Erfahrung zu TS 15x70 und Alternativen

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H_Kay

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Hallo Astrogemeinde,

Nach langer Hobbybeschäftigung mit Astronomie und Verfolgen dieser Homepage, möchte ich heute meine ersten Foren-Eintrag schreiben.

Ich muss für mein Anliegen kurz etwas ausholen: Und zwar habe ich seit einigen Monaten vor, mich wieder intensiver mit der Himmelsbeobachtung und -fotografie zu beschäftigen (bin seit ca. 12 Jahren nicht dazu gekommen). Da ich jetzt in der "Lichtstadt" Jena wohne und somit für sinnvolle Beobachtungen aus der Stadt heraus muss, habe ich mir kürzlich erst einmal das Fernglas TS 15x70 gekauft.
Nach der letzten Beobachtungsnacht ist es aber aufgrund eines Sturzes defekt (Okular verkippt, so dass sich die Dioptrie-Verstellung nicht mehr bewegt). Weshalb ich somit die "Chance" bekomme, mich nochmal nach einer Alternative umzuschauen.

Mein Ziel ist es schon, das Fernglas als "kleinen Ersatz" für ein Teleskop zu benutzen, da letzteres nicht wirklich transportabel ist. Mit dem TS-FG habe ich in ca. 15km Entfernung zur "Lichtstadt" Jena schon Objekte bis zur visuellen Helligkeit von 9mag finden können, was mich schon sehr beeindruckt hat, insbesondere, da sich die Objekte wirklich schnell finden ließen.
Ist das mit anderen (kleineren) Ferngläsern vergleichbar? Was ließe sich mit anderen Öffnungen erreichen? Ich muss sagen, dass ich mit der Vergrößerung auch zufrieden bin, da manche Objekte doch recht klein sind ;)

Meine Frage ist jetzt, wie eure Erfahrungen mit dem Fernglas sind bzw. auch mit Alternativen dazu. Insbesondere bei Geräten in der gleichen Preisklasse (sagen wir 100€ bis 300€).

Beste Grüße,
Hardy
 
Hallo Hardy,

ich würde mich erst einmal prüfen, wie bequem ich den Einblick empfand (z.B. in Zenitnähe). Wenn das Fernglas hauptsächlich eingesetzt wird, ist dieser Punkt schon wichtig - erst recht wenn das Fernglas irgendwann mal auf ein Stativ soll.

Wenn das Fernglas auch zukünftig nur in der Hand gehalten werden soll, kann man sich evtl. mit einem Liegestuhl arrangieren - aber auch dies kann auf Dauer unbequem werden - einfach mal ausprobieren.

Viele Grüße
Dieter

 
Hallo Dieter,

Der Einblick in Zenitnähe war schon etwas unbequem. Ich denke mit Stativ und Stuhl oder Ähnlichem kann man sich da arrangieren. Gibt es denn Alternativen? Ein Stativ wollte ich mir auch noch besorgen.

Grüße,
Hardy
 
Hallo Hardy,

vielleicht ist das eine alternative für dich? Fernglas + Stuhl + Montierung, siehe foto ->
Ich habe auch ein 15x70 "China Fernglas" nur unter einen anderen namen. Die 4,6mm AP sind was feines, aber mit der qualität kann es z.B. nicht mit einem Canon oder Fujinon fernglas mithalten.

Ich habe mir das preiswerte 15x70 als reines astrofernglas gekauft. Am bildrand ist es leicht unscharf. Wie sind/waren deine erfahrungen mit dem TS 15x70?

Tut mir leid dass dein fernglas kaputt gegangen ist!! :-(

Schöne grüße, Marius
 

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Hallo Hardy,

alleine mit Stativ wirst du nicht glücklich werden. Der Einblick in Zenithnähe wird noch unbequemer, als aus der Hand.

Zum einen ist das Stativ, bzw. die Stativsäule selbst im Weg, zum anderen zwingt dich die begrenzte Höhe des Teleskops zusätzlich in die Knie und der Kopf muss noch mehr in den Nacken fallen.

Es gibt jedoch spezielle Stative mit Teleskoparm, diese sind jedoch so teuer, dass man sich für den Mehrpreis auch ein Fernglas mit Winkeleinblick gönnen kann (mit diesem kommt man auch wieder mit normalen Stativen zurecht).

@Marius
Deine Lösung sieht recht bequem aus. Wie viel Bewegungsspielraum lässt dir die Winkelhalterung? Bzw. wie oft musst du den Stuhl neu ausrichten?

Viele Grüße
Dieter
 
Hallo Hardy,

es wundert nicht nicht das dein 15x70 defekt ist, ich hatte das Gleiche und das war auch nach kurzem Gebrauch hin. :mauer:

Womit wir beim Thema wären, die TS LE Serie ist meistens sehr schlecht verarbeitet, die Prismen sind dürftig geklebt und die Augenmuscheln reißen leicht, zudem ist der Mitteltrieb durch das Chinafett entweder zu schwergängig oder es zu leicht, je nach dem wie viel Pampe drin ist!
Irgendwie muß man ja auf die Kampfpreise kommen...

Bessere Alternative wäre die Marineserie von TS, die sind solide Verarbeitet und die Optik ist auch besser.

Andreas
 
Hallo Dieter,

Es handelt sich um einen flexiblen mechanischen arm von manfrotto den man sowohl fotografisch (Spiegelredlexkameras) als auch astronomisch für ferngläser benutzen kann. Es gibt bereits auch ein paar threads darüber. Hier sind zwei videos davon:

Manfrotto Magic Arm:
http://www.youtube.com/watch?v=lARtf8wpVQs

http://forum.astronomie.de/phpapps/...p/topics/883284/Manfrotto_MAGICARM#Post883284


Manfrotto Snake Arm:
http://www.youtube.com/watch?v=InsgcjdP8-I

http://forum.astronomie.de/phpapps/.../topics/909526/Manfrotto_SNAKE_ARM#Post909526

Ich habe mir eine drehbare plattform gebastelt siehe fotos in dem thread http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/937618/Starchair#Post937618 wo ich mich flexibel im kreis drehen kann bzw. die mechanischen arm über all hin montieren kann auch auf meinen astrohocker für mein dobson http://forum.astronomie.de/phpapps/...umber/31441/filename/Leifheit Multisitz 5.jpg

Viele benutzen schon den MAGIC ARM von Manfrotto für bino-beobachtungen :-) Man braucht eben nicht diese schweren "parallelogrammmoniterungen" mit gegengewichte wie diese http://www.cloudynights.com/photopost/data/528/17Image012_640-med.jpg Ich kann mein fernglas oder meine DSLR kamera flexibel überall hin montieren, und mich um die eigene achse mit einem campingsessel auf einer drehbarern plattform drehen ;-))

@ Andreas, ja das mit den schwergängigkeit des fettes kann ich nur bestätigen. Wobei die augenmuscheln noch immer gut sitzen :-) Ja, man darf sich nicht zu viel für 120€ erwarten...

Schöne grüße, Marius
 
Hallo,

Danke für die Anregungen.

Zuerst zur Qualität des TS 15x70:
- Ja, es gibt eine leichte Randunschärfe, die ich aber nicht als störend empfunden habe.
- Auch eine Bildfeldwölbung ist gerade so zu erkennen, wenn man bei Tageslicht beispielsweise Kanten von Hausmauern anvisiert - hält sich aber ebenfalls im Rahmen.
- Ich habe mir das Glas hauptsächlich für astronomische Beobachtungen gekauft.
- Ich finde, dass es viel Licht für wenig Geld bringt - aber bitte korrigiert mich, wenn man mit anderen/kleineren Gläsern mehr oder ähnlich viel sieht (bis zu 9mag war bei mir bisher möglich)
- Bei dem Preis muss man damit rechnen, dass man es sorgfältig behandeln muss, um lange Freude daran zu haben... (Stürze gehören nicht dazu...)

In Summe finde ich also, dass es ein gutes Astroglas ist, dass viel Licht für den Preis bietet. Auch hier bin ich aber offen für Gegenvorschläge ;)

Zu der Stativ-Problematik:
Ich sehe ein, dass ein einfaches Stativ wirklich keine Verbesserung in Sachen Bequemlichkeit bieten wird. Ich werde mir mal die Manfrotto-Arme anschauen und musss mir mal überlegen, woran ich die fest mache im Feld und worauf ich mich setzen werde ;)

Grüße,
Hardy
 
Zitat von H_Kay:
Hallo,

- Bei dem Preis muss man damit rechnen, dass man es sorgfältig behandeln muss, um lange Freude daran zu haben... (Stürze gehören nicht dazu...)



Grüße,
Hardy

Hi Hardy,

ich bin mit meinem Glas ganz leicht gegen eine Tischkante gekommen und schon war ein Prisma heraus gebrochen!
Ich habe seit dem ein paar dieser China-Gläser für um die 100,- Euro auseinandergebaut, du glaubst gar nicht was da alles drin ist und wie die verklebt sind.
Ich möchte dir das Glas ja nicht madig machen und die Optik ist wirklich noch ganz o.k. aber der Rest drumherum ist einfach nur Schrott und das nicht nur bei einem Glas.
Ich glaube die landen tonnenweise in den Müll, aber da erfährt man halt nix drüber.

Andreas
 
Hallo Andreas,

Ich glaube du hast schon recht mit deiner Qualitätseinschätzung bezüglich des TS 15x70. Hättest du denn Alternativen dazu? Ich suche halt schon ein relativ lichtstarkes Gerät, dass ich rein für astronomische Zwecke verwenden möchte. Ein Teleskop wäre mir eben in Summe zu groß und zu schlecht transportabel (insbesondere mit einer guten Montierung + Stativ). Ich würde aber trotzdem gern "viel sehen".

Eine Frage zu dem Winkeleinblick von manchen Ferngläsern:
Schlucken die nicht zu viel Licht?

Viele Grüße,
Hardy
 
Hallo Hardy,

ich benutze für Übesichtsbeobachtungen ein Beck Tordalk 15x80 mit ca. 4 Grad Gesichtsfeld. Tolles Glas, aber die Unbequemlichkeit beim Stehen (Zittern der Hände, Genickstarre) und beim Liegen (Objektwechsel, Aufstehen, Liege verschieben etc.) bleibt.

Daher habe ich mir vor Jahren bei einem mechanisch begabten Menschen ein modifiziertes Flakglas mit 45 Grad-Einblick gekauft. Zeiss FH 80/640 mit 2" Okularen und 1,25" Wechselokularen. 24 fache Vergrößerung bei 3.5 Grad und 43 fache Vergrößerung bei 1.7 Grad.

Das Gerät sitzt in einer Gabel und wird mittels Zapfen auf ein Stativ gesetzt.

Bei Zenitbeobachtungen, die aber eher selten sind, wünsche ich mir dann manchmal einen 90 Grad-Einblick. Der ist aber wiederum bei Erdbeobachtungen nicht optimal. Nun gut.

Sicherlich schlucken die Prismen Licht. Kenner im Forum wissen auch wieviel.

Das Gerät bietet durch die fast immer bequeme Beobachterposition einen für mich fantastischen Anblick des Sternenhimmels.

VG

Christoph
 
Hallo Christoph,

Dein Zeiss FH 80/640 hört sich interessant an.

Leider klappt das Verlinken nicht, aber schau mal bei
youtube nach:

"Professor Mike Scott's Soviet Binoculars"

Nicht von schlechten Eltern das Teil.

Grüße
 
Hallo Mike,

habe mir den Link angeschaut. Das ist ein russisches 15x110, das vor 10 Jahren noch von BW-Optik hier bei uns verkauft wurde. Kostenpunkt damals 4400 DM. Das Glas hat schlechte Kritiken wegen großer Lichtverluste erhalten. Ich hab hier auch noch einen Link dazu:

15x110


VG

Christoph
 
Zitat von H_Kay:
Hallo Andreas,

Ich glaube du hast schon recht mit deiner Qualitätseinschätzung bezüglich des TS 15x70. Hättest du denn Alternativen dazu? Ich suche halt schon ein relativ lichtstarkes Gerät, dass ich rein für astronomische Zwecke verwenden möchte. Ein Teleskop wäre mir eben in Summe zu groß und zu schlecht transportabel (insbesondere mit einer guten Montierung + Stativ). Ich würde aber trotzdem gern "viel sehen".

Eine Frage zu dem Winkeleinblick von manchen Ferngläsern:
Schlucken die nicht zu viel Licht?

Viele Grüße,
Hardy

Hallo Hardy,

ja so ein Beck Tordalk was der Kollege vorschlägt ist nicht schlecht, die sind noch sehr solide gebaut!
Hin und wieder werden auch ältere Vixen- 12x80, 15x80, 20x80 angeboten, da bekommst du für etwa 200,- Euro, ein Top-Glas!
Alternativ dazu kannst du noch die Marine-Serie von TS in Betracht ziehen, da hatte ich mal ein 10x50, die sind auch sehr solide und die Optik ist besser als beim LE!
Zu günstig sollte ein Fernglas halt nicht sein, denn Qualität muss einen Preis haben.

Andreas
 
Zitat von Christoph_Stahl:
Hallo Mike,

habe mir den Link angeschaut. Das ist ein russisches 15x110, das vor 10 Jahren noch von BW-Optik hier bei uns verkauft wurde. Kostenpunkt damals 4400 DM. Das Glas hat schlechte Kritiken wegen großer Lichtverluste erhalten. Ich hab hier auch noch einen Link dazu:

15x110


VG

Christoph

Hallo Christoph,

Ich hätte tatsächlich angenommen dass dieses Instrument am Sternhimmel gut funktioniert.
Auf einer Messe konnte ich einmal durch ein ähnliches schauen. Hier waren Farbfehler unübersehbar, und ein relativ dunkles Abbild.

Ich vermutete bei diesem Instrument verschiedene Ausführungen, also qualitativ. Dem scheint wohl nicht so.

Danke für den interessanten Link!

Gruß

Mike
 



Hay Hardy,

ich befasse mich mit kompakten geräten vom fernglas bis zum
leichten teleskop..
ich hatte das ts15x70 auch schon... war nicht schlecht, das
teil.. nur hatte ich irgendwie immer das gefühl,
nachfokussieren zu müssen.. es war auch nicht ideal justiert
und etwas klobig.. hab es nach'm jahr verkauft..

alternativ will ich den index 12x50 empfehlen.. hier muss
nicht unbedingt ein stativ her.. momentan nutze ich das kowa
sv12x50 und es macht einen guten eindruck.. allem voraus das
einblickverhalten und die tollen augenkappen.. kostet um die
300eu und hat 84m/1000 GF.
das nikon 12x50EX schlug sich auch ganz gut mit immerhin 96m
GF (porro) für 199eu ca.und mit 4,1mmAP.Licht kommt man fein
aus.. mehr nicht nehmen in jena! ;)

ich habe das ts15x70 und das 12x50ex mal am saturn verglichen..
interessanterweise hab ich genau die gleiche
auflösungsleistung gehabt.. was darauf deutet, dass die
12x50 gläser bei guter optik eine höhere achsschärfe
besitzen... kosten natürlich auch mehr.. nun gut... viel spaß
beim sterne-jetten.. ;)

ich bin urspr.aus jena, wohne inzw.nähe stuttgart.. grüß
mir die jenenzer..^^ :D


beste grüße...




_
 
Hallo,

Ich war ja von dem TS 15x70 hauptsächlich so begeistert, weil ich damit sehr schnell und einfach Objekte finden konnte, die ich früher nicht mal mit meinem 112mm Newton gefunden habe. Das liegt zum einen an der leichten und schnellen Bedienbarkeit des Fernglases, dem Gesichtsfeld und der Helligkeit.

Mir ergeben sich dazu nochmal zwei Fragen:
- Wie sehr machen sich Unterschiede in der Vergrößerung bei der Suche nach kleinen Objekten bemerkbar? (also 15x gegen 10x zum Beispiel)
- Gibt es auch beispielsweise 50mm Ferngläser, mit denen man Objekte bis 9mag finden kann oder ist das nicht möglich? (entsprechende Qualität vorausgesetzt) Also wie stark wirkt sich eine Verringerung des Objektivdurchmesser auf das Beobachtungserlebnis aus?

Vielen Dank,
Hardy
 
Zitat von H_Kay:
Mir ergeben sich dazu nochmal zwei Fragen:
- Wie sehr machen sich Unterschiede in der Vergrößerung bei der Suche nach kleinen Objekten bemerkbar? (also 15x gegen 10x zum Beispiel)
- Gibt es auch beispielsweise 50mm Ferngläser, mit denen man Objekte bis 9mag finden kann oder ist das nicht möglich? (entsprechende Qualität vorausgesetzt) Also wie stark wirkt sich eine Verringerung des Objektivdurchmesser auf das Beobachtungserlebnis aus?
Hallo Hardy, man muss dabei unterscheiden, ob es sich um punktförmige Lichtquellen, also insbesondere Sterne handelt, oder um flächige Objekte wie Galaxien oder Nebel.

Die Grenzgröße für beiderlei Objekttypen hängt zunächst mal ganz wesentlich von der Himmelsqualität ab. Unter einem guten Landhimmel sieht man mit bloßem Auge Sterne bis etwa der sechsten Größenklasse. Im lichtverseuchten Zentrum einer Großstadt kann man froh sein, wenn man noch die allerhellsten Sterne überhaupt sieht. Mit der Lichtsammlung einer Optik erhöht sich die Grenzgröße gegenüber dem Wert für das bloße Auge.

Bei Sternen, also Punktlichtquellen, kommt es dabei neben der Himmelsqualität in erster Linie auf die Öffnung der Optik an:

.......................... ------------------ fst -------------------
........................... 3 ........... 4 ........... 5 ............. 6

...... D ............... -------- Grenzgröße der Optik ---------
... (mm) ................................. (mag) ......................
..... 30 ............... 6,5 ........ 7,5 ......... 8,5 .......... 9,5
..... 40 ............... 7,1 ........ 8,1 ......... 9,1 ......... 10,1
..... 50 ............... 7,6 ........ 8,6 ......... 9,6 ......... 10,6
..... 60 ............... 8,0 ........ 9,0 ........ 10,0 ........ 11,0
..... 70 ............... 8,3 ........ 9,3 ........ 10,3 ........ 11,3
..... 80 ............... 8,6 ........ 9,6 ........ 10,6 ........ 11,6

Dabei ist D der Durchmesser der Optik und 'fst = faintest star' bezeichnet die Magnitude des mit bloßem Auge gerade noch wahrnehmbaren Sterns - das ist also ein Maß für die Himmelsqualität am Ort.

Wenn Du also eine Grenzgröße von 9 mag erreichen willst, reicht unter einem guten Himmel bereits ein Taschenglas mit gerade mal 30 mm Öffnung. Im Zentrum einer City wäre dafür schon eine Öffnung von 100 mm erforderlich!

Die Grenzgröße von Sternen lässt sich auch noch durch Steigerung der Vergrößerung erhöhen, weil damit die Flächenhelligkeit des Hintergrundes reduziert und die Sichtbarkeit des Sterns verbessert wird, aber das spielt bei Ferngläsern mit ihrer vorgegebenen Vergrößerung keine Rolle.

Die Helligkeit von flächigen Objekten wie Galaxien oder Nebeln hängt von der Austrittspupille der Optik ab. Hier wäre also z.B. ein 7x50 'Nachtglas' im Vorteil gegenüber einem 10x50 Glas. Voraussetzung dafür ist aber ein guter Himmel, sonst ersäuft das Objekt im gleichfalls verstärkten Hintergrund.

Gruss, Peter
 
Hallo Peter,

Danke für die ausführliche und aufschlussreiche Erklärung.

Korrigiert mich, falls ich mich irre, aber ich schließe daraus, dass das 15x70 oder notfalls ein 12x70 schon ein guter Kompromiss für meine Beobachtungssituation ist.
Die 70mm Öffnung sorgen auch trotz Stadtnähe und schlechter Bedingungen für eine hohe Grenzgröße (mag) von Sternen (also auch Sternhaufen) auch in Stadtnähe. Und die 12- bis 15-fache Vergrößerung sorgen mit der Austrittspupille von 4,6 bis 5,8 für halbwegs Kontrast, da der aufgehellte Stadthimmel nicht so stark mit aufgehellt wird. Das Ganze aber auf Kosten der Grenzhelligkeit flächiger Objekte.
Und falls ich doch mal guten Himmel bekomme, ist mit dem Glas dann auch noch einiges raus zu holen.
Deshalb auch vorher der Rat kein Glas mit Austrittspupille größer 5 zu kaufen. (Hört ihr wie es *klick* macht ;))

Danke,
Hardy
 
Ich bin gerade über einen thread aus dem jahre 2006 gestoßen, da es hier auch über "billig ferngläser" aus chinesischer produktion geht...

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/363480/1/Aldi_Fernglas

Mir hat da persönlich ein zitat von einem user sehr gefallen...

Posting: #363489 - 20/12/2006 21:26
Zitat: "3. Wenn sich jemand über die Diskussion um das "low price" Segment lustig macht, sollte er einfach mal bei cloudynights nachlesen. Wenn ich sehe, was dort so mitunter über die grottenschlechten Chinaoptiken gejubelt wird, dann fragt man sich ob das am niedrigen Qualitätsanspruch einer ganzen Nation liegt oder einfach daran, dass sich dort mehr Leute die Freude an unserem Hobby bewahrt haben und über einen Blick auf die Plejaden ins Schwärmen kommen können, egal ob die Optik dazwischen 20 oder 20.000 EUR gekostet hat."

Der thread wurde damals gesperrt, weil scheinbar zu sehr die emotionen hoch gegangen sind...


Schöne grüße, Marius
 
Zitat von Marius83:
... dass sich dort mehr Leute die Freude an unserem Hobby bewahrt haben und über einen Blick auf die Plejaden ins Schwärmen kommen können, egal ob die Optik dazwischen 20 oder 20.000 EUR gekostet hat
Na - wenn man einfach nur die Plejaden ansieht, und nicht die nicht absolut punktförmigen Nadelköpfe am Rande des Gesichtsfelds - das Auge muss halt geschult werden :D

Aber Recht hast du - man muss am astronomischen Wettrüsten nicht unbedingt teilnehmen :/

 
Hallo Dieter,

ich bin gestern durch zufall auf den thread wo es um ein billiges 13 € Aldi-Fernglas geht, aus dem jahre 2006 gestoßen und ich dachte, das passt sehr gut auch hier hinein.
Mir hat da noch ein zitat von einem user sehr gefallen...


Posting #363496 - 21/12/2006 15:52 Re: Aldi-Fernglas

Zitat:
"Es hat wenig mit "Sparen ist uncool" zu tun, wenn sich jemand beim Blick durch ein 20 EUR Fernglas an den Sternen erfreut, weil für ihn eben die Optik eines Zeiss Victory FL in den nächsten x Jahren auch mit "sparen" nicht erreichbar ist. Warum also beurteilen und verurteilen, wenn sich jemand auch an einfachen Dingen erfreuen kann? Mir geht es bei der Astronomie vor allem um den Zweck und weniger um die Mittel. Ist ein Komet etwa "schlechter", wenn man ihn durch eine billig Optik betrachtet? Schönheit liegt nun einmal im Auge des Betrachters. Das ist - nicht nur - bei Optik so."

Das hast du gut gesagt!! Stimmt, keiner sagt das man am "astronomischen wettrüsten" teil nehmen muss, sowohl was ferngläser, okulare oder teleskope angeht!!

Schöne grüße aus wien, Marius
 
Ich bin seit gestern im Besitz des Celestron Skymaster 15x70.
Leider war es etwas dunstig gestern, aber Mond ging schon und einige offene Sternhaufen auch.
Ich muß sagen für das Geld ist es ein brauchbares Fernglas. Randschärfe und Bildwölbung sind nicht dessen Stärke, aber mit einem Stativ liefert es zentral ein klares helles Bild das viele Details besser erkennen läßt als mein 8x42. Für mich reicht es und ich würde es auch jedem Anfänger der auf sein Budget achten muß empfehlen. Mir hat es gestern jedenfalls Freude gemacht damit zu beobachten und Freude ist es doch was uns unter Hobby machen soll.
 


Hay Sternenkind,

ich hatte unterschiedliche 15x70 FG's im check..
wenn du noch mehr lichttransmission u.kontrast willst,
solltest zur TS- od.OMEGON-version greifen.. auf die 5eu mehr
kommt's mal gar nicht an..
mein skymaster1570 hatte damals jedenfalls coating-nachteile..
(serie aus 2010)

beste grüße faxi ;)


 
ich hatte auch mal das TS 15x70 Marine, und war von der Abbildung nicht zufrieden. Besser ist Fujinon FMT-SX 16x70. Teuer Auch. Qualität hat immer seinen Preis...
mfG
/Erik
 
Hay cedarcanoe,

-mit dem 1570MX nicht zufrieden?!^^ warum das?
lass mich raten... die feldschärfe ist nix?
zumindest war's bei der 10x50-variante so..
könntest aber auch 'ne gurke erwischt haben..
also ich kenne es noch nicht.. soll aber ganz ok sein..

beste grüße..



 
> Besser ist Fujinon FMT-SX 16x70. Teuer Auch. Qualität hat immer seinen Preis...

Das Glas lohnt sich, wenn man es sich leisten kann. Viel besser als die einfachen Geräte der 100€-Liga: Mehr Kontrast, viel weniger Streulicht, bessere Schärfe. Ein ganz klein wenig Farbe ist zu sehen, vor allem bei Tagbeobachtungen. Ist eben kein Apo (dann wäre es wirklich unbezahlbar).
Ich habe die Einschraub-Nebelfilter, die arbeiten gut. Vergleichbar mit einem UHC, vielleicht ein wenig schwächer.
 
TS bietet doch sein 20x80 triplet für rund 200eu an..
laut einigen aussagen hier, ein überragendes teil..




 
Ich hatte ein 20x80. Das ist eine ganz andere Geräteklasse: Bei 15x70 kann man mit allerlei Trick noch an die Freihandbenutzung denen, beim 20x80 nicht. Das Beobachten im Zenit vom Stativ aus ist unbequem, führt zu Genickstarre. Einfach auf den Boden legen und das Glas gegen die Stirn drücken zum stabilisieren, das geht mit 20x80 nur noch theoretisch.

Wer allerdings auch ein 15x70 immer und stets vom Stativ verwendet, das kann auch zum 20x80 greifen.
 
Hay uwe...

naja 15-fach freihand.. hm.. bei meinem 12x stell' ich mich ja schon abartig an.. ;)
zumind.im stehen..
aber hast recht.. das 80er ist natürl.zudem schwerer/unhandlicher.. zumind., wenn man
nicht gerade das dicke 1570MX hat..

beste grüße.. und bleib ja dran, am okular.. :huhu:




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