Okular das Bild.
Große Objekte wie der Orionnebel oder die Andromedagalaxie brauchen noch viel weniger Brennweite/Vergrößerung. Da sind Vergrößerungen so um 50-75 fach sinnvoll. Die sind sogar in einem normalen Fernglas schon zu sehen.

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Ehe Du jetzt losrennst und was kaufst, geh erstmal in einer klaren Nacht zu ner Sternwarte und guck dort durch ein Teleskop. Ob das überhaupt Deinen Erwatungen entspricht. Denn Fotografien in Dokus und selber durchgucken sind 2 paar Stiefel...
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