erbitte Kaufberatung für Teleskop

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woki53

Neues Mitglied
Hallo,

bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen.Mein Name ist Wolfgang,bin 22 Jahre alt und wohne in der Südharz Region.
Ich interessiere mich sehr für die Astronomie und sehe mir jede Doku im Fernsehen an,die mit diesem Thema zu tun hat.Ich habe nun beschlossen,mir ein Teleskop anzuschaffen.Da ich nun keinerlei Erfahrungen und Vorstellungen habe,welches Teleskop es werden soll,möchte ich hier im Forum um Hilfe bei der Auswahl bitten.Meine preisliche Vorstellung liegt so um die 1500 €.
Was will ich beobachten?Nun alles was die Optik hergibt.Planeten,Sternenhaufen und wenn möglich auch Galaxien.
Ich hoffe sehr auf Eure Hilfe!

Vielen Dank!

Gruß
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

wilkommen im Forum. :)

Gleich vorneweg, die Bilder, Die Du in den diversen Dokus im Fernsehen gesehen hast, wirst Du nie und nimmer mit den Augen durch ein Teleskop zu sehen bekommen. Nicht für 1.500 Euro, auch nicht für 15.000 Euro. Denn das sind Fotos. Stundenlang belichtet, mit viel Bildbearbeitung hinterher.

Außer den eigentlichen Sternfarben und zahrte Paßtelltöne bei Planeten wirst Du alles in s/w sehen. Galaxien sind fluffige graue Spindeln, Wölkchen oder auch nur zahrte flächige Objekte. Ausgeprägte Spiralarme bei den Galaxien zu sehen erfordert einen wesentlich dunkleren Himmel, als wir in Deutschland haben und viel Öffnung beim Teleskop. Und viel Beobachtungserfahrung. Du guckst nur mit 1 Auge ins Okular, das muß man erstmal trainieren. ;)

Astronomie ist ein faszinierendes Hobby, aber mit ein paar Schwierigkeiten verbunden.

Du mußt bereit sein, Dich mit der Materie näher zu beschäftigen. Das geht mit der Orientierung am Himmel los. Du solltest ein paar Sternbilder erkennen können. Damit die grobe Orientierung am Himmel klappt. :)

Dann solltest Du Dich ein bissy mit Optik beschäftigen. Nach einem Transport über Straßen und Feldwege kann es sein, daß die Optik des Teleskops nicht mehr optimal justiert ist. Du mußt als das Justieren üben. Das ist kein Hexenwerk, wenn Du es erstmal kannst, ist es in 2-3 Minuten erledigt. :)

Oder kannst Du das Teleskop im Garten aufbauen? Dann sollte die Justage länger halten...

1500 Euro ist schon eine vernünftige Summe, damit läßt sich viel anfangen.

Damit hast Du die Wahl zwischen einem "Dobson", einem "Newton" auf einer parallaktischen Montierung, einem "Schmidt-Cassegrain", ebenfalls auf einer parallaktischen Montierung oder auch einem Refraktor auf einer parallaktischen Montierung.

Ein "Dobson" ist ein Newton Teleskop, das in einer Holznachführung, Rockerbox genannt, steckt. Damit bekommst Du für Dein Geld die größtmögliche Öffnung (=die bestmögliche Auflösung) mußt aber die Drehung der Erde entweder von Hand ausgleichen (Nachschubsen), oder eine elektrische Nachführplattform druntersetzen. Für Deepsky Objekte empfehle ich da mindestens 8".

Die anderen Teleskope sitzen auf einer Montierung aus Metall, da drunter kommt dann noch ein Stativ oder eine Säule. Anstatt zu "schubsen" drehst entweder von Hand an einem Knopf oder läßt das einen Elektromotor machen.

Diese Mechanik/Elektronik koscht halt was. Sogar ne ganze Menge. Hat aber den Vorteil, daß Du Objekte am Himmel auch "auf Knopfdruck" per Goto anfahren kannst. Das ist sehr praktisch, weil Du Dich aufs Durchgucken ins Okular konzentrieren kannst. Aber auch da solltest Du ein paar Sternbilder und vor allem den Polarstern kennen. Denn Du mußt nach dem Aufbau die Montierung einnorden (die Stundenachse auf den Polarstern ausrichten) und anschließend dem Teleskop sagen, wohin es guckt. Das nennt sich "Alignment".

Teleskope haben "Eckdaten". Das ist vor allem Öffnung (wird in Zoll gemessen ("), 1 Zoll sind 2,54 cm). Dann Brennweite. Die wird in mm, cm oder auch Meter angegeben.

Aus Öffnung und Brennweite ergibt sich das "Öffnungsverhältnis". "Schnelle" Teleskope haben ein Öffnungsverhältnix von f=4 oder f=5, "langsame" haben da eher f=12, f=14 oder höher.

Dann kommen die Okulare. Die haben entweder 2" Steckmaß oder 1 1/4". Wenn Du Dich für ein Teleskop entschieden hast, mußt Du beim Einkauf der Okulare darauf achten, welches Steckmaß der Okularauszug hat. Ein 2" Okular paßt rein mechanisch nicht in den schmäleren 1 1/4" Okularauszug. Hast dagegen einen 2" Okularauszug am Teleskop, kannst mit einem Reduzierstück auch 1 1/4" Okulare verwenden.

Planeten sind winzig klein. Sie haben zwischen 1/30 und 1/100 stel des Vollmonddurchmessers. Die beobachtet man am besten mit einem langbrennweitigen Teleskop und einem kurzbrennweitigen Okular. Da kann schon mal die Vergrößerung 300 fach oder höher betragen.

Kugelsternhaufen und auch Galaxien dagegen sind viel größer. Die haben so um 1/5 bis 1/2 Vollmondgröße. Daher sollte für die die Brennweite vom Teleskop nicht so hoch wie bei Planeten sein. Und die Vergrößerung liegt meist unter 120 fach. Aber sie sind auch viel dunkler. Die brauchen Öffnung. Die sammelt das Licht. Je mehr Öffnung (Spiegeldurchmesser), desto heller wird bei gleichem Okular das Bild.

Große Objekte wie der Orionnebel oder die Andromedagalaxie brauchen noch viel weniger Brennweite/Vergrößerung. Da sind Vergrößerungen so um 50-75 fach sinnvoll. Die sind sogar in einem normalen Fernglas schon zu sehen. :)...

Ehe Du jetzt losrennst und was kaufst, geh erstmal in einer klaren Nacht zu ner Sternwarte und guck dort durch ein Teleskop. Ob das überhaupt Deinen Erwatungen entspricht. Denn Fotografien in Dokus und selber durchgucken sind 2 paar Stiefel...

Sternwarten und auch Astronomievereine findest hier, sortiert nach Postleitzahlen. :Trost:

 
Hallo Wolfgang,

dem Beitrag von Fee kann ich eigentlich nur zustimmen. Es ist ein Unterschied von Tag und Nacht zu dem, was man auf Fotos und im Fernsehen sieht, und was man direkt visuell durch ein Teleskop sieht. Bevor du den Kauf übereilst empfehle ich auch, das du ein Teleskoptreffen besuchst, z.B. das ITV in Gedern Anfang Mai, oder eine Sternwarte in der Umgebung, um Kontakt mit anderen Hobby Astronomen zu suchen. Ich stand im Herbst vor einer ähnlichen Entscheidung und habe mich, nach Besuch des HTT nahe Berlin dann für ein Dobson Teleskop entschieden, da man für wenig Geld viel Öffnung bekommt und der Aufbau sehr einfach und schnell ist. Die Bedienung eines Dobson ist sehr intuitiv und innerhalb ein paar Nächten zu erlernen. Jedoch muß man das manuelle nachführen mögen und auf Fotos verzichten.

Wichtig für die Wahl des Telekops ist auch, wo du genau wohnst,wie gut bzw. dunkel dein Himmel ist und von wo du beobachten willst. Wenn du nämlich mit dem Teleskop aus der Stadt rausfahren willst, dann sollte es auch einigermaßen transportabel sein. Bei mir war deswegen bei 10" (250mm Öffnung) Schluß, weil ein größeres Teleskop nicht in meinen Polo gepasst hätte.

Wichtig ist, nichts zu übereilen und sich gründlich zu Informieren.

MfG,
Falco
 
Hallo Wolfgang
ich bin auch erst relativ neu in der "Szene" und habe für den Anfang etwas kleiner angefangen. Du musst bedenken, daß verschiedene Objekte auch verschiedene Vergrößerungen zum besten visuellen Beobachten benötigen.
Große Galaxien und Nebel benötigen eher kleine Vergrößerungen, um diese voll ins Bild zu bekommen und auf der anderen Seite sind Planeten und der Mond erst richtig interessant bei hohen Vergrößerungen. Mit einer großen Brennweite findest Du kaum geeignete Okulare für kleine Vergrößerungen, um große Objekte großflächig zu sehen.
Ich habe mit einem INED70 (70mm Öffnung 420mm Brennweite) in Kombination mit einem Okular Baader Hyperion 8-24mm Zoom angefangen und nutze diese Kombi immer noch gern für einen schnellen Blick in den Himmel an einem stabilen Fotostativ.
Grüße und CS, Steven
 
Hallo Wolfgang,

...Was will ich beobachten?Nun alles was die Optik hergibt.Planeten,Sternenhaufen und wenn möglich auch Galaxien...

wenn du noch absolut keine Ahnung hast was so ein 1,5 k€ am Himmel zeigt dann rate ich anstelle von Kaufberatung erst einmal folgendes: Versuch erst einmal Kontakt mit anderen Sternfreunden aufzuhehmen.Dazu eignet sich z. B.das Board Treffpunkte. Du wirst sicher mehrere finden die dich zum Mitbeobachten einladen werden.

Viel Erfolg
wünscht dir
Kurt
 
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