Erfahrung mit ZEISS Mono 3x12 T* | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Erfahrung mit ZEISS Mono 3x12 T*

steini14

Mitglied
Hallo zusammen
Ich habe das Zeiss Fernglas 10x56 Victory FL.
Ich bin am überlegen ob ich mir das Zeiss Mono 3x12 zulegen soll. Man kann dieses mit einem Adapter einseitig an dem Fernglas befestigen und die Vergrößerung verdreifachen. Somit auf 30-fach. Nun meine Frage an euch: Hat dies zufällig schon mal jemand gemacht? Ist das Sinnvoll und kommt da noch genügend Licht beim Auge an?
Soll ja nur für Jupiter und Saturn ausreichen.

clear skies Matthias
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Hallo Matthis,

ich habe ein 10x56 Conquest, ich verwende das nur für Weitfeld-Himmelsspaziergänge, bei 30-fach braucht man dann natürlich auf jeden Fall ein Stativ. Bei hellen Objekten ist die Austrittspupille mit 1,8mm noch groß genug, aber die Vergrößerung ist bei Jupiter und Saturn noch nicht so groß, dass man einige Detail gut beobachten kann. Details werden erst so ab 70-fach (natürlich noch besser ab 150-fach) besser sichtbar, also eher in kleinen Fernrohren. Beim Jupiter wirst Du die zwei Wolkenbänder zumindest als dünne Striche sehen können.

Siehe auch: BINOVIEWER - BEOBACHTUNGSPRAXIS - Teleskopvergleich am Planeten Saturn

lg
Niki
 

steini14

Mitglied
Hallo Niki

Ich möchte es eigentlich nur zum kurz mal rausstellen benutzen und ein bisschen mehr als ein paar Punkte zu sehen.
Details beobachte ich dann mit einem 76cm Spiegelteleskop oder mit einem 12" Newton mit Zeiss Zerodur Spiegel und extra kleinem Fangspiegel für Planeten optimiert. Dafür muss ich dann ein paar Kilometer fahren und dazu ist nicht immer die Zeit.
Vielleicht kommt noch ein Erfahrungsbericht vo einem anderen Forum Mitglied der genau die Kombination, wie ich sie anstrebe, hat.
Schön wäre dann auch noch zu wissen ob bei Planeten dann Ende ist oder ob dies Kombi dann auch noch weiter für andere Objekte genutzt werden kann.

CS Matthias
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Hallo Matthias,

also bist Du ja sowieso ein alter Hase und hast genug Erfahrung - stand ja nicht dabei, dass Du auch Teleskope hast. Wäre neugierig gewesen mitzulesen, was Klaus für Erfahrungen damit gemacht hat (falls er ein 3x12 hat), weil ich wäre nicht auf die Idee gekommen, ein 30x56 am Nachthimmel einzusetzen (als Spektiv tagsüber allerdings schon!), denn für Deep Sky ist es meines Erachtens eher zu klein, für Planeten zu kurzbrennweitig. ;)

Habe die zwei Berichte der Links gelesen. Wenn die Sicht wie im Kaufhausrefraktor wäre würde ich mich schon freuen.
Ich denke, das kommt schon hin. Du hast ja auch einen 76er Spiegel, da kannst Du mit einem entsprechenden Okular auch 30x hinbekommen, dann siehst Du vorab, was (dann mit 56mm EP ein wenig dunkler) zu sehen ist. Ich habe auch ein APM 100/550 Bino mit 24mm Panoptik, da habe ich knapp 23-fach. Jupiter mit den inneren 4 Monden ist fein und hell, aber für mich halt auch nur für einige Minuten interessant... h&chi Persei wird da schon eher interessant bei 30-fach. (siehe screenshots)

lg
Niki

Bildschirmfoto 2019-07-28 um 10.11.38.jpg Bildschirmfoto 2019-07-28 um 10.15.49.jpg
 

synosontis

Mitglied
Hallo Matthias,

ich habe genau die von Dir beschriebene Kombination aus dem Victory FL 10x56 und dem 3x12 Monokular.

Als Einzeloptik fängt man mit dem Monokular nicht viel an.

Die Montage auf ein Fernglas erfolgt mit dem passenden Adapter in einer Sekunde, die optische und mechanische Qualität sind gut, das Einblickverhalten ebenso.

Ich habe mir das Monokular hauptsächlich für die Tagbeobachtung bei 36-fach gekauft. Landschafts- und Tierbeobachtungen sind sehr schön möglich (zumindest solange die Tiere sich nicht schnell bewegen, das Glas mit aufgestecktem Monokular ist irgendwie unhandlicher als ein Spektiv). Bei Nacht ist vor allem der Mond ein schönes Beobachtungsobjekt, wenn man nichts besseres zur Hand hat. Deep Sky macht nicht wirklich Spass, das geht besser ohne aufgestecktes Monokular.

Das Fernglas benutze ich normalerweise freihändig, mit dem Monokular als Verlängerungslinse geht das natürlich nicht mehr sinnvoll. Zumindest ein Einbeinstativ muss sein.

Fazit: Nettes Gimmick, begrenzter Einsatzzweck, hoher Preis.

Viele Grüße

Klaus
 

steini14

Mitglied
Fazit: Nettes Gimmick, begrenzter Einsatzzweck, hoher Preis.
Das habe ich mir schon gedacht. Deswegen habe ich hier im Forum erst mal angefragt. Vielleicht entschließe ich mich aber dennoch mir dies zuzulegen. Die Neugier ist einfach zu groß.

also bist Du ja sowieso ein alter Hase und hast genug Erfahrung - stand ja nicht dabei, dass Du auch Teleskope hast.
Da es nur um das Fernglas ging war für mich das andere nicht wichtig. Ja ein bisschen Ahnung habe ich schon. Ich führe die Sternwarte meines verstorbenen Astrofreundes Max Lammerer weiter.
Siehe hier:
Hier habe ich einen kleinen Rückblick geschrieben.

cs Matthias
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Alles klar.

Das Problem sehe ich beim Geradeeinblick. Astro-Binos für höhere Vergrößerungen haben nicht umsonst 45° oder 90° Einblickwinkel (Prismen), was für Beobachtungen höherer Objekte entspannender und sinnvoller ist. Auf einem Stativ mit beiden Augen mit dem Kopf im Nacken auf 45° ALT zu gucken ist sonst für mich auch mit Stativ sehr anstrengend, da die Augen ja stets achsparallel einblicken müssen. Ich jedenfalls schaffe das nicht ohne Verrenkung und Genickstarre, Zenit geht so gar nicht ohne Liegestuhl und Parallelogramm-Montierung. Mein APM hat 45° Einblick, das geht auf einem Neiger mit Gewichtsausgleich doch bequem bis zu mittleren Himmelshöhen.

Insofern: Geradeeinblick mit mit 30x wäre am Himmel nichts für mich. Wenn Du das Ding aus Interesse kaufst, würden mich Deine Erfahrungen damit also interessieren, vor allem, mit welchem Stativ.

lg
Niki
 
Zuletzt bearbeitet:

synosontis

Mitglied
Hallo Niki,

ich verwende für meine geradsichtigen Ferngläser bei Bedarf ein Einbeinstativ Manfrotto XPROC5 mit einem Novoflex MagicBall-Kugelkopf. Mit einer Höhe von 176 cm (Stativ) + 7 cm (Kugelkopf) + 8 cm (Fernglasadapter) = 191 cm kann ich mit einer Größe von 188 cm auch im Stehen bis ca. 60° halbwegs bequem beobachten.

Für längeres Beobachten greife ich dann auf ein 90°-Fernglas auf einem Dreibein zurück.

CS Klaus
 

steini14

Mitglied
So ähnlich hätte ich das auch gedacht.
Stativ Berlebach Report 832 mit langer Mittelsäule ( Höhe ausgefahren ca. 210).
Liebe Grüße Matthias
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Geht sicher auch... ;)

Ich verwende ein Berlebach 29C mit Säule zum Kurbeln. Darauf einen Manfrotto Nitrotech N8 Getriebeneiger mit Gewichtsausgleich. Beim Dreibein muss man halt mit den Beinen zurechtkommen, je näher man bei höher stehenden Objekten ans Stativ geht. Die Beinlänge (dank möglicher, weiter Beinstellungen) und Kurbelsäule des 29C sind auch für sitzendes Beobachten brauchbar (wenn auch nicht bei Geradeeinblick).

Ich beobachte gerne recht frei mit einem Bino, daher kommt ein Kugelkopf mit Klemmerei für mich weniger in Frage. Ein Neiger mit Hebel scheint mir da angenehmen zu führen. Ein Einbein hätte ich übrigens da (Gitzo), habe ich aber mit Bino noch nicht verwendet. Werde es mal versuchen.

Der Gewichtsausgleich des Kopfes ist eher beim schwereren 100er Bino nötig, trotzdem würde ich mir wenn möglich immer lieber das Festziehen von Komponenten (Kugelkopf) ersparen, so kann ich freier schwenken, auch wenn ein kleiner Rundumblick mit einem Einbein in einem gewissen Rahmen sicher auch möglich ist. Letztlich ist das Parallelogramm wahrscheinlich die angenehmste Variante, aber die hab ich leider bislang auch nicht zu Hause.

lg
Niki
 

synosontis

Mitglied
Das Einbeinstativ hat den Vorteil, dass man nicht bei jeder Änderung des Blickwinkels am Neiger bzw. Kugelkopf verstellen muss; man kann einfach das Stativ etwas schräger oder senkrechter halten. Nur bei größeren Änderungen stelle ich am Kopf nach.

Diese Lösung habe ich nur bis zum 10x56er Zeiss getestet, nicht an größeren Ferngläsern.

Grüße Klaus
 

steini14

Mitglied
Der Vorteil beim großen Magic Ball ist das man eine Vorspannung angeben kann so muß man nicht immer wieder lösen und neu klemmen. Einfach nur bewegen. Das einzige worüber ich noch nachdenke ist der gerade Einblick wie Niki es bemerkt hat. Darüber muss ich nochmal nachdenken. Schaut man immer zu in den Zenit ❓❓❓
Ich denke es gibt auch Objekte die wesentlich tiefer stehen. Dann ziehe ich diese vor. Aber interessant sind die ganz oben schon.
cs Matthias
 

Demokrat

Aktives Mitglied
muß man nicht immer wieder lösen und neu klemmen
Theoretisch ;) - ausprobieren. Ich glaube, ich würde eher wahnsinnig mit einem Einbein und einem rutschenden Kugelkopf. Entweder das Gerät ist halbwegs fix und ich kann meinen Körper und die Kopfhaltung anpassen, oder ich stütze mich ab und das Gerät ist flexibel. Im Stehen mit (theoretisch) zähem Kugelkopf ist es in der Praxis sicher eine Herausforderung. Kurzzeitig kann ich mir alle Lösungen vorstellen, aber manchmal möchte man ja ein wenig länger gucken...

Man schaut nicht immer in den Zenit, da hast Du recht. Aber glaube mir, ich will immer dorthin schauen, wo es grad NICHT geht. Ok, den Ringnebel in der Leier braucht man nicht unbedingt in einem kleinen Bino zu suchen, aber das Fleckchen möchte ich gerade dann finden, wenn es keinen Sinn macht UND im Zenit (70°) steht. Das ist schon mühsam mit Geradeeinblick.

Planeten sind eher kein Problem, aber eben nicht die Stärke von 30x.
h&chi stehen gut, Andromenda auch, M13 geht schon nur mehr mit Genickstarre, hatte ich vorige Woche gemacht. Mit Geradesicht-Glas.

However. Das alles spricht nicht gegen einen Kauf, denn ich berücksichtige auch die Faktoren "Will haben", und "bin neugierig" und "will ich selbst herausfinden" und "ok, auch wenn ihr sagt, es ist Quatsch, ich will das". :D So hab ich mein Zeug auch manchmal gekauft, mit oder gegen den Rat anderer und mit und trotz meiner Zweifel. Ich wollte es selbst herausfinden, und das kann auch sinnvoll sein.

lg
Niki
 

steini14

Mitglied
Ich denke oft steht schon von vornherein fest das man es kauft. Man will sich nur die Bestätigung holen das man es richtig macht und andere auch der gleichen Meinung sind. Zählen Sie Nachteile auf will man diese nicht unbedingt hören und macht man es meistens doch weil man es einfach selbst herausfinden will und es schon als neue Anschaffung seinen Platz gefunden hat.

cs Matthias
 

Manne

Mitglied
Ich habe auch den Drang/Zwang Objekte sehen zu wollen, welche gerade dann im Geradsichtglas nicht angehnem beobachtbar sein würden - daher fehlt mir auch bei Beobachtungen mit dem 90°-100er immer irgend etwas (neben Öffnung natürlich)… :D
Ich habe vor vielen Jahren mal das 3x12 gekauft, und es passt auch prima in's Canon 10x42. Der Stabi ist damit jedoch überfordert, aber die Abbildung ist ziemlich gut. Der AP-Abstand ist für mich ok, allerdings ist natürlich das sGF nicht gerade besonders weit (Eudia-Plössl in etwa).

Einbein ist eine spezielle Sache, das muss man mögen oder auch beherrschen. Hier kann sicher 'leicam62003' mehr zu sagen - der sattelt darauf sein kleines Swaro mit dem 30x-Okular. Kannst ggf. auch im Jülich-Forum nach seinen Erfahrungen mit dem Stock suchen; ich glaube er hat da jedoch den Monostat-Fuß drunter.

Gruß über einen Kanal
Manfred
 

steini14

Mitglied
Hallo Manfred
Danke für Deine Rückmeldung. Ich werde mir höchstwahrscheinlich ein 3x12 zulegen wenn mein anderes Projekt abgeschlossen ist. Die Neugier und die positive Resonanz von Dir siegt.
Liebe Grüße
Matthias
 

Dju

Mitglied
Hallo Matthias,
habe auch das Zeiss 3x12. Ich setze es in der Astronomie gar nicht ein. Lediglich beim Mond käme es bei mir grundsätzlich in Frage als Booster. In diesem Thread (*) werden ein paar andere Einsatzmöglichkeiten angesprochen, so in der Art nutze ich es auch am Tag. Da es sehr klein und leicht ist kommt es immer mit in die Tasche wenn ich mit dem FG oder der Kamera unterwegs bin.
Gruss, Dju

(*) Zeiss Mono Classic 3x12 B
 
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